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für verheiratete
Männer und Frauen

Die Familie und ihre Zerstörer

Was schief läuft und was anders werden muss – Eine überfällige Debatte

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ChangeLog

Technisches
Zähler für VG Wort eingebaut – 03.09.2018
Die restlichen Verlinkungen zur alten Web­präsentation entfernt und umgestellt – 13.07.2015
Die letzten Kapitel aus der alten HTML-Web­präsentation in die WP-Datenbank gestellt – 12.07.2015
Das Layout Auf zBench v1.4.2 aktualisiert – 11.07.2015
Umfang
(Unverändert seit 23.11.2014)
Umfang
730 Seiten – 01.08.2012 (Schriftgröße Text 12→11, Fußnote 12→10)
732 Seiten – 02.09.2012
734 Seiten – 04.10.2012
736 Seiten – 05.10.2012
738 Seiten – 10.10.2012
740 Seiten – 18.10.2012
742 Seiten – 20.10.2012
745 Seiten – 21.11.2012
745 Seiten – 31.12.2012
748 Seiten – 15.02.2013
751 Seiten – 22.02.2013
753 Seiten – 10.03.2013
755 Seiten – 12.05.2013
757 Seiten – 26.05.2013
758 Seiten – 10.10.2013
760 Seiten – 23.11.2013
760 Seiten – 31.12.2013
761 Seiten – 08.01.2014
764 Seiten – 29.01.2014
760 Seiten – 25.10.2014 (Durch geänderten Seitenumbruch)
Umfang
260 Seiten – 21.09.2009
300 Seiten – 01.11.2009
350 Seiten – 26.11.2009
400 Seiten – 31.12.2009
450 Seiten – 08.02.2010
500 Seiten – 11.04.2010
550 Seiten – 29.05.2010
600 Seiten – 01.07.2010
660 Seiten – 05.08.2010
680 Seiten – 23.08.2010
700 Seiten – 11.09.2010
725 Seiten – 28.09.2010
750 Seiten – 06.11.2010
777 Seiten – 27.11.2010
800 Seiten – 31.12.2010
851 Seiten – 23.03.2011
875 Seiten – 29.05.2011
900 Seiten – 10.07.2011
925 Seiten – 19.10.2011
947 Seiten – 30.12.2011
950 Seiten – 12.01.2012
975 Seiten – 28.05.2012
990 Seiten – 01.08.2012 (Änderung der Seitenzahl durch Verkleinerung der Schrift)
Letzte Änderungen – 2019 (21.05.2019)
Fehler in der Datenbank für die Kapitel 2.7.1. und 2.7.3. behoben – 21.05.2019
Letzte Änderungen – 08.01.2016 (04.04.2016)
Tippfehler korrigiert (04.04.2016)
Tippfehler und Verlinkungen korrigiert (13.01.2016)
Layout korrigiert (10.01.2016)
Exkurse (In WP-Datenbank eingestellt: 08.01.2016)
Das Layout überarbeitet (auf zBench v1.4.2 aktualisiert am 11.07.2015)
Diese Überarbeitung war notwendig, um der wachsenden Zahl von Klein­geräten Rechnung zu tragen, die im Internet unterwegs sind und auf ein angepasstes Layout angewiesen sind.
Vorwort
1.4.3. Autonomie der Familie versus staatliche Kontrolle (ergänzt, 23.11.2014)
2.5.5. Die Vaterschaftsfrage (Ergänzt: Bedeutung der Vaterschaft für das Kind)
2.5.5.6. Die Vaterschaftsfrage – Verworrene Rechtslage (Neu: 13.08.)
3.1.4.2. Das Jugendamt (überarbeitet, 05.01.)
3.4.5.10. Der Demokratiemythos (Erweitert: Europa statt Demokratie?, 23.11.)
3.4.6. Die Infantilisierung (Erweitert: ef-magazin, 05.12.)
3.4.7.2. Edith Schwab (Ergänzt: Vaterschaft als Biologismus verunglimpft)
3.4.8. Die Moral (Ergänzung: Moralische Handlungs­fähigkeit)
3.4.9. Die westliche Kultur (Ergänzung: Die Sinnkrise und das Nichts)
4.1.2.3. Staatliche Willkür und Faustrecht (Neu, 29.01.)
4.6.1. Der Neusprech (Ergänzung: Professorinnen, Volks­abstimmung in Kroatien, 23.11./05.12.)
4.6.4. Der Fickkumpel (Neu, 08.01.)
5.1.1. Zukunftmodell Mann (überarbeitet, 10.10.)
5.1.3. Verschwörungs­theorien (erweitert, 10.10.)
Blog: Interview von MANNdat mit Franzjörg Krieg (19.06.)
755 – 12.05.2013
1.3.2. Die Familie als sozialer Schutzraum (Ergänzung)
2.7.6. Mutterschutz (fertig­gestellt)
3.3.2. Frauenhaus (Ergänzt: „Die Sichtweise der Männer interessiert uns nicht“)
3.3.5. Partei- und Polit­funktionärinnen (Neu)
4.1.2. Die juristische Ebene (Ergänzt: Der Abschied vom Rechtsstaat)
4.4.3. Die Monetarisierung der Familienarbeit (Neu)
750 – 22.02.2013
2.5.6. Anonyme Geburt, Babyklappe (überarbeitet und fertig­gestellt)
3.1.1. Die Politik (überarbeitet)
3.1.4.3. Die Polizei (kleinere Ergänzungen)
3.4.2. Die Wirtschaft (überarbeitet)
3.4.2.4. Die Banken (Neu)
4. Problemfelder (überarbeitet)
4.6.2. Die Zensur (überarbeitet und fertig­gestellt)
745 – 30.12.2012
Vorwort (Ergänzt)
2.4.2.4. Nachhilfe: Füttern der Helferindustrie (Neu)
3. Die Zerstörer der Familie (Ergänzt: Die Frauen und die Familien­zerstörung)
3.1.4.1. Der Gerichtsvollzieher (Ergänzt: Staatliche Unterhalts­maximierung heute, kirchliche Inquisition gestern)
3.1.5.1. Die Richter (Erweitert: Richterliche Ausbildung)
3.2.5. Das bürgerliche Ideal (Neu)
4.2.9. Eheverträge (Ergänzt: Eheverträge sind nur gültig, wenn sie wirkungslos sind)
4.3.7. Das Familiengericht (Erheblich erweitert)
4.5.1. Das Individuum (Erweitert: Norbert Blüm und Birgit Kelle)
740 – 18.10.2012
1.1.1. Die Familie (konkretisiert, worum es im Kontext gesellschaftlicher Zukunfts­fragen überhaupt geht)
1.1.2. Die Ehe (überarbeitet und erweitert)
1.1.3. Die Verwandtschaft (Verwandtschaft als soziales Netzwerk, konkretisiert für “neue Lebens­modelle”)
1.5.2. Die Flickwerk-Familie (Fertig gestellt: Ableitung aus Stief­familie, Fetzen­familie, Reste­familie)
1.5.3. Die Regen­bogen­familie (Fertig gestellt: Ableitung aus Flickwerk-Familie, Allein­erziehende, lesbische Doppel­mutter­schaft)
2.1.1. Der besondere Schutz der staatlichen Ordnung (Nochmal verdeutlicht, dass der Begriff Ehe rechtlich gar nicht geklärt ist und damit der grund­gesetz­liche Schutz in der Luft hängt)
2.4.2. Die Familie als Abzock­unternehmen (Ergänzt: Fremdkind – Wie sich das Mutter-Kind-Idyll auch ohne Arbeit finanziert)
2.4.9. Die Fiktion des geschiedenen Exgatten (Neu: Die juristische Kunstfigur des “Ehegatten nach der Scheidung”)
2.6.7. Männer-Knast (Ergänzt und fertig­gestellt: Jörg Kachelmann fünf Monate in U-Haft)
2.8.5. Kinderschutzgesetz (Neu)
3.1.5.1. Die Richter (Tippfehler, kleine Anpassungen)
3.3.2. Frauenhaus (Ergänzt: Schaltzentrale der Familien­zerstörung)
3.4.3.3. Die Rechtswissenschaft (Kleinere Ergänzungen und Zwischen­über­schriften)
3.4.3.6. Die Gender Studies (Hadmut Danisch ergänzt)
3.4.3.7. Die Kunst/Kunsthistoriker/Kunstkritiker (Neu)
4.1.1. Die persönliche Ebene (Ergänzt: Die sieben Abschnitte im Leben eines Mannes in Bezug auf Frau, Kinder und Heirat)
4.3.1. Der Verlust an Freiheit (Ergänzt: Zwischen­überschriften, Vorteile der Sippe, Bilanz)
4.3.2. Die Gewaltfrage (Ergänzt: Gewaltmonopol des Staates, Instrumentalisierung des Gewaltmonopol, Deutungshoheit über den Gewaltbegriff)
Format-Änderung
Exkurs “Rosenstraße 76″ entfernt (ausgelagert)
Tabelle Abkürzungen entfernt (ausgelagert)
990 – 01.08.2012
1.3.5. Die Familie als Kontrollinstanz (Neu)
2.4.6. Das Unterhaltsmaximierungsprinzip (Ergänzt: Peter Tholey)
2.7.1. Personenstandsfälschung (Ergänzung)
3.1.3.4. Die Entwicklungslinien (Neu)
3.1.5. Die Justiz (Ergänzt: Peter Tholey)
3.4.1.2. Die Lutheraner (Ergänzt: Home-Ehe)
3.4.6. Die Infantilisierung (Neu)
3.4.8. Die Moral (Stark erweitert und abgeschlossen)
4.1.1.1. Wie Männer und Frauen sich beim Heranwachsen erleben (Ergänzung)
4.1.1.2. Was Männern und Frauen nach der Eheschließung erwartet (Ergänzung)
4.1.6. Die historische Ebene (Neu)
975 – 28.05.2012
1.1.6. Das Familienoberhaupt (Erweitert: Hintergründe)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänzt: Familienstreit, übliche Polizeipraxis)
2.7.7. Frauen-Knast (Ergänzt: Mutter-Kind-Einrichtung der Justiz in Fröndenberg)
3.1.2.7. Parteien in der Schweiz (Neu)
3.1.3.2. Der Gesetzgeber (Ergänzt: Gewaltenteilung gefährdet durch die Dominanz von Juristen und Lehrern)
3.1.3.3. Das Gesetzgebungsverfahren (Neu)
3.1.7.3. Jugendamt-Familienhilfe-Politik (Ergänzt: Lokalpolitik und Vertuschungs­strategien)
3.4.1. Die Kirchen (Neu gegliedert)
3.4.1.2. Die Lutheraner (Ergänzt: Luthers Erben auf Nachwuchssuche)
3.4.1.3. Die Theologen (Ergänzt: Horst Herrmann)
3.4.1.5. Die Bibeltreuen (Erweitert, Neu: Axel Hüls)
3.4.8. Die Moral (Neu)
3.4.9. Die westliche Kultur (Neu)
4.1.1.1. Wie Männer und Frauen sich beim Heranwachsen erleben (Ergänzt: Frauen und Berufstätigkeit)
4.1.3.3. Keine Familie ohne Haupt (Neu)
4.4. Die ökonomisierten Beziehungen (Ergänzt: fünfhundertseitige Studie “Debt”)
4.4.1. Der Zerfall der Gemeinschaft (Neu)
950 – 12.01.2012
1.1.1. Die Familie (Ausgebaut: Verhältnis von Staat und Familie)
3.1.1.2.4. Bedingungsloses Grundeinkommen (Neu: Begonnen mit Pro-Argumenten)
947 – 30.12.2011
1.3.4. Die Familie als Beziehungsfeld (Neu)
2.4.6. Das Unterhaltsmaximierungsprinzip (Ergänzt: Versorgungs­mentalität und Moral)
2.5.2.2. Das alleinige Sorgerecht (Weitere Beispiele: Mutter, die in der Schweiz versuchte ihr Kind zu vergiften, behält Sorgerecht. Kindesentführung der Mutter wird mit Alleinigem Sorgerecht belohnt.)
2.5.2.5. Die rechtliche Entsorgung der Väter (Das Sorgerecht) (BGB vom 26.10.2011, Aktenzeichen XII ZB 247/11)
2.6.2.2. Prostituiertengesetz (Beginn)
2.10.1. Adoption (Ergänzt: Lesben bereiten Jungen auf Kastration vor)
3.1.1.2.5. Sozialstaat (Neu)
3.1.2.8. Die politische Funktion des Feminismus für die Parteien (Ergänzt: Die konservativen Biedermänner)
3.1.4.3. Die Polizei (Ergänzt: Führungsetagen und Lagezentren der Polizei)
3.1.5.1. Die Richter (Ergänzt: Richterliche Ausbildung)
3.2.4.5. Dekonstruktion aller Lebensbereiche – Staatliche Sexualisierung von Kleinkindern (Ergänzt: Sexualunterricht in Berlin mit dem Medienkoffer “Familien, Lebensweisen und sexuelle Vielfalt”)
3.3.6. RechtsanwältInnen – Anwaltsschwämme (Ergänzt: Anzahl der Sorgerechts- und Umgangsverfahren)
4. Problembeschreibung (Ergänzt: Ein Wort zur Wirtschaft und zur Vereinbarkeit von “Beruf und Familie”.)
4.1.1. Die persönliche Ebene (Neu)
4.1.3. Die gesellschaftliche Ebene (Neu)
4.1.5. Die entfremdeten Kinder (Neu)
4.2.1. Flickwerk-Familie (Ergänzt: Melanie Mühl – “Die Patchwork-Lüge”)
4.2.3. Kind – Eltern (Ergänzung, Überarbeitung)
5.3.1.7. Ehevertrag (Erweitert)
Exkurs zur Abgrenzung der Familie von gleich­geschlecht­lichen Lebens­gemein­schaften (Ergänzt: Homosexualität und Toleranz)
925 – 19.10.2011
2.5.3. Kindesentzug, -entführung (International affairs: Nach dem Vater wird sofort gefahndet)
2.6.2. Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe (Überarbeitet und erweitert)
2.7. Schutz und Straffreiheit der Frau (Überarbeitet und erweitert)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Neues Beispiel: HIV und ungeschützter Sex)
2.9. Das Ausländerrecht (Neu: Ehebestandszeit)
2.10.1. Adoption (Ergänzt: Lesben bereiten Jungen auf Kastration vor)
2.10.3. Sorgerecht (Ergänzt: Die Väter des Paul)
3.1.1.2.4. Bedingungsloses Grundeinkommen (Begonnen mit Zitaten zum Sozialstaat)
3.1.1.3. Bildungspolitik (Schulpolitik)
3.1.2.1. CDU/CSU (Ergänzt: Als die CDU sich noch Sorgen machte um die Zukunft)
3.1.2.4. Die Grünen (Erweitert: Ja, wir wollen die Ehe abschaffen!)
3.1.2.9. Der rotgrüne Umbau der Gesellschaft (Neu)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Neu: Auftraggeber für die Helferindustrie)
3.1.7. Der Filz (Kleine Erweiterung)
3.1.7.3. Jugendamt-Familienhilfe-Politik (Neu)
3.3.12. Sozialarbeiterinnen (Neu)
3.4.1. Die Kirchen (Ergänzt: Margot Käßmann, Neu: Die Bibeltreuen)
3.4.5.6. Die Missbrauchslüge (Neu: Sexueller Missbrauch ist Ansichtssache)
4.7. Die Gleichmacherei (Neu)
4.8. Die Demographie (Neu)
900 – 10.07.2011
2.2.4. Die Familienrechtsreform nach bolschewistischem Vorbild (Neu)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Überarbeitet: Der Staat beansprucht in der Abtreibung die Rolle des Familienoberhaupts als Letztentscheiders für sich)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Erweitert: Die Rolle des Mannes, Neu: § 219 StGB)
2.5.3. Kindesentzug, -entführung (Ergänzt: Richtern wird zugemutet, die Grundsätze des eigenen Rechtssystems zu missachten.)
2.6. Die Kriminalisierung und Rechtlosigkeit des Mannes (Ergänzt: Kriminalität und Strafvollzug als Männersache)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Zwei weitere Beispiele)
2.9.1. Adoption (Neu)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Neu: Kinderklaubehörde, Ergänzt: Beispiel Heidi Schulz)
3.1.5.1. Die Richter (Beispiel: Jugendamt verbietet Polnisch)
3.3.3. Frauenberatungsstellen (Neu: Pro Familia, Neu: Weisser Ring)
3.3.6. RechtsanwältInnen (Ergänzt: Der Rechtsanwalt verhält sich im familiengerichtlichen Verfahren etwa so wie der Panzerkommandant auf dem “Platz des Himmlischen Friedens”)
3.4.3.3. Die Rechtswissenschaft (Neu: Hexenprozesse)
4.3.7. Das Familiengericht (Neu)
4.5.2.3. Mafia der Alleinerziehenden (Neu)
875 – 29.05.2011
1.1. Vorbemerkungen zur Familie (Ausformuliert)
1.1.2. Die Ehe (Ergänzt: Ehe, Heirat, Verwandtschaft, Emanzipation)
2.4.6. Das Unterhaltsmaximierungsprinzip (Neu: Entwicklung in Deutschland)
2.7.7. Frauen-Knast (Ergänzung: Einem Kind ist doch die Umgebung egal, solange es nur bei der Mutter ist.)
3.1. Der Staat (Neu: Vergessen Sie den Rechtsstaat, Nacheheliche Solidarität)
3.1. Der Staat (Der Rechtsstaat überarbeitet und erweitert)
3.1. Der Staat (Ergänzt: übermächtiger Staat, staatsgläubige Untertanen, Staatsabhängigkeit, ausufernden Bürokratien)
3.1.1.1. Familienpolitik (Neu: Gleichstellungspolitik)
3.1.1.1. Gender-Zwangsumerziehung statt Familienpolitik (Ergänzt: Gender im Unterricht – Der Perlonstrumpf an einem Jungenbein bringt Schwung in die Koedukation)
3.1.2.2. SPD (Ergänzt: Rote-Männer-Manifest)
3.1.2.4. Die Grünen (Ergänzt: Zitatensammlung zu Deutschland, Nachwuchs und Zuwanderung)
3.1.2.6. Kleinparteien (Neu: Piratenpartei)
3.1.2.8. Die politische Funktion des Feminismus für die Parteien (Neu)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Weiteres Beispiel: Betroffene Eltern)
3.1.4.3. Die Polizei (Neu: Redeverbot der Polizei)
3.1.5.5. Die rechtsfreien Räume (Neu: Die Komplizenschaft der Richter mit den Frauenhäusern)
3.1.5.6. Das Rechtsberatungsgesetz (Ergänzt: Wie die Justiz mit hilfsbereiten Bürgern umgeht)
3.1.7.2. Jugendamt-Familienrichter-Gutachter (Erweitert: Betroffener, Beate Kricheldorf)
3.1.7.6. Europäisches Ermächtigungsgesetz (Neu)
3.2.4.5. Dekonstruktion aller Lebensbereiche (Ergänzt: Frühsexualisierung der Kinder im Schulunterricht)
3.4.1.3. Die Theologen (Ergänzt: Erzbischof von Finnland Kari Mäkinen, Präses Katrin Göring-Eckardt)
3.4.2.1. Die Arbeitswelt (Neu: Die Wirtschaft und Frauenquote, Die Arbeitswelt und Kündigungsgründe)
3.4.5.8. Die Lohndiskriminierungslüge (Neu: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?)
3.4.5.9. Der Opfermythos (Neu: Hunderfach bewährtes Muster)
3.4.7. Das Bundesverdienstkreuz (Ergänzt: Beate Kricheldorf)
4.1.4. Die ökonomische Ebene (Erweitert)
4.2.1. Flickwerk-Familie (Erweitert: Problemfelder der Flickwerk­familie)
4.3.1. Der Verlust an Freiheit (Ergänzt: Frühsexualisierung der Kinder im Schulunterricht)
851 – 23.03.2011
2.4.6. Das Unterhalts­maximierungs­prinzip (Neu: Die Betreuungs­fiktion, Die Immobilie)
2.4.7. Das fiktive Einkommen (Abschnitt in eigenes Kapitel und erweitert)
2.4.8. Die Betreuungsfiktion (Neu)
2.4.9. Kommentare zum Unterhaltsrecht (Erweitert: Unterhalts­zahler kommentieren das Unterhalts­recht)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Neu: Die Schlüssel­stellung der Abtreibung im Geschlechter­verhältnis, Abtreibung ist Mord)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Erweitert: Die Rolle des Staates, Die Ruby-Affäre von Silvio Berlusconi, Pro Familia)
2.5.2.8. Die Rechtlos­stellung des Mannes und Straflos­stellung der Frau (Neu)
2.5.5.3. Das Verbot von Vaterschaftstest (Neu: Doppelte Standards bei Mutter­schaft und Vater­schaft)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Neu: Existenz­vernichtung durch das Gewalt­schutz­gesetz)
2.6.4.4. Falschbeschuldigungen (Ergänzt: Verurteilung wegen Falsch­beschuldigung nach zehn Jahren)
2.7.2. Kindesentziehung (Neu: Kindes­entführerin und Kindeswohl­gefährderin wird als Heldin gefeiert)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Beispiel aus Utah)
2.8. Das Kindschaftsrecht (Der Staat und die Kinder, Das Kindschaftsrecht als Einfallstor des Staates in die Familie)
3.1.1.2.3. Altersvorsorge (Ergänzt: Kapitelgedeckte Renten­versicherung, Riester-Rente)
3.1.2.4. Die Grünen (Neu: Lothar Reinhard)
3.1.5. Die Justiz (Neu: Der Rechtsfrieden)
3.1.5.5. Die rechtsfreien Räume (Ergänzt: Das Frauenhaus als rechtsfreier Raum)
3.3.2. Frauenhaus (Neu: Ausländerinnen als neue Kundengruppe)
4.2.1.7. Die Illusion der Homo-Ehe (Ausgebaut am Beispiel eines Samen­spenders für ein lesbisches Paar)
4.4.1. Die finanzielle Austrocknung der Familie (Neu: Steuerschätzung des Finanzamtes)
825 – ohne Datum
1.2.3. Mehrehe (Ergänzt: Angeblich leiden Erstfrauen unter der Mehrehe)
2.4.6. Die Unterhaltsrechtsprechung (Ergänzt: John Cleese)
2.4.7. Kommentare zum Unterhaltsrecht (Neu: Frauen und Unterhalt)
2.5. Der Kampf ums Kind (Der Kampf der Geschlechter, Wem nützt er?)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Neu: Vorrede, Die Rolle des Staates)
2.5.2.6. Der deutsche Sonderweg (Erweitert)
2.5.5. Vaterschaft (Neu: Die Kriminalisierung der Männer und Protegierung der Frauen, Erweitert: Quod licet Iovi non licet bovi)
2.5.6. Anonyme Geburt, Babyklappe (Neu: Einleitung)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Der Mann als Täter und die Frau als Opfer)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Eine Entmündigung von Männern und Frauen)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänzt: Beispiel Rechtspraxis)
2.6.4.4. Falschbeschuldigungen (Ergänzt: Kriminalhauptkommissar)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Richter in Spanien dürfen Männer härter bestrafen als Frauen)
2.8.3. Adoptionsrecht (Ergänzt: Zwangsadoption)
2.9.2. Erbschaftsrecht (Neu)
2.9.3. Sorgerecht (Neu)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Neu: Mafiaähnliche Strukturen, Ergänzt: Zwangsadoption)
3.1.5. Die Justiz (Neu: Die Entmündigung des Bürgers) Eine kleine Justizkritik (Ergänzt: Kriminalhauptkommissar)
3.1.5.5. Die rechtsfreien Räume (Ergänzt: Richterin stellt Staat als machtlos hin)
3.1.7.2. Die Jugendamt-Familienrichter-Gutachter-Connection (Ergänzt: Beispiel Internationaler Bund)
3.2.2.7. Lila Pudel (Ergänzt: Biedermänner, Alpha-Männer)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Neu: Familien­terroristin, Frauen­beratungs­stellen, Täter­beratungs­stellen)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Neu: Franzjörg Krieg über die Familienhilfe)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Ergänzt: Geron Zahler, Dunken Sadovic)
3.3.2. Frauenhaus (Neu: Die Abschaffung der Frauenhäuser)
3.3.3. Frauen­beratungs­stellen (Ergänzt: Es gibt keine Täterin und kein männliches Opfer)
3.3.8. GutachterInnen (Ergänzt: Narrenfreiheit der Gutachter)
3.3.13. Pflegeheime, Pflegefamilien (Beispiel ergänzt)
3.4.2.3. Die Medien (Neu: Die dreifache Mutter und der Mann)
3.4.5.11. Die Fiktion von der Gewaltenteilung (Neu: Aufhebung der Gewaltenteilung nach Schweizer Art)
4.2.1. Flickwerk-Familie (Neu: Die Illusion der Homo-Ehe)
4.3.1. Der Verlust an Freiheit (Staatliche Erziehung: Ergänzt)
4.4.1. Die finanzielle Austrocknung der Familie (Ergänzt: Familienpolitik und die finanzierte Fremd­betreuungs­industrie)
5.3.3. Familienpolitische Forderungen (Ergänzt: Kinder dürfen nicht als Unterhaltsgeisel missbraucht werden, Wechselmodell als Regelfall)
800 – 31.12.2010
1.4. Die Spannungsfelder der Familie (Angefangen)
2.4.6. Die Unterhaltsrechtsprechung: Zur gesteigerten Erwerbsobliegenheit (Ergänzt: Köln OLG – 4 WF 58/10)
2.4.6. Die Unterhaltsrechtsprechung: Unterhaltsgesetz von 2008 (Ergänzt: BGH vom 26. Mai 2010 – XII ZR 143/08)
2.6.2. Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe (Überarbeitet, Neu: Wir haben vergewaltigt!)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänzt: männliches Opfer häuslicher Gewalt)
3.1.3.2. Der Gesetzgeber (Neu)
3.1.5.2. Die Juristen (Ergänzt: Prozessieren als Arbeits­beschaffungs­maßnahme)
3.1.5.5. Die rechtsfreien Räume (Kriminelle Frauen mit Migrations­hinter­grund im Frauenhaus)
3.1.7.4. Therapheutin-Jugendamt-Gutachter (Neu)
3.2.4.4. Implementierung durch das Familienministerium (Erweitert: Beschluss des Bundeskabinetts vom 23. Juni 1999)
3.3.7. Jugendamt-, Sozialarbeiterinnen (Neu)
4.1.2. Bestandsaufnahme (Neu: Die juristische Ebene)
4.2.9. Eheverträge (Neu: Eheverträge mit ausländischen Frauen)
4.5.2. Die Alleinerziehende (Ergänzt: Wem nützt es?)
777 – 27.11.2010
1.1.4. Kind und Kegel (Präzisierungen, Vertragsregelungen, Bastard. Ergänzt: Ein Kind, aber ohne Mann)
1.4. Die Spannungsfelder der Familie (Angefangen)
2.4.6. Die Unterhaltsrechtsprechung (Ergänzt: Norbert Eimer (FDP) – Stärkung der Selbstverantwortlichkeit)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Ergänzt: Die meisten Schwangerschaftskonflikte sind auch Vaterschaftskonflikte, Prozess Roe vs. Wade)
2.5.2. Das Sorgerecht (Neu: Schweizer Praxis)
2.5.6.5. Adoptionsfreigabe (Neu, Männer überflüssig)
2.6.5.3. Strafgesetzbuch-Paragraph § 170: Rechtsprechung (Erweiterungen)
2.6.7. Männer-Knast (Neu, Beispiele)
2.7.3. Frauen und Gewalt (Ergänzt: Zitat, Verleugnung weiblicher Täterschaft)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Bei Frauen wird weniger häufig Angeklage erhoben und häufiger Verfahren eingestellt)
2.7.7. Frauen-Knast (Erweitert, Beispiele, Knast mit Kinderspielplatz in München)
2.8.1. Recht des Kindes auf den Vater (Erheblich erweitert, ergänzt: Bastard und Kegel)
3. Die Zerstörer der Familie (Einleitung überarbeitet)
3.1.2.7. Frauenanteil in der Politik (Ergänzt: Frauen-Lobby-Gruppen)
3.1.4.2. Das Jugendamt: Berichte von der Front (Ergänzt: Aufgaben des Jugendamtes an freie Träger übertragen)
3.1.5.1. Die Richter (Ergänzt: Richter im Urteil ihrer Kollegen)
3.1.5.2. Die Juristen (Neu: Vom Wesen der Juristen, Rolf Lamprecht: Die Lebenslüge der Juristen)
3.1.5.5. Die rechtsfreien Räume (Vervollständigt)
3.2.2.13. Staatsfeminismus (Ergänzt: Die Machtfülle der Frauennetzwerke, Schmarotzertum)
3.2.4.7. Genderkritik (Ergänzt: Löwe und Schaf-Beispiel, Weblink-Liste erweitert)
3.3.4. Frauenbeauftragte (Ergänzt: Aufstand am Frauenstammtisch auf die Äußerungen von Ministerin Schröder)
3.3.6. RechtsanwältInnen (Ergänzt: Anwälte lügen und saldieren ihr Honorar)
3.4.1.4. Die Kirchenbasis (Ergänzt: Gegenposition zu Gender Mainstreaming)
3.4.7.1. Bundesverdienstkreuz: Alice Schwarzer (John Money, Zwangsgeschlechtsumwandlung)
4.6.3. Die Denkverbote (Ergänzungen zu Denkverboten in der Sozial- und Familienpolitik)
5.1. Zukunft der Familie (Ergänzt: Wie können Mann und Frau heutzutage miteinander auskommen?)
5.3.3. Familienpolitische Forderungen (Erweitert)
750 – 06.11.2010
1.1.1. Die Familie (konkretisiert, worum es im Kontext gesellschaftlicher Zukunftsfragen überhaupt geht)
1.1.2. Die Ehe (überarbeitet und erweitert)
1.1.3. Die Verwandtschaft (Verwandtschaft als soziales Netzwerk, konkretisiert für “neue Lebensmodelle”)
1.5.2. Die Flickwerk-Familie (Fertig gestellt: Ableitung aus Stieffamilie, Fetzenfamilie, Restefamilie)
1.5.3. Die Regenbogenfamilie (Fertig gestellt: Ableitung aus Flickwerk-Familie, Alleinerziehende, lesbische Doppelmutterschaft)
2.1.1. Der besondere Schutz der staatlichen Ordnung (Nochmal verdeutlicht, dass der Begriff Ehe rechtlich gar nicht geklärt ist und damit der grundgesetzliche Schutz in der Luft hängt)
2.4.2. Die Familie als Abzockunternehmen (Ergänzt: Fremdkind – Wie sich das Mutter-Kind-Idyll auch ohne Arbeit finanziert)
2.4.9. Die Fiktion des geschiedenen Exgatten (Neu: Die juristische Kunstfigur des “Ehegatten nach der Scheidung”)
2.5.2. Das Sorgerecht (Neu: Schweizer Praxis?!???)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänzt: Infobroschüre des Ministeriums, Beispiel Österreich)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Ergänzt: Infobroschüre des Ministeriums)
2.6.5. Strafgesetzbuch-Paragraph § 170 (Ergänzt: Gegenmaßnahmen)
2.6.7. Männer-Knast (Ergänzt und fertig gestellt: Jörg Kachelmann fünf Monate in U-Haft)
2.7.5. Im Zweifel für die Frau und gegen den Mann (Ergänzt: Tatort Internet)
2.7.6. Mutterschutz (Neu)
2.8.5. Kinderschutzgesetz (Neu)
3. Die Zerstörer der Familie (Ergänzt: Die Frauen und die Familienzerstörung)
3.1.1.6. Wirtschaftspolitik (Neu: Soziale Marktwirtschaft)
3.1.2. Die Parteien (Ergänzt: Frauenquote bei der CSU)
3.1.4.1. Der Gerichtsvollzieher (Ergänzt: Staatliche Unterhaltsmaximierung heute, kirchliche Inquisition gestern)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Ergänzt: Berichte von der Front)
3.1.4.4. Das Familienministerium (Ergänzt: Infobroschüre des Ministeriums)
3.1.5.1. Die Richter (Erweitert: Richter agieren im rechtsfreien Raum)
3.2.5. Das bürgerliche Ideal (Neu)
3.2.5.3. Die Biedermänner (Neu)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Ergänzt: Michael Bock, Opfermonopol der Frauen, Geld und Stellen)
3.3.2. Frauenhaus (Ergänzt: Schaltzentrale der Familienzerstörung)
3.3.8. GutachterInnen (Ergänzt: Phantasietitel eines Gutachters)
3.4.2.3. Die Medien (Neu: Die Kontrolle der Bewusstseinsindustrie, Die Frau vom Checkpoint Charlie)
3.4.3.3. Die Rechtswissenschaft (Kleinere Ergänzungen und Zwischenüberschriften)
3.4.3.6. Die Gender Studies (Hadmut Danisch ergänzt)
3.4.3.7. Die Kunst/Kunsthistoriker/Kunstkritiker (Neu)
4.1.1. Die persönliche Ebene (Ergänzt: Die sieben Abschnitte im Leben eines Mannes in Bezug auf Frau, Kinder und Heirat)
4.1.1. Die persönliche Ebene (Neu: Das Elend der Flickwerk-Familie)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Ergänzt: Gewaltschutzgesetz, Warum werden Männer nicht geschützt?)
4.2.3. Das Subsidiaritätsprinzip (Neu: Die freie Gesellschaft und der subsidiäre Staat)
4.2.9. Eheverträge (Ergänzt: Eheverträge sind nur gültig, wenn sie wirkungslos sind)
4.3.1. Der Verlust an Freiheit (Ergänzt: Zwischenüberschriften, Vorteile der Sippe, Bilanz)
4.3.2. Die Gewaltfrage (Ergänzt: Gewaltmonopol des Staates, Instrumentalisierung des Gewaltmonopol, Deutungshoheit über den Gewaltbegriff)
4.5. Die sprachliche Zerstörung der Familie (Ergänzt: Sprachfeminismus)
4.5.2. Die Zensur (Ergänzt: Volksverhetzung)
4.5.3. Die Denkverbote (Neu)
5.1.3. Verschwörungstheorien (Erweitert)
5.1.4. Namensrecht (Neu: Schweizer Namensrecht)
5.3.3. Familienpolitische Forderungen (Neu: Konkrete Gesetzesvorschläge)
725 – 28.09.2010
2.3. Das Sorgerecht (Ergänzt: Die Rechtspraxis seit 1977)
2.4.6. Die Unterhaltsrechtsprechung (Überarbeitet und erweitert: Telefonsex ist Sonderbedarf, Fazit von P aus TrennungsFAQ, Bundesgerichtshof XII ZR 7/09: Urteil vom 4. August 2010)
2.5.2. Das Sorgerecht (Ergänzungen)
2.5.2.5. Die rechtliche Entsorgung der Väter (Neu)
2.5.2.6. Der deutsche Sonderweg (Neu)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänze: Beispiel Rechtspraxis)
2.6.6. Minderstellung des Mannes, Ordre public (Neu)
3.1. Der Staat (Neu: Die Staatsräson)
3.1.1.1. Familienpolitik (Ergänzt: Der Familie wurde die Ordnungsmacht abgesprochen)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Ergänzt: Jugendamt und Kindeswohl)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Neu: Solidarität oder Parasitentum?)
3.3.13. Pflegeheime, Pflegefamilien (Ergänzt: Jugendamt Bonn)
700 – 11.09.2010
1.5.1. Die Alleinerziehende (Ergänzungen)
1.5.2. Die Flickwerk-Familie (Ergänzt: Prof. Dr. phil. Gunter Schmidt)
2.5.1. Abtreibung (Ergänzt: Abtreibung bei Jugendlichen unter Ausschaltung der Familie)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Ergänzt: Webseite “Kidsinfo Gewalt”)
2.6.3. Die Familie wird als gefährlicher Ort für Frau und Kind diskreditiert (Ergänzt: Anita Heiliger, „Die blauen Augen hat sie von ihrem Vater!“, „Verliebt, Verlobt, Verprügelt“)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Ergänzt: Erst fremdgegangen, dann Missbrauchsanzeige, Freispruch in Trier nach 15 Monaten Haft)
2.7.3. Frauen und Gewalt (Ergänzt: Jürgen Gemünden, Das schwache Geschlecht)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Haftaufschub, Kindstötung, 22 Monate Bewährung für Gattenmord, Spanien)
2.7.6. Frauen-Knast (Neu)
3.1.1.2.3. Altersvorsorge (Ergänzt: Lebenslange Witwenrente für 20-Jährige)
3.2.3. Schwulen- und Lesbenlobbyismus (Ergänzt: Homosexuelle Gewalt gegen Andersdenkende)
3.3.6. RechtsanwältInnen (Ergänzt: Familienanwalt Bernhard Theissen)
3.3.6. RechtsanwältInnen: Der Handlungshintergrund von Anwälten (Zitate von Anwalt und Jugendamtmitarbeiter, siehe Rudolph)
3.3.14. Kirchliche Orden (Neu)
3.4.5.9. Der Opfermythos (Ergänzt: Türkische Männergruppe in Berlin-Neuköln)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Ergänzt: Die Kritik, Die Gegenwehr, Chinas Ein-Kind-Politik)
4.2.4. Das Verursacherprinzip (Ergänzt)
4.2.5. Das Versicherungsprinzip (Neu)
4.2.6. Das Leistungsprinzip (Neu)
4.4.2. Die Alleinerziehende (Ergänzungen)
5.1.1. Zukunftsmodell Mann (Ergänzt: Martin van Creveld)
Exkurs: Abgrenzung der Familie von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften (Ergänzt: Flöttmann, Johann Braun)
680 – 23.08.2010
Personen-Verzeichnis (Neu)
1.1.3. Die Verwandtschaft (Ergänzt: Pflichtübernahme)
1.2. Die Säkularisierung der Familie (Ergänzt: Ehe nicht von der Staatsgewalt geschaffen)
1.5. Die neuen Lebensformen (Leeres Kapitel angelegt)
1.5.1. Die Alleinerziehende (Neu)
2.4. Der Unterhalt (stark überarbeitet)
2.4.6. Das Unterhaltsmaximierungsprinzip (Neu, vormals “Die Unterhaltsrechtsprechung” völlig überarbeitet und erweitert)
2.5.3. Kindesentzug (Ergänzt: Kampf der Geschlechter)
2.6.2. Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe (Überarbeitet und erweitert)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Ergänzt: Schulungen von Jugendamtmitarbeiterinnen, Fall Kachelmann)
2.9. Die Flickwerkfamilie (Neu)
3.1.1. Politik (Demokratie, ergänzt: Georg Schramm)
3.1.1.1. Familienpolitik (Ergänzt: Frauenministerium, Staatsfeminismus)
3.1.1.1.6. Verstaatlichung der Familie (Ergänzt: Konrad Adam)
3.1.4.4. Das Familienministerium (Ergänzt: Frauen machen nur Politik für Frauen, Töchter sollen es leichter, Söhne schwerer haben)
3.1.5.1. Die Richter (Strukturiert und erweitert)
3.4.1.2. Evangelische Kirche (Ergänzt: Margot Käßmann)
3.4.2.3. Die Medien (Ergänzt: Vierte Gewalt, Medienkritik, Medienkompetenz)
3.4.5.11. Die Fiktion von der Gewaltenteilung (Eigenes Kapitel, herausgelöst aus 3.4.5.10. Der Demokratiemythos)
3.4.7. Das Bundesverdienstkreuz (Neu: Alice Schwarzer und Edith Schwab)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Neu: Bedarfsgemeinschaften)
660 – 05.08.2010
Allgemeine Durchsicht und Fehlerkorrektur
1.1.7. Abgrenzung der Ehe von der nichtehelichen Lebensgemeinschaft (Erweitert: Bezug zur Verwandtschaft)
2.2. Die Scheidung (Kleinere Ergänzungen)
2.4.4. Das Steuerrecht (Erweitert: Steuergerechtigkeit für Familien)
2.4.5. Unterhaltssklaverei durch Sozial- und Familienrecht (Ergänzt: Beispiel 4)
2.5. Der Kampf ums Kind (Ergänzt: Väter kämpfen um ihre Kinder)
2.6.2. Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe (Erweitert)
2.10.4. Betreuter Umgang (Neu)
3.1.1.3. Die Bildungspolitik (Angefangen)
3.1.4.2. Das Jugendamt (Neu: Umgang mit dem Jugendamt)
3.1.5. Die Justiz (Neu: Cochemer Praxis, Kleine Justizkritik)
3.1.5.6. Das Rechtsberatungsgesetz (Neu)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Feministische Vereine getarnt als gemeinnützige oder kirchliche Institutionen)
3.4.2.3.1. Esther Vilar (Neu)
3.4.2.3.3. Matthias Matussek (Neu)
3.4.5. Die Gesellschaftslügen (Ergänzt: Einleitungssatz in jedem Unterkapitel)
3.3.6. Die RechtsanwältInnen (Erweitert: Der Rechtsanwalt und die HelferInnenindustrie, Die Alternative zum Anwalt, Der Handlungshintergrund von Anwälten)
4.1.4. Kind – Verwandtschaft (Neu)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Überarbeitet und erweitert)
4.4.2. Die Alleinerziehende (Ergänzt: Kosten der Alleinerziehenden)
5.3.2.3. Geld als Hebel
640
Allgemeine Durchsicht der Kapitel 1 und 2, Todo-Liste erstellt
1.1.3. Die Verwandtschaft (Überarbeitet und erweitert)
- Familienbildung versus Rudelbildung (Neu)
2.5.3. Kindesentzug, -entführung (Einleitung überarbeitet, International affairs ergänzt)
2.5.4. Der Kindeswohl-Begriff
- Kindeswohlgefährdung (Neu)
2.7.2. Kindesentziehung
- Umgangsrecht ist Alibirecht (Ergänzt: § 1684 BGB)
2.7.3. Frauen und Gewalt (Erweitert)
2.8.2. Kindeswohl
- Wolfgang Klenner (Ergänzt: Wie es früher war)
3.1.1. Die Politik
- Bürokratie und Staatsbankrott (Neu)
3.1.1.1. Familienpolitik
- Verstaatlichung der Familie (Neu)
3.1.1.2. Sozialpolitik
- Tragik der Allmende (Neu)
3.1.4.2. Das Jugendamt
- Jugendamtsprech (Ergänzt: Weitere Beispiele)
- Janusköpfigkeit des Jugendamtes (Ergänzt: Michael Grumann)
- Die Geschichte des Jugendamtes und der staatlichen Sorge (Neu)
- Die Fälle (Ergänzt: Fall Görgülü beschrieben)
3.1.5. Die Justiz
- Konstruierte Familien statt Schutz der Ehe (Neu)
3.1.7.2. Die Jugendamt-Familienrichter-Gutachter-Connection (Überarbeitet und ergänzt)
3.1.7.3. Die amputierte Justiz (Neu)
3.3.6. AnwältInnen (Ergänzt: Anwalt-Anwalt-Verhältnis, Strawanza)
3.3.8. GutachterInnen (Ergänzt: Uwe Jopt, Jugendamtskritik)
3.4.1. Die Kirchen (Neu: Familiaris consortio)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Überarbeitet und erweitert)
4.1.1. Flickwerk-Familie (Ergänzt: Problemfelder der Flickwerkfamilie)
4.5.2. Die Zensur (Neu)
5.3.4.32. Holger Bertrand Flöttmann (Neu)
Exkurs “Rosenstraße 76″ (Meinungen zur Ausstellung)
600 – 01.07.2010
1.1.3. Die Verwandtschaft (Ergänzt: Lebensabschnittsgemeinschaft ohne Trauschein)
2.6.4.4. Falschbeschuldigungen (Ergänzt: Kachelmann, Opferzeuge)
2.7.2. Kindesentziehung (Ergänzt: Schweiz)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Ein Beispiel)
2.7.5. Im Zweifel für die Frau (Ergänzt: Zwei Beispiele)
3.1. Der Staat (Rechtsstaat)
3.1.1. Die Politik (Erweitert: Mythos Macht)
3.1.1.2. Sozialpolitik (Erweitert: Norbert Bolz, Thesen zu Sozialstaat und Sozialpolitik)
3.1.4.3. Die Polizei (Erweitert: Zusammenarbeit mit feministischer Beratungsstellen, Regenbogenfahnen für Berliner Polizisten)
3.1.5. Die Justiz (Ergänzt: Frauenhaus)
3.1.5.3. Die rechtsfreien Räume (Ergänzt: Frauenhaus)
3.1.6. Europäische Union (Ergänzt: Europa schafft Vater und Mutter ab, Karlheinz Klement)
3.1.7.2. Die Jugendamt-Familienrichter-Gutachter-Connection (Ergänzt: Der Fall Christian Waschke)
3.2.4.5. Dekonstruktion aller Lebensbereiche (Neu)
3.2.4.6. Antidiskriminierungsgesetz (Neu)
3.3. Die HelferInnenindustrie (Ergänzt: Bolz-Zitat)
3.3.1. Frauenrechtlerinnen (Neu)
3.3.2. Frauenhaus (Ergänzt: Rechtsfreier Raum)
3.3.4. Frauenbeauftragte (Erweitert)
3.3.6. RechtsanwältInnen (Erweitert: Warum Rechtsstreitigkeiten eskalieren)
3.3.8. GutachterInnen (Erweitert: Gert Postel, Micheal G. Möhnle, PAS, Messen der Erziehungsfähigkeit)
3.3.11. ErzieherInnen, PädagogInnen (Ergänzt: Einleitung)
3.4.5.9. Der Opfermythos (Ergänzt: Mexiko)
4.1.3. Bindung des Kindes zu Mutter und Vater (Ergänzt: Der Fall Christian Waschke)
4.5.1. Der Neusprech (Neu)
4.5.2. Die Zensur (Neu)
5.3.1.2. Hilft es, eine Frau aus dem Ausland zu heiraten? (Neu)
550 – 29.05.2010
Über das Buch (Neu)
1.1.8. Abgrenzung der Familie von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften (Ergänzt: Oliver Möllenstädt)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Ergänzt: Freigabe von Embryonen)
2.8.3. Adoptionsrecht (Neu)
3.1.1.2. Sozialpolitik (Neu)
3.1.1.2.3. Altersvorsorge (Neu)
3.1.1.5. Wirtschaftspolitik (Erweitert: Die Wirtschaft und die Frauenquote)
3.2.2. Der Feminismus (Ergänzt: Matthias Matussek)
3.2.3. Schwulen- und Lesbenlobbyismus (Erweitert: Elternschaft homosexueller Paare?)
3.2.4. Der Genderismus (Erweitert: Gender-Politik)
4.1.1. Flickwerk-Familie (Erweitert: Der staatliche Schutz von Ehe und Familie ist eine Chimäre)
4.1.1. Flickwerk-Familie (Ergänzt: Regenbogenfamilie)
4.1.3. Eltern – Kind (Überarbeitet und erweitert)
4.2.1. Der Verlust an Freiheit (Neu: Staatliche Erziehung)
4.4.1. Das Individuum (Neu)
4.4.2. Die Alleinerziehende (Neu)
4.4.3. Die Religion als Privatsache (Neu)
5.1.4. Namensrecht (Ergänzt: Deutsches Namensrecht)
525
Gästebuch eingerichtet (Neu)
1.1.3. Die Verwandtschaft (Neu)
1.3.1. Die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft (Neu)
2.6.4.6. Frauen missbrauchen Kinder (Ergänzt: Mütter missbrauchen ihre Kinder)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Ergänzt: Frau mit Preis für Mord an Ehemann geehrt)
3.1. Der Staat (Ergänzt)
3.1.1.1. Familienpolitik (Ergänzt: Gerd Habermann)
3.1.2. Die Parteien (Ergänzt: Umfrage Familienpolitik, Europaweites Burkaverbot)
3.1.4.2. Das Jugendamt (1. Teil)
3.1.7.2. Die Jugendamt-Familienrichter-Gutachter-Connection (Neu)
3.2.2.2. Schwangerschaftskurse (Neu)
3.2.2.10. Feministische Gewalt gegen Andersdenkende (Ergänzt: Eva Herman)
3.2.2.11. Feministinnenzitate (Ergänzt: Waris Dirie)
3.2.2.13. Staatsfeminismus (Ergänzt: Krise des Staatsfeminismus)
3.2.4. Der Genderismus (Ergänzt: Proposal-Wissenschaft)
3.3.9. TherapeutInnen (Erweitert)
3.4.2.3. Die Medien (Neu: Eva Herman und der Kerner-Eklat)
3.4.3.5. Gender Budgeting (Erweitert)
4.3. Die ökonomisierten Beziehungen (Neu)
5.1.2. Zukunftsmodell Frau (Erweitert)
500 – 11.04.2010
2.4.5. Unterhaltssklaverei durch Sozial- und Familienrecht (Erweitert)
2.4.6. Die Familie als Abzockunternehmen (Erweitert)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Erweitert: England)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Erweitert)
3.1.1.1. Familienpolitik (Ergänzt: Familienbericht der Bundesregierung)
3.1.1.3. Bevölkerungspolitik (Erweitert)
3.1.2. Die Parteien (Ergänzt: Norbert Geis)
3.1.5. Die Justiz (Erweitert)
3.1.7.1. Die Frauenhaus-Jugendamt-Sozialamt-Connection (Neu)
3.4.2. Die Wirtschaft (Neu)
3.4.2.1. Die Arbeitswelt (Neu)
4.1.3. Eltern – Kind (Erweitert)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Erweitert: Instrumentalisierung von Zwangsverheiratung unter Migranten, Verweis zu Familienpolitik)
4.2. Die rechtliche Zerstörung der Familie (Erweitert)
4.3. Die finanzielle Austrocknung der Familie (Erweitert)
4.4. Die Atomisierung der Gesellschaft (Neue Überschrift)
5.1. Zukunft der Familie (Erweitert)
475
1.1.4. Das Kuckuckskind (Ergänzt)
1.2.4. Arrangierte Ehe (Tunesien-Liebe ergänzt)
2.1.1. Der besondere Schutz der staatlichen Ordnung (Erweitert)
2.5. Der Kampf ums Kind (Ergänzt, Vater mit Strafbefehl)
2.5.5.1. Abstammung (Neu)
2.5.5.3. Das Verbot von Vaterschaftstest (Ergänzt)
2.5.5.4. Der Umgang mit Kuckuckskinder bzw. Scheinvaterschaften (Neu)
3.1.1. Die Politik (Erweitert)
3.1.1.1. Familienpolitik (Neu)
3.1.2.7. Frauenanteil in der Politik (Übertragen von HTML in Word)
3.1.5.1. Die Richter (Erweitert)
3.4.5.8. Die Lohndiskriminierungslüge (ergänzt)
4. Quo vadis Familie? (Erweitert)
4.1. Die verrechtlichten Beziehungen (Erweitert)
4.1.6. Staatliche Zwangsverheiratung (Erweitert)
4.3. Die finanzielle Austrocknung der Familie (Neu)
5.2. Die Zukunft der demokratischen Gesellschaft (Neu)
450 – 08.02.2010
2.1. Der staatliche Schutzauftrag (Erweitert)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Erweitert, überarbeitet)
3.1.1. Die Politik (Erweitert)
3.1.1.3. Bevölkerungspolitik/Demographie (Neu)
3.1.1.4. Europapolitik (Ausgelagert)
3.1.1.6. Asylpolitik (Neu)
3.1.4.1. Der Gerichtsvollzieher (Erweitert)
3.1.4.4. Das Familienministerium (Einleitung ergänzt)
3.2.2.9. Frauen und Gewalt (Erweitert: Feministische Gewalt gegen Andersdenkende)
3.2.2.10. Feministinnenzitate (Erweitert)
3.2.2.12. Staatsfeminismus (Neu)
3.3.8. GutachterInnen (Neu)
3.3.11. ErzieherInnen (Neu)
Exkurs: Rosenstraße 76 (Erweitert)
425
1.1.3. Kind und Kegel (Erweitert)
1.1.5. Das Familienoberhaupt (Erweitert)
1.1.6. Abgrenzung der Ehe von der nichtehelichen Lebensgemeinschaft (Neu)
2.1. Der staatliche Schutzauftrag (Erweitert)
2.4. Der Unterhalt (Einleitung erweitert, Kapitel überarbeitet, Neu: Unterhalt bei Wiederheirat, Düsseldorfer Tabelle 2010)
2.5. Der Kampf ums Kind (Ergänzt, oft erzählte Geschichte, von einer Großmutter erzählt)
2.5.1. Wir haben abgetrieben (Erweitert)
2.5.4. Der Kindeswohl-Begriff (Erweitert)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Erweitert)
2.7.3. Frauen und Gewalt (Erweitert)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Erweitert)
2.8. Das Kindschaftsrecht (Erweitert)
2.9. Konsequenzen (Erweitert um aktuelles Zahlenmaterial)
3.1.2. Parteien (Erweitert: CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke)
3.1.3.1. Die Gesetze (Erweitert)
3.2.4. Der Genderismus (Erweitert: Gender-Mainstreaming-Kampagnen)
3.3. Die Helferinnenindustrie (Einleitung erweitert)
3.3.10. Kinderschützer (Stark erweitert)
3.4.4. Der Kulturbetrieb (Erweitert)
3.4.5.5. Die Gewaltlüge (Erweitert)
4.1.3.4. Großeltern (Neu)
4.1.8. Eheverträge (Neu)
4.4.1.6. Ehevertrag (Neu)
4.2.4. Verursacherprinzip (Neu)
400 – 31.12.2009
1.1.5. Das Familienoberhaupt (Neu)
3.1.5.2. Die Juristen (Erweitert)
3.3.6. RechtsanwältInnen (Erweitert)
3.3.10. Kinderschützer (Neu)
3.4.5. Die Gesellschaftslügen (Erweitert: Zitat “Jürgen Borchert”)
3.4.5.10. Der Demokratiemythos (Erweitert: Legislative vs. Jurisdiktion)
3.4.5.11. Die Rente ist sicher (Neu)
4.1.2. Ehemann – Ehefrau (Neu)
4.3.4. Namensrecht (Neu)
375
Startseite angelegt (Webseite von Buchtitelseite getrennt)
Index für das Buch angelegt (Neu)
Zusammenfassung von drei Kapitel (4. Verrechtlichung, 5. Zukunft, 6. Gegenstrategien) zu Kapitel (4. Quo vadis Familie?)
1.5. Die neuen Familienformen (Neu)
2.3. Sorgerecht (Teile verschoben nach 2.5.2. und erweitert)
2.4. Der Unterhalt (Erheblich erweitert)
2.5.2.1. Das Sorgerecht für unverheiratete Väter (Erweitert)
2.5.2.5. Der deutsche Sonderweg (Neu)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Erweitert)
2.7.2. Kindesentziehung (Stark erweitert)
2.7.4. Gemindertes Strafmaß für Frauen (Erweitert)
2.7.5. Im Zweifel für die Frau und gegen den Mann (Neu)
3.2.2.10. Feministinnenzitate (Übertragen von HTML in Word)
3.2.2.11. Stellungnahmen zum Feminismus (Übertragen von HTML in Word)
3.4.1. Die Kirchen (Erweitert: “Rosenstraße 76″, Männerarbeit der EKD)
3.4.3.6. Die Gender Studies (Erweitert)
3.4.5.5. Die Gewaltlüge (Erweitert)
3.4.5.8. Die Lohndiskriminierungslüge (Erweitert)
4.2. Konsequenzen
4.3.4. Verschwörungstheorien (Neu)
Exkurs: “Rosenstraße 76″ – Wanderausstellung über häusliche Gewalt (Neu)
Exkurs: Ehe und Familie im Wandel (Neu)
350 – 26.11.2009
2.1. Der staatliche Schutzauftrag (Erweitert)
2.2. Die Scheidung (Erweitert)
2.4.3. Frauen kommentieren das Unterhaltsrecht (Erweitert)
2.4.7. Unterhaltssklaverei durch Sozial- und Familienrecht (Überarbeitet)
2.4.8. Die Familie als Abzockunternehmen (Neu)
2.4.9. Schutzbedürftiges Muttchen oder emanzipierte Frau? (Neu)
2.5. Der Kampf ums Kind (Bild ergänzt)
2.5.2.3. Neue Rollenmodelle als Fata Morgana (Neu)
2.5.3.3. Mutter behält Sorgerecht trotz Missbrauchsvorwurf (Neu)
2.6.3. Gewaltschutzgesetz (Erweitert mit: Trotz besseren Wissens)
2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch (Neu)
2.7.2. Kindesentziehung (Erweitert)
2.8. Das Kindschaftsrecht (Neu)
3.1.4. Jugendamt (Erweitert: Wie das Jugendamt einen Zahler besorgt)
3.3.9. TherapeutInnen (Erweitert: Der Markt der Missbrauchsindustrie)
3.4.2.2. Die Werbung (Erweitert)
3.4.3.7. Die Zukunft der Wissenschaften (Erweitert)
3.4.5.7. Die Scheidungslüge (Neu)
3.4.5.8. Die Lohndiskriminierungslüge (Neu)
6. Gegenstrategien (Überarbeitet)
6.1. Individuelle Strategien (Überarbeitet)
300 – 01.11.2009
Abgrenzung der Familie von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften
Das gemeinsame Sorgerecht
“Es geht nur um das Kindeswohl” – Machtfülle und Entscheidungsbefugnis der Jugendämter
Gewaltschutzgesetz erweitert

Exkurs zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften

Dieser Exkurs will nicht die Frage nach der moralischen Bewertung von Homosexualität erörtern. Vor dem Hintergrund der „Familie und ihrer Zerstörung“ ist der Frage nachzugehen, ob der so genannten Homoehe der besondere Schutz der staatlichen Gemeinschaft zu gewähren oder nicht als Ehe zu werten ist. Die durch die Gender-Politik forcierte Gleichstellung von Homo- und Hetero­sexualität wirft nahezu zwingend die Frage nach dem Verhältnis der so genannten Gleich­geschlechtlichen Lebens­gemein­schaft zur Familie auf.


Die Politik sowie Schwulen- und Lesben­verbände sehen in der Adoptionserlaubnis für Homosexuelle nur einen Akt der Gleich­berechtigung. Man kann das aber auch als „Banalisierung“ des letzten Kernbereichs der Familie auffassen. Wenn sich der Staat anmaßt, Kindern zwei Frauen oder zwei Männer als Eltern vorzusetzen, dann bedeutet das im Klartext, dass Artikel 6 Absatz 1 GG vom Rechtsstaat derart interpretiert wird, dass ein Kind kein Recht auf Vater und Mutter in Gestalt von Mann und Frau hat. Es wird dabei Kindern zugemutet, zwei linke oder zwei rechte Schuhe zu tragen mit der Begründung, dass linke und rechte Schuhe gleich seien.

Es geht hier nicht darum, die Gefühle oder Liebes­äußerungen von Menschen zu bewerten. Wenn man sich aber darüber klar werden will, was die Familie ausmacht und worin die Ursachen ihrer Erosion bestehen, dann muss wenigsten kurz auch auf das eingegangen werden, was unter dem irreführenden Begriff „Homoehe“ verstanden wird.

Der Begriff „Homoehe“ suggeriert, dass es sich um eine mit der Familie vergleichbare (alternative) Lebens­gemein­schaft ginge. Es ist dabei herauszuarbeiten, dass diese Gleichsetzung fatal ist, wobei aber dabei die Homosexualität nicht das Problem ist. Das Problem ist, dass das Verständnis verloren geht, was Familie eigentlich ausmacht und was an der Familie das eigentlich Schützenswerte ist. Es geht also weder um moralische Kategorien noch um sexuelle Normen, sondern um die gesell­schafts­politische Frage, wie die Lasten der Re­pro­duktions­arbeit verteilt werden.

zurück1.

Nachfolgend sollen hier die Kerngedanken aus dem Essay „Sexualität – Ehe – Familie. Eine Polemik gegen den modischen Irrtum einer Gleich­rangigkeit aller Lebensformen.“ von Joachim Kahl wiedergegeben werden: [1]

Die menschliche Sexualität hat von Natur aus zwei Funktionen:

  • die generative oder reproduktive Funktion dient der Fortpflanzung, dem Hervor­bringen von Nachkommen
  • die hedonistische Funktion dient der Befriedigung des körperlichen Lustbegehrens.

Die erste Funktion ist die Weitergabe von Leben, die zweite Funktion ist der Selbstgenuss von Leben. Die erste Funktion ist die sachliche Voraussetzung für die zweite Funktion: Nur wer ins Leben getreten ist, kann das Leben genießen.

Der Lustgewinn wurde in der Evolution als Köder, als Prämie entwickelt, um für die Last der Brutpflege zu entschädigen. Beide Funktionen von Sexualität sind aufeinander bezogen, aber auch von einander ablösbar. Es gibt Zeugung ohne Lust und Lust ohne Zeugung. Im heterosexuellen Bereich hat sich diese Aufspaltung paradigmatisch entwickelt in der Prostitution einerseits und einer religiösen Moral andererseits, die Geschlechtsverkehr nur dulden wollte und will zur ehelichen Zeugung – ohne alle unkeuschen Gefühle und Gelüste.

Die Erfindung empfängnis­verhütender Mittel, die vor Jahr­tausenden begann und sich in unseren Tagen vollendete, hat ihren Teil dazu beigetragen, die Natur zu überlisten und Lust- und Zeugungs­komponente in der Sexualität voneinander zu trennen.

In der Homosexualität fällt ohnehin das generative Element aus. Lustgewinn mit Angehörigen des eigenen Geschlechts ist die einzige Funktion von Homosexualität. Um auch hier Missverständnisse auszuschließen, sei hinzugefügt: Damit ist nicht Abwertendes gemeint. Vor allem bestreite ich nicht, dass auch schwule und lesbische Beziehungen durch eine hohe Qualität von Liebe und Fürsorge geprägt sein können.

Damit der hier heraus­gearbeitete Vorrang von Heterosexualität nicht als parteiisches Konstrukt erscheint, möchte ich – vertiefend – auf einige Ergebnisse der Evolutions­biologie verweisen.

Am Anfang stand die ungeschlechtliche Fortpflanzung der Lebewesen durch Zellteilung oder Knospung. Ein neues Lebewesen entstand aus einem Teilstück des alten Organismus. Der Übergang zur geschlechtlichen Fortpflanzung war ein qualitativer, revolutionärer Sprung in der Evolution des Lebens. Die Ablösung des Prinzips der Zellteilung durch das neue Prinzip der Zell­ver­schmelzung brachte erhebliche Selektions­vorteile.

Indem sich die verschiedenen Erbanlagen zweier Elternteile durchmischten, ergaben sich zwei Vorteile:

  • eine höhere genetische Variabilität der Population und
  • eine bessere Brutpflege durch zwei erwachsene Exemplare der jeweiligen Art.

Herausbildung von Sexualität hieß, dass aus bisher uniformen Exemplaren einer Art eine sexuelle Doppel­gestaltig­keit (Dimorphismus) entstand. Das bisher Einheitliche, Indifferente teilte sich auf zur physiologischen Polarität der Geschlechter: des männlichen und des weiblichen. Durch deren trieb­gesteuerte Vereinigung, Paarung, Begattung wurden und werden neue Individuen hervorgebracht. Die Sexualorgane sind die Fort­pflanzungs- oder Begattungs­organe, fein aufeinander abgestimmt: Beim Menschen passen sie wie Schlüssel und Schloss.

Diese kurze evolutions­biologische Betrachtung bekräftigt die Priorität von Heterosexualität und den bloß abgeleiteten Charakter von Homosexualität, die im Übrigen zum Verhaltens­repertoire vieler Tierarten aller Evolutions­stufen gehört.

Die Einsicht in diese Zusammenhänge ist hilfreich, um die Selbst­über­schätzung und Selbst­über­höhungen zurückzuweisen, die in schwul-lesbischen Milieus und Publikationen nicht unüblich sind. Diese Selbst­stilisierung zum „emanzipatorischen Stachel im Fleisch des Patriarchats“ ist zwar psychologisch verständlich als Über­reaktion auf eine jahr­tausende­alte Geschichte der Diffamierung und Unterdrückung. Dennoch sind sie unwahr und unproduktiv.

Schwule und lesbische Beziehungen unterliegen prinzipiell denselben Deformationen, an denen auch hetero­sexuelle Beziehungen leiden. Jugendwahn und Körperkult, Hass und Hörigkeit, Eifersucht und Sprach­losigkeit, Rachegelüste und Trennungs­schmerz, Versagens­ängste, Verlust­ängste – diese und andere Misshelligkeiten sind allgemein­menschliche Erfahrungen und nicht an die sexuelle Orientierung gebunden, obwohl durch sie jeweils emotional getönt.

Zum allseitigen Trost sei hinzugefügt, dass umgekehrt vorbildhaftes menschliches Verhalten bei beiden Geschlechtern vorkommt und an keine besondere sexuelle Orientierung gebunden ist. Entsprechendes gilt von der inneren Architektur einer Beziehung. Jedes Paar – sei es heterosexuell, sei es homosexuell – steht vor derselben Aufgabe, die Balance zu finden zwischen Nähe und Abstand, zwischen Diskretion und Transparenz, zwischen Bindung und Freiheit.

Der wesentliche Unterschied zwischen homo- und hetero­sexuellen Paaren ergibt sich bei etwaigen Kinder­wünschen. Homosexuelle Paare sind gut beraten, wenn sie sich mit ihrer natürlichen Kinder­losigkeit gelassen abfinden, dem vorgegebenen Sachverhalt die positiven Seiten abgewinnen und sich verstärkt sozial und kreativ engagieren. Jedenfalls gibt es gute Gründe, ihnen die Adoptions­möglichkeit zu verweigern und lesbischen Paaren eine – medizinisch möglich gewordene – „alternative Elternschaft“ zu verwehren. Dies alles nicht aus ideologischer Borniertheit und Hartherzigkeit, sondern mit wohlerwogenen Argumenten im Interesse des Kindeswohls. Die Fortschritte der modernen Reproduktions­medizin haben ermöglicht, was seit geraumer Zeit in einigen (keinesfalls in allen) homosexuellen Milieus und Publikationen engagiert gefordert wird: ein Recht auf homosexuelle Fortpflanzung mit Hilfe so genannter „alternativer Elternschaft“.

Dagegen wende ich ein, bestärkt und belehrt durch einen Aufsatz des Bremer Sexual­wissen­schaftlers Gerhard Amendt[2], dass es sich hier um eine inakzeptable „Eltern­schafts­phantasie“, geboren aus „pathologischem Narzissmus“ handelt. „Auch für homosexuelle Männer und Frauen gibt es kein natürliches Recht auf ein Kind, auf Adoption, Insemination oder Leih­mutter­schaft.“

Auf den Punkt gebracht lautet das Argument in meinen Worten: Kinder mit zwei lesbischen Frauen oder zwei schwulen Männern als „Eltern“ werden um ihre wirklichen Eltern betrogen, in tiefe psychologische Verwirrungen gestürzt und in ihrer eigenen Identitätsfindung manipuliert. Mit wem soll sich ein Mädchen identifizieren, wenn es zwei Männer als „Eltern“ hat? Mit wem soll sich ein Junge identifizieren, wenn er zwei Frauen als „Eltern“ hat?

Die „alternative Elternschaft“ eines lesbischen Paares ist keine private Posse, sondern die perverse Parodie des produktiven Paradigmas, das allein sich gattungs­geschichtlich bewährt hat. Einem Kind, das sich nicht wehren kann, wird aufgebürdet, was einer selbst­verliebten Begehrlichkeit entspringt. Das Recht eines jeden Kindes auf den eigenen Vater wird mit Füßen getreten.

Gegen die modische These von der Gleich­rangigkeit aller Lebensformen

Es gibt eine klar erkennbare ethische Rangordnung unter Lebens­formen und Lebens­entwürfen. Ein verbreiteter Relativismus und Agnostizismus bestreitet diesen Sachverhalt zwar, verwickelt sich dabei aber unvermeidlich in logische Widersprüche.

Wer heute für die Gleich­rangigkeit so genannter alternativer Lebens­entwürfe plädiert, ist meist sogar von deren Überlegenheit überzeugt, spricht aber – aus taktischer Rücksicht – von der Gleich­wertigkeit aller Lebensformen.

Die ethische Dignität von Lebens­entwürfen ist keine Frage des Geschmacks. Über die ethische Dignität von Lebens­entwürfen lässt sich mit rationalen Argumenten und ethischen Normen befinden und entscheiden. Ich unterbreite zwei Beispiele, die an aktuelle Debatten anknüpfen.

Erstes Beispiel. Stellen wir uns vor, es bilde sich eine Männerbewegung, die propagiert: Ob Macho oder Pascha, ob Playboy oder Patriarch – das ist eine Frage des Geschmacks, des Alters und des Geldes. Jedenfalls wollen wir uns unsere angestammten Rechte, die wir als Männer seit Jahrtausenden innehaben, nicht noch weiter beschneiden lassen. Wir wollen uns von feministischen Emanzen keine Schuldgefühle aufschwätzen lassen. Wir wollen uns ungeniert als Männer ausleben!

Mein Kommentar: Die Gleich­rangig­keits­these, hierauf angewandt, ist sofort als unannehmbar erkennbar. Nicht Gleich­rangigkeit der Lebensformen, sondern Gleichrangigkeit der Geschlechter kommt in Betracht.

Zweites Beispiel. Aus dieser selben (fiktiven) Männer­bewegung bildet sich eine Untergruppe, die für Sex mit Kindern eintritt. Um sich argumentativ abzusichern, greifen die Wortführer, nicht ungeschickt, auf die Figur des Kinderrechts zurück und behaupten: Alle Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren haben ein Recht, mit Erwachsenen sexuell verkehren zu können. Sex mit Kindern unter sechs Jahren sollte als Missbrauch möglichst vermieden werden. In der deutschen Heimat sollen diskrete Vermittlungs­agenturen, kein asiatischer Fernurlaub, die logistischen Aufgaben übernehmen.

Das Schein­auf­geklärte und Schein­demokratische an der Parole von der Gleich­wertigkeit aller Lebens­formen wird hier unübersehbar deutlich. Zwischen Kindern und Erwachsenen besteht ein asymmetrisches Verhältnis, das ein natürliches, gesell­schaft­lich verstärktes Machtgefühl zugunsten der Älteren mit einschließt. Die Rücksicht auf das körperliche und seelische Wohl des Kindes gebietet daher ein rigoroses Nein zu jeder Form von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern. Entsprechendes gilt für Beziehungen mit Abhängigen, Schutz­befohlenen, Behinderten, Wider­stands­unfähigen. Die sexual­ethischen Prinzipien der Selbst­bestimmung, der Ein­ver­nehmlich­keit, der Ebenbürtigkeit, der Gewaltfreiheit weisen hier den Weg.[1]


[1] Joachim Kahl: „Sexualität – Ehe – Familie. Eine Polemik gegen den modischen Irrtum einer Gleichrangigkeit aller Lebensformen.“
[2] Gerhard Amendt: „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ HTML-Dokument PDF-Dokument, Leviathan: Zeitschrift für Sozial­wissen­schaft, Jahrgang 30 – 2002, Heft 2, S. 161-174; eine gekürzte Fassung erschien am 8. November 2002 in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 260, S. 8), „Aggressive Persiflage. Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“

zurück2.

Der Diskurs über Homosexualität leidet heutzutage unter starker Tabuisierung und Diffamierungs­tendenzen durch die „Politische Korrektheit“. Eine vorurteilsfreie Ausein­ander­setzung mit diesem Thema ist kaum noch möglich. Der Ausspruch des Berliner Bürger­meisters Klaus Wowereit „Ich bin schwul und das ist gut so!“ hat etwas von dem keinen Widerspruch duldenden „Basta“ des Exkanzlers Gerd Schröder an sich. Interessante Ausführungen zum Thema macht Warren Farrell in seinem Buch „Mythos Männermacht“: [1]

Homosexualität wurde missbilligt, weil dabei keine Kinder gezeugt wurden. Außereheliche Verhältnisse, Vielweiberei und Sex mit Dienerinnen, ja, sogar Inzest konnten durchaus erlaubt sein, wenn dies zu Nachkommen führte, für die gesorgt war; war das nicht der Fall, wurde auch das missbilligt. Die Prinzipien der Arterhaltung waren die geheimen Leitlinien hinter den Geboten der Moral. Man könnte das auch die „Unsterblichkeits-Regel“ nennen.

Auch wenn es wider die „Gebote“ der „Politische Korrektheit“ geht, muss gesagt werden dürfen, dass Politik nach den „Prinzipien der Erhaltung der Gesellschaft“ handeln sollte und nicht nach den Zwängen einer „Political correctness“, die mehr Schutz für eine gleich­geschlecht­liche Minderheit als die gesell­schafts­tragenden Familien fordert. Das darf nicht die Leitlinien der Politik bestimmen, die sich an den Interessen der Gesellschaft insgesamt orientieren muss.

Das Problem der Legalisierung von Homosexualität und Masturbation lag darin, dass dies bedeutete, ein folgenloses Vergnügen zuzulassen. Warum? Eine homosexuelle Erfahrung kann zwei Stunden Vergnügen bedeuten. Die Folgen? Zwei Stunden sexuelles Vergnügen. Eine heterosexuelle Erfahrung kann auch zwei Stunden sexuelles Vergnügen bedeutet. Doch mit fast unabsehbaren Folgen: achtzehn Jahre lang Verantwortung. Kurz, Heterosexualität war ein schlechtes Geschäft!

Gerade wegen der weitreichenden Folgen und langfristigen Verantwortung haben (heterosexuelle) Ehe und Familie Anspruch auf besonderen staatlichen Schutz und deshalb verbietet sich die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Lebens­gemein­schaften, weil es eben nicht auf die sexuelle Orientierung ankommt, sondern auf den Verantwortungs­komplex Reproduktion.

Homophobie war ein Instrument, die Männer davon abhalten sollte, an anderen Sex als mit Frauen auch nur zu denken. Homosexualität war für das Individuum ein besseres Geschäft, Homophobie sollte diese Erkenntnis verhindern. Homophobie war ein gesell­schaft­liches Druckmittel, das Männern keine andere Wahl ließ, als den vollen Preis für Sex zu bezahlen.

Homosexuelle Beziehungen versprachen mehr als kostenlosen Sex. Sie versprachen kostenlose Beziehungen, kostenlose Gesellschaft, kostenlose Liebe. Frei von Kosten, Nachkommen zu ernähren. Weil Homosexualität die größte Versuchung war, Fortpflanzung zu umgehen, und damit das Überleben der Art gefährdete, war sie mit Todesstrafe oder gesell­schaft­liche Ächtung belegt. So entstand Homophobie.[1]

Es besteht sicherlich Konsens darüber, dass Homosexualität nicht mit Todesstrafe zu ahnden ist. Nicht allgemein bekannt dürfte die Tatsache sein, dass Homophobie sich im Kern nicht gegen eine Minderheit mit anderer sexuellen Orientierung richtet, sondern die Mehrheit dazu bringen soll ihren Anteil an der Reproduktionsarbeit zu übernehmen.
Dies ist zu thematisieren angesichts der Tatsache, dass der deutschen Gesellschaft seit 30 Jahren rund 1/3 Nachwuchs fehlt. Was sich gegenüber früher geändert hat ist, dass Dank moderner Verhütungs­mittel niemand schwul sein muss, um sich der Reproduktions­arbeit zu entziehen.
Es wird damit eindeutig klar, dass der Diskurs sich nicht gegen Homosexuelle wendet, wenn die Gleich­stellung gleich­geschlecht­licher Lebens­gemein­schaften mit der Familie abgelehnt wird, weil die kinderlose Doppel­verdiener­ehe sich hinsichtlich ihrer gesell­schaft­lichen Relevanz nicht von einer Homogemeinschaft unterscheidet. Deshalb macht es ja auch Sinn, über die Abschaffung des Ehe­gatten­splittings zugunsten einer Familien­besteuerung in Abhängigkeit von der Anzahl der Kinder nachzudenken, weil der Ausspruch Adenauers „Kinder bekommen die Leute von alleine.“ eben nicht mehr stimmt. Aber die Gleichstellung homosexueller Lebens­gemein­schaften ist ein völlig falsches Signal an Familien mit Kindern.


Der Unterschied ist also dieser, dass die eheliche Sexualität ein wesentlicher Bestandteil zur Bindung und Festigung der Familie ist und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesellschaft liefert. Gleich­geschlechtliche Sexualität hingegen beschränkt sich in ihrer hedonistische Funktion der Befriedigung des körperlichen Lust­begehrens für Menschen mit einer besonderen sexuellen Vorliebe. Mag sie für die Beteiligten auch noch von so großer persönlicher Bedeutung sein, so trägt ihre Existenz oder Inexistenz doch nichts zum Erfolg einer Gesellschaft bei. Deshalb hat der Staat auch folgerichtig die Familie besonders zu schützen und nicht die sexuellen Neigungen seiner Bürger. Und da man für gewöhnlich nicht Äpfel und Birnen vergleichen soll, verfangen Argumente nicht, die Gleichheits­gedanken oder Diskriminierung ins Feld führen.

Die Akzeptanz homosexueller Menschen gehört zu einer toleranten Gesellschaft. Doch längst geht es nicht nur um persönliche Vorlieben, sondern um eine Homosexualisierung der Gesellschaft. Homosexualität wird zum Tanz um das Goldene Kalb. Der Staat fördert sie und zum Kult um die Schwulen gehört inzwischen die Anbiederung. Schwierig wird es, wenn der Punkt erreicht wird, wo die Propagierung des eigenen Lebensstils auf Kosten der Meinungs­äußerungs­freiheit ins Intolerante kippt. Und diese Toleranz schwindet in dem Maße, in dem die Schwulen bestimmen, wie über Schwule zu denken und zu sprechen ist. Und vor allem auch, worüber man nicht sprechen darf. Es ist nicht hinnehmbar, dass einzelne gesell­schaft­liche Gruppen tendenziell vor Kritik geschützt sind. Der Lesben- und Schwulen­verband LSVD ist inzwischen beinahe ebenso sakrosankt wie der Zentralrat der Juden oder die Feministin Alice Schwarzer. Wir laufen Gefahr, die Meinungs­freiheit zu verlieren und wieder in mittelalterliches Inquisitions­denken zurückzufallen, wenn Anders­denkende (damals Ketzer genannt) als homophob, antisemitisch oder frauen­feindlich diffamiert werden. Wenn es kein deutsches Mainstream-Medium mehr gibt, das diese politisch korrekten Grund­vorgaben und Tabus nicht beachtet, dann haben wir nur noch Hof­bericht­erstattung der „Politischen Richtigkeit“, eine Art Meinungs­diktatur der „Achse des Guten“, und um die Pressefreiheit ist es geschehen.[2] Da ist einiges aus dem Gleichgewicht geraten und muss wieder ausbalanciert werden, damit der Wert der Familie wieder erkannt werden kann.

Es wäre nicht notwendig zu betonen, dass keine Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden sollen, wenn es in Deutschland nicht ein gehäuftes Vorkommen von Gutmenschen, Betroffen­heits­be­auf­tragte und Diffamierungs­agenten gäbe. Es soll aber angemerkt werden, dass sich die Gleichstellung von gleich­geschlecht­lichen Lebens­gemein­schaften mit der Familie auch deswegen verbietet, weil dadurch der besondere Schutz von Ehe und Familie durch die staatliche Ordnung nivelliert werden würde. Es steht einem pluralistischen Staat auch nicht zu, bestimmte Lebensformen besonders zu fördern. Die Familie jedoch muss die staatliche Gemeinschaft schützen, weil sie – unter anderem wegen ihrer Reproduktions­arbeit – die Grundlage der Gesellschaft bildet. Gleich­geschlecht­liche Lebens­gemein­schaften tragen zwar einerseits zur Pluralität einer Gesellschaft bei, sind aber andererseits für die Gesellschaft nicht über­lebens­wichtig.


[1] Warren Farrell: „Mythos Männermacht“, 1995, ISBN 3-86150-108-2, Seite 108f.
[2] André F. Lichtschlag: Politisch korrekter Weg in den Totalitarismus: Schwulsein als religiöses Bekenntnis – Ein Beispiel für rapide verschwindende Toleranz, ef-Magazin am 6. Juli 2009
Handschellen in Rosarot, Weltwoche 27/2009; Homosexualität, die neue, intolerante Religion?, Medienmagazin „pro“ am 6. Juli 2009

zurück3.

Nachfolgend sollen hier die Kerngedanken zum Thema „Homosexualität und Infantilität“ aus dem Buch „Steuerrecht des Lebens“ von Holger Bertrand Flöttmann wiedergegeben werden: [1]

Flöttmann ist nach über 40 Jahren tiefenpsychologischer Erfahrung der Auffassung, dass es sich bei der Homosexualität um eine neurotische Störung handelt.

Homosexualität ist in ihrer Ursächlichkeit bei manchen umstritten. Vor allem von den Homosexuellen­verbänden wird eine Psychodynamik ihrer sexuellen Ausrichtung strikt abgelehnt.

Eine junge Frau leidet an der ersten Liebe zu einem Mann. Sie fühlt tiefes Unglück. Ausbruchs­schuld, sich einem Manne zugewandt zu haben, unterwirft sie einer Seelenqual. In ihr tauchen Zweifel auf. Sie flüstern ihr zu: „Männer bereiten dir Kummer. Frauen sind anders. Sie verstehen dich. Dort fühlst du dich wohl. Du gehörst doch eher der Welt der Lesben an.“ Die Vorstellung von einer erfüllenden, gleich­geschlecht­lichen Liebe gewinnt in ihr Oberhand. Lesbisch – na und? Diese Parole der Schwulen­bewegung unterstützt ihre Umentscheidung.

Manchmal genügt eine einzige Leidens­erfahrung für eine Umorientierung, zuweilen sind hierfür mehrere gescheiterte Beziehungen erforderlich. Ausbruchs­schuld bahnt sich einen symptom­reichen Weg durch die komplexeste Erfindung der Evolution, das Gehirn. Mal zeigt sich die Neurose in Gestalt von Zwangs­gedanken, im schwarzen Kleid der Depression, in einer quälenden Psycho­somatik, mal im Gewand der Angstneurose oder auch im Schwulentum. Homosexualität ist einzuordnen als eine der zahlreichen Spielarten, die unsere Seele, unser Geist und unser Körper wählen, wenn Angst, Ausbruchs­schuld, Not, Zerstörung, Aufweichung, Verbiegung, Verleugnung des Selbst einen quälen. Warum den einen die Angstneurose trifft, den anderen die Depression, die Zwangs­störung oder die Homosexualität, diese Frage ist ungelöst. Hier spielt Veranlagung eine Rolle.

193

Die Homosexuellen­bewegung und die gegenwärtige Politik wischen psychoanalytische Überlegungen und Erfahrungen beiseite. Sie bezeichnen Homosexualität als normal. Es wurden Beispiele aus dem Tierreich hinzugezogen, auch fragwürdige Untersuchungen aus der Neuro­anatomie bemüht. Hieraus schließen Homosexuelle, daß sie keinen Wandlungsbedarf hätten, sondern Homosexualität angeboren sei.[2] Selbst wenn eine genetische Komponente zuträfe, bleibt Homosexualität vorwiegend eine psycho­dynamisch bedingte Entwicklungs­störung. Bei den mir bekannten Homo- und Bisexuellen haben die Eltern wie bei vielen anderen seelisch gestörten Menschen einen intimitäts­heischenden, emotionalen, auch sexuellen Mißbrauch betrieben. Ein Elternteil – zumeist der Vater – stand als positive Identifikations­figur wenig oder nicht zur Verfügung. Die Angst vor einer verschlingenden Mutter oder einem identitäts­zerstörenden Vater richtet sich später auf den gegen­geschlecht­lichen Partner. Der Homosexuelle hat vor allem Angst und Schuldgefühle, sich dauerhaft dem Anderen hinzugeben. In der Homosexuellen­szene bezeichnen sich einige selbst als Verzauberte. Hinter ihrer Homosexualität steht der Zauberspruch der Eltern: „Meine Tochter, mein Sohn, bleib unser! Bleib uns treu, indem du dich der Gleich­geschlecht­lich­keit zuwendest. Gründe keine Familie. Finde nicht zu dir. Pflanze dich nicht fort. Bleib einsam, indem du dich immer wieder trennst.“

Das Scheitern in einer Freundschaft oder Ehe löst oft die innere Umstellung aus. Nicht immer steht ein mehr oder weniger pathologischer Narzißmus im Vordergrund. Unbewußte Schuldgefühle führen dazu, daß die Beziehung zum anderen Geschlecht ausgeschlagen wird. Begünstigt wird die Umentscheidung zum gleichen Geschlecht durch ein Umfeld, welches Homosexualität als natürliche Spiel­variante eines lächelnden Schicksals betrachtet.

194

Die Kränkungen wiederzuerleben, sich gegen die verinnerlichten Grenz­ver­letzungen aufzubäumen, das Treueband zu Vater und Mutter zu lösen, ist eine Lebens­aufgabe, an der Homosexuelle sehr oft scheitern. Anstatt ihre Störung zu bearbeiten, öffnen sie eine Zaubertüte. Sie wünschen sich Kinder und die Ehe, ohne dafür geeignet zu sein. Heirat und Ehe dienen dem Erzeugen und der Sicherung von Kindern. Kinder brauchen Vater und Mutter als gegen­geschlecht­liche Pole, damit sie sich gesund entwickeln.

Sexueller Mißbrauch

Sexueller Mißbrauch spielt nach den Angaben in der Literatur und nach meiner Erfahrung eine erhöhte Rolle in der Entstehung homosexuellen Verhaltens.

Doll veröffentlichte hierzu folgende Ergebnisse: Von 100 homosexuellen männlichen Studien­teil­nehmern* hatte 50 % vor ihrem 18. Lebensjahr sexuelle Gewalt erlitten. Diese wurde durch eine überlegene Person ausgeübt. In 94 % waren die Täter ältere Männer. Bisexuelle oder lesbische, Studentinnen aus Minnesota gaben in 22 % der Fälle an, sexuell mißbraucht worden zu sein – im Gegensatz zu hetero­sexuellen Frauen, bei denen diese Prozentzahl bei 13-15 % lag. Eine gleich hohe Mißbrauchsrate von 22 % wird in einer New Yorker Studie über junge homosexuelle Männer festgestellt.

Emotionaler wie sexueller Mißbrauch bewirkt eine tiefgreifende Beziehungs­störung zu sich und zu anderen. Mißbrauch hat neben Ängsten, Depression und Drogen­mißbrauch, sozialen Anpassungs­störungen und riskanten Sexual­praktiken eine sexuelle Identitäts­störung zur Folge. Sexueller Mißbrauch ist verstärkt in der Anamnese Homosexueller vorzufinden.

* Die Untersuchung bezieht sich auf homosexuelle und bisexuelle Männer, die wegen einer Geschlechts­krankheit eine Klinik aufsuchten.

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Von Männern sexuell mißbrauchte Mädchen suchen später im Gleich­geschlechtlichen den Schutz und die Liebe zu erhalten, die ihnen die Mutter nicht gewährt hat. Gleichzeitig vermeiden sie, die stark ambivalente Gefühlswelt dem männlichen Geschlecht gegenüber zu erleben. Auch Männer, die emotional oder sexuell durch ihre Mutter ausgebeutet wurden, fürchten die dauerhafte Nähe zur Frau, so daß sie sich dem Manne zuwenden. Wenn jungen von Männern sexuell mißbraucht werden, erleben sie später Männer nicht selten als anziehend und grenzverletzend, sich ihnen ohnmächtig ausgesetzt fühlend.

Rollenzuschreibungen

Erzieht der Vater seine Tochter wie einen Sohn, so entwickelt sie eine typisch männliche Identität. Sie hat Hosen zu tragen, zu sein wie ein Junge, an Wettkämpfen teilzunehmen und sich aggressiv-durch­setzungs­fähig zu verhalten. Anderenfalls würde sie den Vater enttäuschen oder Strafen auf sich ziehen. Dementsprechend bildet sie schon früh eine Geschlechter­rolle aus, die ihrer genetischen Ausstattung als Frau widerspricht. Das gleiche Schicksal kann einen Jungen treffen: Die Mutter kleidet ihren Sohn von Anfang an mit rosa Wäsche, es folgen Kleider und Puppen. Auch hier prägt die Mutter eine geschlechtliche Orientierungs­störung, die später in die Homosexualität münden kann. Abgesehen davon, daß diese Elternteile das natürliche Geschlecht eines Kindes mißachten und hier schon einen schweren Erziehungs­fehler begehen, erzeugen sie im Kind starke Schuldgefühle und Bindung, sobald es sich aus dem ihm zugeschriebenen Verhalten entfernen möchte. Auch Bisexuelle haben nach meinen Erfahrungen keine eindeutige geschlechtliche Identität entwickeln können, weil identitäts­zerstörende, massiv grenz­ver­letzende Mütter oder Väter ihr Kind in ein familiäres Gefängnis gesteckt haben. (196)

Mein Weg zum Lesbentum

Eine Pharmaziestudentin kommt mit depressiven Symptomen zur Behandlung. Sie berichtet: „Ich habe seit 3 Jahren keinen Freund. Ich hatte noch keine langen Beziehungen. Ich möchte mich gefühls­mäßig auf Menschen einlassen können. Wenn ich zu Freunden fahre, kann ich mich nicht freuen. Ich nicht, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll. Sie will, daß ich regelmäßig mit ihr telefoniere und sie alle zwei Wochen besuche. Sie stört mich mit ihren Anwandlungen: Sie manchmal ohne jegliche Oberbekleidung herum, auch ich dabei bin. Mir ist das immer schon peinlich gewesen. In letzten Zeit kriege ich einen richtigen Haß auf sie, wenn daran denke.“

Zur dritten Sitzung schreibt sie: „In meiner Jugend kamen für mich nie homoerotische Erfahrungen in Frage. Eigentlich kam dieser Gedanke erst auf, als ich im Studium mit dem Fuß­ball­spielen anfing. Ich denke, daß ich keine Balance in meiner Psyche gefunden habe und nun in das andere Extrem gefallen bin. Da in diesem Sport die männliche Seite angesprochen wurde, hat sich dieses zu sehr ausgeprägt. Ich wurde insgesamt männlicher. Ich wurde aggressiver, ich schlug weniger die Beine übereinander. Die frauliche Komponente geriet auf einmal in den Schatten.

Da es bei mir mit dem männlichen Geschlecht nicht klappte, wollte ich es mit dem anderen Geschlecht versuchen. Ich wußte zu diesem Zeitpunkt nicht, daß es an mir und meiner mangelnden Bereitschaft lag, mich auf einen anderen Menschen einzulassen. Ich freundete mich mit dem Gedanken an, mal auf eine Lesbenparty zu gehen.

Ich habe manchmal lesbische Phantasien. Konkretere Gestalt nahm es vor drei Monaten an. Meine Fußball­mannschaft und ich fuhren zu einem Spiel. Diesmal kam eine definitive Lesbe mit. Sie war mir vorher nicht aufgefallen. Auf einmal fand ich sie aber interessant. Ihr Mund erinnerte mich an den Mund von meinem Ex-Freund. Oder an den Mund meines Vaters.

(197) Ich fand sie interessanter als andere Frauen. Ich hatte sofort ein Gefühl von Geborgenheit in ihrer Nähe. Ich glaube, daß sie mich auch attraktiv fand, trotzdem hielt sie ein wenig Abstand, da sei mich zu jung fand. Ich glaube, daß sie auch schüchtern war. Ich sah sie danach nicht mehr, hatte aber oft an sie gedacht. Ich stellte mir vor, wie sie mich oral im Wald befriedigt. Während dieser Zeit hatten sich meine Phantasien im sexuellen Bereich sehr verschoben. Ich träumte von Gruppensex mit Frauen.

Ich mochte das Gefühl nicht, daß der Penis in mich eindringt. Mein Freund hatte sich darüber beschwert, daß ich ihn nicht ganz reinlasse. Ich wollte das auch nicht. Es hätte ein Fallenlassen und einen Vertrauens­beweis bedeutet. Außerdem hinderten mich auch Minder­wertigkeits­komplexe. Ich dachte, daß ich nicht gut genug im Bett wäre. Diesen Problemen war ich mit dem Weg ins Lesbentum aus dem Weg gegangen.

Ich ging dann in die Lesbenszene, um mich beraten zu lassen. Ich wurde dort regelrecht indoktriniert. Die Lesben waren sehr intolerant anderem Gedankengut gegenüber, vor allem was die Heteros betraf. Sie brachten mir bei: ‚Alles ist möglich unter Schwulen und Lesben, vor allem im Sex.‘ Sie sagten: ‚Wenn du glaubst, daß du es draußen alleine schaffst, wirst du scheitern.‘ Ich habe mich von dieser Szene wieder entfernt, weil ich mich dort nicht wohlfühlte.

Ich glaube, daß die Homosexuellen große Verdrängungs­künstler sind, und daß sie den Zugang zu ihrer Gefühlswelt verloren haben. Es fällt schwer, den echten und hüllen­freien Menschen hinter der Fassade zu entdecken.“

Die Untreue Homosexueller

Elterliche Bindungsgewalt bedingt häufig Untreue. Der Fremdgeher zerschneidet das Band zu den Eltern nicht, sondern er hält ihnen unbewußt die Treue. Auch die Angst, von einem Partner verschlungen zu werden wie damals von grenz­über­schreitenden Eltern­figuren, spielt eine große Rolle bei (198) dem Partnerwechsel. Die Bindung an das elterliche Objekt führt häufig zu einer Bindungs­un­fähigkeit. Die elterliche Bindungs­gewalt führt zudem dazu, daß der Sexualität ein hohes Maß an Aggressivität beigemischt ist. Der kompensatorisch ausgeübte Don-Juanismus sind Merkmale einer Hingabe­störung und Angst vor Nähe. Die Macht und der Sog der elterlichen Bindungen verhindern das Eingehen einer monogamen Partnerschaft. Das Phänomen der Untreue trifft homosexuelle Männer in erhöhtem Maße.

Bei lesbischen Frauen macht sich die Neigung zur Untreue zuweilen erst nach Jahren bemerkbar, bricht dann aber genauso elementar und wuchtig auf das Pärchen herein wie bei den männlichen Paaren. Denn zwischen Schwulen und Lesben gibt es je nach Temperament und Charakter einen großen Unterschied in Bezug auf das Treueverhalten: Der Mann neigt schneller dazu, die Partnerschaft zu zerstören als die Frau. Selbst wenn homosexuelle Paare nach vielen Kämpfen miteinander zusammen­bleiben sollten, so wechseln Nähe und Abstand extrem. Das Beziehungs­un­glück ist häufig groß. Sie gestatten sich einen Freiraum, der die Untreue in der Sauna einbeschließt. Vor allem Schwule sind kaum in der Lage, treu zu sein. Verletzungen des Partners ereignen sich häufig. Nach einigen Jahren einer konfliktreichen Freundschaft wird das Verhältnis unter Schmerzen zerstört. Viele Homosexuelle sind zum Beziehungs­un­glück und zur Wanderschaft bestimmt. Hier ist festzustellen, daß ausgelebte Bisexualität von vornherein Untreue bedingt.

Lediglich 2,7 % der über 49 Jahre alten befragten, australischen homosexuellen Männer waren gänzlich ihrem Partner treu geblieben. Nach Saghir und Robins hält eine homosexuelle Beziehung unter Männern bei 80 % der über 40jährigen ein bis drei Jahre.

Eine holländische Studie belegt, daß Partnerschaften zwischen homosexuell lebenden Männern im Durchschnitt nicht länger als 1,5 Jahre dauern. Innerhalb dieser „Dauer­partner­schaften“ haben die Partner pro Jahr 8 sexuelle Kontakte zu andern Männern.

(199) Zur homosexuellen Liebe schreibt Giese: „Die Potentia satifactionis im Gefolge der Potentia coeundi ist als solche noch gefährdet durch die Tatsache der Gleichgestalt der beiden kohabitierten Leiber. Das Bild der homosexuellen Kohabitatition entspricht einem Spiegelbild, dem Umgang quasi mit sich selbst. Die nahe Verwandtschaft mit dem narzißtischen Akte der Selbst­bespiegelung und Selbst­befriedigung legt die Deutung homosexuellen Verhaltens als Entwicklungs­hemmung, Unreife oder Vorbei­entwicklung nahe. Hier setzen auch die meisten psycho­analytischen Deutungs­versuche an. Der Schritt zum anderen Geschlecht wird nicht getan, der Schritt zum gleichen Geschlecht ist kürzer, weniger aufwendig, müheloser, wie gesagt, einfacher, geht vor allem aber, indem er das Risiko des Versagens, Verantwortens, Verstehens (sagen, antworten, verstehen), kurz das Risiko ‚in der Welt‘ scheut, ein neues Risiko ein, nämlich das der Selbstigkeit, … das sich auf die Dauer dann doch als ein größeres Risiko erweist. Von hier, d. h. von der Situation des eigenen Leibes aus, der mit dem Partner als von vornherein gleichvertraut und gleichgewohnt wiederkehrt, öffnet sich der Weg sehr leicht zum Verlangen nach dem Reiz hin, nach dem bloßen Abbild, nach der Wiederholung, schließlich nach der Anonymität, die die Mühe der Entdeckung nicht mehr wert ist, d. h. in Richtung auf den perversen Zirkel hin.“ [3]

Der Kinsey-Report enthält Daten zu dem Treueverhalten homosexueller Männer: 43 % der weißen, männlichen Homosexuellen berichteten, daß sie in ihrem Leben Sex mit mindestens 500 Partnern gehabt hätten. 28 % der weißen Homosexuellen hatten Sex mit 1000 oder mehr Partnern ausgeübt. 79 % gaben an, daß über die Hälfte ihrer Sexualpartner Fremde gewesen waren.[4] […]

(200) Das Argument, auch die Heterosexuellen neigten zur Untreue, hinkt genauso, wie der Vergleich zwischen drei Wassertropfen und einem unablässigen Regenguß. Verschiedene Studien belegen, daß 75 % bis 81 % der verheirateten Männer und 85 % bis 88 % der Ehefrauen zu keiner Zeit ihrer Ehe außer­eheliche sexuelle Beziehungen gehabt haben. Selbst die Zunahme der Scheidungs­ehen, die im Schlepptau der sich selbst infantilisierenden und ihre innere Struktur zerstörenden Völker auftreten, ist als Übergangs­stadium von einer niedrige zu einer höheren Entwicklungsstufe zu betrachten.

Hohe Komorbiditätsrate

Homosexualität erstreckt sich von der neurotischen, über die narzißtische bis zur Borderline-Persönlichkeits­störung. Kernberg berichtet, daß er und seine Kollegen aus der klinischen Erfahrung keine männliche Homosexualität ohne ausgeprägte Charakterstörung kennen. Hinweise für das Vorhandensein einer Entwicklungs­störung ergeben sich auch aus mehreren Studien. In Neuseeland wurde die psychische Gesundheit von 1007 männlichen und weiblichen Jugendlichen im Alter von 14-21 Jahren untersucht. 2,8 % der Jugendlichen bezeichneten sich als homo- oder bisexuell. Bei sieben von acht untersuchten Auffälligkeiten bzw. Problem­verhalten hatten die homosexuellen oder bisexuellen Jugendlichen eine deutlich höhere Rate an psychischen Störungen als die heterosexuellen Jugendlichen. Sie wiesen verstärkt Suizid­gedanken auf, Suizid­versuche, Depression, Angst­störungen, Verhalten­sstörungen und Sucht­verhalten.

Mills berichtet, daß die 7-Tages-Prävalenz einer Depression homosexueller Männer mit 17,2 % deutlich höher lag als im US-Durchschnitt. Wer zahlreiche Lebens­schicksale (201) Homosexueller und Bisexueller kennt, weiß, daß deren wesentlich höhere Suizidalität und Komorbidität nicht in einer ablehnenden Einstellung anderer begründet sind, vielmehr liegen die Ursachen in der ausgeprägten neurotischen und symbiotischen Haltung der Homosexuellen. Symbiotisches Verhalten zeigt sich z. B. in einem überzogenen Narzißmus, in Zerstörung von Nähe, in Depressivität oder in Suizidalität.

Das Greifen nach der Ehe

Das Greifen der Homosexuellen nach der Ehe entspringt ihrer Sehnsucht, in ihrer Anders­artigkeit gemocht und anerkannt zu sein. Sie wollen dazugehören. Obwohl sie Verzauberte sind, tun sie so, als hätten sie die Möglichkeit, ein Leben zu führen wie Heterosexuelle. Sie wollen den Makel tilgen, indem sie mit Hilfe der künstlichen Insemination Kinder zeugen.

Viele Homosexuelle haben keine innere Erlaubnis, sich zu ändern. Sie dürfen ihr inneres Gefängnis und den Panzer der Störung nicht verlassen. Das Streben der Homosexuellen nach der Ehe verunglimpft all jene, die sich ernsthaft, suchend und nach Höherem strebend ihrer Ehe die Treue halten, wissend, wie schwer diese Herausforderung wiegt. Treue ist aber Grundbestand der Ehe. Die Aufgabe, Kinder zu zeugen, zu erziehen, Verantwortung zu tragen, Entbehrung, Entsagung, aber auch Reichtum durch Kinderglück, Leid, Krankheit der Kinder zu erfahren, all dies ist dem Homosexuellen auf Grund seiner Störung nicht vergönnt. Man kann im Leben nicht alles haben, auch wenn man wie ein Kind alles haben will.

Der Satz: „Jeder möge nach seiner Fasson selig werden.“ hat da seine Grenze, wo er andere nicht schädigt. Mit dem Griff nach Ehe und Adoptionsrecht verrückt die Homo­sexuellen­bewegung die Wert­vor­stellungen der Mehrheit. Die Erziehung von Kindern und Kleinkindern an sich ziehend, (202) berühren sie folgenschwer das Schicksal anderer, nämlich unmündiger Kinder.

Gegen das Symptom der Homosexualität ist so wenig und so viel einzuwenden wie gegen andere neurotische Symptome. Für sein persönliches Schicksal kann zunächst niemand. Er hat aber Verantwortung zu übernehmen und sich somit aus seiner neurotischen Störung heraus­zu­entwickeln, sobald sich diese auf die Gemeinschaft negativ auswirkt. Eine staatlich anerkannte Beziehung zwischen Homosexuellen wird auf Dauer kein Vorbild sein, dem unsere Kinder wie der heterosexuellen Ehe nachstreben. Alles andere ist ideologisch, vom Zeitgeist gefärbte Zweckbehauptung.

Schwul, na und?

Das Schlagwort der Schwulen­bewegung: „Schwul, na und?“ [5] beantwortet die Frage nach ihren propagandistischen Mitteln. Sie haben den Politikern eingeflößt, daß Schwulsein ohne Ausdrucks­charakter sei. Gemäß dem Satz des Kanzlers Schröder: „Familie ist da, wo Kinder sind“, wird eine Störung als neue und harmlose Lebensform gutgeheißen. Wer käme auf die Idee, seine Angst­neurose, seine Phobie, seine Zwangs­gedanken, seine sexuelle Gehemmtheit, seinen Alkohol­mißbrauch, seine depressiven Verstimmungen oder Schlaf­störungen als unauffällig zu bezeichnen? Es gibt neurotisches Verhalten, das von den Betroffenen nicht wahrgenommen wird. Sie haben weder einen Leidensdruck noch ein Bewußtsein für ihre Störung. So auch viele Homosexuelle.

Völker haben Ideale, an denen sie festhalten, weil sie sich bewährt haben und tief in der Seele der Menschen verankert sind. Bewährt ist das, was sich als wahr erweist. Der Zeitgeist flattert hin und her. Diejenigen, die sich gegen die rechtliche und kirchliche Gleich­stellung der Homosexuellen äußern, werden listigerweise von der homosexuellen Propaganda in die Schamecke der ewig Gestrigen, Spießigen und konservativen Phobiker gestellt.

(203) Der Neurotiker neigt mehr als andere Menschen dazu, sich seine Welt so hinzubiegen, daß sie seinen Wünschen und Vorstellungen entspricht. In dem Maße, in dem die allgemeinen Werte verschoben werden, steigt die Chance, daß der Unsichere, in der Pubertät Suchende sich für die homosexuelle Ausrichtung entscheidet, da ihm diese als normal hingestellt wird. Indem er sich nicht mit seinen inneren Konflikten aus­ein­ander­setzt, geht er den leichteren Weg. Homosexualität ist kein Leitbild, sondern die Folge einer Identitäts­störung, die zu tolerieren ist, aber nicht gutzuheißen.

Homosexualität als Symptom einer behandlungs­fähigen Entwicklungs­störung würde sich in vielen Fällen auflösen, sobald die dahinter­liegenden Konflikte, Traumata, Bindungen und Kränkungen aufgedeckt und damit verbundene Blockierungen behoben sind. Auch aus diesem Grund ist Homosexualität nicht als anthro­posophische Komponente eines Daseins­entwurfes zu sehen, sondern als Symptom, welches dahinter­liegendes Leiden verbirgt.

Homosexualität und Ideologie

Das Thema Homosexualität ist inzwischen mit einem Tabu belegt, sobald sich jemand kritisch über sie äußert. Wie stark die Ideologisierung fortgeschritten ist, zeigt sich in einem französischen Gesetz, welches „homophobe“ Äußerungen in der Öffentlichkeit unter eine Höchststrafe von 45000 Euro stellt.[6] Ideologen benutzen die Sprache, um die Realität nach ihren Vorstellungen umzumünzen. Das Wort „homophob“ wird von den Homosexuellen als sog. „medizinische“ Neu­schöpfung eingesetzt, um ihre Angst vor der Hetero­sexualität anderen in die Schuhe zu schieben. (204)

Der Wunsch nach Gleichheit

Die Homosexuellen­bewegung sieht sich herabgewürdigt durch eine Gesellschaft, die ihre Andersartigkeit nicht anerkennt. In der Tiefe ihrer Seele werten sich Homosexuelle in ihrer Geschlechts­identität, Fruchtbarkeit und in ihrer Entwicklungs­fähigkeit herab: Ihre Unreife, ihre Neigung zur Promiskuität und zur narzißtischen Selbst­erhebung und Erniedrigung sehen sie nicht als Herausforderung zu reifen. Sie meinen, ihr mißlungener Lebensentwurf stecke nicht in ihnen, sondern in einer Gesellschaft, die ihnen Kinder verwehrt, auch Ehe, Vater-, Mutter­rolle und Schwulen­familie.

Sie wollen dazugehören, obwohl sie spüren, daß sie anders sind. Ein Ziel menschlichen Daseins besteht darin, Ideale zu verwirklichen oder ihnen nahezukommen. Der neurotisch erkrankte Mensch ist aufgefordert, sich seiner Störung bewußt zu werden, sich zu ändern. Der außerhalb der sittlichen Norm Stehende, der sich nicht ändern mag, muß sich bescheiden, wenn er seine neurotisch bedingten Ansprüche nicht verwirklichen darf. Die Homosexuellen setzen die Ablehnung ihrer politischen Forderungen mit einer Gering­schätzung ihrer Persönlichkeit gleich. Ihre Wünsche nach Ehe und Kindern weisen viele aus gutem Grund ab: Homosexuelles Verhalten ist weder ehefähig, noch familien­tauglich, noch kinder­würdig.

Kinderadoption

Wer sich nach einer enttäuschenden Ehe vom anderen Geschlecht abwendet, seine geschlechtliche Identität ändert, mag das tun. Sind jedoch Kinder im Spiel, entsteht hieraus eine erhöhte Verantwortung. Kinder brauchen Vater und Mutter, damit sie wohl gedeihen. „In der Identifikation mit der Mutter probiert das kleine Mädchen phantasierend aus, ob es wohl die Rolle als Frau übernehmen könnte. In diesem Sinn muß es auch am Vater lieben lernen, ebenso wie der kleine Junge in der Identifikation mit dem eigenen Vater seine erste Zärtlichkeits­zuwendung der Mutter schenkt.“ [7] Die psychologische und psychoanalytische Literatur hat die Notwendigkeit von Vater und Mutter in einer bestehenden Familie vielfach nachgewiesen. Der Sohn identifiziert sich mit der typisch männlichen Rolle des Vaters, während die Mutter für ihn die weibliche Rolle einnimmt. Umgekehrt gilt dies für Töchter. Unsicherheit in Bezug auf die Geschlechts­identifikation wird dadurch bestärkt, daß in homosexuellen Partner­schaften der gegen­geschlechtliche Elternteil dem Kind gänzlich vorenthalten wird. Die Suche nach den genetischen, familiären und kulturellen Wurzeln des Erzeugers ist so tief im Menschen verankert, daß allein die Unklarheit über seine Herkunft eine Identitäts­störung bedingt. Die Vor­aus­setzungen für eine gesunde, normale Entwicklung der Kinder sind in homosexuellen und bisexuellen Partner­schaften von vornherein als ungünstig zu beurteilen.

Es bedarf keiner Reihen­unter­suchungen, um festzustellen, daß ein Kind Liebe braucht, die Mutterbrust, Zuwendung, um zu gedeihen. Es bedarf auch keiner Reihen­unter­suchungen, um zu wissen, daß Kinder Homosexueller ungünstige Start­bedingungen haben. Amendt wirft die Frage nach der ethischen Beurteilung auf: „Eben weil die kinder­begehrenden Homosexuellen die Welt nach ihren Wünschen technisch modellieren wollen, ja weil sie Schöpfer spielen wollen, statt am Diskurs über das gattungs­ethische Selbst­verständnis teilzunehmen, muß die Gesellschaft diesen Ethik­diskurs führen. Es muß einen daraus entspringenden normativen Imperativ geben, der homosexuelle Fortpflanzung aus Interesse am Wohl der Kinder und der Kultur ablehnt und die technische Phantasie homosexueller Fortpflanzung als aggressive Parodie kritisiert und diskursiv bändigt.“[8] (206)

Die polymorph-perverse Gesellschaft

Die polymorph-perverse Gesellschaft ist politisch gewollt.[9] Bei dem Sexual­wissen­schaftler Dannecker geht es „um die Denaturalisierung normativer Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit, um die Entkoppelung der Kategorien Geschlecht und Sexualität …, um die Anerkennung bzw. Durchsetzung eines sexuellen und eines Geschlechter­pluralismus“. Wo ist die Grenze? Der Gesetzgeber legalisiert mit der Gleichstellung homosexueller Partner­schaften neurotisches Fehlverhalten, welches keine Vorbild­funktion aufweist und dennoch Weichen stellt. Die Evangelische Kirche in Deutschland sagt hierzu: „Recht kann erhebliche Auswirkungen auf die sittliche Orientierung haben. Insofern kann ein Veränderungs­wille sich nicht nur durch den Verweis auf die faktischen Ein­stellungs­änderungen in der Gesellschaft legitimieren, sondern muß Rechenschaft geben können darüber, was längerfristig mit guten Gründen als gesell­schaft­liche Norm gewünscht und als Sollens­anforderung formuliert werden kann.“

Das offene Propagieren und schamfreie Ausleben einer treuelos gelebten, polymorphen Sexualität und das Gutheißen dieser unreifen, infantilen Haltung unterscheidet die heutigen Homosexuellen massiv von dem Lebensstil einer christlichen Werte­gemein­schaft, welche sich lebenslange Treue für das Wohl von Mann und Frau und der Familie zum Ziel gesetzt hat. Daß auch zunehmend im Zuge der Infantilisierung ganzer Völker die Heterosexuellen ihre Orientierung verloren haben, entlastet weder diese noch die Homosexuellen, ihren unstrukturierten Lebenswandel zu überwinden.[1]


[1] Holger Bertrand Flöttmann: „Steuerrecht des Lebens“, Novum-Verlag 2006, ISBN 3-902514-53-1, S. 192-206
[2] Frankfurter Allgemeine Zeitung: Nr. 162 (16.7.1998), S. 7
[3] Giese, H.: Zur Psychopathologie der Sexualität. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart (1974), S. 154
[4] Bell, A.P., Weinberg, M.S.: Der Kinsey Institut Report über weibliche und männliche Homosexualität. Bertelsmann Verlag, München (1978(, Tab. 7, S. 367
[5] Grossmann, T.: Schwul – na und? Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg (1991)
[6] Frankfurter Allgemeine Zeitung: Nr. 2 (4.1.2005), S. 36
[7] Dührssen, A.: Psychogene Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen (1974), S. 97
[8] Gerhard Amendt: „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ HTML-Dokument PDF-Dokument, Leviathan: Zeitschrift für Sozial­wissen­schaft, Jahrgang 30 – 2002, Heft 2, S. 161-174; eine gekürzte Fassung erschien am 8. November 2002 in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 260, S. 8), „Aggressive Persiflage. Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“
[9] Alice Schwarzer: Der „kleine Unterschied“ und seine großen Folgen. Frauen über sich – Beginn einer Befreiung, Fischer 1975, S. 207

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Auch Gerhard Amendt führt es auf den „Dekonstruktivismus und homosexuelle Lobby­gruppen“ zurück, dass 1973 die American Psychiatric Association (APA) per förmlicher Abstimmung (sic!) entschieden wurde, dass „Homosexualität ab sofort keine psychische Störung darstelle und deshalb aus dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) zu streichen sei“. Wer sich dieser politischen Entscheidung widersetzte, wurde zur Strafe mit der Diagnose Homophobie belegt. Seitdem ist es sozusagen berufspolitisch verboten, Homosexualität als Krankheit zu diagnostizieren und sie unter diesem Aspekt zu erforschen.[1]

Es ist nicht die Aufgabe dieses Buches über die Ursachen von Homosexualität zu spekulieren. Es ist aber festzuhalten, dass hier natur­wissen­schaftliche Pfade verlassen werden und macht­politisch darüber bestimmt wird, ob Homosexualität eine psychische Störung, eine Variante von Sexualität oder etwa ein eigener Lebensstil ist. Die offenen Fragen zur Entstehung homosexueller Geschlechts­identität werden so natürlich nicht geklärt. Die auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftler befinden sich auf ihrer Suche nach der Wahrheit de facto in einem stark politisierten unterschwelligen Streit eingebettet, einem zeitgenössischen Hexenkessel der Political correctness.

Dieses Buch will keine Fragen zur Homosexualität klären. Hier geht es lediglich darum, wie sich die homosexuelle Deutungshoheit auf familien­politische Erklärungen auswirkt. Das Recht auf Privatheit, und ihr Schutz vor Diskriminierung, gilt auch für homosexuelle Subkulturen.[1] Umgekehrt muss die (hetero­sexuelle) Ehe auch Schutz vor Diskriminierung durch homosexuelle Deutungs­hegemonie gewährt werden und die Familie sollte nicht zu einem subkulturellen Lebensstil herabgewürdigt werden. Doch durch die von verschiedenen Seiten erhobene Forderung nach einer Gleichstellung homosexueller Lebens­gemein­schaften mit der (heterosexuellen) Familie, wird Ehe auf eine Sexual­gemein­schaft mit austauschbarer sexuellen Präferenz reduziert.

Das von einigen Homosexuellen leiden­schaftlich beanspruchte Recht auf homosexuelle Fortpflanzung und Elternschaft (s. Adoptionsrecht) ist legitimations­bedürftig und darf nicht einfach als ein Element einer spaßgesell­schaft­lich interpretierten Kultur verstanden werden, über das leichtfertig verfügt wird. Die Konsequenzen aus neuen Eltern­arrangements wie Leih­mutter­schaft, Befruchtung aus Samen­spenden, Mutter- und Vater­schafts­wechsel zwischen homosexuellen Frauen, Geschlechter­selektion und genetische Kindes­optimierung unterliegen einer ethischen Begründungs­pflicht, deren moralische Verantwortung von der Gesellschaft getragen werden muss. Es stimmt bedenklich, wenn Homosexuelle sich dieser ethischen Pflicht entziehen, ihre eigene Befindlichkeit über die der betroffenen Kinder stellen und dann die nicht­homo­sexuelle Mehrheit beschuldigt, es ginge ihr um die Beschneidung der Lebens­qualität von Minderheiten.

Auf dem Weg der bornierten Selbst­ermächtigung wird eine Facette des kulturellen Generationen­vertrages zur Disposition gestellt. Ähnlich wie bei Technik­folgen­ab­schätzung ist bei der Einführung reproduktions­medizinischer Neuerungen eine Kultur­folgen­ab­schätzung erforderlich, gerade weil in die menschheits­geschichtlich tradierten Eltern­kind­beziehungen umwälzend eingegriffen wird. Auch das homosexuelle Fort­pflanzungs­begehren stellt eine solche Neuerung dar, die eine langfristige Kultur­folgen­ab­schätzung jenseits spontan getroffener individueller Lifestyle-Präferenzen erzwingt. Unter Lifestyle-Freiheit kann vieles verstanden werden, aber schwerlich, dass jede aus sexueller Neigung abgeleitete Eltern­schafts­phantasie zu akzeptieren ist. Niemand würde im Namen von Lifestyle-Freiheit begangene strafbare und schädliche Übergriffe akzeptieren, nur weil eine Minderheit neurotische Neigungen ausleben möchte. So wird auch niemand Pädophilen den Zugriff auf Kinder erlauben, weil sie ihre Sexual­pathologie der elterlichen Aufklärung für überlegen halten. Ebenso ist es problematisch, wenn Mütter aus partner­schaft­licher Enttäuschung bei ihren Söhnen Trost suchen um den Preis einer sexualisierten Beziehung.

Wer sich dem Diskurs über das Kindeswohl entzieht, läuft Gefahr, sich vom ethischen Diskurs über die Generationen­beziehungen insgesamt auszuschließen. Wer es trotzdem tut, muss auch die Folgen seiner Verweigerung vergegen­wärtigen. Auch für homosexuelle Männer und Frauen gibt es kein natürliches Recht auf ein Kind, auf Adoption, Insemination und Leih­mutter­schaft. Das bedeutet aber nicht, dass jemand wegen seiner sexuellen Präferenz diskriminiert wird oder ihm Unrecht geschieht, nur weil er seinen Lifestyle bzw. seinen Willen nicht bekommt.

Im Diskurs über Homosexualität ist das Einfühlungs­vermögen in die Verwirrungen, die Kindern zugemutet werden sollen, nur schwach ausgeprägt.[1] Das gilt auch für die absehbaren Verwirrungen in den Familien, die mit dem euphemistischen Begriff Patchwork-Familie schöngeredet werden.


[1] a b c Gerhard Amendt: „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ HTML-Dokument PDF-Dokument, Leviathan: Zeitschrift für Sozial­wissen­schaft, Jahrgang 30 – 2002, Heft 2, S. 161-174; eine gekürzte Fassung erschien am 8. November 2002 in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 260, S. 8), „Aggressive Persiflage. Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“

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Prof. Johann Braun beschreibt in seinem Buch „Ehe und Familie am Scheideweg“ den juristischen und gesell­schaft­lichen Entstehungs­prozess des so genannten Lebens­partner­schafts­gesetzes und dessen Hintergründe. Er zeigt auf, dass es sich bei der Frage der so genannte Homo-Ehe nicht um eine Frage der Toleranz handelt und warum das Lebens­partner­schafts­gesetz verfassungs­widrig ist.

Die Aktivitäten der Schwulen- und Lesben-Lobby und die Motivation der politischen Initiatoren werden offengelegt. Zudem wird die radikale Ideologie der Protagonisten als deren Triebfeder entlarvt. Dabei wird deutlich, welche Angriffe auf die Institutionen Ehe und Familie sich dahinter verbergen.[1]

„Fast alles, was man bisher mit der Ehe in Verbindung brachte findet sich bei der gleich­geschlecht­lichen Lebens­partner­schaft teil verändert, teils mit kleinen, künstlich eingebauten Änderungen wieder.“ [2]

„Vielfach bedient sich das Partner­schafts­gesetz dabei nur einer anderen Terminologie: es spricht nicht von ‚Güterstand‘, sondern von ‚Ver­mögen­stand‘, nicht von ‚Zugewinn­gemeinschaft‘, sondern von ‚Ausgleichs­gemeinschaft‘, nicht von ‚Güter­trennung‘, sondern von ‚Vermögens­trennung‘, nicht von ‚Scheidung‘, sondern von ‚Aufhebung‘, ja selbst aus einer ‚Jahresfrist‘ wird eine ‚Frist von 12 Monaten‘, aus einer ‚Dreijahresfrist‘ eine ‚Frist von 36 Monaten‘. Aber auf diese Weise lässt sich kein substanzieller Abstand zur Ehe gewinnen; vielmehr wird dabei nur deutlich, dass das Ausmaß der vorhandenen Parallelen verborgen werden soll.“ [2]


[1] Johann Braun: „Ehe und Familie am Scheideweg. Eine Kritik des sogenannten Lebens­partner­schafts­gesetzes.“, Roderer 2002, ISBN 3-89783-284-4
[2] a b „Ehe und Familie am Scheideweg. Eine Kritik des sogenannten Lebens­partner­schafts­gesetzes.“, S. 112f.

zurück6.

Wenn es um das Thema Homosexualität geht, kommt es oft zu Angriffen und Diffamierungen Anders­denkender. Das führt zu der Frage „Wer ist wirklich intolerant?“

Ein jeder hat das Anrecht darauf, standhaft auf seinen Überzeugungen zu beharren. Ein Beispiel: In zivilisierten Ländern ist Homosexualität nicht strafbar (was Erwachsene angeht und wenn keine Gewalt im Spiele ist). Die Kirche betrachtet homosexuelle Praktiken als moralisch verwerflich und beruft sich dabei auf das Alte und Neue Testament, auf die eigene Tradition und die eigene theologische Deutung der Sexualität. Wollte die Kirche zum gesetzlichen Verbot der Homosexualität zurückkehren, könnte man sie einer sträflichen Intoleranz zeihen. Doch die Homosexuellen­verbände fordern, dass die Kirche ihre Lehre widerruft, und dies ist ein Symptom sträflicher Intoleranz auf der Gegenseite. In England hat es deshalb Demonstrationen und Angriffe gegen die Kirche gegeben. Wer also ist intolerant? Wenn einige Homosexuelle finden, dass die Kirche irrt, so können sie austreten, ohne dass ihnen etwas passiert; wenn sie aber der Kirche ihre eigene Meinung aufzwingen wollen, dann verteidigen sie nicht die Toleranz, sondern propagieren Intoleranz. Toleranz herrscht dort, wo sie gegenseitig ist.[1]


[1] Leszek Kolakowski: Von der Toleranz, S. 32-37, in: Ders.: Mini-Traktate über Maxi-Themen, Frankfurt am Main 2002, S. 34-35
(zurück zu Kapitel 1.1.8.)

zurückHomosexualität als Kult

„Es ist ein irritierender Kult um die Schwulen entstanden, Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden. Wer sich outet, wird zum leuchtenden Märtyrer einer bekennenden Kirche. Wer sich dem Kult widersetzt, den trifft der Bannstrahl. Wie in allen Glaubens­systemen gilt auch hier: Wer die Stirn runzelt, gehört nicht dazu. Die Schwulen­party will nicht gestört werden.“ – Philipp Gut [5]

„Die Homosexualisierung der Gegenwart erreicht Rekordwerte. Der Staat fördert sie, die Gesellschaft buhlt um ihre Gunst. Die Schwulen bestimmen heute, wie über Schwule zu denken und zu sprechen ist. Und vor allem, worüber man nicht sprechen darf. Der Punkt scheint erreicht, wo die Propagierung des eigenen Lebensstils auf Kosten der Meinungs­äußerungs­freiheit ins Intolerante kippt.“ – Philipp Gut [5]

„Selbst vor Kindern und Schulen machen die schwulen Pressure-Groups nicht halt. ‚Die Schule ist ein Ort, an dem Homosexualität nur beschränkt Zutritt hat – vielleicht eine letzte heterosexuelle Bastion? Die Thematisierung von Fragen zur sexuellen Orientierung‘ müsse ‚sowohl mit der allgemeinen Sexual­erziehung als auch fächer­übergreifend im jeweiligen Kontext in allen Altersstufen behandelt werden.‘ Von der Unterstufe bis zum Militär, vom Erstklässler bis zum Armee­offizier: Homosexualität soll lebens­begleitender Pflichtstoff werden.“ – Philipp Gut [5]


[1] Joachim Kahl, „Sexualität – Ehe – Familie. Eine Polemik gegen den modischen Irrtum einer Gleichrangigkeit aller Lebensformen.“
[2] Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, 1995, ISBN 3-86150-108-2, Seite 108f.
[3] Holger Bertrand Flöttmann: „Steuerrecht des Lebens“, Novum-Verlag 2006, ISBN 3-902514-53-1, S. 192-206
[4] Gerhard Amendt: „Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“ HTML-Dokument PDF-Dokument, Leviathan: Zeitschrift für Sozial­wissen­schaft, Jahrgang 30 – 2002, Heft 2, S. 161-174; eine gekürzte Fassung erschien am 8. November 2002 in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 260, S. 8), „Aggressive Persiflage. Kultur, Kindeswohl und homosexuelle Fortpflanzung“
[5] a b c Philipp Gut: Essay: Der Kult um die Schwulen, Die Welt vom 17. Oktober 2009; Debatte: Homosexualität ist zu einer Art Religion geworden, Die Welt vom 18. Oktober 2009; André F. Lichtschlag: Politisch korrekter Weg in den Totalitarismus: Schwulsein als religiöses Bekenntnis, 6. Juli 2009

2.5. Der Kampf ums Kind

Der informelle Rat der Rechts­anwälte bringt es ehrlich auf den Punkt. Die Kontrolle über das Kind garantiert der Mutter einen warmen Geldstrom. Das aktuelle Unterhaltsrecht erleichtert den staatlich protegierten Zugriff der Exfrau auf das Einkommen des Exmannes. Das wird natürlich nicht offen zugegeben. Öffentlich geht es natürlich nicht um die Mutter, sondern einzig und allein um das Wohl des Kindes.

„Geht es der Mutter gut, so geht es auch dem Kind gut!“

Scheinheilig wird argumentiert, dass auch eine berufstätige Mutter Unterhalt zahlen müsse, wenn der Vater das Sorgerecht habe. Dieser Hinweis auf die formelle Geschlechter­neutralität der Unterhalts­gesetze geht groß­zügig über die Realität hinweg, dass 94 % der Männer unterhalts­pflichtig gemacht werden.[1] Sind Mütter ausnahmsweise mal unterhalts­pflichtig, dann ist es mit ihrer Zahlungsmoral nicht allzu weit her: Rund 60 % der unterhalts­pflichtigen Mütter geben an, keinen Kindes­unterhalt zu leisten.[2] In den seltenen Fällen, in denen Männer das alleinige Sorgerecht erhalten sind nämlich alle Fälle enthalten, in denen die Mutter durch Unfall oder Krankheit gestorben ist bzw. durch Alkohol- oder Drogen­sucht bzw. psychischer Probleme gar nicht arbeits­fähig ist. Wenn dann doch einmal eine Mutter Unterhalt zahlt, dann ist das eben kein Beleg für eine geschlechts­neutrale Rechtspraxis, sondern nur die berühmte Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

Viele Männer kämpfen darum, dass ihnen nach Trennung oder Scheidung die Vaterschaft nicht abhanden kommt. Doch diese Bemühungen sind nicht immer erfolgreich, und ihre Anstrengungen überfordern viele Betroffenen. Es ist immer wieder das gleiche Desaster. Anfangs wird noch gekämpft, dann geht das Geld aus und am Ende steht die bittere Erkenntnis, dass gegen die Macht der Frauen und der vielen rückgratlosen Richter kein Kraut gewachsen ist. Dann geben die Väter auf und verlieren dabei erst ihr Geld, dann ihre Kinder und schließlich ihr Selbst­wert­gefühl. Was ihnen bleibt sind tiefe psychische Wunden und nicht selten der Alkohol.[3]

Diese von SternTV veröffentlichten Zahlen verdeutlichen den Umfang des Problems:

So haben deutsche Gerichte in Sorgerechtsfragen entschieden [4] 2003 2004 2005 2006 2007
Scheidungsfälle (mit Sorgerechtsfragen) 99.029 98.804 91.596 77.342 70.232
Gemeinsames Sorgerecht (kein Antrag auf Änderung gestellt) 83.230 84.634 79.545 67.243 61.601
Vom Gericht übertragenes Sorgerecht (gesamt) 15.799 14.170 12.051 10.099 8.631
Davon an die Mutter 11.732 10.298 8.594 6.879 5.884
Davon an den Vater (gesamt) 997 944 746 590 495
Davon an den Vater (in Prozent) 6,3 6,7 6,2 5,8 5,7

Knapp 145.000 minderjährige Kinder in Deutschland sind jedes Jahr von einer Ehescheidung betroffen.[4] Nach Angaben von Väteraufbruch für Kinder e.V. und PAS-Eltern e.V. verlieren infolge einer Trennung oder Scheidung ihrer Eltern jedes Jahr mehr als 20.000 Kinder in Deutschland den Kontakt zu ihrer Mutter oder zu ihrem Vater.[5] 2007 wuchsen insgesamt 2,18 Millionen Kinder unter 18 Jahren bei insgesamt 1,57 Millionen allein erziehenden Eltern­teilen auf.[6]

Das Sorgerecht sichert den Anspruch der Mutter auf Unterhalt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dem Vater im Gegenzug ein Umgangsrecht mit seinem Kind eingeräumt wird. Allein letztes Jahr gab es 34.000 Klagen von getrennt lebenden Vätern auf eine richterliche Umgangs­regelung, weil ihnen die Betreuung ihrer Kinder verweigert, vermindert, stranguliert, sabotiert wird. Väter unternehmen riesige Anstrengungen, mehr ins Leben ihrer Kinder eingebunden sein zu können. Die nächste Stufe, nämlich wirklich gleichwertige Betreuung ist ein Traum, der spätestens im deutschen Gerichts­saal endet. Der Staat verhindert das mit Macht zugunsten seines inhärenten Unter­halts­maximierungs­prinzips. Nicht so in vielen unserer Nachbar­länder, z. B. Frankreich, wo statt Verhinderung eine gesetzliche Grundlage zur gemeinsamen Betreuung existiert.[7]

Vor den Themen­komplexen Unterhalt und Umgang steht aber noch das Thema Abtreibung, d. h. die Frage, ob ein Kind überhaupt geboren werden darf. Objektiv betrachtet hat eine schwangere Frau folgende Möglichkeiten:

  1. Sie kann das Kind abtreiben. – Straffrei.
  2. Sie kann das Kind „anonym“ gebären bzw. das Kind an einer „Baby-Klappe“ anonym abgeben. – Straffrei.
  3. Sie kann das neugeborene Kind im Garten begraben. – Sie kann mit milder Strafe rechnen.
  4. Sie kann mit dem Kind untertauchen. – Sie kann mit Bewährungsstrafe rechnen und bekommt das alleinige Sorgerecht geschenkt.
  5. Sie kann ihrem Ehemann ein Kuckucks­kind unterschieben und einen Vater­schafts­test verhindern. – Straffrei.
  6. Sie kann das uneheliche Kind zur Adoption freigeben. – Straffrei. (Beispiele)

Eine allein­erziehende Frau hat dazu noch folgende Wahlmöglichkeiten:

  1. Sie kann arbeiten und ihren Unterhalt selbst verdienen.[8]
  2. Sie kann ihren Unterhalt durch „Betreuungs­unterhalt“ vom Exmann bzw. Kindesvater beziehen.
  3. Alternativ kann sie ihren Unterhalt durch „Sozial­leistungen“ vom „Ersatzvater“ Staat bestreiten.

Der Mann hat in aller Regel gar keine Wahl. Die Familiensituation sieht für ihn meist so aus:

  1. Er darf schuften, bis er umfällt. (erhöhte Erwerbs­obliegenheit)
  2. Er darf zahlen, bis er pleite ist. (Unterhaltstitel, Gehaltspfändungen, Gerichts­voll­zieher)
  3. Er soll die Klappe halten und sich von seinen Kindern fern halten. (Umgangs­boykott, Kindes­entfremdung, Stalking-Vorwurf)

So sieht die neue Rollen­verteilung aus: Die Frau trifft die Wahl und der Mann zahlt die Zeche.[9] Der Mann hat weder bei Abtreibung noch bei anonymer Geburt noch bei einem Kuckucks­kind irgendetwas zu melden oder gar mit zu entscheiden. Ist er mit der Mutter nicht verheiratet, kann er nicht einmal eine Adoptions­freigabe verhindern. Der deutsche Mann hat nur eine Funktion, als Zahlesel den Unterhalt von Mutter und Kind sicherzustellen. Erziehungs­aufgaben darf er nur so lange wahrnehmen, wie die Mutter es duldet.

Denn nach einer Geburt kommt es nicht selten vor, dass eine Frau sich verändert, mit sich zu hadern anfängt und ihrem Mann die Schuld dafür gibt. In dieser Situation gibt das deutsche Familienrecht der Frau die Möglichkeit, ihren Mann loszuwerden und trotzdem den Zugriff auf seine Finanzen zu behalten. (siehe Abschnitt Unterhalt)

„Sehen Sie zu, dass Sie die Kinder besitzen. Dann muss Ihr Mann für alles bezahlen.“ [10]

lautet dann der rechtliche Rat tausender von Rechts­anwälten und Frauen­beraterinnen. Da der Unterhalt unabhängig davon zu zahlen ist, ob die Mutter dem Kind den Umgang mit seinem Vater gewährt oder boykottiert, gibt der „Besitz“ des Kindes der Kindesmutter eine Machtfülle, die dem Kind und dem Kindesvater schaden kann. Der Sinnspruch „Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut“ gilt eben auch im Familienbereich.

Übrigens geht die ganze „Das Kind gehört zur Mutter“-Mentalität auf Adolf Hitler zurück. „Der Führer betonte mit aller Entschiedenheit, daß nicht die Sorge für das Wohl des Kindes in erster Linie ausschlag­gebend sei, sondern das ethische Recht der Mutter auf das Kind.“ [11] Beim Kampf deutsche Mütter um das Kind handelt es sich genau genommen (wenn auch unbewusst) um BDM-Gehabe, das von der „Volks­gemeinschaft“ in Gestalt von Jugendämtern unterstützt wird.

Eine oft erzählte Geschichte in Deutschland beginnt so:

„Vor 9 Jahren klingelte das Telefon, aufgeregt sagte mein Sohn: ‚Sie ist mit dem Kind weg.‘ Ich war fassungslos, hatte ich doch tags zuvor noch mit meinem geliebten Enkelkind gesprochen. Ich beschwichtigte meinen Sohn, da ich den Ernst der Lage zu diesem Zeitpunkt nicht erkannte.
Es kam anders. Nach ein paar Stunden erreichte ihn eine Nachricht von seiner Frau: ‚Ich fliege heim.‘ Im nachhinein stellte es sich heraus, dass dies schon lange geplant war. Innerhalb kürzester Zeit folgte ein Schreiben des Anwaltes mit einer hohen Unterhalts­forderung. Zeitgleich war von diesem der Antrag auf das alleinige Sorgerecht gestellt worden, das ihr auch sofort vom Gericht zugesprochen wurde. Grund: große Entfernung der beiden Wohnorte.
So wurde ohne Anhörung seitens des Gerichtes meinem Sohn seine Rechte als Vater genommen. Mein Sohn kämpfte um das gemeinsame Sorgerecht bis zum OLG mit dem Ergebnis einer Ablehnung. Grund: Fehlende Kommunikation der Elternteile.“
[12]

Die Großmutter resümiert nach vielen Jahren:

„Die Kinder werden nicht gefragt. Es geht nicht um das Wohl der Kinder, sondern um die Befindlichkeiten der Mutter.“ [12]

Ein Vater kann in Deutschland einerseits gezwungen werden, Unterhalt zu zahlen und andererseits kann es ihm verwehrt werden, auch nur über die Zukunft des gemeinsamen Kindes auch nur zu sprechen. Beugt er sich dem allmächtigen Willen der Mutter nicht, wird er solange mit Prozessen, Gerichts­kosten und Strafbefehlen überzogen, bis er aufgibt oder vollständig ruiniert ist.

Wenn der Vater Glück hat, bekommt er von einem wohlmeinenden Richter noch folgenden guten Rat:

„Sie können ein Gespräch nicht erzwingen. Wenn jemand nicht mit Ihnen reden möchte, dann müssen Sie das respektieren, auch wenn Sie das nicht fair finden.“ [13]

Es ist erstaunlich, wie in völlig einseitiger Erwartungs­haltung verlangt wird, was Männer alles „respektieren“ sollen bei gleichzeitig zuverlässiger Zahlungs­bereit­schaft. Noch erstaunlicher ist, wie brav und pflichtbewusst Männer dieser Erwartungs­haltung nachkommen. Gleichheit vor dem Gesetz wäre dann gegeben, wenn er dem Richter mit gleicher Münze zurückzahlen könnte:

„Sie können Unterhalt nicht erzwingen. Wenn jemand nicht zahlen möchte, dann müssen Sie das respektieren, auch wenn Sie das nicht fair finden.“

Aber der Vater sagt nichts und nimmt einen Kredit auf, um Strafbefehl und Gerichts­kosten zu zahlen. So finanziert er das unfaire Familien­rechtS­System auch noch, das ihn verhöhnt.

„Solange Männer in der Lage (und Willens) sind, den Kindes­entzug durch Mütter mit horrenden Unterhalts­leistungen zu belohnen, solange wird es Kindes­entzug geben. Und sobald sie es nicht mehr können, oder nicht mehr wollen, hat das Kindeswohl wieder eine Chance.“ [14]

Väter werden von Richtern auch dahingehend belehrt, dass sie in Sachen Unterhalt kein „Zurück­haltungs­recht“ haben, auch wenn ihnen der Umgang mit seinem Kind nicht erlaubt wird.

„Dann hätten sie klagen müssen.“

Diesen netten Hinweis bekommt ein Vater von einem Richter, der ihn vier Monate hinter Gitter bringt, weil er wegen Umgangs­boykott der Kindes­mutter keinen Unterhalt zahlte. Den Vorwurf, dass er mit zu wenig Nachdruck Arbeit gesucht habe und sich mit Hartz IV gemütlich einrichte, gibt es vom freundlichen Richter noch gratis dazu.[15]

„Nicht alle Frauen sind gleich“ – Machtfülle und Entscheidungs­befugnis der Frau

Nun mag schnell der Einwand vorgebracht werden, dass nicht alle Frauen gleich seien. Es geht hier aber gar nicht um die Frauen, was sie tun oder nicht tun, es geht vielmehr darum, welche Macht­fülle und Entscheidungs­befugnis der Staat den Frauen zugesteht und darum, dass dieses Verhältnis zwischen Mann und Frau vollkommen ungleich verteilt ist. Die Tatsache, dass eine Frau diese Machtfülle nicht ausnützt, bedeutet ja nicht, dass sie es vielleicht nicht doch tun würde, wenn es darauf ankäme. BeraterInnen und HelferInnen würden sie jedenfalls dazu raten und der Mann müsste mindestens mit dieser Möglichkeit rechnen. Im Klartext: Der Mann ist mehr oder weniger den Launen und dem Wohlwollen der Frau ausgeliefert und hat im Ernstfall kaum wirksame Möglichkeiten gegenzusteuern.

Das Machtungleich­gewicht wirkt sich ja nicht erst in einer Trennungs­situation aus. Ist ein Mann sich seiner unterlegenen Position bewusst, wird er Zugeständnisse machen, die er in einer ausgeglichenen Situation so nicht machen würde. Das prägt natürlich nachhaltig die Familien. Im Interesse der Familien sind neue Lösungen zu finden, wie das Verhältnis von Mann und Frau neu ausbalanciert werden kann.

Es ist in diesem Zusammenhang die Frage zu stellen, was es für die Familie als Institution bedeutet, wenn wichtige Aspekte der Familie in der unumschränkten und alleinigen Entscheidungs­gewalt der Frau liegen.

Väter sind beim Kampf ums Kind in der Regel mit verschiedenen ideologischen Vorurteilen konfrontiert. Dazu gehören unter anderen:

  • Kinder gehören ausschließlich zur Mutter
  • Väter sollen zahlen – sonst nichts
  • Väter sollen dafür sorgen, dass es den Müttern gut geht – dann würde es auch ihren Kindern gut gehen (eine der Lieblings­aussagen von Jugendamts-Sach­bearbeitern)
  • Alle Rechte der Mutter, dann wird für das Kind schon genug übrig bleiben
  • Mütter sind von Natur aus „gut“
  • Väter sind potentielle oder aktive Täter – Mütter sind potentielle oder erduldende Opfer
  • Gewalt sowohl gegen Frauen als auch gegen Kinder geht nur von Männern aus.[16]
„Es geht nur um das Kindeswohl“ – Machtfülle und Entscheidungs­befugnis der Jugend­ämter

Ein Vater hat im Zweifelsfall nicht nur die Exfrau gegen sich, sondern steht nicht weniger als der geballten Macht des Staates in Gestalt seiner Jugendämter, seiner Richter und manchmal auch seines Botschafts­personals gegenüber. Viele Väter haben den Eindruck: Der Mann zahlt immer und wird trotzdem wie der Bodensatz der Gesellschaft behandelt. Drei selbst recherchierte Beispiele sollen belegen, dass dieser Eindruck nicht unbegründet ist.

1.
Ein allein­erziehender Vater von fünf leiblichen Kindern und eines Pflegekindes (17, 16, 14, 13, 11, 9 Jahre), selbstständig, ohne Kontakt der Mutter zu ihren Kindern, hat ständig das Jugendamt im Nacken und muss Unterhalt an die Exfrau zahlen. Das alleinige Sorgerecht wurde ihm verwehrt, obwohl die Mutter sich überhaupt nicht kümmert (keine Anrufe, keine Post, nichts). Im letzten Jahr der Trennung hat sie (angeblich) zwei Suizidversuche und Führer­schein­verlust hinter sich, dies obwohl sie vorher nicht krank war. Weil sie offiziell nicht arbeitet, muss der Mann zahlen. Sie hat eine Scheinadresse, lebt aber bei immer neuen Bekannten. Gerüchte kursieren, er hätte sie rausgeschmissen und ihr die Kinder weggenommen. Der Mann muss sich als Selbstständiger um seine Existenz und sechs Kinder kümmern. Die Frau geht einfach, führt ein neues, sexuell freies Leben, bricht alle Wege hinter sich ab, kümmert sich nicht mehr um ihre Kinder, und bekommt vom Staat noch obendrauf das Recht auf Trennungs­unter­halt.[17a]

Man suche in Deutschland einen Richter, der eine allein­erziehende Frau mit sechs Kindern dazu verurteilt, Unterhalt an einen Mann zu zahlen, der bei seiner Freundin lebt. Aber offenbar ist es nicht das Gleiche, wenn Mann und Frau dasselbe tun.

Dafür darf sich der Vater vom Jugendamt die Frage gefallen lassen, wie er denn als Selbstständiger überhaupt gewährleisten könne, dass die Kinder gut versorgt wären.[17b] Der Vater: „So ist Deutschland. Ich habe das Jugendamt kennengelernt, als ich dort mit den Kindern aufgeschlagen bin und sie alle erklärten, nichts mehr mit der leiblichen Mutter zu tun haben zu wollen. Mir wurde in einem Einzel­gespräch nahegelegt, nicht so offen mit den Kindern darüber zu sprechen, was ihre Mutter in ihrem neuen Leben so tut. Es wurde mir bedeutet, die Entscheidung der Kinder wäre ja nur durch Gruppen­dynamik zu Stande gekommen und ich wäre gefälligst dazu verpflichtet, immer nur positiv im Bezug auf die Mutter zu reden. Die so genannte Fachkraft zeigte deutlich, dass sie trotz der Aussagen der Kinder das größere Verständnis für die arme kranke Mutter hatte. Mein Anliegen, die Kinder zu festigen und ihnen das ein Jugendamt eine Hilfs­institution vorzustellen, wurde untergraben. Ich habe es aufgegeben, in Kooperation mit dieser Einrichtung zu arbeiten. Die folgenden Einzel­gespräche mit den Kindern wurden verzerrt und nicht wortgetreu wieder­gegeben. Ein so genanntes Gutachten bestätigte wunschgemäß die Sichtweise des Jugendamtes, die Kinder wollen zwar alle keinen Kontakt mehr zu Mutter, aber das läge wohl am negativen Einfluss des Kindesvaters. Ich bin jetzt 14 Monate allein­erziehend, alle Kinder sind in der Schule mit gutem Noten­durch­schnitt versetzt worden, zeigen keine sozialen Auffälligkeiten, haben gutes Sozial­verhalten, ihr Trennungs­schmerz wurde gut kompensiert durch viele individuelle Gespräche. Aber wie ich mich auch verhalte: Ich bin als Mann das Übel und muss Unterhalt an die (aus Sicht des Jugendamtes) bemitleidenswerte Noch-Ehefrau zahlen.“[17c] Während jede väter­entsorgende Exfrau ihr arbeitsloses Leiden bei einem Einkommen von 2000 € monatlich in Emma, taz und brigitte sich jeden Tag aufs Neue des Mitleids sicher sein wird, darf der Vater nicht protestieren, sondern muss sich wohl verhalten und sich mit unterwürfigen Verhalten die Wohl­gesonnenheit des Jugendamtes erhalten, hat für die Exfrau fleißig Unterhalt zu zahlen und bleibt doch ständig bedroht davon, dass ihm das Jugendamt die Kinder doch noch wegnimmt.[17d]

Man suche in Deutschland einen Richter, der eine allein­erziehende Frau mit sechs Kindern dazu verurteilt, Unterhalt an einen Mann zu zahlen, der bei seiner Freundin lebt. Aber offenbar ist es nicht das Gleiche, wenn Mann und Frau dasselbe tun.

2.
Dies ist durchaus kein Einzelfall. Eine chinesische Studentin lässt sich von einem deutschen Ingenieur schwängern. Später nimmt sie sich einen chinesischen Studenten zum Liebhaber, wird depressiv und erkrankt psychisch. Da sie nicht in der Lage ist das Kind zu betreuen, wird dem Vater am 21. Dezember 2007 das Aufenthalt­bestimmungs­recht vom Jugendamt Essen übertragen. Wieder wird ein deutscher Mann für das Kind verantwortlich gemacht und muss gleichzeitig die Frau unterhalten.[18a] Holger Diebel hat also das verbriefte Recht den Aufenthalt seines Sohnes und das eigene selbst zu bestimmen. Seine chinesische Exfreundin stellt ihm nach und er wurde auch von ihren chinesischen Freunden bedroht. Da ein jeder das Recht hat, in Ruhe und Sicherheit sein Leben zu gestalten, hatte er sich entschieden in Thailand beruflich neu durchzu­starten. Niemand kann ihm eine Kindes­entführung unterstellen und er hat sich sogar bei der Deutschen Botschaft in Bangkok angemeldet. Natürlich wurde auch das Jugendamt in Essen informiert und die Abmeldung erfolgte auch ordnungs­gemäß. Er bewohnt mit seinem Geschäfts­partner ein Reihenhaus in dem jeder auf 95 qm sein eigenes Zimmer hat und das nach europäischem Standard eingerichtet ist. Zunächst kommt der Sohn morgens zu einer Tagesfamilie, später in einen Kindergarten. Auch eine Haushälterin gibt es, die sich in der übrigen Zeit rührig um den Kleinen kümmert. Der Sohn wächst dreisprachig auf: thailändisch, deutsch, englisch. In wenigen Jahren soll er dann auf eine internationale Schule gehen, die um Längen besser als eine deutsche Schule ist. Alles ist bestens organisiert.[18b] Doch dann hat die chinesische Mutter in Deutschland Schwierigkeiten mit der Aufenthalts­genehmigung und sie merkt, dass sie das Kind als „Rundum-Sorglos-Garantie“ in Deutschland braucht. Sie wendet sich an das Jugendamt Essen, das sich prompt um die Belange der Mutter kümmert. Mit einer „einstweiligen Verfügung“ wird dem Vater das Aufenthalts­bestimmungs­recht entzogen, der dagegen nicht einmal Einspruch einlegen kann, weil er im Ausland nicht über den Beschluss informiert wird. Per eMail erreichen Holger allerdings Forderungen, er solle Nachweise für seine „Qualifikation zur Kinder­erziehung“ beibringen, Zertifikate für den thailändischen Kinder­garten werden gefordert.

Mütter gelten offenbar qua Geschlecht für die Kinder­erziehung geeignet und haben keinerlei Qualifikations­nachweise zu erbringen. Vätern hingegen wird die (allein­verantwort­liche) Erziehungs­fähigkeit abgesprochen, ja sie gelten potentiell als gefährlich. Bei dieser sexistischen Handlungsmaxime bleibt es aber nicht, wie nebenbei stellt seine deutsche Behörde die Erziehungs­fähigkeiten thailändischer Kindergarten infrage. Der Größenwahn in Gestalt deutscher Jugendämter ist offenbar ungebrochen.

Der Vater wird unter Druck gesetzt, er soll das Kind wieder nach Deutschland verbringen. Über das Wie schweigt man sich aus. Für diese Dinge scheint man sich auf das Organisations­talent und Finanzierung des Mannes zu verlassen. Die deutschen Behörden arbeiten mit allen schmutzigen Tricks: Man droht unverhohlen damit, den Pass zu entziehen bzw. dem Vater die berufliche Existenz­grundlage zu entziehen, indem man ihn auf die thailändische Blacklist der Einwanderungs­behörde zu setzen versucht. Schließlich kommt eine Abordnung von Sessel­furzern aus Deutschland und versucht um 6 Uhr im Morgen­grauen, das Kind zu übernehmen. Die thailändischen Behörden sind fassungslos, können aber nichts machen, weil das Kind deutscher Staats­bürger ist und das deutsche Jugendamt sich selbst das Sorgerecht gegeben hat. Man überlege, welche Zukunfts­aus­sichten das Kind bei der chinesischen Unterhalts­nutte haben wird. Die Vorgeschichte lässt schon erahnen, dass sie ein Leben lang von Sozial­leistungen wird leben können. Wenn sich der psychische Zustand der Mutter nicht bessert, wird das Kind im nächsten Schritt vom Jugendamt wohlmöglich an Pflege­eltern weitergereicht. Seine Zukunfts­prognose ist nicht günstig. Aber das Kind darf nicht dreisprachig bei seinem Vater, einem Ingenieur, in einem großen Haus und netter Haus­angestellten aufwachsen. Deutsche Behörden beteuern aber stets, dass sie nur das „Kindeswohl“ im Auge hätten.[18c]

Die chinesische Studentin hat aber inzwischen einen chinesischen Freund. Chinesische Männer kümmern sich nicht um fremde Kinder. In diesen Fällen kommt das Kind zu den Großeltern der Mutter. Die letzte Nachricht in dem Fall ist, dass sich das Kind in China befindet, ohne Mutter und ohne Vater. Das Jugendamt Essen verfolgt also den deutschen Vater um die halbe Welt, bringt das Kind zurück zur Mutter, aber nur damit das Kind in China ohne Vater und Mutter aufwächst.

3.
Das letzte Beispiel handelt vom Obdachlosen Martin. Martin war Bundes­wehr­soldat. Im Kosovo wird ein Kamerad bei einem Granaten­angriff dermaßen zerfetzt, dass nur noch seine Stiefel gefunden werden. Martin erleidet einen Knallschock, von dem ihm bis heute ein leichter Hörschaden mit Klingeln im Ohr zurück­geblieben ist. Eines Tages kehrt er vom Manöver zurück nach Hause und stellt fest, dass sich seine Frau mit 80 % der Wohnungs­einrichtung und 130.000 € von Sparkonten abgesetzt hat. Zwei Kinder sitzen weinend in der fast leeren Wohnung und übergeben dem Vater einen Brief, indem die Mutter erklärt, dass sie nicht zurückkehren wird. Anders ist in diesem Fall, dass der Exmann keinen Ehe­gattinnen­unterhalt zahlen muss, da die Exfrau selbst sehr gut verdient und später vom Jugendamt auch für die Unterbringung der Kinder in einem Internat zur Kasse gebeten wird. Denn zwei Wochen später, Martin hat gerade eine Ganztags­mutter organisiert, kommt das Jugendamt – von der Mutter aufgestachelt – mit einem Dutzend Polizei­beamten und nehmen ihm die Kinder weg. Er sei nicht geeignet, die Betreuung seiner Kinder zu übernehmen, da er immer wieder monatelang auf Manöver ist. Das ist der Dank des Vaterlandes: Der Mann ist gut genug, dass er seine Haut auf dem Schlachtfeld zu Markte trägt, aber die Fähigkeit seine Kinder zu betreuen, spricht man ihm ab. Später übersieht man beim Jüngeren einen Herzfehler und das Kind stirbt.[19] Es geht dem Staat ja nur um das Kindeswohl. Du bist Deutschland!

zurückDer Kampf der Geschlechter

Es sollte klar geworden sein, dass der „Kampf der Geschlechter“ nicht selten auf dem Rücken der Kinder stattfindet. Es wurde auch dargelegt, dass der „Besitz des Kindes“ für die Frau die Kernfrage ist, damit sie Unter­halts­ansprüche gegen den Mann erwirbt. Entsprechend hart wird der „Kampf um das Kind“ geführt, in dem Väter meist das Nachsehen haben. Öffentlich wird gerne das Bild vom Rabenvater gepflegt, der sich gar nicht recht um das Kind kümmere und deshalb das Kind zur Mutter gehöre und der Unterhalt vom Vater wie eine Art Schmerzensgeld zu zahlen sei.

Exemplarisch zeigt ein „Fall wie Hundert­tausend andere“, was ein Mann von Jugendamt und Familien­richtern zu erwarten hat. Damit die Frau ihren Unterhalt bekommt, geht alles ganz schnell. Wenn der Vater Umgang mit seinem Kind fordert, haben all die Helfer und das Gericht uneeeeendlich viel Zeit. Auch wenn zeitweise zehn Personen der HelferInnen­industrie beschäftigt sind, kommt kein zählbares Ergebnis heraus. Vielmehr ist man zufrieden, wenn das Kind bei der Mutter ist und Geld vom Vater fließt. Die Vater-Kind-Beziehung wird als bedeutungslos erachtet, der Mann ist nur als Geldquelle relevant. Vom Leben des Kindes wird er von wenigen und eng bemessenen Umgangs­terminen vollständig ausgeschlossen. Der Kindesvater wird hingehalten, herab­gewürdigt, bürokratisch gequält und finanziell ausgenommen, wenn er es zulässt. Aber auch für die Mutter kann es auf lange Sicht nachteilig werden, wenn sie die Wirklichkeit, die sie geschaffen hat, einholt wie ein gut geworfener Bumerang.[20]

Letztlich können die Trennungs­aus­ein­ander­setzungen, der Kampf ums Kind und der Geschlechterkampf mit der psychischen, finanziellen und moralischen Zerstörung von Frau, Mann und Kind enden. Der zunächst süße Triumph der Frau, es dem Mann so richtig gezeigt zu haben, weil sie sich „nur nimmt, was ihr zusteht“, kann später zu seinem sehr bitteren Nachgeschmack eines verpfuschten Lebens führen. Meist ist der Mutter in der Trennungszeit überhaupt nicht klar, welche Bürde sie den Kindern auferlegt. Das Ergebnis ist die Zerstörung der eigenen Familie, wobei Jugendamt, Familien­richter und Helfer­industrie jede Mitschuld weit von sich weisen. Die Schuld für die persönliche Katastrophe wird der Familie selbst zugeschrieben, obwohl Staat und Helfer­industrie die Familien­zerstörung gewerbsmäßig betreiben und sehr gut daran verdienen.

Es sollte gefragt werden, wem der Geschlechterkampf letztlich nützt. Offenbar wird nach dem Prinzip „Teile und herrsche“ gehandelt. Wie anders ist die augenfällige Ungleich­behandlung zwischen Frau und Mann zu beobachten, die sich in der Rechts­wirklich­keit einer Kriminalisierung und Rechtlosstellung des Mannes und dem Schutz und Freistellung von Strafe der Frau manifestiert. Der Kampfspruch „Ob Kinder oder keine entscheiden wir alleine“ der Frauen­bewegung aus den 1970er Jahren deutet an, welche Allmacht für Frauen gefordert und umgesetzt wurde, während das Letztentscheidungsrecht des Mannes (§ 1354, Abs. 1) mit dem Argument Gleich­berechtigung bekämpft und abgeschafft wurde. Der Kampfspruch deutet aber auch an, dass Kinder für Frauen nicht erst bei den Themen Sorgerecht und Unterhalt zum Machtfaktor werden, es beginnt vielmehr schon bei der Zeugung und Abtreibung.





[1] Unterhalt: Parkkralle gegen Drückeberger, Hamburger Abendblatt am 31. Januar 2004
[2] laut Proksch-Studie, zitiert in: „Abschlussbericht Kindeswohl“ PDF-Dokument, Kinder­schutz­bund, Aktuell 3/03, S. 19; Unterhalt-Zahlungsmoral
[3] Peter Strawanza: „Ware Kind. Wie man in Deutschland Kinder enteignet und die Scheidungsmafia Milliarden­gewinne abzockt.“, Selbstverlag 2008, ISBN 3-00-024255-4, S. 53
[4] a b Das Drama der Scheidungsväter: „Du wirst dein Kind nie wieder sehen“, SternTV am 27. Mai 2009
[5] Entfremdet: Ziel der Aktion
[6] Das Drama der Scheidungsväter: Bekommen Mütter häufiger das Sorgerecht zugesprochen als Väter?, SternTV am 27. Mai 2009
[7] Leserkommentar zu: Vater sein dagegen sehr, Tagesspiegel am 3. August 2007 (s. brestling, 10:50:42 Uhr)
[8] Selbst wenn eine allein­erziehende Mutter arbeitet, ist mindestens Kindes­unterhalt fällig, ggfs. auch „Aufstockungs­unterhalt“.
[9] Der Einwand, das Unterhaltsrecht sei geschlechts­neutral und ggfs. müsse auch eine Frau ihrem Exmann Unterhalt zahlen, ist unzutreffend. Allein die Rechtspraxis, in der Regel der Frau das Kind zuzusprechen, macht das Unterhaltsrecht asymmetrisch.
[10] Joachim Wiesner: Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat: Eine empirische Studie zur sozial­ethischen und ordnungs­politischen Bedeutung des Scheidungs-, Scheidungsfolgen- und Sorgerechts, Oder: Über die staatlich verursachte Paralyse von Rechtshandeln und Rechtsbewußtsein in der Bundesrepublik Deutschland, 1985
[11] Schreiben Lammers vom 2. August 1940, zitiert nach Schubert, „Das Familien- und Erbrecht unter dem Nationalsozialismus“, 1993, S. 703f.
[12] a b Erfahrungsberichte von Großeltern: Eltern eines Sohnes
[13] Annäherungsverbot missachtet: Geldstrafe, Fuldaer Zeitung am 12. März 2010
[14] Zunehmender Geldmangel legt den feministischen Sumpf trocken, Reserve-Forum am 12. April 2010
[15] Väteraufbruch für Kinder Karlsruhe: Fallbeispiele – Schicksale von Vätern, Müttern und Kindern
[16] Prozess: Vaterpflichten sträflich vernachlässigt, Augsburger Allgemeine am 9. März 2010
[17] TrennungsFAQ-Forum: a) Vater mit 6 Kindern, b) Diskussion zu „Vater mit 6 Kindern“, c) Diskussion zu „Vater mit 6 Kindern“ – Nachtrag, d) Kommentar eines Foristen
[18] a) Die chinesische Ex Yun Chen von Holger, b) Kindeserziehung in Thailand: Die Story von Holger Diebel, c) Aus privaten Quellen.
[19] Aus persönlichen Gesprächen mit dem Obdachlosen Martin.
[20] TrennungsFAQ-Forum: Ein Fall wie Hunderttausend andere

2.5.1. Die Abtreibungsfrage

Der Kampf um das Kind beginnt nicht erst mit der Trennung der Eltern, die Wurzeln liegen schon weit vor der Geburt bei der Entscheidung, ob das Kind ausgetragen oder abgetrieben wird. Die Recht­sprechung zur Abtreibung und die Abtreibungs­praxis zeigen schon an, dass das Kind als Verfügungs­masse der Frau gesehen und ihr als Besitz zugeordnet wird. Für die Behandlung des Sorge­rechts­streits ist es wichtig zu verstehen, dass dort nur die Besitzrechte der Frau verteidigt werden. Viele Trennungs­väter ziehen in der irrigen Annahme zum Familien­gericht, die Regelung des Sorgerechts sei eine offene Frage. Wenn schon der Mann beim Thema Abtreibung keine Rolle spielt, wäre es naiv zu glauben, dass er beim Sorgerecht eine gleich­berechtigte Berücksichtigung fände.


Wir haben abgetrieben

Zum Thema Abtreibung wäre sehr viel zu sagen, vor allem, dass die Entscheidungs­freiheit der Frau und Vaterschaft zwei Konzepte sind, die nicht zusammen­passen.[1] Der Slogan von der Entscheidungs­freiheit der Frau soll jede weitere Diskussion unterbinden oder sogar jedem Nachdenken über die Abtreibungs­frage zuvorkommen.

Es ist aber das zentrale Anliegen dieses Buches, Nachdenken anzuregen und Diskussionen zu fördern, ohne dabei in Moral­diskussion zu verfallen. Folgende diskussions­würdige Fragen sollen aufgeworfen werden:

  1. Warum wird der Mann aus diesem Kernbereich der Familie ausgeschlossen?
  2. Warum wird der Mann kriminalisiert (bspw. Vergewaltigung in der Ehe) und die Frau straffrei gestellt (bspw. in der Abtreibungs­frage)?
  3. Warum werden seitens der Abtreibungs­befürworter so viele Lügen verbreitet?
  4. Was hat das Thema Abtreibung mit dem Genderismus zu tun?

zurückDie Rolle des Mannes

Es gehört zu den Tabus dieser Gesellschaft, die Rolle der Männer beim Schwanger­schafts­abbruch zu thematisieren.

Ein Betroffener spricht über seine Seelenqualen, seine Hilflosigkeit und Wut.

  • Kaum ein Mann spricht darüber, was die Abtreibung seiner Partnerin in ihm ausgelöst hat.
  • Praktisch bedeutete dies, dass jede Frau abtreiben konnte, die fand, ein Kind passe nicht in ihr (sic!) Leben.
  • 2007 beendeten deutsche Ärzte 114.000 Schwanger­schaften ohne medizinischen Grund, einfach weil die Mütter das so wollten – das ist in den ersten drei Monaten nach der Empfängnis ihr Recht. Jede achte Schwangerschaft endet so. Aber kaum einer spricht darüber. Abtreibung ist immer noch ein Tabuthema, halb verborgen unter einem Nebel diffuser Schuld­vorwürfe, wofür auch die Kampagnen der Abtreibungs­gegner verantwortlich sind.
  • Seit je gilt Abtreibung als Sache der Frauen – es ist ihr Kind, ihr Körper.[2]

Weitere Ausführungen zur Abtreibung finden sich im Abschnitt Feminismus. Nach einer Geburt kommt es nicht selten vor, dass eine Frau sich verändert, mit sich zu hadern beginnt und ihrem Mann die Schuld dafür gibt. In dieser Situation gibt das deutsche Familienrecht der Frau die Möglichkeit, ihren Mann loszuwerden und trotzdem den Zugriff auf seine Finanzen zu behalten. (siehe Abschnitt Unterhalt)

Bei der Schwangeren­beratung dreht sich alles um die Folgen der Abtreibung für die Frau. „Frauen bestimmen, wann und von wem sie ein Kind bekommen.“ Die Rolle der Väter wird völlig außer Acht gelassen und tabuisiert.[3] Nur sehr selten werden Väter im Zusammenhang mit Abtreibung überhaupt wahrgenommen:

„Die meisten Schwanger­schafts­konflikte sind auch Vaterschafts­konflikte.“
„Väter haben das gleiche Recht auf aktive Beteiligung an der Entscheidung über die Abtreibung wie Mütter, denen dieses Recht bereits eingeräumt wird. Eine der Schrift und dem Bekenntnis verpflichtete Kirche wird die Väter in die Schwanger­schafts­konflikt­beratung aktiv einbeziehen und sich politisch für ein Recht der Väter auf diese Einbeziehung einsetzen.“ [4]

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt eine Webseite mit dem Namen "schwanger unter 20". Dort betont die Ministerin, dass der Mann nichts zu sagen hat:

„Wichtig zu wissen ist deshalb, dass das Mädchen/die Frau das Einverständnis des Jungen oder des Mannes nicht braucht – weder zum Austragen der Schwangerschaft noch zu einem Schwanger­schafts­abbruch.“ [5]

Der Mann hat keine Rechte, sondern nur Pflichten:

„Wenn der Vater des Kindes seinen Unter­halts­pflichten nicht nachkommt, kann die Mutter beim Jugendamt den so genannten Unterhalts­vorschuss beantragen. Dieser wird maximal 72 Monate lang und höchstens bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres des Kindes gezahlt.
Ist die Vaterschaft noch nicht geklärt, wird der Unterhalts­vorschuss nur gewährt, wenn die Mutter mit dazu beiträgt, dass die Vaterschaft festgestellt werden kann. Denn das Jugendamt möchte die Möglichkeit haben, das Geld später vom Vater zurückzufordern.“
[5]

Von der Frau fordert die Ministerin nichts. Für den Unterhalt selbst sorgen, oder auch nur dazu beitragen, muss die Frau nicht. Sie muss der Ministerin nur dabei helfen, einen Zahler zu finden. Der darf, wenn die Frau es erlaubt, „die Geburt begleiten“.[6] Sicher ist nur eins:

„Wenn du als Vater nicht mit deinem Kind zusammenlebst, musst du grundsätzlich Unterhalt zahlen, sobald du ein eigenes Einkommen hast.“ [6]

Gnädigerweise räumt die Ministerin einem jungen Mann ein Recht auf „Beratung“ ein:

„Mit der Hilfe einer Beraterin oder eines Beraters kannst du in Ruhe klären, wie deine persönliche Haltung zur Schwangerschaft ist und welche Möglichkeiten dir deine rechtliche und finanzielle Situation bietet.“ [6]

In Klartext übersetzt bedeutet das, dass die junge Mutter mit seinem Kind einfach ins Frauenhaus verschwinden kann, vor dem jungen Mann 20 Jahre Zahl­knecht­schaft liegen und er sich seine Vaterschaft in die Haare schmieren kann. Aber so deutlich erklärt die Ministerin dem zukunfts­frohen männlichen Bürger seine „rechtliche und finanzielle Situation“ nicht.

Einen guten Rat hat die Ministerin aber noch:

„Atme tief durch und mach dir klar, dass du die Situation akzeptieren musst.“ [6a]

Die junge Schwangere hingegen muss die Situation nicht akzeptieren. Sie hat die Wahl.

zurückDie Rolle der Frauen

Simone de Beauvoir studierte Philosophie und war die Lebens­gefährtin des bekannten Philosophen Jean-Paul Sartre und war wohl auch eine Art Schülerin von ihm. Simone de Beauvoir galt als links­intellektuell (was bekanntlich immer dann besonders leicht fällt, wenn man selbst privilegiert ist) und vertrat wie Sartre einen „Atheistischen Existentialismus“.

Zentraler Gedanke der Existenz­philosophie ist:

  • „Der Mensch ist eine bestimmungslose, zur Freiheit verurteilte Existenz.“
  • Eine vorgegebene Grundnatur des Menschen gibt es nicht (einen Gott sowieso nicht), der Mensch ist lediglich so etwas wie gestaltbare Materie. Sein Wesen muss der Mensch durch eigenes Engagement erst selbst (er)schaffen.
  • „Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht.“

Aus diesen Grundgedanken des „Sichselbst­gestaltens“ (bis dahin ist man eigentlich kein „richtiger“ Mensch) leiten sich die einzelnen beauvoirschen Einstellungen ab:

  • Um zur Menschwerdung zu kommen, muss man sich möglichst von allen Zwängen befreien, die einen daran hindern sich selbst verwirklichen.
  • Die Welt ist vom Mann geprägt, die Frau ist dieser Welt ausgeliefert.
  • Familie und Mutterschaft sind in praxi Instrumente zur Unterdrückung der Frau.

Da Simone de Beauvoir die Frauen als von den Männern unterdrückte Wesen ansieht, ist der Kampf der Frau für Selbst­verwirklichung und Selbst­bestimmung gegen die Männer zu richten. Die Frau ist aus dem Gefängnis der Familie und von der Geißel der Mutterschaft zu befreien. Dazu gehört auch das Tötungsrecht am ungeborenen Kind.

Das Abtreibungsverbot behindert demnach die Frau in ihrer Selbstbestimmung und versagt ihr die vollständige Menschwerdung.
Entsprechend dieser Auffassung wird die Frau – makabrerweise – unter anderem erst dadurch zum „richtigen Menschen“, indem sie gegebenenfalls die „Menschwerdung“ eines noch ungeborenen anderen menschlichen Wesens straflos verhindern darf!

Simone de Beauvoir nahm denn auch in Frankreich an einer der ersten Abtreibungs­kampagnen teil. Die mitwirkenden Frauen – die allermeisten von ihnen ebenfalls sozial privilegiert und „intellektuell“ – bezichtigten sich hierbei der Abtreibung. Sie taten so, als ob es sich dabei – und das gerade bei ihrem Status (sic!) – um wahre Heldentaten gehandelt hätte.[7]

Alice Schwarzer ist stark vom Denken Jean-Paul Sartres und Simone de Beauvoirs beeinflusst. Sie war es auch, welche die Abtreibungs­kampagne nach dem Vorbild Beauvoirs in Deutschland kopierte.

zurückDie Schlüsselstellung der Abtreibung im Geschlechter­verhältnis

Die Frage der Abtreibung hat natürlich auch ihren moralischen und ethischen Aspekt. Es war sicherlich kein Fehler der Kirchen, das thematisiert zu haben, doch kam dabei die macht­politische Betrachtung zu kurz. Aus der Parole „Mein Bauch gehört mir“ wird die Forderung „Das Kind gehört mir“ und entwickelt sich über „Das Sorgerecht gebührt mir“ zu „Dein Geld (Unterhalt) gehört auch mir“. Väter­rechts­verbände versuchen schon lange erfolglos, das Thema Sorgerecht für Väter auf die politische Tagesordnung zu setzen. Was dabei verkannt wird ist, dass die Schlacht um das Sorgerecht schon beim Kampf um die Abtreibung verlorenging. Der springende Punkt dabei ist weniger die Frage, ob Abtreibungen überhaupt möglich sind oder ob sie straffrei bleiben, sondern die Tatsache, dass Frauen dabei ein Allein­verfügungs­recht haben. Das bringt die Machtverteilung zwischen den Geschlechtern vollkommen aus dem Gleichgewicht.

„Ob Kinder oder keine – entscheiden wir alleine“, der feministische Kampfspruch der 1970er Jahre, charakterisiert die asymmetrische Denkweise, welche die Diskussion um die Abtreibungs­gesetz­gebung geprägt hat. In diesem frauen­zentrierten Denken ist für Selbst­verwirklichung und Mensch­werdung des Mannes kein Platz. Im Gegenteil, „Die männliche Gesellschaft muss überwunden werden“ und unter der Parole „Die Zukunft ist weiblich“ wird dem Mann nur noch eine Rolle als Feindbild, Sündenbock und Zahlesel eingeräumt. Es ist für Feministinnen vollkommen unannehmbar, dass Männer in puncto Abtreibung etwas mit­zu­bestimmen hätten. Das zieht sich wie ein roter Faden über das Sorgerecht bis hin zum Unterhaltsrecht. Dass Männer dazu genötigt werden, für etwas zu bezahlen, wobei sie keinerlei Mitspracherecht haben, finden Feministinnen hingegen akzeptabel. Und so erklärt sich, warum es für Männer bis heute kein praktikables Sorgerecht gibt, während parallel dazu das Unter­halts­maximierungs­prinzip immer umfangreichere Formen annimmt.

Aus dem Gesagten erklärt sich auch, warum Frauen kein Schuld­bewusst­sein haben, wenn sie die gemeinsamen Kinder aus der ehelichen Wohnung entführen und dem Vater entfremden. Wenn Frauen im „Mein Bauch gehört mir“-Denken gefangen sind, mit „Sehen Sie zu, dass Sie die Kinder besitzen. Dann muss Ihr Mann für alles bezahlen.“ beraten werden und von Feministinnen schon im Kindesalter eingeträufelt bekommen, dass Männer böse und an allem Schuld sind, verwundert das nicht wirklich.

Das asymmetrische Denken, wie es der Feminismus hervorgebracht hat, verunmöglicht ein gleich­berechtigtes Miteinander von Frau und Mann. Wenn die Frau per se als Opfer schuldlos und straffrei gestellt wird und der Mann per se als Täter diffamiert und kriminalisiert wird, ist ein gedeihliches und konstruktives Zusammenleben schon vom Ansatz her nicht möglich. Der Feminismus bekämpft also nicht die Ungleichheit von Mann und Frau, sondern stellt sie her. Gerade in der Abtreibungs­frage wurde der giftige Pfeil tief in das Fleisch der Geschlechter­beziehungen getrieben.

zurückDie Rolle des Staates

Der Staat sorgt per Erziehung in der Schule dafür, dass Jugendliche als Kinder die Abtreibung als etwas Harmloses und Natürliches begreifen. Lehrer, welche den Kindern die Sachverhalte drastischer darstellen, werden zunächst von der Staats­räson ausgebremst, im Ernstfall von der geballten feministischen HelferInnen­industrie bekämpft.[8]

Wenn es um die Sexualisierung von Kindern geht, dann können diese dem Staat gar nicht jung genug sein. In allen Sexual­auf­klärungs­schriften der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden die Kinder mit Wort und Bild zur Früh­sexualität verführt. Der staatliche Sexual­kunde­unterricht ist davon geprägt, Heranwachsende dazu zu ermuntern, so früh wie möglich eigene sexuelle Erfahrungen zu machen.[9] Wenn es dann aber zu einem sexuellen Kontakt zu einem minder­jährigen Mädchen kommt, dann wird es für den Mann gefährlich. Auch, wenn es sich um eine 17jährige Edel­prostituierte handelt. Der Gesetzgeber geht dabei davon aus, dass Minderjährige noch nicht in der Lage sind, einer geschlechtlichen Beziehung mit einem Erwachsenen zuzustimmen.[10] Das hat auch der italienische Minister­präsident Silvio Berlusconi mit der marokkanischen Edel­prostituierten „Ruby“ erleben müssen. In Italien drohen drei Jahre Haft für Sex mit minder­jährigen Prostituierten.[11]

Eine minderjährige Schwangere darf nach dem Gesetz weder von ihrem Partner noch von ihren Eltern zur Abtreibung gezwungen werden, die Entscheidung über einen Schwanger­schafts­abbruch liegt ganz allein bei ihr selbst. Ob eine Einver­ständnis­erklärung der Eltern bei einem Schwanger­schafts­abbruch Minderjähriger benötigt wird, hängt vom Alter des Mädchens und von der Einschätzung des Reifegrades des Mädchens durch den Arzt ab.[12]

Liegt die Einwilligung der Eltern dagegen nicht vor, muss der Arzt/die Ärztin nach ärztlicher Erkenntnis überprüfen, ob eine Indikation für den Schwanger­schafts­abbruch gegeben ist und ob die hierfür erforderliche Einwilligungs­fähigkeit der Minder­jährigen vorliegt. Die Einwilligungs­fähigkeit ist nur dann gegeben, wenn die Minder­jährige die erforderliche Einsichts- und Urteils­fähigkeit über Bedeutung und Risiken eines Schwanger­schafts­abbruchs besitzt. Dies wird bis zum 14. Lebensjahr in der Regel zu verneinen, bei über 16-Jährigen dagegen regelmäßig zu bejahen sein und in der Zwischenzeit vom jeweiligen Reifegrad abhängen. Bei kindlichen oder stark beeinträchtigten Schwangeren wird ein entsprechender Reifegrad dagegen unabhängig vom Alter nicht vorliegen. In jedem Fall ist die Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit sorgfältig und gewissenhaft zu prüfen und sollte entsprechend dokumentiert werden.
Liegt die Einwilligungs­fähigkeit vor und willigt die schwangere Minder­jährige in den Eingriff ein, ist eine Zustimmung der Eltern aus strafrechtlicher Sicht nicht erforderlich und ein Widerspruch derselben unbeachtlich, da das Einwilligungsrecht im Sinne von 218a StGB höchst­persönlicher Natur ist.[13]

Dem Staat gilt also eine 16-Jährige bei der Wahl ihrer sexuellen Beziehungen, auch wenn sie es als professionelle Edelhure betreibt, als unreif und nicht voll geschäfts­fähig. Wenn es aber um eine Abtreibung geht, dann gilt sie plötzlich als reif genug und geschäfts­fähig, um darüber ganz alleine selbst zu entscheiden. Dann haben weder die Eltern, die für die Erziehung verantwortlich sind, etwas zu sagen noch der Erzeuger, der für den Unterhalt aufzukommen hätte, wenn die junge Frau sich dann doch für das Austragen des Kindes entscheiden würde.

Es wird hier wieder das für Frauen wenig schmeichelhafte Spiel deutlich, dass Frauen einerseits sehr weitgehende Rechte eingeräumt werden, ihren Lebensstil möglichst frei und selbstbestimmt zu gestalten, aber andererseits für die Folgen ihrer Lebens­entscheidungen möglichst nie verantwortlich gemacht und in die Pflicht genommen werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Rechts­auf­fassung von Pro Familia, einer Organisation, die Teil der HelferInnen­industrie ist und die erhebliche Einkünfte aus der Beratung Schwangerer erzielt.

Zu der Frage, ob bei einer Minder­jährigen ein Schwanger­schafts­abbruch durchgeführt werden darf, wenn die Erziehungs­berechtigten – aus nachvoll­ziehbaren oder willkürlichen Gründen – ihre Zustimmung verweigern, nimmt Pro Familia wie folgt Stellung:

Das OLG hat in der hier zu besprechenden Entscheidung aus der Kompromiss­formel des reformierten § 218 StGB „straflos, aber nicht festgestellt recht­mäßig“ eine grundsätzliche Gebärpflicht für Minder­jährige gefolgert, wenn die Eltern meinen, dies sei im Wohle ihrer Tochter. Der gedankliche Zirkel­schluss des Gerichts lautet wie folgt: wenn schon die Gesetzgebung den beratenen Schwanger­schafts­abbruch als nicht recht­mäßig einstuft, dann kann die elterliche Weigerung, einem von der Tochter gewünschten Schwanger­schafts­abbruch zuzustimmen, nicht missbräuchlich sein.[14]

Die Rechtslage in Deutschland besagt,

  • dass eine Minderjährige nicht geschäftsfähig ist.
  • dass eine Abtreibung als nicht recht­mäßig gilt, auch wenn sie nach dem Willen des Gesetzgebers straffrei bleiben soll.

Pro Familia diffamiert es als einen „gedanklichen Zirkel­schluss“, wenn ein Gericht an der geltenden Rechtslage festhält. Pro Familia meint zu wissen, dass dies „den Sinn des reformierten Abtreibungs­rechts“ verfehle. Höchster Wert sei die Entscheidungs­freiheit der Schwangeren, deshalb räume das Strafrecht – anders als die übrigen Rechtsgebiete, die in der Regel für die Wirksamkeit eines Vertrages die Zustimmung der Personen­sorge­berechtigten verlangen – der Schwangeren das alleinige Entscheidungs­recht ein. In der Regel entscheiden also Minder­jährige über diese höchst­persönliche Angelegenheit selbst und bedürften nur für übernommene zivil­rechtliche Pflichten der Zustimmung der Eltern.[14]

Für Pro Familia ist nicht die geltende Rechtslage maßgeblich, sondern die „Entscheidungs­freiheit der Frau“, auch wenn sie minder­jährig ist. Pro Familia opponiert also gegen geltende Gesetze und tut dies mit staatlicher Subvention aus dem Beratungs­geschäft.

Damit die „Entscheidungs­freiheit der (minder­jährigen) Schwangeren“ auch gegen den erklärten Willen der (sorge­berechtigten) Eltern gesichert werden kann, schalten die Jugendämter ein Vormund­schafts­gericht ein, um die fehlende Zustimmung zu einem Schwanger­schafts­abbruch gerichtlich ersetzen zu lassen.[14] Darüber, ob der Richter auf der Grundlage geltender Gesetze entscheidet oder nach dem Willen von Jugendamt und Pro Familia, gibt es keine Rechts­sicher­heit. Mit der General­floskel Kindeswohl ist der Rechtswillkür wieder Tür und Tor geöffnet.

Pro Familia vertritt also den Standpunkt, dass eine Tochter gegen den Willen der Eltern eine Abtreibung vornehmen lassen darf, obwohl diese als nicht recht­mäßig gilt. Nach diesem gedanklichen Kurzschluss dürften Söhne auch dem Freizeit­vergnügen nachgehen, fremder Leute Autos kurz­zu­schließen und anschließend den Tank leerzufahren. Nach dem Denkmuster von Pro Familia wäre diese strafrechtlich relevante Handlung ja eine „höchst­persönliche Angelegenheit“ der Jugendlichen selbst, in die die Eltern nicht dreinzureden hätten.

Der Staat tritt hier via Pro Familia als Finanzier der Familien­zerstörung auf und via Vormund­schafts­gericht als Rechtsbeuger, das den Willen der Eltern aushebelt.

zurückWo bleibt die Gleich­berechtigung?

An dieser Stelle kann und soll nicht die Abtreibungs­debatte der 1970er Jahre wiederholt werden. Es ist aber nicht einzusehen, warum allein Frauen das Recht haben, ein werdendes Kind einfach loszuwerden. Wo bleibt denn da die Entscheidungs­freiheit des Mannes? So wie Frauen sagen „Mein Bauch gehört mir!“ können mit gleichem Recht Männer sagen „Meine Brieftasche und mein Gehalt gehören mir!“. So wie Frauen mit der Kampagne „Wir haben abgetrieben!“ gegen den § 218 StGB vorgegangen sind, sollten die Männer endlich auch mit dem Bekenntnis „Wir haben die Unter­halts­zahlungen eingestellt!“ gegen den § 170 StGB vorgehen.

Dieses gewisse Maß an Gleich­berechtigung sollte für Frauen doch kein Problem darstellen, oder?

Die Familien­politik der letzten Jahrzehnte spricht aber eine andere Sprache. Da wurde die Letzt­entscheidung des Mannes (§ 1354, Abs. 1 BGB) abgeschafft und dafür die Letzt­entscheidung der Frau (§§ 218, 218a, 219 StGB) eingeführt.[15] Der Ausruf „Endlich gleich­berechtigt!“ [16] ist nicht annähernd zutreffend. Vielmehr ist der Begriff Gleich­berechtigung zu einer Chiffre für Besser­stellung der Frau und Entrechtung des Mannes verkommen.

„Es muss das persönliche Recht jeder einzelnen Frau bleiben, sich – aus welchen gewichtigen persönlichen Gründen auch immer – gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden.“ [17]

zurückLügen und Manipulationen

Der ehemalige Abtreibungs­mediziner Dr. med. Bernard Nathanson berichtet über die Taktiken der Abtreibungs­befürworter in den USA, mit welchen Mythen, Erfindungen und Lügen die amerikanische Öffentlichkeit überzogen wurde. Neueste Methoden der Massen­psychologie ausnutzend wurde die Situation dramatisiert systematisch, um genug Sympathie für die Legalisierung der Abtreibung zu gewinnen. Die Zahl der illegalen Abtreibungen in den USA betrug jährlich etwa 100.000. Die Anzahl aber, die wiederholt an die Öffentlichkeit und an die Medien weitergegeben wurde, war 1 Million. Die Zahl der Frauen, die in den USA jährlich bei illegalen Abtreibungen starben, lag zwischen 200 und 250 lag. Die Anzahl, die beständig wiederholt und an die Medien weitergegeben wurde, war 10.000. Diese Zahlen begannen, das öffentliche Bewusstsein Amerikas zu prägen und sie erfüllten ihren Zweck, Amerika davon zu überzeugen, die Abtreibungs­gesetze zu beseitigen. Es wurden Meldungen über angebliche Umfragen lanciert, wonach die Mehrheit der Amerikaner für eine Legalisierung der Abtreibung wäre. Das ist eine sehr erfolgreiche Taktik der sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Denn wenn man der Öffentlichkeit lange genug sagte, dass jeder für die Legalisierung der Abtreibung war, dann würde automatisch mit der Zeit wirklich jeder für die Abtreibung sein. Nur sehr wenige Leute sind gern in der Minderheit.[18] Eine ähnliche Taktik dürfte vorliegen bei der Propagierung der Flickwerk-Familie, der Benachteiligung der Frau und der Gewalttätigkeit des Mannes. Es ist die Taktik des steten Tropfens, der den Stein höhlt. Jede Lüge, und sei sie noch so absurd, wird geglaubt und als Fakt akzeptiert, wenn sie nur oft genug wiederholt wird. Das ist die Grundlage, auf der politische Propaganda funktioniert.[19]

Dr. Bernard Nathanson gründete 1968 zusammen mit dem Journalisten Lawrence Lader, der Feministin Betty Friedan und der New Yorker Politikerin Carol Greitzer die „Nationale Vereinigung für die Aufhebung des gesetzlichen Abtreibungs­verbotes“ („National Association for Repeal of Abortion Law“, NARAL, später in „National Abortion Rights Action League“ und dann in „National Abortion and Reproductive Rights Action League“ umbenannt) und sie war es auch, die den Prozess Roe vs. Wade vor dem obersten Gerichtshof der USA im Januar 1973 finanzierte und dadurch die Legalisierung der Abtreibung erzwang. Damit wurde der Schwanger­schafts­abbruch automatisch unter das Recht auf Privatsphäre gestellt.

In Deutschland gipfelten die Manipulationen in der „Stern-Kampagne“, angeführt von Alice Schwarzer:

  • „Ich habe abgetrieben!“ [20]
  • Ich habe doch nicht abgetrieben! „Aber das spielte keine Rolle. Wir hätten es getan, wenn wir ungewollt schwanger gewesen wären.“ [21]
Manipulation durch gefälschte Statistiken

Am Anfang stand also eine Lüge. Und in der Folge wurde keine Lüge oder Fakten­fälschung ausgelassen, die geeignet war das behauvoirsche Weltbild durchzusetzen, wonach ein ungeborenes Kind nur ein Fleisch­klumpen ist, dem sich eine Frau jederzeit entledigen kann. Manipulationen und Fakten­verdrehung sind das Kerngeschäft des Feminismus von Anfang an und das setzt sich heute in der Lohn­diskriminierungs­lüge fort. Manipuliert wurde unter anderem mit gefälschten Statistiken, die zur Meinungsmache missbraucht wurden bzw. werden. Beispiele dafür sind:

These: „500.000 Frauen sterben jährlich in Indien an illegalen Abtreibungen“ (Worldwatch Paper No. 97).
In Wirklichkeit: Zahl aller Todesfälle bei indischen Frauen im gebärfähigen Alter: 500.000 …

These: „Jedes Jahr 500.000 illegale Abtreibungen in Kanada, tausende Frauen sterben dabei.“ (Hansard 11. Februar 1969)
In Wirklichkeit: Die tatsächliche Gesamtzahl der Todesfälle durch Abtreibung beträgt in den 14 Jahren vor der Legalisierung 306!

These: Die Zahlen der illegalen Abtreibungen haben die Pro Aborts 1963 mit 25-75.000 angegeben, 1967 sollten es angeblich 100-300.000 sein und 1969 dann eine halbe Million. „2000 Italienerinnen starben 1974 durch illegale Abtreibungen.“ (Hansard 7. Februar 1975)
In Wirklichkeit: Die Todesrate bei Italienerinnen im gebärfähigen Alter liegt im selben Jahr bei 259 (!) Todesfälle, darunter durch illegale Abtreibungen 20 (!!) (Welt­gesundheits­organisation, Statistik für Italien 1974)

These: „Mehr als 400.000 Frauen in Brasilien sterben jedes Jahr durch illegale Abtreibungen.“ (Brazilian Parliament Meeting, Women’s Health & Reproduction Rights 13. Nov. 1991)
In Wirklichkeit: Die Gesamtzahl der verstorbenen Frauen im gebärfähigen Alter beträgt in Brasilien: 40.000 (UN Demographic Yearbook 1988). Auf eine gestorbene Brasilianerin kommen also rechnerisch 10 Sterbefälle wegen illegaler Abtreibung?!

These: „Die Zahl der jährlichen Abtreibungstode (in Mexiko) liegt bei ca. 100.000!“ (Mexico Institute of Sexology)
In Wirklichkeit: Die Gesamtzahl der Frauen zwischen 15 und 44, die jährlich an allen Todes­ursachen sterben liegt bei 20.000. (WHO Statistics Annual 1989) [22]

Manipulation durch die Sprache

Mit der gekonnten Auswahl der Worte lässt sich vieles manipulieren, verschleiern und schönreden. Durch geschicktes Umschreiben und Einführen neuer Begrifflichkeiten wird das Reale einfach verdrängt. Diese Sprach­manipulation wird im orwellschen Roman als Neusprech beschrieben. Gerade bei der Frage der Abtreibung wird davon häufig Gebrauch gemacht:

  1. Das Zerstückeln und Töten eines einmaligen menschlichen Lebens wird als Abtreibung, Schwanger­schafts­abbruch, teilweise sogar als Schwanger­schafts­unter­brechung (ist die Schwangerschaft etwa fortsetzbar?) umschrieben.
  2. Es ist sicherlich auch angenehmer, nur einen unbedeutenden Zellklumpen, Schwanger­schafts­gewebe, Embryo, Fötus oder eine nichts­sagende Frucht beseitigen zu lassen, als ein kleines ungeborenes Kind töten zu lassen.
  3. Beachte:
        Wenn eine Frau ihr Kind abtreiben will, nennt sie es „Fötus“.
        Wenn sie es aber zur Welt bringen will, nennt sie es „Baby“.
    Haben Sie schon einmal gehört, dass jemand eine schwangere Mutter gefragt hätte:
    „Was macht dein Fötus?“ oder: „Strampelt der Fötus schon?“
  4. Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) wirbt in ihren Aufklärungs­schriften dafür, die Dinge beim Namen zu nennen und nicht um den heißen Brei herum zu reden. Diese Vorsätze werden allerdings merkwürdigerweise beim Thema Abtreibung strikt über Bord geworfen. Man findet bspw. in der Broschüre „Sichergehn – Verhütung für Sie und Ihn“ (S. 64) folgende „schwammige“ Umschreibung: „Die gebräuchlichste und schonendste Methode ist die Absaugung der Schleimhaut und der Frucht; das dauert ca. 5-10 Minuten.“ Kann man diesen Vorgang noch euphemistischer und verharmlosender umschreiben? [22]

„Ein Embryo ist im Ergebnis der erfolgreichen feministischen Lobbyarbeit kein Mensch mehr.“ [23]

Manipulation durch Diffamierung Andersdenkender

Bernard Nathanson berichtet über die Strategie der Diffamierung Anders­denkender:

Die wichtigste und wirkungsvollste Taktik, die wir (NARAL) zwischen 1968 und 1973 benutzten, war die katholische Karte.
Dies ist eine Taktik, die […] für dieses Land von immensem Interesse ist. Lassen Sie mich die Umstände damals beschreiben. 1968 war die Krise, der Höhepunkt des Vietnamkrieges. Es war der Höhepunkt des völligen Widerstands in den USA gegen diesen Krieg. Die Anti-Kriegs-Strömung hatte die Medien eingenommen. Die Medien waren durchweg gegen Vietnam. Sie hatte die Jugend und die College-Studenten erfaßt. Sie hatte die Intellektuellen Amerikas eingenommen. Jeder war wie alle. Jeder war intellektuell, hatte Beziehungen zu den Universitäten und den Akademien und war gegen den Krieg. Wir griffen nun die eine größere Organisation in den USA an, die diesen unpopulären Krieg immer noch unterstützte; es war die katholische Kirche und besonders die katholische Hierarchie. Und so identifizierten wir die katholische Kirche mit der Unterstützung des Vietnamkrieges und stellten gleichzeitig die katholische Kirche als Hauptgegner der Abtreibungs­reform heraus. Auf diese Weise gewannen wir alle jene Gruppen, die gegen den Vietnamkrieg waren. Wir gewannen die Studenten, die Intellektuellen und, was am wichtigsten war, die Medien. Diese katholische Karte war äußerst wichtig. Was wir ferner taten war, wir vermieden es, alle Katholiken über einen Kamm zu scheren, denn das hätte uns geschadet. Wir brauchten eine gewisse Unterstützung von – unserer Meinung nach – aufgeklärten, intellektuellen Katholiken. Wir griffen auch nicht den Papst an, denn das hätte zu viele Sympathien in einer Gegenbewegung erweckt.
Stattdessen nahmen wir die katholische Kirchen­hierarchie, ein hübscher, nebulöser, verschwommener Sammel­begriff mit genug Unklarheit, um alle diese liberalen, intellektuellen Kriegsgegner und auch alle anderen, die wir brauchten, besonders die Medien zu überzeugen, daß die katholische Kirche, und besonders die katholische Hierarchie, der Schuldige beim Widerstand gegen die Abtreibung war. Diese Platte wurde nun endlos gespielt. Was ich Ihnen hier heute mitgebracht habe, sind gewisse interne Dokumente, die ich mitgenommen habe, als ich 1975 die Abtreibungs­bewegung verließ. Diese Dokumente sind interne Rundbriefe, die von der Leitung, von uns, an die Aktions­gruppen versandt wurden. Es geht darin wiederholt um die katholische Karte, um das katholische Übel. Das alles wurde ausgefiltert und an die Medien geschickt. Die Medien nahmen das Thema auf und hämmerten es der amerikanischen Öffentlichkeit ein. Lassen Sie mich Ihnen einige Ausschnitte aus diesen Papieren vorlesen, daß Sie das Bösartige, die ätzende Schärfe dieser anti­katholischen Karte verstehen. Dies ist ein Rundbrief vom 12. Mai 1972 von NARAL. Es heißt darin über den Präsidenten Nixon: „Er schaltete sich in den New Yorker Rechtsstreit über die Abtreibung ein und verbündete sich – offenbar in dem Wahn, damit ein paar Stimmen zu ergattern – mit Kardinal Cooke und der katholischen Hierarchie. Gleichzeitig bedrohte er die Abtreibungs­rechte in Michigan, wo es zu einem Volks­entscheid kommen soll, und setzte die Bundes­autorität und die Staatsmacht rücksichtslos ein, um die Gerichte und die Wählerschaft damit nieder­zu­schlagen, wenn es anderswo um Abtreibung geht. Mr. Nixon hat fleißig mitgemischt, als die katholische Hierarchie im letzten Monat bewies, daß sie sich auf einen erschreckenden Kurs versteift hat: die Abtreibungs­frage in einen Religionskrieg zu verwandeln.“ Beachten Sie das ständige Herumreiten auf diesem Thema! „Man kann daraus nur eine Schlußfolgerung ziehen: die katholische Hierarchie ist entschlossen, dem Land ihren Willen über die Abtreibung aufzuzwingen. Was in den nächsten Jahren mit unseren Menschen­rechten geschieht, hängt davon ab, was mit der Abtreibung geschieht. Wenn der Bill of Rights in der Verfassung der USA überleben soll, dürfen wir niemals zulassen, daß Kardinal Cooke in unseren Schlaf­zimmern bestimmt. Wir dürfen niemals zulassen, daß das katholische Dogma die Zuständigkeit für die Gesetz­gebung übernimmt, wie es dies in New York getan hat, und versucht, jede Frau zu zwingen, gegen ihren Willen ein Kind zu gebären. Wir haben eine schreckliche Lektion gelernt. Das katholische Vorgehen ist unerbittlich und dies ist erst der Anfang. Wie wir alle wissen, kommt der Widerstand gegen die Abtreibungs­gesetze von der katholischen Kirchen­hierarchie, nicht von der Mehrheit der Katholiken.“ Verstehen Sie, was wir hier machten war, wir trennten die intellektuellen, fortschrittlichen, liberalen Katholiken von der Kirchen­hierarchie und trieben damit einen Keil in den katholischen Widerstand gegen die Abtreibung. „Umfragen bestätigen immer wieder“, das ist nun die gefälschte Umfrage, „daß die Mehrheit der Katholiken eine Reform der Abtreibung befürwortet.“ Das ist 1968, als eine solche Einstellung bei Katholiken unvorstellbar war. Wir behaupteten weiter: „Bei Frauen, die den Abtreibungs-Beratungs-Service in Anspruch nehmen, entspricht der Anteil der katholischen Frauen, die abtreiben lassen, dem katholischen Anteil an der US-Gesamt­bevölkerung.“ Eine faustdicke, unverschämte Lüge!
In New York spielten die katholischen Frauen für eine Revision der Abtreibungs­gesetze (weiter im Dokument) „eine einflußreiche Rolle in unserer Kampagne. Es ist keineswegs so, daß alle gläubigen Katholiken Abtreibung für sich selbst für richtig halten. Aber viele glauben, daß Frauen freie Wahl haben sollten bei etwas, was im Grunde eine private Entscheidung ist. Ein Weg, die Polarisierung an der religiösen Front, die durch die heftige Opposition der römisch-katholischen Kirche gegen die Abtreibung entsteht, zu mildern, ist, die Teilnahme der Katholiken, die die offizielle Position ihrer Kirche nicht übernehmen, bei der Bewegung für die Revision zu unterstützen. Organisiert Katholiken für die Änderung der Abtreibungs­gesetze!“ Sie können hier die Klugheit dieser Taktik sehen, wie wir versuchten, die Katholiken, die über das Thema noch im Zweifel waren, zu überzeugen, daß die Kirchen­hierarchie reaktionär, unliberal und unaufgeklärt war und daß sie, die aufgeklärten Katholiken, wenn sie liberal erscheinen wollten, auf unsere Seite überwechseln mußten.
Ein weiteres Dokument: Das Protokoll eines Treffens auf hoher Ebene in den USA in Chicago am 9.1.1971. Ich war bei diesem Treffen dabei. Es war die Elite unserer Bewegung. Teilnehmer aus der Politik, eine Anzahl Kongreß­abgeordneter, ein oder zwei Senatoren und verschiedene andere gewählte Beamte. Ein Ausschnitt aus dem Protokoll lautet: „Der Haupt­widerstand gegen eine Änderung der Abtreibungs­gesetze kommt von der römisch-katholischen Kirche und von Gruppen wie der Right-to-Life-Movement, die von der römisch-katholischen Kirche organisiert und finanziert werden. Alle Anwesenden hatten Beweise über die Taktik der Opposition in Form von Wahlkampf­kampagnen gegen Abtreibungs­befürworter, Hirtenbriefe usw. gesehen. Vorgeschlagene Wege, dieser Opposition entgegen­zu­treten, waren: die römisch-katholischen Gesetzgeber, die die Abtreibungs­reform befürworten, aktiv zu unterstützen und die Meinung einer Minderheit innerhalb der Kirche zu unterstreichen von Leuten wie Robert Dryman, der zu diesem Zeitpunkt Kongreß­abgeordneter und einer der Führer der Abtreibungsreform war, und von Kardinal Cushing (das ist wieder eine ganz unverfrorene Lüge), er war nie für eine Abtreibungs­reform, aber wenn wir verbreiteten, daß er es war, würden wir eine große Anzahl unentschiedener Katholiken überzeugen, daß unsere Position die richtige und aufgeklärte Position war.
Schließlich noch ein letztes Dokument von NARAL unter dem Titel „Profil der Opposition“ in dem folgendes festgestellt wird: „Die Opposition stellt eine Bedrohung dar“ („Opposition“ war ein Code-Wort für die katholische Kirche), „sie stellt eine Bedrohung dar weil sie a) über beträchtliches Kapital verfügt, b) innerhalb eines mächtigen, einflußreichen und gut etablierten organisatorischen Rahmen arbeitet, mit einem Verbindungsnetz, das eine schnelle und gehorsame Aktion gewährleisten kann. Ihre Argumente sind um emotions­beladene Begriffe herum aufgebaut, die Uniformierte verwirren können, und schließlich fördert ihre Vorgehens­weise eine religiöse Polarisierung, die die demokratische Gesellschaft gefährdet.“ Wenn hier jemand die religiöse Polarisierung vertrat und predigte, so waren wir das – und gleichzeitig machten wir es der katholischen Kirche zum Vorwurf. Eine sehr aggressive und sehr einträgliche Taktik – seien Sie versichert.
Was war die Bedeutung dieser ganzen Hetz­kampagne und Propaganda?
1.) Sie überzeugte die Medien, daß jeder, der gegen Zulassung der Abtreibung war, ein Katholik oder ein heimlicher Katholik sein mußte oder unter dem Einfluß der katholischen Hierarchie stand.
2.) Sie überzeugte mit der Erklärung, daß Katholiken, die für Abtreibung waren, laut Definition liberale, aufgeklärte, intellektuelle, fortschrittliche Menschen sein mußten. Wir brauchten eine Belohnung für alle Katholiken, die auf unsere Seite überwechselten. Wir machten den Standpunkt der Abtreibungs­befürworter zu dem Standpunkt, der trendgemäß, sexy und kultiviert war.
3.) Es ging der Einfluß dieses Materials dahin, daß es keine nicht-katholischen Gruppen gab, die gegen Abtreibung waren.
Damals und immer noch einstimmig gegen Zulassung der Abtreibung waren: die östlichen orthodoxen Kirchen, die „Churches of Christ“, die „American Baptist Association“, die Lutherische Kirche, die Methodistischen Kirchen, Islam, das orthodoxe Judentum, die Mormonen, die Assemblies of God (die größte Pfingstgemeinde in den USA mit etwa 15 Mill. Mitgliedern). Die folgenden religiösen Gemeinschaften nahmen eine gemäßigte Haltung ein, billigten aber nicht die Freigabe der Abtreibung: die „Lutheran Baptist Convention“, die Amerikanisch-Lutherische Kirche, die Presbyterianische Kirche und Amerikanisch-Baptistischen Kirchen in den USA.
Nun, ich gebe zu, daß das eine sehr eindrucksvolle Liste von nicht katholischen Gruppen ist, die unerbittliche Gegner der Abtreibung waren, aber wir hätten nie zugelassen, daß diese Liste veröffentlicht wurde und wir hätten nie den Gedanken aufkommen lassen, daß es vielleicht noch eine andere als die katholische Opposition geben könnte. […]
In diesen Dokumenten […] erklärten wir, es sei falsch und verfassungs­widrig für religiöse Gruppen, wie die katholische Hierarchie und die katholische Kirche, Widerstand gegen die Abtreibungs­reform zu leisten und sich in Dinge einzumischen, die im Grunde zum politischen und nicht sektiererischen Bereich gehörten. Wir behaupteten, das sei eine Verletzung der Trennung von Kirche und Staat, die in der amerikanischen Verfassung verankert ist. Was wir dabei (und mit „wir“ meine ich wieder die NARAL) geflissentlich verschwiegen und ignorierten, war, daß es keineswegs neu in der Geschichte der USA war, daß religiöse Gruppen stark politisch Partei ergriffen. 1850 und 1860 zum Beispiel waren es protestantische Geistliche, die die Bewegung gegen die Sklaverei praktisch leiteten. Wir vergaßen geflissentlich, daß Martin Luther King, der die Bürger­rechts­bewegung in den USA leitete, ein protestantischer Geistlicher war, und wir vergaßen, daß katholische Priester wie die Barrigans, Daniel und Philip Barrigan selbst sehr aktiv in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg waren. [… Sie waren] mehrere Jahre wegen Anti-Vietnam-Aktivitäten verhaftet […] und es gab hier keine Verletzung der Trennung von Kirche und Staat. Es kam eben ganz darauf an, vor wessen Karren der Ochse gespannt war.[24]

Diese Strategie wird auch anderswo erfolgreich angewandt, beispielsweise bei der „Normalisierung“ der Homosexualität von einer psychischen Störung zu einem Life-Style, siehe: Homosexuelle Gewalt gegen Anders­denkende.

Teilwahrheiten als Erfolgsstrategie

Die Lüge ist das Vehikel der Kultur des Todes. Sie arbeitet mit Teilwahrheiten, dem Umdeuten von Begriffen und sie appelliert an Gefühle unter Ausschaltung der Reflexion (Mitleid, scheinbare Zuwendung zum Leidenden, Appelle an Barmherzigkeit werden mobilisiert, extreme Einzelfälle als typisch dargestellt). Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch, dass sich alles nach der Logik der Mächtigen richtet: der Geborenen, die Schwierigkeiten aus dem Weg gehen wollen, der Gesunden, die sich nicht vorstellen können, dass ein Leben mit Leiden wertvoll ist, der Reichen, die sich ein langes Leben ohne Leiden einrichten möchten, der Forscher, die sich Ruhm erhoffen, der Konzerne, die von Wachstums­märkten der Zukunft beim Produkt „Menschen­material“ träumen … So wird das Undenkbare von gestern, zum Gewöhnungs­bedürftigen von heute und zum Selbstverständlichen von morgen … Der weitgehend unbemerkte Marsch der Demokratie in die totalitäre Kultur des Todes findet statt. [22]

Einzelschicksale als bewährte Taktik

Folgendes Schema wird oft angewandt: Ein Notstand wird an Hand von Einzel­schicksalen dramatisch dargestellt, es folgt die Behauptung, diese Not sei allgegenwärtig, und dann wird die ideologisch vorgefertigte Lösung angeboten und zugleich mit ihr verkündet, der Staat werde nun, wohltätig wie er eben ist, handeln – flächendeckend, versteht sich, und im Sinn der Ideologie, rasch und ohne Widerspruch zu dulden. Wer dennoch nein sagt, ist „nicht fortschrittlich“, „veraltet“, „rückwärts­gewandt“, gehört eigentlich zum Schweigen gebracht, wenigstens dadurch, dass man mit ihm nicht spricht. Die Diskussion flammt nur kurz auf, aber nicht zur Klärung, sondern als Alibi.[22]

zurückUmwertung aller Werte

Heute ist Abtreibung in der Öffentlich­keit als „Recht der Frau“ und nicht als Ergebnis einer gezielten Massen­manipulation verankert. Das Bewusstsein, dass Abtreibung noch vor wenigen Jahrzehnten als moralisch fragwürdige Angelegenheit galt, ist verloren gegangen. Möglicherweise ist dies ein Parade­beispiel für die „Umwertung aller Werte“ von der bereits Nietzsche sprach.

Abtreibung und Genderismus

„In Schweden dürfen ungeborene Kinder aufgrund ihres Geschlechts abgetrieben werden. Das hat die Nationale Sozial- und Gesundheits­behörde in Stockholm entschieden. […] Die Gesundheits­behörde entschied, dass Abtreibungen aufgrund eines unerwünschten Geschlechts nicht verweigert werden dürfen.“ [25]

Unglaublich! Man kann Kinder abtreiben, wenn einem das Geschlecht nicht passt? Mit der Legalisierung der Abtreibung wurde ein Fass aufgemacht, dessen Boden offensichtlich noch nicht erreicht ist. Irgendwann kann man das Neugeborene nach der Geburt töten, wenn einem seine Nase nicht gefällt …
Und das in einer Welt, in der immer von „Humanität“ gefaselt wird … Oder besser: Willkommen in der Welt des Genderismus?
Wo bleibt der Unterschied zu den Nazis, die auch für sich das Recht beansprucht haben zu entscheiden, was lebenswert und was nicht lebenswert ist? Ein Kind wegen seines Geschlechts abzutreiben ist Geschlechter­rassismus.

Abtreibung bei Jugendlichen unter Ausschaltung der Familie

Heranwachsende Frauen unter 16 dürfen (in Großbritannien und den USA) weder Zigaretten noch Alkohol kaufen, aber ohne Zustimmung der Eltern abtreiben.

Die am 23. Januar 2006 veröffentlichte Entscheidung des obersten britischen Gerichtshofes besagt, dass Jugendliche Abtreibungen vornehmen lassen dürfen, ohne die eigenen Eltern über ihre Situation und diesen Schritt in Kenntnis gesetzt zu haben.

Eine 52jährige Mutter hatte versucht, das derzeit gültige Gesetz anzufechten, weil sie eine „bitter bereute“ Abtreibung bewegte, die sie 20 Jahren zuvor selbst durchführen ließ. Richter Stephen Silver betonte allerdings, dass kein Elternteil das Recht habe zu wissen, ob die eigene Tochter sich um eine Abtreibung bemühe oder nicht.

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen keine Zigaretten, keinen Alkohol und auch keine Feuerwerks­körper kaufen. Nicht einmal ein Schmerzmittel darf ohne die Zustimmung der Eltern an Schulkinder abgegeben werden. Und wenn Kinder ihre Ohren piercen wollten, müssten sie auch die Zustimmung ihrer Eltern beibringen. Aber eine Jugendliche darf die Entscheidung fällen, ein entstehendes Leben zu beenden, ohne dass seine Eltern etwas darüber wissen.[26] Ist es übertrieben wenn man feststellt, dass hier Wertmaßstäbe gewaltig verrutscht sind?

Die „Pille danach“ kann schon an 14-Jährige ohne Einwilligung der Eltern abgegeben werden. Sie dürfen noch nicht wählen, Auto fahren oder Zigaretten kaufen, bis sie 18 sind, aber schon Entscheidungen über Leben oder Tod treffen.[27]

Abgesehen von der Frage, wie Abtreibung an sich zu bewerten ist, zeigt sich hier der Staat in seiner Rolle der Familien­zersetzung, indem er in totalitärer Manier seine Sicht der Dinge im privaten Lebensbereich durchsetzt. Er bricht in die Familie ein, indem er die Rolle des Familien­ober­haupts als Letzt­entscheiders für sich beansprucht, die Eltern­funktion aufhebt und sich an ihre Stelle setzt.

Freigabe von Embryonen

Auch beim Embryonen­schutz­gesetz wird das „Kindeswohl“ gedreht, bis es in den Willen der Frau passt. Eine Witwe wollte von ihrem toten Ehemann schwanger werden und verklagte eine Klinik erfolgreich auf Herausgabe von Eizellen, die mit dem Sperma ihres Mannes befruchtet und dann tief gefroren waren.

Während die erste Instanz noch entschied, das Kindeswohl müsse Vorrang haben vor dem Wunsch der Eltern nach Kindern, entschied das Rostocker Ober­landes­gericht, dass die Klinik die künstlich befruchteten Eizellen an die Witwe herausgeben muss. Wie schön, dass das Kindeswohl flexibel ist. Die Rechts­anwältin der Witwe führte an, dass viele Kinder heute ohne ihren leiblichen Vater in Patchwork-Familien oder bei der allein­erziehenden Mutter leben würden. Da müsse die rechtliche Auffassung zur Kindes­wohl­gefährdung eben dem Wunsch der Frau angepasst werden.

Der Moralphilosoph Dieter Birnbacher befindet darüber hinaus, dass die Frage, ob der Vater bei einer künstlichen Befruchtung noch lebe, ethisch gesehen völlig unerheblich sei.[28]

zurückRechtslage in Deutschland

Der Schwanger­schafts­abbruch ist in Deutschland im § 218 des Straf­gesetz­buches geregelt. Abtreibung ist rechtswidrig, nach heutigem Recht aber bis zum dritten Schwanger­schafts­monat straffrei, wenn vor dem Eingriff eine Schwanger­schafts­konflikt­beratung stattgefunden hat.

§ 218 StBG
Schwangerschaftsabbruch
(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwanger­schafts­abbruch im Sinne dieses Gesetzes.
(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheits­strafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. gegen den Willen der Schwangeren handelt oder
  2. leichtfertig die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesund­heits­schädigung der Schwangeren verursacht.
(3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheits­strafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.
(4) Der Versuch ist strafbar. Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft. [29]

Diese Klarstellung ist notwendig, weil öffentlich immer wieder von einem Recht auf Abtreibung für Frauen gesprochen wird. Tatsächlich ist im deutschen Recht nirgends ein Recht auf Abtreibung kodifiziert, vielmehr gilt Abtreibung weiterhin als Straftat. Die Schwangere wird allerdings nicht nach § 218 bestraft, wenn die Abtreibung nach einer Beratung nach § 219 von einem Arzt vorgenommen worden ist und seit der Empfängnis nicht mehr als zwei­und­zwanzig Wochen verstrichen sind.[30] Eine Abtreibung kann ja nicht plötzlich keine Straftat mehr sein, nur weil eine „Beratung“ stattgefunden hat. Das wäre ja so, als wenn ein Bank­überfall weniger strafbar wäre, nur weil der Täter sich zuvor von einem Finanz­berater beraten ließ.

Über die „Beratungs­lösung“ wurde eine lange und erbitterte Ausein­ander­setzung geführt.

§ 219 StBG
Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage
(1) Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen. Dabei muß der Frau bewußt sein, daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der Rechts­ordnung ein Schwanger­schafts­abbruch nur in Ausnahme­situationen in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt. Die Beratung soll durch Rat und Hilfe dazu beitragen, die in Zusammenhang mit der Schwangerschaft bestehende Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen. Das Nähere regelt das Schwanger­schafts­konflikt­gesetz.
(2) Die Beratung hat nach dem Schwanger­schafts­konflikt­gesetz durch eine anerkannte Schwanger­schafts­konflikt­beratungs­stelle zu erfolgen. Die Beratungs­stelle hat der Schwangeren nach Abschluß der Beratung hierüber eine mit dem Datum des letzten Beratungs­gesprächs und dem Namen der Schwangeren versehene Bescheinigung nach Maßgabe des Schwanger­schafts­konflikt­gesetzes auszustellen. Der Arzt, der den Abbruch der Schwangerschaft vornimmt, ist als Berater ausgeschlossen. [31]

Die „Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage“ als Legitimierung einer Abtreibung ist genauso Fiktion, wie die „unheilbare Zerrüttung“ als Scheidungsgrund Fiktion ist. Zur Erinnerung: Das Rechtsinstitut der Zerrüttung wird dann als unwiderlegbare Tatsache angesehen, wenn eine Trennung mindestens drei Jahre bestanden hat. Es reicht dazu aus, eine „intakte“ Ehe zu verlassen und sich die Trennungszeit mit so genanntem Trennungs­unter­halt auch noch finanzieren zu lassen, um den Scheidungsgrund „unheilbare Zerrüttung“ herbeizuführen. Für den Familien­richter kommt es in der Praxis wegen der „unwiderlegbaren Vermutungen“ des § 1566 BGB allein auf den Ehewillen der Ehegatten an, ob die Ehe gescheitert ist oder nicht.[32][33]

In gleicher Weise kommt es letztlich nur auf den Abtreibungswillen der Frau an, ob die Tötung eines Ungeborenen vorgenommen wird oder eben nicht. Denn so wie kein Richter de facto die „unheilbare Zerrüttung“ einer Ehe feststellt, sondern nur „unwiderlegbar“ nach der gesetzlich festgelegten Trennungszeit vermutet, so stellt de facto auch kein Richter die „Not- und Konfliktlage“ einer Schwangeren fest, sondern er nimmt es einfach als „gegeben“ hin, wenn die Schwangere nur eine Beratungs­stelle aufgesucht hat und einen Beratungs­schein vorweisen kann.

Im Familienrecht sind sowohl die „Not- und Konfliktlage“ einer Schwangeren als auch die „unheilbare Zerrüttung“ einer Ehe Fiktionen, die nur zur Verschleierung von Tatbeständen eingeführt wurden. Hätte man in das Gesetz unverblümt reingeschrieben, dass eine Ehe grundlos und jederzeit aufgelöst werden kann, dann wäre der Verstoß gegen den grund­gesetz­lichen Schutz der Ehe zu offensichtlich gewesen und es wäre auch auf Ablehnung in der Bevölkerung gestoßen. Damit junge Menschen überhaupt noch heiraten und den Ehebund eingehen, muss zumindest der Schein gewahrt bleiben.

Ähnlich verhält es sich mit der Legitimierung der Abtreibung. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass eine Schwangere jederzeit und absolut willkürlich ihre Leibesfrucht wie einen „Fleisch­klumpen“ beliebig entsorgen kann. Das wäre der Öffentlichkeit nicht gut vermittelbar. Für die gesell­schaft­liche Akzeptanz musste mindestens der Anschein einer „Not- und Konfliktlage“ erweckt werden, sozusagen als moralisches Feigenblatt.

In der Abtreibungs­frage entstehen auch groteske Situationen, weil es im deutschen Recht Situationen gibt, in denen einem Ungeborenen Rechte eines Geborenen zugestanden werden. So steht im BGB zur Erbfähigkeit:

§ 1923 BGB
Erbfähigkeit
(1) Erbe kann nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt.
(2) Wer zur Zeit des Erbfalls noch nicht lebte, aber bereits gezeugt war, gilt als vor dem Erbfall geboren. [34]

Hier ist die offene Frage, wie es rechtlich zu werten ist, wenn derjenige abgetrieben wird, der als geboren gilt?
Ist das dann eine Tötung oder Abtreibung und dazu vielleicht Erb­schleicherei?
Dieses Thema ist mit wenigen Worten nicht zu klären. Der Zeitpunkt der Menschwerdung bietet auf alle Fälle jede Menge Stoff zum diskutieren.

Abtreibung ist Mord

Die Einstufung einer Abtreibung als Mord wird für gewöhnlich katholischen und frei­kirchlichen Fundamentalisten zugeschrieben. Tatsächlich aber hat das Landgericht Coburg eine versuchte Abtreibung als versuchten Mord eingestuft.

Ein Arzt aus Thüringen wurde wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körper­verletzung und versuchten Schwanger­schafts­abbruchs zu zehn Jahren Gefängnis. Der Mediziner hatte – nach Ansicht des Gerichts – seiner Freundin blut­verdünnende Mittel verabreicht, um einen Schwanger­schafts­abbruch herbei­zu­führen.[35]

Das Urteil verdeutlicht wieder einmal drastisch das Ausmaß der Ungleich­behandlung von Männern und Frauen. Der festgestellte Tatbestand ist interessant: Nicht versuchte Abtreibung, nicht versuchter Totschlag, sondern klar und eindeutig versuchter Mord. Eine Abtreibung kann aber nun nicht deshalb kein Mord sein, nur weil der Täter eine (schwangere) Frau ist. Die Rechtspraxis in Deutschland zeigt aber, dass eine Frau einen „Zellklumpen, der ihr lästig ist“ straffrei und staatsfinanziert wegmachen (lassen) darf, während sich ein Mann nicht einmal den damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen entledigen kann. Wenn ein Mann hingegen einen „Zellklumpen, der ihm lästig ist“ wegmachen lässt, dann ist es Mord.

Unabhängig davon, ob man Abtreibung als „Entfernung eines Zellklumpens“ oder als „Tötung eines ungeborenen Lebens“ wertet, die sexistische Unterscheidung in der Recht­sprechung, ob der Täter männlich oder weiblich ist, spottet jeder Rechts­staatlich­keit.

Der Papst und die deutschen Bischöfe zur Schwanger­schafts­konflikt­beratung

Auch wenn sich tatsächlich Frauen in einer Notlage befinden und sich auch wirklich beraten lassen, so kann eine Schwangere doch in einer Beratungs­stelle auftauchen und verlangen „Ich will keine Beratung. Gebt mir einfach den Schein.“. Die Schwangere muss sich gar nicht auf das Beratungs­angebot einlassen.[36] Trotzdem hat sie einen Rechts­anspruch auf den die Abtreibung ermöglichenden Beratungs­schein, auch wenn sie die Gründe, die sie zum Schwanger­schafts­abbruch bewegen, nicht genannt hat.[37] So sagt der Beratungs­schein nichts darüber aus, ob auch eine Beratung stattfand und gerät zur Farce.

Das war dann auch der Grund, warum Johannes Paul II. davor warnt, dass die Kirche nicht mitschuldig werden dürfe an der Tötung unschuldiger Kinder. Diese Mitschuld sah er eben im Beratungs­schein, der de facto die alleinige Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung geworden war. Doch die deutschen Bischöfe, außer Erzbischof Dyba und Kardinal Meisner, wollten den Papst nicht folgen. Es folgte ein langjähriger Konflikt der deutschen Bischöfe mit Rom. Die Haltung des Vatikan war eindeutig: ein Nein zum Beratungs­schein, der zugleich Tötungs­lizenz ist. Weil das Gesetz in Deutschland den Lebensschutz durch die Beratung über den Nachweis der Beratung zum Mittel der Verfügung über das menschliche Leben macht, könne die Kirche daran nicht mitwirken.

Das Beratungs­konzept des deutschen Abtreibungs­straf­rechts ist kein Lebens­schutz­konzept, sondern ein Alibi für die Aufhebung des Tötungsverbots und eine Perversion echter Beratungs­arbeit. Es privatisiert die Befugnis, über Leben und Tod unschuldiger Menschen zu entscheiden. Damit verleugnet es den Rechtsstaat.[38]

Einschüchterung und Kriminalisierung Andersdenkender

Andersdenkende werden eingeschüchtert und kriminalisiert. So verbietet beispielsweise das Landgericht Mannheim die Meinungs­äußerung, dass Abtreiberinnen Kinder im Mutterleib ermorden, sie Kinder durch Abtreibung ermorden und/oder sie sich an einem Völkermord beteiligen. Gleichzeitig sieht das Gericht es aber als erlaubt an, diese Äußerungen als „Volks­verhetzung“ zu bezeichnen.[39] Von Völkermord darf also in Zusammenhang mit Abtreibung nicht gesprochen werden, von Volks­verhetzung hingegen schon.

Anmerkung in eigener Sache
Hierzu eine persönliche Stellungnahme:
Die Exfrau des Autors sorgte gegen seinen Willen für die eigene Schwängerung. Mit einem Kind von einem Deutschen wollte sie sich das Aufenthalts­recht in Deutschland sichern. Als sie merkte, dass dieser Plan nicht zum Ziel führte, ließ sie eine Abtreibung durchführen. So sieht es mit einer frauen­politischen Errungenschaft aus, die angeblich das Selbst­bestimmungs­recht der Frau sichert.
Und eine allgemeine Stellungnahme:
Der Herausgeber ist sich bewusst, dass er mit der Thematisierung der Abtreibungs­frage ein Minenfeld betritt. Aber dieses Buchprojekt will die Hintergründe der Familien­zerstörung beleuchten und da kann die Abtreibung nicht ausgespart bleiben. Es geht hier auch nicht um eine moralische Bewertung, sondern um die Ausleuchtung der familien­rechtlichen und macht­politischen Implikationen. Die moralische Bewertung möge ein jeder Leser für sich selbst vornehmen.
Es geht auch nicht vorrangig um die Abtreibung, sondern um das Phänomen, dass Frauen Kinder als ihr Besitz ansehen. Deshalb erschien es wichtig, dies als Vor­information für die nachfolgenden Abschnitte Sorgerecht, Kindes­entzug/-entführung, Kindeswohl-Begriff und die Vater­schafts­frage voranzustellen. Im „Kampf um das Kind“ nach einer Scheidung geht es immer wieder darum, dass Frauen das alleinige Sorgerecht beanspruchen, Umgangs­boykott begehen, Kinder als Faustpfand für Unterhalts­forderungen nehmen und auch die Bewertung des Straftat­bestandes Kindes­entziehung durch die Mutter. All diese Probleme scheinen sich auf den Satz „Mein Bauch gehört mir!“ zurückführen zu lassen. Deshalb ist dieser Abschnitt wichtig und nicht, weil der Papst sich dazu geäußert hat. Die Ausführungen sind weder als Parteinahme für die Abtreibungs­befürworter noch für die Abtreibungs­gegner zu werten.
Soziale Notlagenindikation

Dieser Abschnitt ist noch in Bearbeitung

Beratungspraxis: Beratungsschein ohne Beratung.

Abtreibung bis 12 Jahre.[40]

Die „Soziale Notlagen­indikation“ ist der mit Abstand häufigst genannte Grund für einen Schwanger­schafts­abbruch, eine für eine reiche Industrie­nation bedenkliche Begründung. Pro Familia sieht schon allein in der „Unerwünschtheit“ eines Kindes eine „Soziale Notlagen­indikation“ gegeben. Diese Einstellung ist ziemlich bedenklich, da wohl in den meisten Fällen jedes Kind, wenn es ungeplant kommt, zunächst „unerwünscht“ ist. Pro Familia hat dies in ihr Beratungs­konzept integriert und es gehört für sie zum Service, dass sie den abtreibungs­willigen Frauen direkt mit den Sozial­hilfe­anträgen hilft und diese Arbeiten sozusagen für sie erledigt, damit es für die Frauen keine zu starke Belastung wird.



Ein paar Links sollen der Vertiefung des Themas dienen.



[1] Pro-Leben: Entscheidungsfreiheit der Frau und Vaterschaft sind zwei Konzepte, die nicht zusammenpassen
[2] Schicksal: Wir haben abgetrieben, Zeit am 12. Februar 2009
[3] Karl-Heinz B. van Lier: Wenn Männer nicht mehr Väter werden wollen. Von den Ursachen, Auswirkungen und Konsequenzen einer vaterlosen Gesellschaft., 23. Januar 2008
[4] „59 Thesen zu Kirche, Staat und Feminismus heute“ PDF-Dokument
[5] schwanger unter 20: Rechtliches zum Schwanger­schafts­abbruch, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
[6] schwanger unter 20: Die Geburt begleiten
[6a] schwanger unter 20: Das Kind bekommen oder nicht?
[7] Georg Friedenberger: „Die Rechte der Frauen. Narrenfreiheit für das weibliche Geschlecht?“, Selbstverlag 1999, ISBN 3-00-004970-3, Seite 17f. PDF-Dokument
Wikipedia: Wir haben abgetrieben!
[8] Femokratie-Blog: Lehrer agitierte gegen Abtreibung, 9. März 2009
[9] Gabriele Kuby: „Verstaatlichung der Erziehung. Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen.“, Fe-Medienverlag 2007, ISBN 3-939684-09-0, S. 48-54; „Die große Umerziehung“, Dossier der Jungen Freiheit HTML-Dokument PDF-Dokument
[10] USA: Fotonovela gegen Vergewaltigung Minderjähriger, Spiegel am 12. März 2007 (Latina-Teenager werden in den USA doppelt so häufig schwanger wie Mädchen aus anderen ethnischen Gruppen.)
[11] Sex-Prozess: Drei Frauen richten über Berlusconi, Spiegel am 15. Februar 2011; Regierung: Justiz macht Berlusconi wegen Sexaffäre den Prozess, Focus am 15. Februar 2011
[12] Eltern-Foren: Fachinformationen: Schwangerschaftsabbruch
[13] GoFeminin-Forum: Abtreiben als Minderjährige
[14] a b c Pro Familia Mainz: Gutachten: Schwangerschaftsabbruch bei Minderjährigen, 24. Juni 2002
[15] Aktion Leben: Entscheidungsfreiheit zum Töten
[16] Kalenderblatt 3.5.1957: Endlich gleich­berechtigt!, Spiegel am 3. Mai 2008
[17] Frauenstadträtin Sandra Frauenberger: SPÖ-Frauenberger dankt "pro:woman" für 30 Jahre kompetente Beratung, 3. September 2009
[18] Bernard Nathanson: „Mit welcher Taktik die Abtreibung in den USA legalisiert wurde“ HTML-Dokument PDF-Dokument HTML-Dokument HTML-Dokument (Auszüge aus einem Vortrag von Dr. Bernard Nathanson anlässlich der Verfassungs­änderung in Irland)
[19] „Was ist Wahrheit? – Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.“, Oswald Spengler, in: Der Untergang des Abendlandes
„Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt.“, Joseph Goebbels zugeschrieben.
Die Grundlagen für diese Technik der Meinungs­formung schuf Edward Bernays (1891-1995), der als Vater der Public Relations gilt.
[20] Alice Schwarzer im Rahmen einer Kampagne gegen den § 218 StGB, auf dem Titel des Stern vom 6. Juni 1971, zitiert auf cicero.de (Stand 8/08)
[21] Alice Schwarzer, in: Süddeutsche, 31. März 2005
[22] Pro-Leben: Bewusste Manipulationen a) Beispiele für gefäschte Statistiken b) Begrifflichkeiten – Die Macht der Sprache c) Teilwahrheiten als Erfolgsstrategie d) Einzelschicksale als bewährte Taktik
[23] Feminismus und die neoliberale Sprachregelung hinsichtlich des Rechts auf Leben, Kopp Online am 19. November 2010
[24] Bernard Nathanson: „Mit welcher Taktik die Abtreibung in den USA legalisiert wurde“, zitiert in: Georg Friedenberger: „Die Rechte der Frauen. Narrenfreiheit für das weibliche Geschlecht?“, S. 266ff.
[25] Abtreibung wegen unerwünschten Geschlechts erlaubt, Junge Freiheit am 4. Juni 2009
[26] Abtreibung ohne elterliches Wissen?, 15. Februar 2006
[27] Chiles Präsidentin will „Pille danach“ für 14-Jährige, 21. Dezember 2006
[28] Künstliche Befruchtung: Witwe darf von totem Ehemann schwanger werden, Focus am 7. Mai 2010
[29] Juristischer Informationsdienst: § 218 StGB; lexetius.com: § 218 StGB
[30] Juristischer Informationsdienst: § 218a StGB, Abs. 4; lexetius.com: § 218a StGB
[31] Juristischer Informationsdienst: § 218 StGB; lexetius.com: § 219 StGB
[32] Siehe dazu den Abschnitt Sozial- und rechtsethische Bewertung der Rechtstatsachen der Scheidungsreform von 1976.
[33] Joachim Wiesner: „Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat: Eine empirische Studie zur sozial­ethischen und ordnungs­politischen Bedeutung des Scheidungs-, Scheidungsfolgen- und Sorgerechts“, Oder: Über die staatlich verursachte Paralyse von Rechtshandeln und Rechts­bewusst­sein in der Bundesrepublik Deutschland, 1985, Seite 9
[34] Juristischer Informationsdienst: § 1923 BGB; lexetius.com: § 1923 BGB
[35] Versuchte Abtreibung: Arzt muss zehn Jahre ins Gefängnis, Spiegel am 21. März 2011
[36] Das Schwangerschaftskonfliktgesetz bestimmt: „Der Beratungscharakter schließt aus, daß die Gesprächs- und Mitwirkungsbereitschaft der schwangeren Frau erzwungen wird.“, § 5, Absatz 2, Punkt 1
[37] Bundes­verfassungs­gericht in seinem Urteil zum bayerischen Schwangerenberatungsgesetz vom 27. Oktober 1998
[38] Prof. Dr. Manfred Spieker: Katholische Kirche und Schwanger­schafts­konflikt­beratung, 9. September 2009 (Prof. Dr. Manfred Spieker, Vortrag in Minneapolis, USA 2006)
[39] babykaust.de: So sieht Meinungsfreiheit in Deutschland aus! – hier am Beispiel Landgericht Mannheim
[40] Pro Familia Forschungsprojekt: Schwangerschaft und Schwanger­schafts­abbruch bei minder­jährigen Frauen, 2007 PDF-Dokument
[41] Wer ist Pro Familia?, Schriftenreihe der Aktion Leben e.V., 2004 HTML-Dokument PDF-Dokument
[42] Themenabend: Abtreibung, ein Frauenrecht, ARTE am 14. Dezember 2004, 20:45 Uhr
[43] Irland: Einschränkungen bei Abtreibung verletzen Menschen­rechte, Human Rights Watch am 30. Januar 2010
[44] (Abtreibung hat nichts mit Mord zu tun, wie uns immer wieder vor allem durch die Religionen oder sonstige Gruppierungen glauben gemacht wird. Vielmehr ist es in der Regel eine notwendige Maßnahme für die Betroffenen.) Abtreibung, 28. November 2006

2.5.2. Das Sorgerecht

Das Sorgerecht steht für Väter nur auf dem Papier. Während der Mann vom entscheidungs­befugten Familien­ober­haupt zum rechtlosen Zahlesel degradiert wurde, wird die Frau, welche einen Vater entsorgt und dem Kind vorenthält, als Allein­erziehende heroisiert.

Für die Sicherung des Sorgerechts, um damit Unter­halts­zahlungen zu begründen, siehe auch Teil 1.


zurück2.5.2.1. Das Sorgerecht für unverheiratete Väter

In Deutschland kann ein unverheirateter Vater das Sorgerecht für sein Kind entweder gar nicht oder nur mit Zustimmung der Kindesmutter erhalten. In den meisten Ländern gilt automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Neben Deutschland sind Österreich, Liechtenstein und die Schweiz sind die einzigen europäischen Länder, in denen die Mütter dieses Vetorecht gegenüber dem Recht der Väter haben.[1] Der Europäische Gerichtshofs für Menschen­rechte (EGMR) urteilte am 3. Dezember 2009, dass die in der Bundesrepublik praktizierte rechtliche Bevorzugung von Müttern gegenüber den Vätern bei nicht verheirateten Paaren eine eindeutige Diskriminierung der ledigen Väter sei.[2]

§ 162
Elterliche Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern; Sorgeerklärungen
(1) Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge dann gemeinsam zu, wenn sie

  1. erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorge­erklärungen), oder
  2. einander heiraten.
(2) Im Übrigen hat die Mutter die elterliche Sorge. [3]

Die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarren­berger (FDP) hat auf einer Bundestag­sitzung zum Thema Sorge­rechts­regelung für Nicht­verheiratete deutlich gemacht, der Gesetzgeber damals ganz bewusst die gemeinsame Sorge Nicht­verheirateter von der Zustimmung der Mutter abhängig gemacht hat. Denn eine gemeinsame elterliche Sorge setze im Sinne des Kindeswohls die Übereinstimmung und Kooperations­bereit­schaft beider Elternteile voraus. Dem Kind sei nicht geholfen, wenn die Elternteile ständig über Sorge­rechts­fragen nur noch über ihre Anwälte reden. […] Es stelle sich überhaupt die Frage, ob Anlass dazu besteht, den Müttern zu misstrauen, anzunehmen, dass sie den leiblichen Vätern das Sorgerecht aus sachfremden Erwägungen entziehen würden. Oder ob es nicht vielmehr so sei, dass die Mütter diese Entscheidung in aller Regel sehr bewusst zum Wohl des Kindes nutzen? Dies jedenfalls, die selbstbestimmte Entscheidung der Mutter zum Wohl des Kindes, sei die gedankliche Ausgangslage bei der Verabschiedung der Kind­schafts­rechts­reform 1998 gewesen.[4]

Die Politikerin bringt wieder gekonnt die „selbstbestimmte Entscheidung der Mutter“ mit dem „Wohl des Kindes“ in Überein­stimmung. Im Klartext bedeutet das, wer als Vater etwas wolle, hat sich den Wünschen und Entscheidungen der Mutter in allem unterzuordnen. Die Mutter wird auf einen Sockel gehoben, wo sie sakrosankt über die Vater-Kind-Beziehung entscheiden darf, denn wie bei Göttern ist es nicht statthaft ihre Entscheidungen auch nur anzuzweifeln. „Par ordre de mutti“ hat der Vater sich „gefälligst“ um das Kind zu kümmern oder soll in „vollendeter Rück­sicht­nahme“ das Feld freiwillig räumen. Auf jeden Fall hat der Mann die „Schnauze“ zu halten, sowie pünktlich und artig seiner Pflicht als „Zahlesel“ nachkommen.

Nach den Äußerungen von Leutheusser & Co. wird es wohl auch zukünftig kein automatisches Sorgerecht geben. Wahrscheinlich werden die ledigen Väter dann zu Bittstellern vor Gericht:

„Interessen­verbände von Vätern fordern seit längerem ein automatisches gemeinsames Sorgerecht auch für Eltern ohne Trauschein. Dies stößt jedoch in der Bundes­regierung und im Parlament auf Vorbehalte: Leutheusser-Schnarren­berger sagte, dies sei dann keine gute Lösung, wenn schon bei der Geburt des Kindes Vater und Mutter nicht mehr zusammenlebten. Väter müssten aber auch ohne zwingende Zustimmung der Mutter ein Sorgerecht bekommen können. Ähnlich äußerte sich der rechts­politische Sprecher der Unions­fraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU): "Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt. Wir sind dafür, dass ein Vater bei Gericht ein Sorgerecht beantragen kann, wenn er den Kontakt zu seinem Kind pflegt und pflegen will."“ [5]

Selbst bei schweren Versäumnissen der Mutter bekommt der biologische Vater noch kein Sorgerecht. Wenn überhaupt etwas zu bewegen ist, dann nur übers Jugendamt. Ein Vater ohne (gemeinsames) Sorgerecht ist nicht einmal antragsberechtigt für irgendetwas, das mit dem Sorgerecht zu tun hat. Das muss alles übers Jugendamt laufen und da gibt es dann folgende Möglichkeiten:

  1. Das Jugendamt ignoriert, was der Vater (ohne Sorgerecht) vorbringt. Das wären unbewältigte Paar­konflikte, er würde übertreiben, sie würden trotzdem aufmerksam sein, danke für die Hinweise und tschüss.
  2. Das Jugendamt „unterstützt“ die Mutter bei der Erziehung, das kann von einem Seminar­angebot bis zur Familien­helferin oder Verpflichtungen gehen.
  3. Das Jugendamt holt sich das Kind und steckt es in eine Pflege­familie.

Auffällig dabei ist, der Vater kommt in keiner dieser Möglichkeiten vor. Eher landet das Kind bei Fremden als bei ihm. Väter, noch dazu welche ohne Sorgerecht, sind für das Jugendamt meistens bloße Störfaktoren und niemals dem Kindeswohl zuträglich. So ganz koscher kann der Vater ja nicht sein, wenn er mit so einer unfähigen und verantwortungs­losen Frau ein Kind macht, solche Gedanken schwirren jeder Sach­bearbeiterin dabei bewusst oder unbewusst im Kopf herum.

Ohne den Willen der allmächtigen Kindesmutter geht (fast) gar nichts. Es ist auch immer damit zu rechnen, dass die „Allein­erziehende“ bereits von der HelferInnen­industrie eingenordet wurde. Man wird ihr eingebleut haben, dass sie als unzurechnungs­fähig anzusehen ist, mit dem Vater des Kindes das gemeinsame Sorgerecht auszuüben. Auch von Jugendämtern ist immer wieder zu hören, dass sie Mütter eindringlich vom gemeinsamen Sorgerecht abraten.

zurück2.5.2.2. Das alleinige Sorgerecht

Ein gemeinsames Sorgerecht, auch nach Scheidung der Elternehe, schien dem Gesetzgeber des Jahres 1979 nicht kindeswohl­gemäß zu sein. In namentlicher Abstimmung entschieden sich 207 Abgeordnete des Deutschen Bundestags für „klare Verhältnisse“ im Sinne der zwingenden Alleinsorge eines Elternteils.[6] Die Waffen wurden alle in die Hände der Frauen gelegt. Es ist der politische Wille, Männer in ihrer Versorgerrolle festzuhalten, trotz Propagierung der Emanzipation von Frauen. Das alleinige Sorgerecht garantiert der Frau, von den Unter­halts­zahlungen des Exmannes (bzw. nicht­ehelichen Kindvater) zu profitieren, ohne sich im Gegenzug in irgendeiner Weise sich in ihr Leben hineinreden zu lassen. Der Mann wurde innerhalb von wenigen Jahren vom entscheidungs­befugten Haushalts­vorstand zum rechtlosen Zahlesel degradiert.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, wenn eine Mutter nach einer Kindes­ent­führung mit dem alleinigen Sorgerecht belohnt wird.[7] (vgl. Kinder­verschleppung) Sanktionen muss eine Mutter wegen ihrer Rechtsverstöße nicht befürchten, weil das Kindeswohl (entgegen aller Dementi) faktisch immer mit dem Mutterwohl gleichgesetzt wird. Motto: „Sorgen Sie dafür, dass es der Mutter gut geht, dann geht es auch dem Kind gut.“ An diesen Beispielen lernt man, dass Männer und Frauen entgegen der Vorgabe des Grundgesetzes vor dem Gesetz nicht gleich sind.

In einem anderen Beispiel wird die Mutter mit der Alleinsorge dafür belohnt, dass sie nachweislich für die Zerrüttung der sozialen Beziehungen der Eltern hauptverantwortlich ist. Mit Pädophilie- und Missbrauchs­vorwürfen verfolgte die Mutter das Ziel, den Vater vom Umgang auszuschließen. Das Gericht stellt fest, dass eine gemeinsame Ausübung der Eltern­ver­antwortung ein Mindestmaß an Überein­stimmung in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge und insgesamt eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erfordert. Die Mutter verweigert jedoch jede positive Mitwirkung bei der Durchführung der gerichtlichen Umgangs­regelung und nimmt auch die Verhängung von Zwangs­geldern in Kauf. Weil zwischen den Eltern in dieser Angelegenheit keinerlei Überein­stimmung besteht und es auch keine tragfähigen Anhalts­punkte dafür gibt, dass sich die Verständigungs­möglichkeiten in absehbarer Zeit wieder­her­stellen lassen, überträgt das Gericht einfach das Sorgerecht allein der Mutter.

Das Ober­landes­gericht hat der besonderen emotionalen Bindung der Kinder an die Mutter und dem Gedanken der Erziehungs­kontinuität ein so hohes Gewicht beigemessen, dass diese Gesichts­punkte das festgestellte erzieherische Versagen der Mutter, nämlich unter anderem in Bezug auf die Herstellung und Erhaltung der Bindungen zum Vater, in der wertenden Gesamtschau doch noch überwiegen. Die darauf gegründete Schlussfolgerung, dass die Übertragung der Alleinsorge auf die Mutter dem Kindeswohl – auch gegenüber der Übertragung auf den Vater – relativ noch am besten entspricht, lässt aus Sicht des Bundes­gerichts­hofs angesichts der außergewöhnliche Familien­konstellation keine Rechtsfehler erkennen.[8]

Es ist festzuhalten, dass einem Vater, der die Hauptverantwortung für die zerrüttete Beziehung trägt, das Sorgerecht gerichtlich entzogen würde. Eine Mutter hingegen muss nur die Beziehung zerrütten und den Vater kriminalisieren, und die Familien­gerichte geben auf und sie bekommt, was sie will.

Das Risiko ist für Frauen minimal. In einem anderen Fall wusste der Vater knapp ein Jahr nicht, wo seine beiden Söhne sind. Seine Frau hatte sich heimlich aus der gemeinsamen Wohnung erst ins Frauenhaus, dann zu ihrer Schwester abgesetzt. Und als der Fall schließlich vor dem Bremer Familiengericht landet, wird dem Vater genau das zum Verhängnis: Die Kinder haben sich ihm in den Monaten der Trennung entfremdet, urteilten die Richter und sprachen der Ex-Frau das alleinige Sorgerecht zu. Der Vater verliert den Sorge­rechts­prozess zuerst vor dem Amtsgericht und dann auch vor dem Ober­landes­gericht. Die Mutter sei die Haupt­bezugs­person, „sie stand für sie in der Vergangenheit ohne Unterbrechung kontinuierlich zur Verfügung“, heißt es in der Urteilsbegründung. „Der Senat verkennt nicht, dass die Kindesmutter diese Kontinuität ertrotzt hat …“ Dennoch sei zu berücksichtigen, dass sich die Kinder in den vergangenen Jahren in Bremen eingelebt haben. In der weiteren Begründung beurteilen die Richter das Verhalten der Mutter zwar als Fehlverhalten, doch auch das bleibt ohne Folgen.

Rainer Sonnenberger, Bundesvorsitzender des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“, bestätigt, dass diese Fälle bei Weitem keine Seltenheit sind: „Die Masche, erst einmal mit illegalen Mitteln Fakten zu schaffen, die dann vor Gericht gegen die Väter verwendet werden, kommt häufig vor. Das ist fast schon gängige Praxis.“[9]

In der Schweiz hat eine Mutter versucht, ihren Sohn zu vergiften. Obwohl die Frau unter Mordanklage steht, belassen die Familienrichter das Kind bei der Mutter.[10]


zurück2.5.2.3. Das gemeinsame Sorgerecht

Zur Bewertung des „Gemeinsamen Sorge­rechts“ sind die vorstehend beschriebenen Rechts­tatsachen berücksichtigen. Die Gesetz­gebung im Zusammenspiel mit der Recht­sprechung und Frauen­beratung machen das gemeinsame Sorgerecht wie auch das Kindeswohl zu einer familien­rechtlichen Fiktion.

Zunächst einmal ist in Grundgesetz Artikel 6 Absatz 4 nur die Mutterrolle explizit geschützt, was sich im § 1626a BGB fortsetzt. Dazu wird im öffentlichen Diskurs über die Gleich­berechtigung das Familienrecht regelmäßig ausgenommen. Der Satz „Das Kind gehört zur Mutter“ gehört immer noch (teilweise unausgesprochen) zu den Leitlinien in der Familien­recht­sprechung. Es kann immer wieder beobachtet werden, wie bei Vätern grundsätzlich die Erziehungs­fähigkeit infrage gestellt wird, die den Müttern unhinterfragt (und vor allem ungeprüft) zugesprochen wird. Selbst wenn ein Familien­richter unter Berücksichtigung aller Umstände zu dem Schluss kommen muss, dass Vater und Mutter gleichermaßen für die Kindessorge geeignet sind, fällt das Kind letztlich doch wieder der Mutter zu, weil „der Vater ja den Unterhalt erwirtschaften muss und von daher weniger Zeit für die Kindesbetreuung hat“. Gerade in der Trennungs­situation wird die Mutter wenig gefordert, für den eigenen Unterhalt zu sorgen, während der Vater nicht aus seiner Rolle als Alleinversorger entlassen wird, was für den Mann das gemeinsame Sorgerecht als symmetrisches, d. h. gleich­berechtigt ausgeübtes Sorgerecht (in der Regel) zu einer Utopie werden lässt.

Ist es möglich, gemeinsames Sorgerecht für das Kind zu bekommen?

Für Väter, die nicht mit der Kindesmutter verheiratet sind, ist dies nicht möglich. Uneheliche Kinder werden diskriminiert, wenn der Familienstand der Eltern „ledig“ ist, weil ihnen de facto das Recht auf ihren Vater vorenthalten wird. Dies, obwohl ihnen nach Grundgesetz Artikel 6 die gleichen Rechte wie ehelichen Kindern zustehen.[11] Ihre Väter sind vom gemeinsamen Sorgerecht für sie ausdrücklich ausgeschlossen. Bereits der väterliche Antrag ist unzulässig. Das Bundes­verfassungs­gericht bestätigte dies[12], daran änderte auch die schwere Kritik aus verschiedenen Richtungen über die Richterinnen und Richter und ihr Urteil nichts. Bei nicht­ehelichen Partner­schaften hängt es von vornherein ganz von der Gnade der Mutter ab, ob der Vater gemeinsames Sorgerecht bekommt. In Europa steht Deutschland längst mit dieser extrem kinder- und väter­verachtenden Entrechtung im Widerspruch zur Menschen­rechts­konvention isoliert da. Sorgerecht bekommt hierzulande nur, wer die freiwillige Zustimmung der Mutter hat (§ 1626a BGB) oder wem es vom Gericht übertragen wurde, weil die Mutter nach § 1666 BGB das Wohl des Kindes gefährdet. § 1666 ist zwar weit gefasst, wird aber äußerst selten angewandt, wenn es die Mutter ist, der die Sorge entzogen werden müsste. Väter, die bei Jugendamt und Gericht auf die Vernachlässigung der Kinder, grobe Erziehungsfehler oder andere Kindeswohl gefährdende Umstände hinweisen, blitzen damit regelmäßig ab. Eigene Klagen sind nicht zulässig, da es diesen Vätern verwehrt ist, für ihr eigenes Kind tätig zu werden.

Trennungs­väter mit Trauschein haben zwar direkt nach der Trennung das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder, jedoch stellt sich für sie oft die Frage, wie sie das Sorgerecht behalten können. Denn im Trennungs­prozess stellen Ex-Partnerinnen gerne Anträge auf Alleinsorge, um das Sorgerecht wie eine Trophäe nach Hause zu tragen und den anderen Elternteil so weit wie möglich zu entrechten. Vielen Richtern genügt schon ein Streit, um mangelnde Kommunikation zu diagnostizieren und dies als Grund für Sorge­rechts­entzug zu betrachten.[13]

In 92,2 % der „erfolgreich“ erzwungenen gerichtlichen Sorgerechts­entzüge erhält die Mutter die Alleinsorge.[14] Allein­sorge­antrag­stellerinnen liefern mit provozierten Blockaden dem Verfahren selbst die Gründe. Der andere Elternteil tut gut daran, seine Meinung über wichtige Kindes­angelegen­heiten völlig unterzuordnen und sich alles gefallen zu lassen, um keinen Streit zuzulassen. Ist die gemeinsame Sorge einmal letztinstanzlich entzogen, lässt sie sich nur schwer wiederherstellen. Die Kinder müssen älter sein und sich selbst klar dafür aussprechen, dann kann gemäß § 1696 BGB vorgegangen werden.[15]

Das gemeinsame Sorgerecht in der Praxis

Das bisher Gesagte zeigt bereits, dass das Sorgerecht eine Farce ist, denn der Rechts­grundsatz der Gleichheit von Mann und Frau ist im Familienrecht massiv verletzt bzw. außer Kraft gesetzt. Das gemeinsame Sorgerecht in der Praxis wertlos, das können viele Trennungs­väter bestätigen. Es gibt nur zwei Varianten, in denen die gemeinsame Ausübung des Sorgerechts für gemeinsame Kinder funktioniert:

  1. Die Kindesmutter tastet die Autorität des Vaters gegenüber seinen Kindern nicht an und lässt ihn weiterhin seine Rolle als Vater gegenüber den Kindern wahrnehmen.
  2. Der Kindesvater verzichtet auf jedwede eigene Initiativen im Hinblick auf Erziehung der Pflege und ordnet sich in allen Belangen den Wünschen der Kindesmutter unter.

In beiden Fällen hängt die Ausübung des Sorgerechts durch den Vater vom Wohl und Wehe der Kindesmutter ab. Es versteht sich von selbst, dass gesetzliche Regelungen nutzlos sind, wenn sie nur im kooperativen Einvernehmen der potentiellen Konfliktparteien funktionieren. Von Rechtswesen erwartet man jedoch Lösungen gerade für den Fall des Konflikts bzw. bei Interessen­konflikten. In diesem Konfliktfall hält das deutsche Rechtssystem aber nur diese Lösung parat, der Mutter das alleinige Sorgerecht zu übertragen und den Vater auszuschließen. Damit ist das Konstrukt des Gemeinsamen Sorgerechts eine Farce, weil es im Zweifelsfall doch wieder nur auf eine Allein­bestimmung der Mutter hinausläuft.

Die Meinung, ein Vater habe sich dem Willen der Kindesmutter unterzuordnen und die Klappe zu halten, ist in der Politik weit verbreitet. So antwortet der parlamentarische Staats­sekretär der Bundes­ministerin der Justiz, Max Stadler auf die Frage zum § 1626a BGB, ob nicht alle Kinder das gleiche Recht haben sollten, wenn es um Entscheidungen geht, die ihre Zukunft betreffen und wie das mit den Müttern sei, die ihre Kinder unter Ausnutzung der Rechtslage im Trennungs­streit instrumentalisieren:

„Im Mittelpunkt der Überlegungen muss das Wohl des Kindes stehen. [Natürlich, was denn sonst?] Mit dem Kind­schafts­rechts­reform­gesetz, welches am 1. Juli 1998 in Kraft trat, wurde u. a. das Sorgerecht in Deutschland neu geregelt. Der Gesetzgeber hat die gemeinsame Sorge bei unverheirateten Eltern­teilen zum damaligen Zeitpunkt ganz bewusst von der Zustimmung beider Elternteile abhängig gemacht. Ein gemeinsames Sorgerecht erfordert eine "tragfähige soziale Beziehung der Eltern zueinander" und "ein Mindestmaß an Über­ein­stimmung" (BVerfG, NJW 1995, 2155). Der Bundestag ging davon aus, dass in den meisten Fällen, in denen der Vater die elterliche Sorge mit beansprucht, z. B. innerhalb nichtehelicher Lebens­gemein­schaften, die Mutter auch mit der Abgabe einer Sorge­erklärung einverstanden ist oder der Vater die elterliche Sorge faktisch wahrnimmt, ohne die rechtliche Alleinsorge der Mutter zu beanstanden. Ob die der Regelung zu Grunde liegende Annahme der Wirklichkeit entspricht, muss meiner Meinung nach umfassend geprüft werden.“ [16]

Der Staats­sekretär sagt wortreich durch die Blume dies: Wenn die Kindesmutter das „Mindestmaß an Über­ein­stimmung“ (möglicherweise sogar vorsätzlich) verhindert, dann solle der Kindesvater bitte schön das Feld räumen und sich mit dem Verlust seiner Vaterrolle einfach abfinden. Wehe, Gleiches würde von einer Frau verlangt werden.

Frau Leutheusser-Schnarren­berger (FDP, jetzt Bundes­ministerin der Justiz) schließt daran nahtlos an, wenn sie in ihrer Bundestagrede zur Sorge­rechts­regelung für Nicht­verheiratete die Frauen verteidigt:

„Es stellt sich also die Frage, ob Anlass dazu besteht, den Müttern zu misstrauen, anzunehmen, dass sie den leiblichen Vätern das Sorgerecht aus sachfremden Erwägungen entziehen. Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Mütter diese Entscheidung in aller Regel sehr bewusst zum Wohl des Kindes nutzen? Dies jedenfalls, die selbstbestimmte Entscheidung der Mutter zum Wohl des Kindes, war die gedankliche Ausgangslage bei der Verabschiedung der Kind­schafts­rechts­reform 1998. [… Man muss] sich schon die Frage gefallen lassen, was […] zu der Einsicht gebracht hat, dass die Mütter ihre Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Sorgerecht missbrauchen.“ [17]

Da haben wir es wieder: Es wird für abwegig gehalten anzunehmen, dass eine Frau aus „sachfremden Erwägungen“ leiblichen Vätern das Sorgerecht entziehen würde. Die „selbstbestimmte Entscheidung der Mutter“ dient dem „Wohl des Kindes“ und nichts weiter. Das Bild des bösen Mannes und der selbstlosen Frau ist nicht totzukriegen und bis in die höchste Politik fest verankert. Trennungs­väter haben keinen Grund sich der Illusion hinzugeben, dass sie von der Politik ernstgenommen würden.

Die Geschichten, die Trennungs­väter über diese Rechts­wirklich­keit erzählen können, sind Legion. Aber nur selten gelangen diese in die öffentliche Diskussion.[18] Die Versuche von Trennungs­vätern, Öffentlichkeit für ihre Situation herzustellen, sind noch spärlich. Einige Aktionen gibt es aber schon.[19][20] Manche lassen die tragische Bedeutung für die Betroffenen erkennen.[21]

Die Asymmetrie beim Sorgerecht von Vater und Mutter wird in der Praxis immer wieder deutlich. „Haben Sie das alleinige Sorgerecht?“, fragte die Sach­bearbeiterin im Bezirksamt. Ein Vater wollte für eine seiner drei Töchter einen Kinderausweis beantragen, für den Urlaub in Kroatien. Das alleinige Sorgerecht hat er nicht. „Dann brauchen wir die Unterschrift der Mutter!“ Die Mutter aber lebt 800 Kilometer weit weg und war nicht erreichbar. Was tun? Der Vater kann den Pass nicht beantragen. Als eine Mutter direkt nach ihm das gleiche Anliegen vorbrachte, wurden dieser ohne Probleme die Unterlagen ausgestellt. Nach dem Sorgerecht oder dem Vater fragte niemand.[22] Während dem Wunsch der Mutter in der Praxis (fast) immer entsprochen wird, braucht ein Vater immer einen schriftlichen Nachweis, dass er die Kinder nicht geklaut hat.

zurück2.5.2.4. Neue Rollenmodelle als Fata Morgana

In der Politik wird viel Bohai um neue Rollenmodelle gemacht, wonach sich Männer mehr um Haushalt und Kinder­betreuung kümmern sollen und Frauen mehr Chancen in der Erwerbsarbeit wahrnehmen sollen.

Der „Neue Mann“ wird von Feministinnen zwar vehement gefordert und wurde von Ina Deter auch schmissig besungen. Die Realität ist aber eine andere. Im Trennungsfall nimmt in der Regel die Mutter die Kinder mit und vom Mann wird ganz nach dem alten Rollen­klischee nur erwartet, dass er möglichst viel Kohle für die Brutbesitzerin ranschafft.

Ein Vater mit „Rollentausch-Erfahrung“ berichtet:

Ich habe das gemeinsame Kind im Alter von einem Jahr selbst und unter der Woche alleine neue Monate betreut. Die Mutter war nur am Wochenende da. All das zählte nach der Trennung nicht mehr. „Das Kind gehört zur Mutter“, beschied das Jugendamt – und „Basta! Bitte unterschreiben Sie hier den Titel, Sie sind zur Zahlung verpflichtet, ansonsten klagen wir.“

Aber auch Mütter haben es schwer, sich von „Rollen-Erwartungen“ zu befreien. Sie werden laut Joachim Wiesner von ihren Anwälten (und auch Frauen­haus­personal) so beraten:

„Sehen Sie zu, dass Sie die Kinder besitzen. Dann muss Ihr Mann für alles bezahlen.“ [23]

Und es wird diese Erwartungs­haltung aufgebaut:

„Nach drei Scheidungen muss es sich eine Frau einfach leisten können, einen Porsche zu fahren. Sonst hat sie was falsch gemacht.“ [24]

Fatal für Frauen, die nicht in der beschriebene Weise ihre Kinder als Faustpfand in ihren Besitz bringen wollen, ist dies:

„Müttern, die sich rechtskonform verhalten, wird unterstellt, dass sie die Kinder im Stich gelassen hätten.“

zurück2.5.2.5. Die rechtliche Entsorgung der Väter

Bis zum 1. Juli 1958 war das Sorgerecht im Bürgerlichen Gesetzbuch so geregelt:

§ 1627 BGB
Ausübung der elterlichen Sorge
Der Vater hat kraft der elterlichen Gewalt das Recht und die Pflicht, für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen.[25a]

Das bedeutete allerdings keine schrankenlose Allein­herrschaft des Vaters, denn die Rechte der Mutter sind grund­gesetz­lich geschützt, was die elterliche Gewalt des Vaters beschränkte.

Artikel 6 GG
(Ehe, Familie, uneheliche Kinder)
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.[26]

Mit dem Gesetz vom 18. Juni 1957 wurde einseitig der Vater entmachtet, wobei gleichzeitig der Schutz der Mutter unangetastet blieb.

§ 1627 BGB
Ausübung der elterlichen Sorge
(1) Die Eltern haben die elterliche Gewalt in eigener Verantwortung und in gegen­seitigem Einvernehmen zum Wohle des Kindes auszuüben.
(2) Bei Meinungs­verschieden­heiten müssen sie versuchen, sich zu einigen.[25b]

Dieses Gesetz kommt nur vordergründig geschlechts­neutral daher. Es fällt auf, dass keine Pflicht der Eltern formuliert wird, sich in Fragen der elterlichen Gewalt zu einigen. In Absatz 2 ist nur von einem Versuch, sich zu einigen die Rede. Der Streitfall bleibt merkwürdig ausgespart. Dann greift der Schutz der Mutter nach Artikel 6 Absatz 4 GG, der Vater geht im Konfliktfall leer aus.

Zur weiteren Verunklarung wurde der Begriff Kindeswohl eingeführt. Was der unbestimmte Rechtsbegriff im konkreten Einzelfall bedeutet, bestimmt das Jugendamt oder der Familien­richter, womit sich der Staat groß­zügige Eingriffs­möglichkeiten in das Elternrecht geschaffen hat. Die Eingriffe des Staates in die elterliche Gewalt im „Namen des Volkes“ und zum „Wohle des Kindes“ richten sich nicht selten auch gegen die (allein­erziehende) Mutter.

Mit dem Gesetz vom 26. November 2001 wurde der Begriff „elterliche Gewalt“ in „elterliche Sorge“ geändert. An anderer Stelle ist noch genauer darzulegen, dass der Staat die Familie als Konkurrent im Anspruch an Loyalität und Gehorsam empfindet. Mit dieser Gesetzes­änderung hat der Staat den Gewaltbegriff (elterliche Gewalt) durch den der (elterlichen) Sorge ersetzt und damit Expressis verbis der Familie die Ordnungsmacht abgesprochen. Die Ordnungs­macht beansprucht jetzt auch in der Familie allein der Staat. Mit dieser Ausdehnung des staatlichen Gewaltmonopols hat der Staat das wohl wichtigste Element der Gewalten­teilung beseitigt und sich vollends zum totalen Staat entwickelt.[27]

Die nicht­ehelichen Väter wurden 1998 mit der Einführung des Kind­schafts­rechts vom deutschen Rechtssystem ausgeschlossen. Nichteheliche Väter hatten keine Möglichkeit gegen den erklärten Willen der Mutter das gemeinsame Sorgerecht zu bekommen oder die Entscheidung der Mutter durch ein Gericht überprüfen zu lassen. Der Gesetzgeber stellte sich auf den Standpunkt, dass keine Mutter ihrem Kind den Vater ohne Grund oder gar aus egoistischen Gründen vorenthalten würde. Wieder einmal bildet der Mythos von der naturguten Mutter und dem schlechten Vater den Hintergrund für eine sexistische Gesetzgebung. Väter­verbände machten schon damals auf diese katastrophale Situation aufmerksam. 2003 befasste sich dann auch das Bundes­verfassungs­gericht mit diesem Rechts­aus­schluss und befand die Regelung für rechtens.

So wurde 2003 den nicht­ehelichen Kindern und deren Väter jegliche Möglichkeit genommen, auch gegen den Willen der Mutter auf dem Rechtsweg feststellen zu lassen, ob die Verweigerung tatsächlich vom Kindeswohl getragen sei. Das Bundes­verfassungs­gericht hatte allerdings in seinem Urteil der Bundes­regierung die Überprüfung dieser prognostischen Annahme als Hausaufgabe aufgegeben.

Es hat noch einmal insgesamt sechs Jahre gebraucht, bis der Europäische Gerichtshof für Menschen­rechte im Jahre 2009 dieser Ungleich­behandlung Einhalt gebot und das Bundes­verfassungs­gericht musste dann notgedrungen ein halbes Jahr später den eigenen Beschluss von 2003 korrigieren. Schon 2003 hätten die Verfassungsrichter es anders wissen können, wenn sie es nur gewollt hätten. Am Ende der Gerichts­verhandlung sagte die Kindesmutter: „Das Gesetz war auf meiner Seite und ich habe es einfach ausgenutzt.“

Der Bundesgerichtshof hat sich in seinem Beschluss vom 26. Oktober 2011[28] mit Umgangs­ver­eitelung beschäftigt – das wird selten bis zum BGH durchgelassen. Der betreffende Teil des Leitsatzes besagt:

„Zur Beseitigung einer Gefährdung des Kindeswohls [hier: Umgangs­ver­eitelung und massive Beeinflussung des Kindes durch die allein sorgeberechtigte Mutter gegen den Vater] darf nur das mildeste Mittel gewählt werden. Vor Entziehung des – gesamten – Aufenthalts­bestimmungs­rechts wegen Umgangs­ver­eitelung ist eine Umgangs­pfleg­schaft einzurichten. Davon kann nur bei offensichtlicher Aussichts­losigkeit abgesehen werden.“

Es folgen 20 Seiten Begründungen. Das Kind wurde im Jahr 2000 geboren, Trennung 2009, Mutter allein­sorge­berechtigt weil Kind nichtehelich. Kind ist nur am Wochenende bei der Mutter, unter der Woche bei der Großmutter. Die Umgangs­kontakte zum Vater werden von der Mutter blockiert, unter fleißiger Mithilfe der Großmutter. Das Kind fühlt extrem unter Druck gesetzt und manipuliert.

Der Vater kann in dieser Situation nicht selbst klagen, er hat ja das Sorgerecht nicht und ist damit gar nicht antrags­berechtigt. Schließlich droht das Amtsgericht mit Sorge­rechts­entzug und holt zur Erziehungs­fähigkeit der Mutter ein familien­psycholo­gisches Sach­ver­ständigen­gutachten ein. Darauf werden Teile des Sorgerechts auf einen Pfleger des Jugendamts übertragen, der bringt es in ein Heim der Jugendhilfe. Während­dessen klagt sich die Mutter die Instanzen hoch.

Die Urteilsbegründung des BGH besagt im Kern:

  • Das grund­gesetz­liche Elternrecht der Mutter (nicht des Vaters!) steht auch in krassen Fällen über dem Kindeswohl.
  • Nicht das beste, zielführendste oder wirksamste Mittel ist zu wählen, um das Kindeswohl zu gewährleisten, sondern das Mildeste.
  • Die Untauglichkeit der Mittel gegen schlimmste und offen­sichtlichste seelische Vergewaltigung eines Kindes und die Amputation des Vaters durch die Mutter müssten erst bewiesen werden, Gutachten und die üblichen Gerichts­spiele müssen erst produziert werden, ob wegen der Dauer dieser Vorgänge das Kind endgültig „in den Brunnen fällt“ spielt keine Rolle.

Elternteilen, die etwas über Gerichte zu erreichen versuchen, kann man danach eigentlich keinen Rat mehr geben, außer dass sie sich auf einen sehr langen und sehr teuren Weg einstellen müssen, an deren Ende alle Entscheidungen ohnehin zu spät kommen.[29]

Es ist eines der vielen Beispiele, die belegen, dass das Kind auch bei extremen Fehlverhalten Besitz der Mutter bleibt. Das Kind ist bedauernswert, denn der Vater darf nicht korrigierend eingreifen, denn er hat ja das Sorgerecht nicht, und der Richter will nicht eingreifen.

Ein Anwalt kommentiert dazu:

„Dieser Fall zeigt exemplarisch wie hilflos Gerichte mit Umgangs­ver­eitelungen umgehen. Das Verfahren hat mindestens 1-1,5 Jahre gedauert. In dieser Zeit hat das Kind den Vater nicht sehen können. Sogar während des Gerichts­termins hatte die Großmutter des Kindes dem Gericht den Zutritt zum Kind verweigert, obwohl das Kind angehört werden sollte. Trotz der wiederholten und massiven Umgangs­ver­weigerungen, hat sich der BGH hier auf den Standpunkt gestellt, das OLG müsse mittels eines Sach­verständigen­gutachtens – welches sicherlich wiederum mehrere Monate in Anspruch nehmen wird – diverse Fragen klären. Leider hat Gericht nicht mit einer Silbe den Gerichten Hinweise gegeben, wie in der Zwischenzeit den Umgang zwischen Kind und Vater sicherstellen sollen. Aus Sicht des Umgangs­berechtigten ist diese Entscheidung mehr als unverständlich.“ [30]

Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Familienrecht weder dafür geeignet ist Familienkonflikte zu bewältigen noch dem Kindeswohl dient, sondern allein dem Justiz­apparat mit angeschlossener HelferInnen­industrie ein Einkommen beschert.

Auf solche Gerichte kann verzichtet werden. Peinlich ist ebenfalls der dauernde explizite Verweis auf die Elternrechte laut Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG, die gegen den Einsatz des § 1666 BGB durch den BGH in Stellung gebracht werden. Nur war der Antrags­gegner nicht der Vater, sondern das Jugendamt. Dem Vater sind nämlich so wenig Elternrechte zugestanden, dass er nicht einmal selber klagen darf, er hat ja kein Sorgerecht und damit auch keine Befugnis für Anträge, die das Auf­enthalts­bestimmungs­recht seines Kindes betreffen. Nur in den vorausgehenden Umgangs­verfahren durfte er klagen. Das so getragen und gewichtig vorgebrachte grund­gesetz­liche (!) Elternrecht schmilzt urplötzlich auf ein unsichtbares kleines Nichts zusammen, sobald es um den Vater geht. Bei der Mutter wird es so riesig, dass sogar der Missbrauch am Kind und die Erziehungs­un­fähigkeit durch ihr „Elternrecht“ übertrumpft werden.[31]

In der Schweiz ist die Situation nicht besser. Auch dort ist das Sorgerecht der Mutter sakrosankt. Im schlimmsten Sorgerechts-Streit der Schweiz steht eine Mutter unter Anklage des versuchten Mordes an ihrem jüngsten Kind. Die dreifache Mutter behält Sorgerecht, das Kind lebt immer noch bei seiner Mutter.

Erst wollte die Mutter ihren jüngsten Sohn (6) zur Adoption freigeben. Vor drei Jahren versuchte sie ihn mit Tabletten zu vergiften. Über ihren Anwalt räumt die Mutter einen „Manipulations­versuch“ ein, um den Vater im Sorge­rechts­streit auszustechen.

Der Justizskandal besteht darin, dass trotz Mordvorwurf kein Richter der Mutter das Sorgerecht entzieht. Bis zum Prozess in einem Jahr bleibt das Kind bei der Mutter.[32]

Diese beiden Beispiele verdeutlichen, wie das Argument „Kindeswohl“ je nach Interessenlage immer nur vorgeschoben wird, während das Wohl der Kinder und ihrer Väter niemanden interessiert. Für die hanebüchene Recht­sprechung muss allerdings kein Richter geradestehen.

zurück2.5.2.6. Der deutsche Sonderweg

Im deutschen Familienrecht herrscht die vaterlose Gesellschaft. Vordergründig wird viel mit dem Kindeswohl argumentiert, letztlich geht es aber nur um das Wohl der Mutter, um das Wohl des Vaters geht es schon mal gar nicht. Der hat als Zahlesel das Mutter-Kind-Idyll zu finanzieren. Basta.

Der Europäische Gerichtshof für Menschen­rechte argumentiert, eheliche und nichteheliche Kinder müssten, was das gemeinsame Sorgerecht der Eltern angeht, gleichgestellt werden. Aber hinter dieser Argumentation entlang dem Gleich­heits­grund­satz steht in erster Linie nicht der Vater, dem durch das mütterliche Veto Unrecht geschieht, sondern das Kind, dem durch dieses Veto noch größeres Unrecht widerfährt. Das Kindeswohl bleibt der Fluchtpunkt des Urteils auch dort, wo vom Vaterwohl die Rede ist. Es gibt kein Kindeswohl, es sei denn mit Vater.[33]

Obwohl im Beschluss des Ersten Senats vom 21. Juli 2010 1 BvR 420/09 eindeutig festgelegt wird:

„Bis zum Inkrafttreten einer gesetzlichen Neuregelung ist § 1626a des Bürgerlichen Gesetzbuches mit der Maßgabe anzuwenden, dass das Familien­gericht den Eltern auf Antrag eines Elternteils die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge gemeinsam überträgt, soweit zu erwarten ist, dass dies dem Kindeswohl entspricht.“ [34]

ist es sehr schwer eine klare Aussage zu machen inwieweit die neue Entscheidung des BVerfG wesentliche Veränderungen zugunsten der nicht mit der Mutter verheirateten Väter bringen wird. Die Antwort wird wahrscheinlich wie alle Fragen an Sender Eriwan ausfallen: „Antwort: Im Prinzip ja, aber …“ Es sieht zur Zeit nicht so aus, dass man biologischen Vätern gleich biologischen Müttern selbst­ver­ständ­lich das Sorgerecht zugestehen will. Eine Argumentations­linie will der Zuerkennung des väterlichen Sorgerechts eine Prüfung des Kindeswohles und weitere Voraussetzungen setzen.

Der Verband allein­erziehender Mütter und Väter (VAMv) sieht in der Entscheidung des Bundes­verfassungs­gerichts eine zusätzliche Belastung für allein­erziehende Mütter und fordert deshalb die Erfüllung folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • Das Kind muss eine Bindung zum Vater haben, d. h. er muss zumindest eine ausreichend lange Zeit mit dem Kind zusammen­gelebt haben.
  • Der Vater sollte nachweisen können, dass er z. B. die Hälfte der Schulferien mit dem Kind verbringt und auch sonst sein Umgangsrecht kontinuierlich wahrnimmt.
  • Der Barunterhalt für das Kind sollte regelmäßig und in ausreichender Höhe bezahlt werden, damit die existentiell notwendigen Kosten gedeckt sind.

Der VAMv sieht im uneingeschränkten Sorgerecht für Väter die Gleich­berechtigung gefährdet und allein­erziehende Mütter einer unzumutbaren Belastung ausgesetzt. Einseitig wird von Vätern eine Vorleistung in Form von vorbehaltloser und pünktlicher Erfüllung aller erdenklichen Unter­halts­pflichten erwartet, während von Müttern keinerlei Gegen­leistungen, etwa in Form von Sicherstellung eines kontinuierlichen Umgangs des Kindes mit seinem Vater, erbringen müssen.

PaPPa.com dokumentiert zwei Verfahren nach dem Entscheid von Karlsruhe. Am 12. August wurden am Ober­landes­gericht Brandenburg und Naumburg über zwei Anträge auf gemeinsame Sorge entschieden:

OLG Brandenburg vom 12. August 2010 – 10 UF 109/10

Das OLG Brandenburg stellte zwar klar, dass nun immer zu prüfen sei, ob eine gemeinsame Sorge als für den anderen Elternteil weniger einschneidende Regelung in Betracht kommt. Nur wenn dies negativ beantwortet werde, komme eine Alleinsorge eines Elternteils in Betracht. Interessant an diesem Fall ist, dass der Lebensmittelpunkt des Kindes nach der Trennung der Eltern im Haushalt des Vaters und Personen- und Vermögens­sorge­recht auf Grund einer Erkrankung der Mutter dem Vater für ein Jahr übertragen wurde. Nachdem die Mutter entgegen gemachter Vereinbarungen nach einem Umgangs­wochenende das Kind dem Vater nicht mehr überließ, das Tages­pflege­verhältnis zur Tagesmutter kündigte und den Umgang für einen Monat zum Vater unterband, schaffte sie offenbar eigenmächtig die Voraussetzungen, die für das OLG Brandenburg eine gemeinsame Sorge ausschließlich als mögliche Option ließen.

„Denn es fehlt an der dazu erforderlichen Kooperations­fähigkeit und -willigkeit der Eltern. Dies zeigen nicht nur die anhaltenden – gerichtlichen – Aus­einander­setzungen der beteiligten Eltern und die Ereignisse der letzten Wochen, sondern auch ihre in diesem Verfahren abgegebenen Erklärungen. Beide Elternteile haben – insoweit übereinstimmend – die alleinige elterliche Sorge für sich reklamiert und sich darauf berufen, mit dem jeweils anderen Elternteil in den das Kind betreffenden Angelegenheiten nicht mehr kommunizieren zu können bzw. zu wollen.“

Aus verfahrens­technischen Gründen begehrte der Vater in einer Beschwerde das alleinige, und nur aushilfsweise das gemeinsame Sorgerecht, denn die anhängigen Verfahren vor dem Amtsgericht fanden alle vor der Sorgerechts-Entscheidung des Bundes­verfassungs­gerichts statt. Trotzdem wird auch hier wieder die altbekannte deutsche Familien­recht­sprechung deutlich, wenn die Mutter energisch genug mit den Kopf schüttelt und mit Nachdruck eigenmächtig Tatsachen schafft, hier offenbar mit Hilfe des Jugendamtes und eines beauftragten Verfahrens­pfleger, dann sinken die Chancen auf ein gemeinsames Sorgerecht zum Wohle des Kindes gegen NULL. Die Pressesprecherin des OLG hingegen betonte, dass bei der Zuerkennung des Sorgerechts nach denselben Maßstäben entschieden worden sei wie auch bei ehemals verheirateten Paaren. Damit entspreche der Beschluss den Vorgaben der Verfassungsrichter.[35]

OLG Naumburg vom 12. August 2010 – 8 UF 56/10

In diesem seit über zehnjährigen hoch­strittigen Fall, die bis zur völligen Entfremdung des Kindes zum Vater führte, hielt das Gericht es nicht für nötig, die möglichen Gründe, die zu der verfahrenen Familiensituation führten, zu untersuchen und aufzuarbeiten.

„Da unter diesen Umständen eine tatsächliche Grundlage für ein Verfahren über die Änderung der bestehenden elterlichen Sorge im Interesse des Kindeswohls nicht vorhanden ist, bedurfte es einer Beteiligung weiterer Personen am Verfahren nicht. Eine weitere Sachaufklärung ist ebenfalls nicht angezeigt.“ So ist auch nicht verwunderlich, wenn das Gericht feststellt, dass das Kind nicht „jeglichen Kontakt zum“ Vater, sondern zum „Antragsteller eindeutig ablehnt“.

Auch sonst sucht man vergeblich nach dem Begriff Vater, wenn es um den „Antragssteller“ geht. Denn mehrjähriger Umgangs­ausschluss scheinen die Mutter gegenüber dem Antragsteller als Allein­sorge­berechtigte faktisch zu privilegieren.

„Im vorliegenden Fall betreut und versorgt die Kindesmutter das Kind seit nunmehr mehr als 10 Jahren tatsächlich allein, weshalb die Kontinuität des bestehenden faktischen Zustandes sie gegenüber dem Antragsteller als Allein­sorge­berechtigte privilegiert. Zudem besteht vorliegend mindestens seit 2006 tatsächlich kein Umgang des Antrag­stellers mit dem Kind.“ [36]

Noch 2003, als sich das Bundes­verfassungs­gericht mit der Frage der Verfassungs­mäßigkeit des Regelungs­konzepts von § 1626a BGB zur gemeinsamen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern befasste, vertrat man die Auffassung:

  • Angesichts der Unterschiedlichkeit der Lebens­verhältnisse, in die nicht­eheliche Kinder hinein­geboren würden, sei es gerechtfertigt, das Kind bei der Geburt sorge­recht­lich grundsätzlich der Mutter und nicht dem Vater oder beiden Eltern­teilen gemeinsam zuzuordnen.
  • Es lägen derzeit keine Anhalts­punkte dafür vor, dass durch die Vorschrift, die unter Kindes­wohl­gesichts­punkten den Konsens der Eltern zur Voraussetzung einer gemeinsamen Sorge mache, dem Elternrecht des Vaters eines nicht­ehelichen Kindes nicht ausreichend Rechnung getragen werde.
  • Die gemeinsame Sorge setze im Kindes­wohl­interesse bei beiden Eltern­teilen die Bereitschaft voraus, Verantwortung für das Kind zu tragen. Die Ausübung dieser gemeinsamen Verantwortung erfordere den Aufbau einer persönlichen Beziehung zum Kind durch jeden Elternteil und bedürfe eines Mindestmaßes an Über­einstimmung zwischen den Eltern. Fehle es hieran und seien die Eltern zur Kooperation weder bereit noch in der Lage, könne die gemeinsame Sorge für das Kind dem Kindeswohl zuwiderlaufen.[37]

Der damalige 1. Senat wie auch der Gesetzgeber selbst gingen von der hypothetischen Annahme aus, man dürfe insbesondere in Fällen, in denen die Eltern mit dem Kind zusammen­lebten und beide ihre Kooperations­bereit­schaft schon durch gemeinsame tatsächliche Sorge für das Kind zum Ausdruck gebracht hätten, davon ausgehen, dass die Eltern die nun mehr bestehende gesetzliche Möglichkeit einer gemeinsamen Sorge in der Regel nutzten. Angeblich nur ausnahmsweise würde eine Mutter, die mit Vater und Kind zusammenlebt, sich dem Wunsch des Vaters nach einer gemeinsamen Sorge verweigern, wenn sie dafür schwer­wiegende Gründe hat, die von der Wahrung des Kindeswohls getragen werden.

Bei einer Umfrage des Bundesministeriums der Justiz bei Jugendämtern und Rechts­anwälten[38] zur gemeinsamen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern, in der unter anderen die Ablehnungs­gründe der Mütter erfragt wurden, ergab dann allerdings auch, dass von den Befragten am häufigsten kindeswohl­ferne Gründe genannt wurden, wie „Die Mutter möchte die Alleinsorge behalten, um allein entscheiden zu können“ und „Die Mutter möchte nichts mehr mit dem Vater zu tun haben und lehnt daher jeden Kontakt auch in Angelegenheiten des Kindes ab“. Beide Motive orientieren sich vorrangig eher an den emotionalen Befindlichkeiten der Mutter. Nach der Auswertung dieser Umfrage hat das Bundesministerium der Justiz ein Forschungs­vorhaben in Auftrag gegeben. Dessen bisherige Ergebnisse weisen die gleiche Tendenz auf. Daraus kann man schließen, dass die Annahme des Gesetzgebers, Mütter würden nur bei tatsächlich schwer­wiegenden Ausnahme­gründen ihre Zustimmung zur gemeinsamen Sorgeerklärung verweigern, sich als unrealistisch erwiesen hat.

Bislang dringt das Unbehagen geschiedener und getrennter Väter meistens in klandestinen und skurrilen Formen an die Öffentlichkeit. Zwar existieren medienwirksame Lobbys wie die britischen „Fathers 4 Justice“, doch diesseits solcher symbolischer Martyrien besteht die sichtbare Welt der Scheidungs­väter aus unüber­sichtlichen Internet­seiten, aufgeheizten Diskussions­foren und Sammlungen anonymer Fallgeschichten.
Allerdings sollte der Wildwuchs dieser selbst­gebastelten Protestkultur niemanden dazu verleiten, das Thema als Rand­gruppen­anliegen abzutun. Da fast jede zweite Ehe geschieden wird und die Kinder nur in jedem siebten Fall beim Vater verbleiben, kann sich jeder Mann das mit dem Zeugungsakt eingegangene Risiko ausrechnen, später zur Kategorie der Scheidungs­väter zu gehören.[39]

„Ein wichtige Grund für eine gerichtliche Prüfung ist natürlich Geschäft und Umsätze für Anwälte, Rechts- und Helfer­industrie. Altbekannte Motivation, oft ohne jede Scham offen geäußert.“ [40]

Selbst die wenigen Länder Europas, die manche deutsche Sonderwege mitgemacht haben (Österreich, Schweiz), verschließen sich Unter­halts­ansprüchen nach dem Muster des deutschen § 1615l BGB. Diese Unterhaltsart gibt es meistens nicht. Wenn es sie gibt, ist sie auf die Mutter­schutz­zeit beschränkt, manchmal auf ein Jahr, ganz selten drei Jahre. Nur Neuseeland überschreitet diese Grenze. Im Ausland gehört § 1615l BGB zu den Regelungen, die Deutschen schlicht nicht geglaubt werden. Zu absurd ist die Vorstellung, dass sich zwei nichtverwandte unverheiratete Menschen Unterhalt zu zahlen haben.[41]


zurück2.5.2.7. Die Schweizer Praxis

Für Kinder, die außerhalb der Ehe geboren werden, verlangt die Vormundschafts­behörde von Amts wegen eine Vater­schafts­erklärung. Die meisten Väter übernehmen diese Verpflichtung anstandslos oder sogar freudig. Darin werden auch die Alimenten­zahlungen in Franken festgelegt. Was aber mit stoischer Regel­mäßig­keit fehlt ist, die Besuchs­rechts­regelung für das Kind, obwohl diese beiden Dinge miteinander verknüpft werden müssen. Die lakonische Antwort der Beamtinnen ist: „Das können sie später bilateral regeln.“ Dann ist es aber immer zu spät. Und die Mutter sitzt am längeren Hebel.[42]

zurück2.5.2.8. Die Rechtlosstellung des Mannes und Straflosstellung der Frau

Sowohl über die Kriminalisierung und Recht­losig­keit des Mannes als auch über die Schutz und Straffreiheit der Frau wird noch ausführlicher eingegangen. Hier sollen zwei Beispiele bezüglich des Sorgerechts vorgestellt werden:

In Plochingen erschoss eine Mutter ihren unbewaffneten Mann, den Vater der gemeinsamen fünf Kinder.[43] Über dieses so genannte Familiendrama berichtete eine Lokalzeitung:

„Jugendamt kümmert sich nach Familiendramen sofort um psychologische Betreuung, Vormundschaft und Unterbringung von Kindern.“ Zuerst kamen die Kinder zu den Großeltern. „Das Sorgerecht der Mutter ruht derweil. Die Mutter kann es später ‚schnell und leicht zurückbekommen‘. Zunächst müssen Richter aber die Schuld der Frau klären und ob und wie lange sie für ihre Tat in Haft kommt. Entzogen wird ihr das Sorgerecht nicht: Dies würde nur passieren, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist, wenn Eltern also ihre Kinder misshandeln oder durch zu wenige Nahrung oder Pflege vernachlässigen.“ Da sie ja nur den Vater erschossen hat und nicht die Kinder, ist da also alles in Ordnung. Sie darf sogar bei ruhendem Sorgerecht weiter entscheiden und kriegt die Kinder wieder: „Das Jugendamt achtet bei ruhendem Sorgerecht darauf, dass die Eltern nicht komplett abgekoppelt werden. ‚Irgendwann kommt die Frau ja wieder in die Mutterrolle‘, sagt Feth. So werden deshalb Fragen, etwa auf welche weiterführende Schule ein Kind wechseln soll, genauso mit ihr wie mit der Verwandtschaft abgestimmt.“[44]

Einer Frau, die den wehrlosen Vater ihrer Kinder erschießt, stellt das Jugendamt in Aussicht, das Sorgerecht „schnell und leicht zurück­zubekommen“. Und wie reagiert ein Jugendamt bei Vätern? Im Fall Harry Wörz wurde ein Mann zu Unrecht verurteilt, die Mutter der gemeinsamen Kinder erschossen zu haben.[45] Er wurde später freigesprochen und hatte zu den Kindern sieben Jahren keinen Kontakt. Das Kind lebt beim Großvater, der zu den Tatverdächtigen gehört. Hier verfolgt kein Engagement des Jugendamts, dem Vater das Sorgerecht zurückzugeben.[44]

Der deutsche Staat baut sogar Frauen­gefängnisse mit speziellen Mutter-Kind-Bereichen, damit Straftäterinnen weiterhin das Sorgerecht ausüben können. Für Männer gibt es selbst­ver­ständ­lich keine Vater-Kind-Abteilungen, da Männer per se für das Sorgerecht ungeeignet und für die Entwicklung des Kindes entbehrlich gehalten werden. Straffällig gewordene Männer gefährden natürlich besonders das Kindeswohl, im Gegensatz zur sorgenden Mutter, die auch kriminell sein darf.





[1] Sorgerecht für unverheiratete Väter: Diskriminierte Männer, Die Zeit am 2. Dezember 2009
[2] MANNdat: MANNdat-Kommentar zum EGMR-Urteil
[3] Juristischer Informationsdienst: § 1626a BGB; lexetius.com: § 1626a BGB
[4] Deutscher Bundestag, 230. Sitzung, Plenarprotokoll 16/230 vom 2. Juli 2009 ab Seite 25943;
Femokratie-Blog: Leutheusser-Schnarrenberger zum Sorgerecht Nichtverheirateter
[5] Nach Urteil zu Sorgerecht: Ministerin kündigt Gesetzesänderung an, Süddeutsche am 3. Dezember 2009
[6] Achim Brötel: „Der Rechtsanspruch des Kindes auf seine Eltern“, DAVorm 1996, S. 746-766
[7] Eine Familie auf der Flucht vor den Behörden – und dem Vater, Spiegel am 29. März 2009
[8] Bundes­gerichts­hof XII ZB 158/05, Beschluss vom 12.12.2007, Fundstelle: FamRZ 2008, S. 592; Alleinsorge für die Mutter, trotz Hauptverantwortung für zerrüttete Beziehung, kommentiert vom Verband allein­erziehender Mütter und Väter (VAMV-Bundesverband e.V.), 17. Januar 2009; BGH XII ZB 158/05: Rückschrittsurteil Sorgerechtsentzug, kommentiert von TrennungsFAQ am 6. August 2008
[9] Väternotruf: Aktuell 11/2011, Sorgerechtsstreit beschäftigt Bremer Staatsanwaltschaft: Ein Vater kämpft um seine Kinder, Weserkurier am 13. November 2011
[10] „Versuchter Mord, lautet die Anklage gegen Miriam S. Der kleine Sohn, um den es geht, lebt immer noch bei seiner Mutter im Baselbiet“, in: Schlimmster Sorgerechts-Streit der Schweiz: „Meine Frau hat unser Kind vergiftet“, Blick.ch am 19. Dezember 2011
[11] Grundgesetz Artikel 6 Absatz 5: „Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.“
[12] Kursbuch 155 – Neue Rechts­ordnungen: „Draußen vor der Tür: Das Bundes­verfassungs­gericht benachteiligt uneheliche Kinder und grenzt ihre Väter aus“
[13] Ein Leitsatz des OLG Saarbrücken vom 5. Januar 2004 Az.: 9 UF 133/03: „Die Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge setzt Kooperations­fähigkeit und Kooperations­bereitschaft der getrennt lebenden Kindeseltern voraus.“ Geht es um Sorge­rechts­entzug, haben die Gerichte laut dem BVerfG – (Az 1 BvR 738/01, Entscheidung vom 1.3.04) eingehend zu prüfen, ob es in mehreren Fragen des Sorgerechts an dem gebotenen Mindestmass an Übereinstimmung beziehungsweise insgesamt an einer tragfähigen sozialen Beziehung fehlt.
[14] 11732mal Alleinsorge für Mütter, 997mal für Väter; Quelle: Statistisches Bundesamt 2003
[15] TrennungsFAQ: Sorgerecht
[16] abgeordnetenwatch.de: Antwort am 13. Januar 2009
[17] Bundestagsrede zu: Sorgerechtsregelung für Nichtverheiratete reformieren, 1. Juli 2009
[18] „Weil das Sorgerecht nicht im Computersystem registriert sei, habe das Kreisbüro aus Gründen des Datenschutzes gar nicht anders handeln können, als eine Vollmacht der Mutter zu verlangen.“, in: Trotz Sorgerecht: Väter erhalten keine ID für ihre Kinder, Tagesanzeiger am 15. Oktober 2009
[19] Papa-Lauf – Väter laufen für ihre Kinder (Aktionsveranstaltung)
[20] Entfremdet – Eine Aktion von PAS-Eltern e.V. und Väteraufbruch für Kinder e.V.
[21] Bizarre Aktion: Hier kämpft ein Vater ums Sorgerecht, Berliner Zeitung am 28. Oktober 2009
[22] Berlin: Familien sind die besten Experten. Was Eltern und Kinder sich wünschen – erste Ergebnisse der Online-Aktion des Familienbeirats, 21. September 2010
[23] Joachim Wiesner: „Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat: Eine empirische Studie zur sozial­ethischen und ordnungs­politischen Bedeutung des Scheidungs-, Scheidungsfolgen- und Sorgerechts“, Oder: Über die staatlich verursachte Paralyse von Rechtshandeln und Rechts­bewußt­sein in der Bundesrepublik Deutschland, 1985
[24] Gaby Hauptmann in einem Stern-Interview 1996, zitiert in: „Die Frauen sind schuld“, „Der geschröpfte Mann“
[25] lexetius.com: § 1570 BGB a) Fassung vom 1. Januar 1900 b) Fassung vom 1. Juli 1958
[26] Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland: Artikel 6, Absatz 4
[27] Karl Albrecht Schachtschneider: „Rechtsproblem Familie“ HTML-Dokument PDF-Dokument S. 29f.
Gerd Habermann: „Drei Typen von Familien­politik“, 2007 HTML-Dokument Word-Dokument, S. 4
[28] Beschluss des BGB vom 26.10.2011, Aktenzeichen XII ZB 247/11 PDF-Dokument
[29] TrennungsFAQ-Forum: BGH in Az XII ZB 247/11: Maßnahmen gegen massive Umgangsvereitelung nicht erlaubt, P am 19. Dezember 2011 – 19:4 Uhr
[30] Klaus Wille: BGH – Umgangsvereitelung und Sorgerechtsentzug, 14. Dezember 2011
[31] TrennungsFAQ-Forum: BGH in Az XII ZB 247/11: Maßnahmen gegen massive Umgangsvereitelung nicht erlaubt, P am 19. Dezember 2011 – 23:28 Uhr
[32] Gabriela Battaglia: Schlimmster Sorgerechts-Streit der Schweiz: «Meine Frau hat unser Kind vergiftet», Blick.ch am 19. Dezember 2011; FemokratieBlog: Frau vergiftete Sohn wegen Sorgerechtsvorteil, 13. Dezember 2011
[33] Christian Geyer: Sorgerechtsurteil: Wo ist Papa?, FAZ am 3. Dezember 2009
[34] BVerfG, 1 BvR 420/09 vom 21.7.2010, Absatz-Nr. (1-78)
[35] OLG Brandenburg vom 12. August 2010 – 10 UF 109/10
[36] OLG Naumburg vom 12. August 2010 – 8 UF 56/10
[37] BVerfG, 1 BvL 20/99 vom 29.1.2003, Absatz-Nr. (1-96)
[38] „Umfrage des Bundes­ministeriums der Justiz bei Jugend­ämtern und Rechts­anwälten zur gemeinsamen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern“ – Zusammenfassung PDF-Dokument
[39] Andreas Rosenfelder: Scheidungsväter ohne Rechte: Im Namen des Erzeugers, FAZ am 20. Dezember 2005
[40] TrennungsFAQ-Forum: Zur Entscheidung in Straßburg zum Sorgerecht nichtehelicher Väter
[41] Piratenforum: KW 46 – Arbeitsschwerpunkt Betreuungsunterhalt
[42] George Zimmermann: „Gleichstellung ist tot – Richtigstellung tut not“, 1. Internationalen Antifeminismus-Treffen am 30. Oktober 2010 in der Schweiz, S. 1 PDF-Dokument
[43] Familiendrama: Mutter erschießt Vater vor Augen ihrer fünf Kinder, Die Welt am 23. Januar 2011
[44] a b TrennungsFAQ-Forum: Mutter klebt 2-jährigen Sohn an die Wand, 22. Februar 2011 um 9:53 Uhr
[45] Harrys Homepage

2.6.2. Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe

Beim Thema Vergewaltigung in der Ehe sind verschiedene Fragen zu klären:

  1. Kann Sexualität in der Ehe überhaupt strafbar sein?
  2. Was sind die ideologischen Hintergründe für die Kriminalisierung ehelichen Beischlafs?
  3. Die Frage „Falsch­beschuldigung“ ist zu klären.
  4. Welche Folgen hat das für das Zusammenleben von Mann und Frau, welche Konsequenzen für die Familie?
  5. Wem nützt es?

„Frauen haben Sex wann sie wollen, Männer wenn sie dürfen.“


zurück2.6.2.1. Die Strafbarkeit von Sexualität

Im christlichen Abendland galt Beischlaf (Sex) nur in der Ehe als gottgefällig. Außerhalb der Ehe galt er als Ehebruch und Sünde. Das Alte Testament benennt dafür die Todesstrafe.[1] Das soll verdeutlichen, wie sehr die (juristische) Entwicklung der letzten Jahrzehnte die Einstellung zur Sexualität auf den Kopf gestellt hat: Zunächst wurde die Sexualität in der Ehe kriminalisiert (als Vergewaltigung in der Ehe) und dann die außer­eheliche Sexualität entkriminalisiert (siehe Prostitutions­gesetz). Biblisch betrachtet ist das wie Sodom und Gomorra.

Die Bibel sah die Strafe noch ungeachtet des Geschlechts vor. Im heutigen, angeblich aufgeklärten Recht wird nur der Mann für Sexualität mit Strafe bedroht, während die Frau gleichzeitig straflos gestellt ist; und das nicht nur in der Sexualität, sondern auch in den Bereichen Abtreibung, Kuckucks­kinder (Personen­stands­fälschung) und Kindes­entziehung.

Hier liegt eine seltsame Werteumkehr vor: Sexualität in der Ehe, was früher erwünscht war, wurde kriminalisiert und außer­eheliche Sexualität, was früher verboten war, wurde legalisiert. Dazu wurde die Gleich­behandlung von Mann und Frau in dieser Frage aufgehoben und die Frau besser­gestellt. Es geht bei dieser Betrachtung also nicht um Moral, sondern um Sexismus. Der Diskurs über Sexualität und Vergewaltigung ist von Sexismus geprägt nach dem Strickmuster: Die Frau ist Opfer, der Mann ist Täter.

Zur Strafbarkeit von Sexualität muss an das Verhältnis von Vergewaltigung und Ehe erinnert werden. Es bedarf einer Klärung, wann Sexualität erlaubt und wann sie strafbar ist. Das Rechts­institut der Ehe dient unter anderem dieser Klärung. Die Sexualität unter Verheirateten ist rechtens und die Einwilligung dazu geben sich die Eheleute bei der Trauung durch ihr Ja-Wort. Feministinnen hingegen behaupten, die Institution der Ehe diene allein der legalen und straffreien Vergewaltigung der Frau durch den Ehemann. „Der Vergewaltiger Nr. 1 ist der eigene Mann!“ behauptet Bundes­verdienst­kreuz­trägerin Alice Schwarzer. Das ist natürlich eine böswillige Unterstellung. Gerade in einer Zeit, in der Frauen ihren Ehemann frei nach Neigung selbst auswählen und es keine Zwangs­heiraten gibt, wirkt dieser Angriff auf die Ehe auch eher lächerlich. Den Feministinnen ist es damit allerdings bitterernst.

Es gibt heutzutage viele Menschen, die stolz verkünden auch „ohne Trauschein glücklich zu sein“. Hier geht es aber nicht um Fragen des Glücks, sondern um rechtliche Fragen. Es geht auch nicht um Moral, wie viele vielleicht meinen, sondern um die Frage, ob Beischlaf als Vergewaltigung oder ein­vernehmlicher Sex zu werten ist. Denn bei den nicht­ehelichen Liebes­beziehungen bleibt die Legalität der Sexualität merkwürdig schwebend ungeklärt. Beim heute üblichen Bäumchen-wechsle-dich-Spiel „Wir sind jetzt zusammen!“ und „Ich habe mich getrennt!“ ist das durchaus ein Problem. So kann ein Mann 100 Mal Sex mit einer Frau haben und beim 101ten Mal zeigt sie ihn wegen Vergewaltigung an. Was nun einvernehmlicher Sex ist und was Vergewaltigung, entscheidet dabei die Frau eigenmächtig und willkürlich ganz allein. So wird jeder Mann, der Sex mit einer Frau hat, rechtlos gestellt. Das ist nicht nur mit einem Rechtsstaat unvereinbar, es entzieht auch jeder Beziehung zwischen Mann und Frau die solide Grundlage.

Das mit dem unehelichen Sex ist in etwa so wie bei einem Autokauf, wo auf einen Kaufvertrag verzichtet wird und der Verkäufer einfach so Papiere und Schlüssel aushändigt. Das geht auch solange gut, bis dann eines Tages der Verkäufer die Polizei ruft und den Wagen als gestohlen meldet. Der Käufer kommt dann bei einem Diebstahls­vorwurf ohne Kaufvertrag ähnlich in Erklärungsnöte wie ein Mann, der wegen Vergewaltigung angeklagt wird.

Mit der „Erfindung“ der Ehe hingegen wurde die Sache eindeutig geklärt. Mann und Frau geben sich bei der Eheschließung gemeinsam und freiwillig die wechsel­seitige Einwilligung zur Sexualität. Eine Anzeige wegen Vergewaltigung in der Ehe ist genau so abwegig, wie einen Käufer mit rechtsgültigem Kaufvertrag wegen Diebstahls anzeigen zu wollen. Einen Kaufvertrag kann man möglicherweise anfechten. In einer Ehebeziehung wäre die Scheidung das richtige Rechtsmittel, um die Ein­verständnis­erklärung bezüglich Sexualität aufzuheben.

Mit dem rechtlichen Konstrukt „Vergewaltigung in der Ehe“ wird das Institut der Ehe quasi ad absurdum geführt. Das ist in etwa so, als würde durch einen Kaufvertrag nicht das Eigentumsrecht geklärt und man könnte wegen Diebstahl angeklagt werden. Im Rechtsstaat müssen Verträge verlässlich sein, damit Rechts­sicherheit besteht. Ohne rechts­wirksame Kauf­verträge wäre beispielsweise kaufmännisches Handeln unmöglich. Man kann an diese Rechts­grund­lagen nicht rütteln, ohne der Wirtschaft schwersten Schaden zuzufügen. Aber genau das wird im Familienrecht getan. Die Ehe, der Ehevertrag, ist seit Menschen­gedenken die Grundlage dafür, Verwandtschaften einzugehen und das Verhältnis von Mann und Frau zu regeln. Die Ehe der Beliebigkeit preiszugeben führt nicht zu mehr Freiheit, sondern zu mehr Rechts­unsicherheit. Das Institut der Ehe muss verlässlich sein, damit Familien gegründet werden und Kinder dort aufwachsen können.

zurückKriminalisierung des Mannes und Falschbeschuldigungen

Durch Falsch­beschuldigungen kann es zu Vorfällen kommen wie in Australien, wo ein Mann einvernehmlichen Sex hatte (er meinte es jedenfalls) und die Frau plötzlich den Geschlechtsakt abbrechen wollte. Am nächsten Morgen ging sie zur Polizei und zeigte ihn an: Es sei eine Vergewaltigung gewesen, weil es dreißig Sekunden gedauert habe, bis er von ihr abließ. Er sagte, er hätte ihr aufs Wort Folge geleistet. Er bekam vier Jahre Gefängnis.

Australische Männer rissen Witze über den „Dreißig-Sekunden-Vergewaltiger“, während Frauen­zeit­schriften in vielen Artikeln die zunehmende Bindungs­angst der Männer kritisierten.[2] Das vermeintliche Opfer war eine enge Freundin der Ehefrau und gab einige Jahre später bei der Polizei zu, dass das ganze Ereignis eine von der Ehefrau inszenierte Sache war, um ihren Mann aus dem Haus zu bekommen, das sie teilten.[3]

In den USA wurde William Hetherington zu Unrecht wegen ehelicher Vergewaltigung angeklagt und zu 15 bis 30 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er normale eheliche Beziehungen zu seiner Frau hatte. Er hatte weder Gewalt noch Zwang ausgeübt. Das Motiv für die Vergewaltigungs­klage war, im bevorstehenden Scheidungs­verfahren das Sorgerecht für seine drei Kinder zu bekommen, die drei Monate lang unter seiner Obhut gelebt hatten, nachdem seine Frau fortgegangen war. Er konnte sich keinen Anwalt seiner Wahl nehmen, weil es seiner Frau gelang, im Scheidungs­verfahren den Zugriff auf seine Geldkonten zu sperren. Er konnte also keinen Anwalt bezahlen. Der Richter wiederum verweigerte ihm einen Pflicht­verteidiger, weil er nicht als bedürftig galt und somit die Voraussetzungen nicht erfüllte. William Hetherington saß auch deshalb vier Jahre im Gefängnis, weil der eifrige Staatsanwalt im Wahlkampf Stimmen brauchte und feministische Gruppen auf seine Verurteilung drängten.[2]

In Deutschland wollte die Staats­anwalt­schaft in Mannheim sich eine Trophäe verschaffen, indem sie einen kapitalen (= prominenten) Hirsch (= Wetterfrosch) erlegt. Alice Schwarzer beschwor sowohl in der BILD-Zeitung als auch in zahlreichen Fernseh­interviews, doch der lügenden Beschuldigerin zu glauben, während ungezählte feministische Gruppen nicht müde wurden zu betonen, welch fatales Signal es für die vielen vergewaltigten Frauen wäre, würde Jörg Kachelmann nicht verurteilt. Jörg Kachelmann hatte das Glück, viel Geld zu haben und sich fähige Anwälte leisten zu können, sonst wäre auch er verurteilt worden. Viele beschuldigte Männer haben dieses Glück nicht.

Früher wurde ein Ja-Wort auf dem Standesamt gesprochen, das galt und hatte Bestand. Heute ist dieses Ja-Wort nichts mehr wert, was in anderem Zusammenhang schon im Abschnitt Scheidung gezeigt wurde. Mit dem neuen Straf­tat­bestand wird ehelicher Sex auf eine Stufe mit außer­ehelichem Sex gleichgestellt und damit abgewertet. Damit hat der Gesetzgeber den verfassungs­rechtlich gebotenen Schutz der Ehe verletzt, ohne dass das Verfassungsgericht eingeschritten wäre.

Heute muss, wenn ein Mann zu seiner Frau geht, ein Notar auf der Bettkante sitzen und jedes Mal ihr Ja-Wort zur Absicherung neu protokollieren. Das Schlimme dabei ist, die Frau kann später bei der Polizei aussagen, sie hätte es sich anders überlegt, nachdem der Notar das Schlafzimmer verlassen hat. Nach welchem objektiven Maßstab soll ein Richter feststellen können, was (noch) „eheliche Beischlaf“ und was (schon) „Vergewaltigung in der Ehe“ ist? Feministinnen pflegen darauf zu antworten: „Vergewaltigung ist, wenn eine Frau das so empfindet!“ Nach diesem Muster müssten alle Autofahrer ein Strafbefehl bekommen, die nach dem Empfinden von Anwohnern zu schnell gefahren sind. Damit wird Objektivität aus dem Strafrecht verabschiedet und das subjektive Empfinden einer Frau zum Maßstab der Justiz gemacht. Mit anderen Worten: Der Mann ist schuldig, weil eine Frau sagt, dass es so ist.

Die Studenten der 1968er traten mit dem Anspruch an, die Sexualität befreien zu wollen. Die Tatsache, dass Sexualität jetzt auch in der Ehe nicht mehr vor dem Staats­anwalt sicher ist, kann wohl kaum als „Befreiung“ gewertet werden. Es drängt sich die Frage auf, wem dieses Durcheinander und die Rechts­un­sicherheit nützt.

Gesetze, die die Definition von Vergewaltigung und „Date rape“ intensiv ausweiten, haben die gleiche Auswirkung wie ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. Alle verstoßen gegen das Gebot, und gravierende Verstöße werden nicht mehr ernst genommen. Doch ein Tempolimit, das alle Autofahrer, die dagegen verstoßen, kriminalisiert, betrifft zumindest beide Geschlechter; Gesetze, die jeden Mann, der sich mit einer Frau trifft, potentiell zum Kriminellen machen, beziehen sich auf nur ein Geschlecht. Deswegen sind es sexistische Gesetze.

Das ist, als gälte das Tempolimit nur für Männer, und Frauen hätten freie Fahrt.

Überhöhte Vergewaltigungs­zahlen steigern die Angst der Frauen, nachts auf die Straße zu gehen. Und sie lassen ihr Misstrauen gegenüber Männern anwachsen. Das mag einer bestimmten Politik entgegenkommen; sie sind aber von Nachteil für Frauen, die Männer lieben wollen. Und Frauen um der Politik willen zu schaden, entspricht einer seltsamen Definition von Befreiung.[2]

zurückDie ideologischen Hintergründe

Es waren die Notrufgruppen und der Juristinnen­verband, die seit den späten 1970er Jahren die Strafbarkeit auch der ehelichen Vergewaltigung gefordert hatten. Dahinter steht eine feministische Weltsicht, Hetero­sexualität sei als Herrschaft des Mannes über die Frau bzw. als Unter­drückung und Ausbeutung der Frau durch den Mann zu verstehen. Nach dieser Denkart gilt jeder Beischlaf per se als ein Gewaltakt seitens des Mannes. Das Bestreben feministischer Kreise war es deshalb, den normalen ehelichen Beischlaf strafbar zu machen.

Zusätzlich dazu gibt es eine Kriminalisierung der Hetero­sexualität und Ent­kriminalisierung der Homo­sexualität. Die straf­rechtliche Verfolgung der Homo­sexualität wurde wohl zu Recht abgeschafft, doch dabei bleibt es ja nicht. Alice Schwarzer schreibt: Kategorien wie Hetero­sexualität und Homo­sexualität sind kultureller Natur und nicht biologisch zu rechtfertigen. Die herrschende Hetero­sexualität ist eine kulturell erzwungene, eine Zwangs­heterosexualität. (K 207) Während heute jeder normale Mann jederzeit mit einem Vergewaltigungs­vorwurf überzogen (Beispiele Kachelmann und Assange[4]) und ins Gefängnis geworfen werden kann, wird gleichzeitig die Homosexualität mit staatlicher Unterstützung öffentlich gefeiert (Love-Parade). Die Gleichzeitigkeit von Kriminalisierung auf der einen und Ent­kriminalisierung auf der anderen Seite macht nachdenklich. Das sollte dazu ermuntern, etwas genauer hinter die Kulissen zu schauen.

Dabei ist ein Blick auf die feministische Ideologie geboten. Die Grundzüge der feministischen Denkweise breitet Alice Schwarzer in ihren Büchern „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ (K)[5] und „Der große Unterschied“ (G)[6] aus. Darin beschreibt Schwarzer die Ehe als „hetero­sexuelle Macht-Ohnmacht-Hierarchie“. (K 72) Die eheliche Sexualität wird als ein „Sich­zur­verfügung­stellen für die Onanie des Mannes“ gewertet. (K 184) Ihre ablehnende Haltung begründet sie so: „Mann und Frau sind a priori so ungleich. […] Liebe ist eben nur unter Gleichen möglich, nicht unter Ungleichen.“ (K 151) Alice Schwarzer beschreibt die vorherrschende Heterosexualität als Resultat einer kulturellen „Zwangs­heterosexualität“. Diese Zwangs­hetero­sexualität sei es, die – in Verbindung mit Sexualgewalt – das Verhältnis von Frauen und Männern programmiere. (G 57) „Mann-Frau-Beziehung sind – unabhängig vom Willen des einzelnen Individuums – qua Funktion in dieser Gesellschaft Herrschafts­ver­hältnisse. Frauen sind unterlegen, Männer überlegen. […] Die herrschenden sexuellen Normen, und damit die Sexualität selbst, sind Instrument zur Etablierung dieser Macht­beziehungen zwischen Mann und Frau. Nur wenn Frauen Männern privat nicht mehr ausgeliefert sind, nur wenn das Dogma der Vorrangigkeit der Heterosexualität infrage gestellt wird, haben Frauen die Chance zu einer eigenständigen, nicht mann-fixierten Entwicklung. Erst dann können sie Beziehungen in Freiheit wählen.“ (K 210)

„Die Sexualität ist nicht privat, sondern politisch!“ (K 209)

Sexualität zwischen Mann und Frau kann sich Schwarzer nur mit männlicher Gewalt und der Frau als Opfer vorstellen: „Das Macht­gefälle zwischen den Geschlechtern basiert auf der Sexualgewalt: von der Definition des Begehrens über das Abtreibungs­verbot und die Prostitution bis hin zur direkten Sexualgewalt. […] Es gibt Sexualgewalt von Männern gegen Frauen und Kindern, und sie hat epidemische Ausmaße. […] Jede zweite Frau ist ein Opfer von Sexualgewalt. […] Entscheidend ist, dass die Sexualgewalt allgegenwärtig ist und alle Frauen jederzeit zum Opfer machen kann. […] Der Vergewaltiger Nr. 1 ist der eigene Mann. […] Je besser eine Frau einen Mann kennt, umso gefährlicher ist er. […] Jede dritte Frau ist Opfer häuslicher Gewalt, und jede vierte Frau wird als Erwachsene vergewaltigt. […] Die Täter sind zu quasi hundert Prozent männlich, und ihre Opfer zu quasi hundert Prozent weiblich.“ (G 79-82) Es ist deshalb nicht überraschend, wenn sie in ihrem Blog schreibt: „Und Übrigens: Auch nette Männer vergewaltigen manchmal.“ [7] So denkt eine Feministin, für die alle Männer per se Vergewaltiger sind; den meisten könne man es nur nicht nachweisen. In dieser Denkart ist die Inhaftierung eines Mannes wie im Fall Kachelmann, und jetzt auch Assange, lediglich eine Form der „Prävention“. In der festen Über­zeugung, dass alle Männer Vergewaltiger sind, wirklich alle, auch die „netten“ wünschen sich Feministinnen, dass Frauen häufiger ihre Männer wegen Vergewaltigung anzeigen. Um das zu erreichen, müssen Schwellen gesenkt und die Erfolgschancen verbessert werden, beispielsweise durch eine Beweislastumkehr. Man halte sich das vor Augen: Eine Beweislastumkehr vor dem Hintergrund, dass man Männer per se für Vergewaltiger und schuldig hält. Das ist etwa so wie im Mittelalter, wo in Hexen­prozessen von Angeklagten der Beweis verlangt wurde, dass sie nicht mit dem Teufel im Pakte standen.

Nun behaupten Feministinnen, es sei doch ganz einfach: Männer müssten eben lernen, das Nein einer Frau zu akzeptieren. Wenn die Frau Nein sagt, müsse er aufhören. Das ist aber eine ideologische Lüge, was anhand von Beispielen gezeigt wird:

  • Eine Frau wird von vier maskierten Männern im Park angefallen, mit Messerstichen gefügig gemacht, und der Reihe nach mißbraucht.
    Urteil: Vergewaltigung! („Ein Nein ist ein Nein“)
  • Ein Mann küsst seine Frau zärtlich am Morgen und streichelt ihre Genitalien, während sie vor dem Wecker­klingeln noch ein bisschen döst (Betonung auf dösen = noch nicht ganz wach sein). Die Frau verklagt ihn Jahre später.
    Urteil: Vergewaltigung („Kein Nein ist ein Nein“)
  • Ein Mann hat einvernehmlichen Sex mit einer Frau, doch kurz vor seinem Orgasmus zieht sie ihr Einverständnis zurück, es ist aber zu spät für einen Rückzieher.
    Urteil für diese 30-Sekunden-Vergewaltigung: Vergewaltigung („Ein Jein ist auch ein Nein“)
  • Ein 17jähriges Mädchen entblößt ihren 18jährigen Freund und setzt sich auf ihn, um Sex zu haben.
    Urteil (in den USA): Vergewaltigung („Ein Ja ist ein Nein“)

Die Wahrheit ist, dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob Gewalt im Spiel war oder nicht, ob Zustimmung oder keine Zustimmung vorlag, ob es aktives oder passives Handeln war, ob Ja oder Nein gesagt wurde oder überhaupt nichts. Vergewaltigung ist, was eine Frau dafür hält. Die Objektivität, die für ein rechts­staatliches Strafverfahren unabdingbar ist, ist bei bei Vergewaltigung in der Ehe, in einer Lebens­gemein­schaft oder Liebes­beziehung überhaupt nicht gegeben. Denn so, wie Feministinnen Vergewaltigung definieren, machen sie das Gefühl der Frau zur Entscheidungsnorm. Und wenn manche Richter und Staatsanwälte auf objektivierbaren Maßstäben bestehen, dann wird das schon als patriarchalistische Macht­ausübung gegenüber dem weiblichen Opferkollektiv aufgefasst. Während des Kachelmann-Prozesses wurde über die feministische Propaganda stellvertretend gesagt:

„Alice Schwarzer [ist die] derzeit lauteste Propagandistin von Justiz­willkür im Dienst des gesunden Volks­empfindens.“ [8]

Die Ideologie, die zur Kriminalisierung ehelicher Sexualität führt, lautet kurz gefasst:

  • Die Frau ist Opfer, der Mann ist Täter.
  • Heterosexualität ist böse, Homosexualität ist gut.
  • Die Ehe und der eigene Mann sind gefährlich, Liebe unter Frauen ist befreiend.
  • Alle Männer sind Vergewaltiger, auch die „netten“.

Staats­anwälte, Rechts­anwälte (Juristinnen­verband) und Frauen­beratungs­stellen (Notrufgruppen) profitieren von dieser Kriminalisierung. So kommt neben dem ideologischen Motiv auch noch das ökonomische Interesse der HelferInnen­industrie hinzu.

Auffällig ist auch, dass Sex als etwas definiert wird, was „ein Mann einer Frau antut“.[9] Die geschlechts­neutrale Formulierung im Gesetzestext ist bloße Tarnung. Ziel der Kriminalisierung ist allein der heterosexuelle Mann. Weder Frauen noch homosexuelle Männer sind davon wirklich betroffen. Im Gegenteil, die gleich­geschlecht­liche Sexualität wird befreiend und als Ausweg aus einer „allgegenwärtigen Sexualgewalt gegen Frauen“ gesehen.

zurückDer Gleichheits­grundsatz als Vorwand

Nach feministischer Weltsicht ist Hetero­sexualität als Herrschaft des Mannes über die Frau bzw. als Unterdrückung und Ausbeutung der Frau durch den Mann zu verstehen. Nach dieser Denkart gilt jeder Beischlaf als ein Gewaltakt seitens des Mannes. Das Bestreben feministischer Kreise war es deshalb, den normalen ehelichen Beischlaf für den Mann strafbar zu machen. Für die Frau bleibt der Beischlaf als Möglichkeit für die Beschaffung von Geld und existentieller Sicherheit selbst­ver­ständ­lich straffrei. Deshalb ist es für eine lesbische Frau legal, sich durch den Beischlaf mit einem Mann ein Kind für ihre lesbische Lebens­gemein­schaft – und einen Unterhalts­zahler dazu – zu verschaffen. Flankiert wird die Kriminalisierung des Mannes durch ewig gleiche Berichte in den Medien, die den Mann in der Rolle des gewaltigen Monsters festschreiben.

Gesetze werden mit Gleich­heits­grund­sätzen begründet und sind formal geschlechts­neutral formuliert:

Eine mögliche Strafbarkeit ehelicher Vergewaltigung lässt sich auch aus dem Gleichheits­grundsatz nach Art. 3 GG ableiten. In Satz (1) heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Deshalb ist es nicht verständlich, warum die Vergewaltigung der Ehefrau weniger scharf geahndet wird, als die einer Freundin, der Verlobten oder einer Prostituierten. „In der Gefährlichkeit des strafbaren Verhaltens, in dem Sühne- und Vergeltungs­bedürfnis sind keine wirklich durchschlagenden Abweichungen zu erkennen (…).“ [10] Ein Ausschluss der Ehefrau aus dem Schutz des Vergewaltigungs­tat­bestandes sei aus diesem Grund nicht zu rechtfertigen.

Das Eheverständnis wird dabei vollkommen auf den Kopf gestellt. Das Gleichheits­prinzip wird derart strapaziert, dass jedweder Sex gleichermaßen als Vergewaltigung gilt, der Sex mit einer Prostituierten wird mit dem Sex mit der Ehefrau gleichgesetzt. Möglichweise sind nicht nur alle Männer Vergewaltiger, sondern auch alle Ehefrauen Prostituierte? Mit dem Verweis auf „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ werden jedenfalls Ehefrauen, Verlobte und Prostituierte mal eben auf eine Stufe gestellt und das ist doch sehr fragwürdig, weil auf diese Weise das eheliche Zusammenleben von Ehemann und Ehefrau auf eine Ebene mit dem Verhältnis von Freier und Prostituierte gestellt wird. Und aus der Sexualität als Ursache, Sinn und Zweck einer Ehe, wird ein Recht auf sexuelle Verweigerung gemacht:

Die Ehe sollte ein Ort sein, an dem die Eheleute partner­schaft­lich und in gegen­seitigem Einvernehmen ihre Probleme lösen. Das bedeutet für die Sexualität, dass niemand auf ein bestimmtes Sexual­verhalten festgelegt ist, sondern die Ehegatten gemeinsam versuchen, ihre jeweiligen sexuellen Vorstellungen und Bedürfnisse in der Ehe zu erfüllen. Daraus folgt, dass jede Frau das Recht hat die sexuellen Anliegen ihres Partners zu verweigern, wann und wo immer sie will. Eine jederzeitige Verfügbarkeit zum Geschlechtsverkehr lässt sich nicht aus § 1353 BGB herauslösen, die Ehefrau ist nicht zum ehelichen Geschlechtsverkehr „in Zuneigung“ verpflichtet. [10]

Der Gleichheitsgrundsatz wird hier sehr seltsam verwendet. Selbstverständlich sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Trotzdem ist der Käufer mit einem Kaufvertrag nicht gleich dem, der sich eine Sache illegal angeeignet hat. Auch ist ein Sozial­leistungs­empfänger nicht gleich einem steuerzahlenden Leistungs­träger. Gerade im linken politischen Spektrum wird der Begriff Gleichheit etwas anders definiert[11], was beispielsweise der FDP-Vorsitzende Westerwelle „spätrömische Dekadenz“ nannte. Ebenso ist ein Ehemann nicht gleich einem dahergelaufenen Liebhaber.

Die Urheber des Gesetzes würdigen die Ehefrau zur Hure herab, die sich einem Freier verweigert, wann und wo sie will. Diese Vorstellung von Gleichheit bildet den ideologischen Hintergrund für dieses Gesetz und unter diesem Vorwand wird ein Geschlechterkrieg geführt, der weder Harmonie noch Gleichheit zwischen Mann und Frau zum Ziel hat.

Was als „sexuelle Selbstbestimmung der Frau“ verkauft wird, ist bei Lichte betrachtet das Recht der Frau, jeden beliebigen Mann als Vergewaltiger zu denunzieren, „wann und wo sie will“. Damit wird der Vorstellung der Feministinnen entsprochen, nach der alle Männer Vergewaltiger sind, auch die „netten“, wie Alice Schwarzer nochmals extra betont hat. Mit Gleichheit hat das nichts und mit Rechts­staat­lich­keit hat das gar nichts zu tun.

zurückRechtsgrundlagen zur sexuellen Nötigung und Vergewaltigung
§ 177 RStGB
Reichsstrafgesetzbuch

Mit Zuchthaus wird bestraft, wer durch Gewalt oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine Frauenperson zur Duldung des außer­ehelichen Beischlafs nötigt, oder wer eine Frauenperson zu außer­ehelichem Beischlaf missbraucht, nachdem er sie zu diesem Zwecke in einen willenlosen oder bewusstlosen Zustand versetzt hat. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnis­strafe nicht unter einem Jahr ein.

§ 177 StGB
Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung
(1) Wer eine andere Person

  1. mit Gewalt,
  2. durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
  3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist, nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheits­strafe nicht unter zwei Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

  1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung), oder
  2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird. [12]

Ein unbedarfter Mann, der sich als Gentleman und Frauenbeschützer versteht, ist leicht für Initiativen zu gewinnen, die Frauen vor Gewalt und Vergewaltigungen schützen sollen. Dabei wird er aber leicht aufs Glatteis geführt, wenn er sich nicht mit den feministischen Definitionen von Gewalt, Täter und Opfer beschäftigt. Darauf wird im Abschnitt Feminismus eingegangen.[13]

zurückDie Konsequenzen für die Familie

Für die Familie hat der Straftatbestand „Sexuelle Vergewaltigung in der Ehe“ drei schwer­wiegende Folgen:

  1. Autonomieverlust: Die Autonomie der Familie wird weiter aufgehoben und erlaubt dem Staat den Zugriff bis ins Ehebett. Der Staat entscheidet nun im Zweifelsfall, was als ehelicher Beischlaf und was als eheliche Vergewaltigung gewertet wird. Im Grunde braucht ein Mann nun einen Notar am Ehebett, wenn er mit seiner Ehefrau intim werden will, damit er später zweifelsfrei beweisen kann, dass er seine Ehefrau nicht vergewaltigt hat.
  2. Missbrauchsmöglichkeit: Das Gesetz lädt geradezu zum Missbrauch ein. Die Versuchung, den eigenen Ehemann nach einem Ehestreit der Vergewaltigung zu bezichtigen ist groß. Während der Mann in Unter­suchungs­haft sitzt, kann die Ehefrau die Wohnung leerräumen, dem Mann das Sorgerecht für die Kinder entziehen und die Kinder an einen fernen Ort schaffen. Bis der Mann die Vorwürfe entkräften kann und freikommt, ist er längst vor vollendete Tatsachen gestellt. Sehr wahrscheinlich hat er inzwischen auch noch seine Arbeitsstelle verloren.
  3. Vertrauensstörung: Die Ehe ist ein Vertrauensverhältnis und Gesetze, die der Ehefrau die Macht gibt ihren Ehemann zu vernichten, bringt die Institution Ehe in unheilvoller Weise aus dem Gleichgewicht, das für ein vertrauens­volles Miteinander notwendig ist. Und wenn das Vertrauen zwischen Mann, Frau und Kindern in der Familie zerstört wird, dann ist die Axt an die Wurzel der Gesellschaft gelegt.

Wenn man sich nun vor Augen hält, dass Feministinnen den Ehemann zum „Vergewaltiger Nr. 1“ einer Frau erklären und die Ehe zur Institution, die dem Mann dazu dient, die Frau auszubeuten und zu unterdrücken, dann beschreibt im Satz 1.3 in „Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist“ die ganz normale eheliche Situation, in der der Mann schon einfach aus seiner Funktion als Ehemann heraus schon zum potentiellen Täter wird und sich durch ganz normalen ehelichen Beischlaf nach Satz 2.1 einer schweren Straftat schuldig macht, die mit nicht unter zwei Jahren Freiheitsstrafe bewehrt ist.[14]

Allein schon der Gedanke an dieses Gesetz dürfte das sexuelle Verlangen eines Mannes zum Erliegen bringen und ihn vom Wunsch, sich mit einer Frau verehelichen zu wollen, kurieren. Der Staat verletzt mit diesem Gesetz nicht nur seine Schutzpflicht gegenüber der Familie gemäß Artikel 6 GG, sondern er leistet auch der Zerstörung der Familie in unver­antwort­barer Weise Vorschub.

Spätestens seit dem Fall Kachelmann sollte klar geworden sein, dass es jeden Mann treffen kann, unversehens im Gefängnis zu landen. Kachelmann hat noch Glück – nicht weil er prominent ist, sondern weil er finanziell unabhängig ist und sich gute Anwälte leisten kann. Einen Durch­schnitts­mann dürfte alsbald die Arbeitsstelle gekündigt werden, die Kündigung der Wohnung wird nach einer Weile folgen. Was mit seine Wohnungs­ein­richtung wird, ist Glücksache, entweder werden seine Habselig­keiten eingelagert oder von seiner Nochfrau auf dem Flohmarkt verramscht. Die vollständige Vernichtung des Mannes ist sehr wahrscheinlich.

Auch wenn sich die Unschuld des Mannes erweisen lässt, stünde er nach vier Monaten Haft arbeitslos, wohnungslos und mittellos da. Für den Totalschaden würde er dann mit 12,50 Euro/Tag aus der Staatskasse entschädigt. Gisela Friedrichsen berichtet über einen Oberarzt aus Bonn, der 2002 eine vermögende Finanzmaklerin geheiratet hatte. Die Ehe entwickelte sich bald konflikthaft und man stritt erbittert um Häuser, Hypotheken und Bürgschaften. Schließlich beantragt er die Scheidung und sie zeigt ihn an, sie in den Jahren 2003 bis 2005 fünfmal vergewaltigt zu haben. Einem Haftbefehl wegen Flucht- und Verdunklungs­gefahr wird zwar nicht stattgegeben, aber der Fall wird in der Lokalpresse breitgetreten.

Der Arzt berichtet: „Für einen Außen­stehenden ist es kaum nachvollziehbar, wie isoliert man plötzlich dasteht, wenn die Justiz öffentlich gegen einen wegen Vergewaltigung ermittelt. Von dieser Sekunde an hat man kaum noch Freunde.“ Zunächst habe ihm ein Anwalt geraten: „Krabbeln Sie auf allen Vieren zum Richtertisch, und bitten Sie um zwei Jahre auf Bewährung.“ [15]

„Die neue Männer-Rolle: Auf allen Vieren winselnd um Gnade bitten.“

Die Sache ging aber anders aus. Ein befreundeter Journalist recherchierte für ihn und in den zweieinhalb Jahren zwischen Anzeige und Prozess deckte er drei Affären seiner Frau auf, darunter eine mit dem Staats­anwalt. Besonders pikant: Die Vergewaltigungs­anzeige wurde nicht von seiner Frau, sondern von eben diesem Staats­anwalt in der ehelichen Wohnung verfasst. Alle Befangenheits­anträge liefen ins Leere. Oberstaatsanwalt, Richter und Justizministerin ließen ihren Kollegen, den Staats­anwalt, nicht im Stich. Die Justiz greift in die Trickkiste und stellt das Straf­verfahren ein. Die Verfahren des Arztes gegen seine Frau wurden auch eingestellt.[15] Damit sind sowohl die korrupte Justiz als auch die ehebrecherische Frau aus dem Schneider. Der Geschädigte ist allein der gehörnte und zu Unrecht der mehrfachen Vergewaltigung bezichtigte Arzt. Der erlittene Imageschaden ist kaum zu reparieren und dafür gibt es auch keine Entschädigung.

Aber auch ein Staats­anwalt ist vor so einem Vernichtungs­feldzug nicht sicher:

Im Sommer 1997 zogen sie zusammen, es entwickelt sich eine lange, krisenreiche Beziehung. Im Oktober 1998 fordert er sie auf auszuziehen, sie geht mit einem Messer auf ihn los. In der gewalttätigen Ausein­ander­setzung erleidet er Nieren­kontusion, Hoden­quetschung, Prellmarken und eine Unterblutung des Gehörganges. Vier Tage später am 21. Oktober 1998 erfährt er, dass seine Lebens­gefährtin Strafanzeige gegen ihn wegen Vergewaltigung erstattet hat. Mit acht Einsatz­fahrzeugen und Beamten in schusssicheren Westen wird er festgenommen. In der Gewahrsams­zelle hat er Nieren­schmerzen und Blutungen. Aus Sicherheits­gründen wird er in Einzelhaft in einer sechs Quadratmeter großen Zelle untergebracht, ist 24 Stunden am Tag, abzüglich einer Stunde Hofgang, allein. Kurz vor Weihnachten 1998 schlägt ein Mithäftling auf ihn ein, er wird erheblich verletzt, an einem Auge löst sich die Netzhaut ab. Er hätte sofort einen Facharzt gebraucht, doch ein Häftling muss erst einen Antrag stellen. Der muss dann bearbeitet werden. Dann die Feiertage. Der Anstaltsarzt überweist ihn schließlich. Heute ist er auf dem Auge fast blind. Welchen Ausgleich gibt es dafür? Während der Haftzeit wird sein Haus durchsucht, achtmal. Man findet nichts, aber es bleiben Schäden zurück. Wer ersetzt die?

Der Dessauer Oberstaats­anwalt sagt zur Bild-Zeitung, man gehe von jahrelangem Missbrauch der Frau durch den Angeschuldigten aus. Dann übernimmt der Münchner Rechts­anwalt Rolf Bossi seine Verteidigung. Am 22. April 1999 beginnt der Prozess über 64 Sitzungstage. Am 10. Juni wird nach fast acht Monaten der Haftbefehl endlich aufgehoben. Die Kammer verhandelt noch bis in den August 2000 hinein. Dass Petra Bauer psychisch krank ist, wird überdeutlich. Am 18. August 2000 erfolgt endlich der Freispruch. Ohne den erfahrenen Anwalt hätte er keine Chance gehabt; etwa zwölf Jahre Haft waren zu erwarten. Er wurde zwar freigesprochen, doch entschuldigt hat sich niemand bei ihm. Die Sache hat er mitnichten überwunden.[16]

„Dann sage ich, du hast mich vergewaltigt!“

Das Dargelegte solle veranschaulichen, dass am Ende einer Beziehung Frauen nicht selten versuchen ihren Partner mit dem Vergewaltigungs­vorwurf unter Druck zu setzen. Angesichts der ruinösen Konsequenzen dürfte diese Drohung dem Zeigen der Folter­werkzeuge im mittel­alterlichen Hexen­prozess gleichkommen und den Mann zum Einlenken bewegen. Besonders fatal ist es, wenn Kinder im Spiel sind. Der Vater wird zumindest auf Dauer das Umgangsrecht verlieren, auch wenn er letztlich nicht verurteilt wird. Im Abschnitt Missbrauch mit dem Missbrauch wird dieses Thema weiter ausgeführt.

zurückDie Öffnung der Familie für den staatlichen Zugriff

Mit dem juristischen Konstrukt der Vergewaltigung in der Ehe dringt der Staat in die intimste Privat­sphäre seiner Bürger ein und sitzt nun praktisch auf der Bettkante eines jeden ehelichen Schlafzimmers. Wie beim Thema Abtreibung gehörte auch hier die Diffamierung Anders­denkender zur Strategie. Diese wurden „Reformgegner“ genannt, womit implizit das sturmreif Schießen der autonomen Institution der Familie als „Reform“ verniedlicht wurde. Das klingt so:

„Die Reformgegner führen an, daß durch die strafrechtliche Sanktionierung ehelicher Vergewaltigung in den Intimbereich der Familie eingedrungen wird, worin sie eine Gefährdung für das aus Art. 6 GG zu schützende Gut ‚Ehe und Familie‘ sehen. Hingegen werden andere Delikte, wie Raub, Erpressung und Nötigung, die innerhalb der Ehe begangen werden, durch das Strafrecht verfolgt. Die Ehepartner werden nicht grundsätzlich vor strafrechtlicher Sanktionierung geschützt, sondern nur im speziellen Fall der ehelichen Vergewaltigung. Das macht deutlich, daß im Strafrecht der Schutz des Eigentums höher angesiedelt ist als die körperliche Integrität der Frauen.
Zudem stellt sich die Frage, ob denn eine Ehe, in der vergewaltigt wird, überhaupt noch als staatlich schützenswert eingestuft werden kann.“
[10]

Der letzte Satz entlarvt die Absicht, welche hinter der zur Schau getragenen Empörung steht: Der grund­gesetz­lich festgelegte Schutz von Ehe und Familie soll infrage gestellt und die Familie für den staatlichen Zugriff geöffnet werden.

Es muss in diesem Zusammenhang daran erinnert werden, dass es sich bei den Grund­rechten im Grundgesetz (Artikel 1-19) um Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat handelt. Die Aushöhlung des Art. 6 Abs. 1 GG stellt einen Anschlag gegen die Grundfeste dieser Gesellschaft dar. Demgegenüber bliebe ehelicher Beischlaf, unterstellt es gäbe so etwas wie „eheliche Vergewaltigung“, doch „nur“ ein Delikt.

Die Ungeheuerlichkeit, die kaum fassbar ist, besteht darin, dass der Hass von Feministinnen gegen die Institution und gegen die Männer/das Patriarchat dazu geführt hat, die Axt an die Wurzel der Gesellschaft gelegt wurde. Es ist offenbar an dieser Stelle das Verständnis dafür verloren gegangen zu sein, dass der Staat auf den Familien aufgebaut ist, die Familie aber nicht ein Konstrukt des Staates ist. Wer den Schutz von Ehe und Familie vor dem Staat abschafft, stellt damit den Staat auf den Kopf.

Es ist mit einer freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbar, dass dem Staat die Definitions­hoheit darüber gegeben wird, was Familie ist oder zu sein hat. Der Staat hat in dem Privatleben seiner Bürger nichts zu suchen, noch weniger ist er dazu berufen, die Qualität ehelicher Sexualität zu bewerten und zu sanktionieren. Der Staat hat sich hier zum Handlanger des Feminismus in ihrem Kampf zur Abschaffung von Ehe und Familie machen lassen. Zudem darf von mündigen Bürgern erwartet werden, dass sie ihre ehelichen Probleme selbstverantwortlich und eigenständig lösen.

Es geht dabei ja soweit, dass der Staat sich zum Ankläger (!) und Richter aufspielt, wenn es darum geht, eheliche Sexualität zu einer Straftat zu erklären. Dazu werden als Krönung mit einer Beweis­last­umkehr rechts­staatliche Prinzipien verletzt.

Solange eine Frau an ihrer Ehe festhält, warum auch immer, hat der Staat sich aus der Ehe herauszuhalten. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der neu geschaffene Straf­tat­bestand als Waffe in Trennungs­aus­ein­ander­setzungen verwendet wird.

Eheliche Sexualität ist aber sehr vielschichtig. Da wohnt der Mann seiner Frau auch schon mal bei, auch wenn er von der Arbeit erschöpft nach Hause kommend gar keine Lust dazu hat, seiner Frau zuliebe, die er nicht zurückweisen möchte, weil sie sich dafür extra zurechtgemacht hat. Und auch eine Ehefrau gibt sich ihrem Mann hin, auch wenn ihr gerade nicht danach ist, aber aus Liebe zu ihrem Mann tut sie es doch. Und manchmal lässt sie sich auch bedrängen und gibt dann nach. Welcher staatliche Richter will hier entscheiden, wo einvernehmlicher Sex endet und die Vergewaltigung anfängt? Die Rechts­verdreher sagen, wenn die Frau Nein sagt, müsse der Mann das respektieren. Nur, wenn Männer jedes Nein einer Frau ernstgenommen hätten, wären viele Liebespaare nie zusammen­gekommen.

zurückStrafe für den Mann, Freiheit für die Frau

„Quod licet Jovi, non licet Bovi“, sagt der Lateiner. In unserer Zeit ist klar, wer heute im Geschlechter­vergleich Jovi und wer Bovi ist. So gibt es unterschiedliche Auffassung über eheliche Pflichten, wie nachfolgende Artikel belegen:

Im ersten Fall verlangt eine Frau Schadensersatz, weil der Mann seine ehelichen Pflichten nicht erfüllt hat.

Weil sie jahrelang keinen Sex mit ihrem Ehemann hatte, hat eine Französin 10.000 Euro Schadensersatz zugesprochen bekommen. Der Mann habe seine „in der Ehe liegenden Pflichten“ nicht erfüllt, urteilte ein Berufungs­gericht in der süd­französischen Stadt Aix-en-Provence, wie die juristische Zeitschrift „Gazette du Palais“ berichtet. [17]

Im zweiten Fall wird ein Mann sexueller Gewalt bezichtigt, weil die Frau ihre ehelichen Pflichten nicht erfüllt.

Dass diese Frauen selten Hilfe in Anspruch nähmen, liege auch daran, dass sie sexuelle Gewalt oft nicht als solche erkennen würden. „Diese Frauen haben ja in einer Zeit geheiratet, in der noch von ehelichen Pflichten die Rede war. Häusliche Übergriffe nehmen sie nicht als solche wahr“, erklärte Eva Jochmann vom Frauen­notruf Mainz. [18]

Es sind zwei Fälle, in beiden geht es um eheliche Pflichten.

  1. Die Frau will, der Mann aber nicht: Der Mann ist der Täter, die Frau ist das Opfer mit Schadens­ersatz­anspruch.
  2. Der Mann will, die Frau aber nicht: Der Mann ist der Täter, die Frau ist das Opfer mit Schutz­anspruch.

Es werden bezüglich „ehelicher“ Vergewaltigung und ehelichen Pflichten doppelte Standards dergestalt angelegt, sodass sich der Mann gegenüber einer Frau immer in der schwächeren Position befindet und somit erpressbar ist.

Aufgrund dieses extremen Macht­ungleich­gewichts ist eine vertrauensvolle Ehebeziehung nicht länger möglich. Tatsächlich nimmt die Heirats­bereitschaft ständig ab, weshalb man diese Rechtspraxis als eine indirekte Ehe­ver­hinderungs­strategie bezeichnen könnte.

zurückWir haben vergewaltigt!


Seit Simone de Beauvoir stellt der Feminismus die Frau vor allem als benachteiligt und vom Mann unterdrückt dar. Man zwinge sie zur Heirat, untersage die Abtreibung und verbiete die Scheidung. Vor allem zwänge man sie in Situationen, aus denen die Mutterschaft ihr einziger Ausweg sei. Simone de Beauvoir spricht von einer „Befreiung von der Versklavung durch die Fort­pflanzungs­aufgabe“.[19] In Deutschland führte Alice Schwarzer den Kampf gegen die Mutterschaft und für die Legalisierung der Abtreibung an. Den Höhepunkt bildete 1971 die Stern-Kampagne „Wir haben abgetrieben!“ an, in der sich 374 Frauen öffentlich bekannten, abgetrieben und damit gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.[20]

Schließlich wurde im Juli 1992 durch eine Änderung des § 218 StGB die Straffreiheit für Frauen bei der Tötung ungeborenen Lebens erreicht. Dem voraus ging die Eherechts­reform von 1976, die den Frauen eine Scheidung jederzeit und ohne Grund ermöglichte, selbst­ver­ständ­lich mit staatlich garantierter Alimentierung durch den entsorgten Mann. Auch dabei blieb es nicht. Am 15. Mai 1997 wurde die „Vergewaltigung in der Ehe“ strafbewehrt und 2004 zum Offizial­delikt erhoben.

Bei der fortschreitenden Straflos­stellung der Frau und Kriminalisierung des Mannes stellt sich die Frage, warum Männer nicht ähnlich gegen den § 177 StGB vorgehen, wie einst Frauen gegen den § 218 StGB vorgingen.

Wo sind die Männer, die das schaffen, was 374 Frauen geschafft haben? [21]



zurückKonsequenzen

Der Kampf gegen Gewalt und der vorgebliche Schutz der Frau vor Vergewaltigung werden hier zum Trojanischen Pferd, das dazu dient, die Familie quasi durch die Hintertür abzuschaffen. Tatsächlich sind Reproduktion, und damit auch Sexualität, Kernbestandteile von Ehe und Familie. Die oft beschworene sexuelle Selbstbestimmung der Frau geschieht auf der Weise, dass sie den Partner frei wählt, mit dem sie eine Ehe eingeht und eine Familie gründen will. Gegebenenfalls kann sie auch die Scheidung zwecks Auflösung des Ehebündnisses einreichen. In Analogie dazu gestattet die Berufs­freiheit ein Arbeits­verhältnis frei einzugehen und ggfs. auch wieder zu kündigen. Diese Berufsfreiheit geht aber nicht so weit, dass es innerhalb des Arbeitsverhältnisses eine arbeitsrechtliche „Selbstbestimmung“ gäbe, die es etwa gestatten würde etwa die Arbeitspflicht zu vernachlässigen oder gar mit der Konkurrenz zusammenzuarbeiten. Entsprechend hat sexuelle Verweigerung in der Ehe keinen Platz und auch Ehebruch (und ggfs. das Unterschieben von Kuckucks­kindern) sind nicht mit einer wie auch immer gearteten „sexuellen Selbstbestimmung“ zu rechtfertigen oder gar zu legalisieren. Im Hintergrund dieses Angriffs auf die Familie ist die sozialistische und feministische Über­zeugung, dass die Familie ein Instrument zur Unterdrückung der Frau sei und somit sind im Kampf zur Zerstörung der Familie jedes Mittel gerechtfertigt seien. Eines dieser Mittel ist die Diffamierung der Familie als Ort der Unterdrückung und Gewalt. Wer aber erstmal davon ideologisch überzeugt ist, dass Familie eine institutionelle Unterdrückung der Frau ist und ehelicher Beischlaf per se eine Vergewaltigung der Frau darstellt, dem wird es nicht schwerfallen, Mittel und Wege zu finden, die Häufigkeit ehelicher Vergewaltigungen zu „belegen“.

„Die Behauptung, eheliche Vergewaltigung sei in Deutschland kein zahlen­mäßig relevantes Problem, ist heute durch verschiedene Untersuchungen widerlegt worden. Wie eine Befragung des Emnid-Instiuts von 1986 belegt, gibt es innerhalb der Ehe sexuelle Gewalt gegen Frauen – in ca. 10-25 % der Ehen – der quantitative Bedarf für eine Straf­rechts­reform ist also mit Sicherheit gegeben.“ [10]

Es muss also etwas konstruiert werden. Seltsamerweise ist dieser Eifer, Gewalt nachzuweisen, überhaupt nicht ausgebildet, wenn es um weibliche Täterinnen geht. Die entfesselte Rabulistik ist in ihrer sexistischen Einseitigkeit verdächtig.

„Für die strafrechtliche Ungleich­behandlung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen im außer­ehelichen und im ehelichen Bereich besteht nach heutiger Auffassung keine Berechtigung mehr. Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist nicht teilbar, es wird durch die Eheschließung weder beseitigt noch eingeschränkt. Es ist deshalb nicht mehr strittig, dass auch die eheliche Vergewaltigung als solche zu bestrafen ist.“ [10]

Es ist unklar und wird bewusst verschleiert, was eine Eheschließung denn nun eigentlich rechtstatsächlich sein soll. Wenn in einer Eheschließung nicht mehr das Einverständnis zu gegenseitigem Beischlaf enthalten ist, dann bleibt faktisch nur noch die Zahlpflicht des Mannes nach Trennung und Scheidung. Ist das der ultimative Sinn einer Eheschließung?

Man beachte die feministische Neudefinition des Gewaltbegriffes.[10]

So kann jeder einvernehmliche eheliche Beischlaf im Nachhinein als Vergewaltigung umgedeutet werden, indem die Frau behauptet, sie habe ihr Einverständnis nicht gegeben. Nach der dargelegten Argumentation hat der Mann keine Ver­teidigungs­mög­lich­keit, da er das angeblich fehlende Einverständnis nicht erkennen kann.

Der Mann ist hilflos und entrechtet, denn selbst wenn er glaubhaft machen kann, keine Gewalt angewandt zu haben, so wird ihm „das Ausnutzen einer hilflosen Lage“ zur Last gelegt. Und natürlich befindet sich die Frau aus feministischer Sicht in der ehelichen Wohnung im ehelichen Bett in einer hilflosen Lage.

Außerdem gibt es noch das Konstrukt, dass ein sexueller Missbrauch schon dann bejaht werden kann, wenn das Vergewaltigungsopfer nur eingeschränkt widerstands­fähig ist. In einer Gesellschaft, die den Mann per se als Täter und eine Frau per se als Opfer wahrnimmt, braucht es nur wenig Schauspielkunst einer Frau, um das auch vor Gericht glaubhaft zu machen.

Natürlich haben die Grünen weiterhin eine Stärkung der Position des Nebenklägers/der Nebenklägerin im Straf­verfahren (§ 397 StPO) vorgesehen, sowohl durch die Bewilligung von Prozess­kosten­hilfe (§ 397a StPO) als auch durch die Ausweitung der Rechts­mittel­befugnisse.

Vorkehrungen zum Schutz des Mannes vor dem Missbrauch durch Frauen gibt es natürlich nicht. Strafen für Frauen, die Missbrauch mit dem Gesetz tun, sind selbst­ver­ständ­lich nicht vorgesehen. Vielmehr sollen durch flankierende und ergänzende Maßnahmen die geringe Anzeige­bereit­schaft vergewaltigter Frauen erhöht werden.[10]

Die Ehefrau sollte vor sexueller Gewalt durch den Ehemann geschützt werden. Vor allem in dem abgeschlossenen intimen Bereich der Ehe ist die Frau der Gewalt durch ihren Ehemann besonders schutzlos ausgeliefert. Dies könnte sich auch auf die Kinder negativ auswirken. So kann gerade durch eine Gesetzes­änderung eine für beide Ehepartner klare Ausgangslage und somit eine positive Wirkung auf das Fortbestehen der Ehe erreicht werden. Somit ist die Strafbarkeit der Ehegatten­ver­gewaltigung auch mit Art. 6 GG vereinbar.[10]


„Maßgeblich ist die innere Willens­richtung des Opfers.“ (Wikipedia) Wie soll ein Mann auf die „innere Willens­richtung“ einer Frau schließen können, wenn sie äußerlich und offenbar auf sexuelle Handlungen eingeht?

Das feministische Argument für eine Reform des Vergewaltigungs­gesetzes basiert oft – explizit oder implizit – auf der Idee, dass Sex und Vergewaltigung sehr ähnliche Vorgänge seien. Catharine MacKinnon, die in ihrer Argumentation u. a. von Andrea Dworkin („Romantik ist Vergewaltigung mit bedeutungsvollen Augen“) unterstützt wird, scheint zu glauben, dass auch der als „normal“ verstandene Geschlechtsverkehr unter Strafe zu stellen und bestimmte Formen des sexuellen Verhaltens als moralisches Vorbild zu stärken sei. Sue Lees argumentiert, dass das Gesetz „kommunikativen Sex“ bevorzugen und entsprechend „nichtkommunikativen Sex“ verfolgen sollte. Ihrer Ansicht nach leugnet die rechtliche Gleich­behandlung von Vergewaltigung und Gewalt­anwendung den „Zwangs­charakter des männlichen Sexual­verhaltens“. Das radikale Argument, Sex und Vergewaltigung seien kaum voneinander zu unterscheiden, ist bei britischen Feministinnen immer populärer geworden und scheint auch in offiziellen politischen und juristischen Kreisen mehr und mehr Anklang zu finden. So wird bereits der Unterschied zwischen Vergewaltigung und Sexualverkehr, wie ihn das Gesetz vorsieht, problematisiert, da „er andeutet, es sei möglich, eine klare Unterscheidung zwischen ‚gewalttätig‘ und ‚nichtgewalttätig‘, mithin zwischen gewalttätigen und ‚normalen‘ Männern, zu treffen“.

… in feministischen …, in denen zumeist … heterosexueller Geschlechtsverkehr per se als problematisch und missbräuchlich betrachtet wird.

Eine ganze Reihe ursprünglich radikal-feministischer Ansichten – das Misstrauen gegenüber hetero­sexuellem Geschlechts­verkehr; die Forderung, dass man Frauen immer glauben soll, weil sie bezüglich einer Vergewaltigung niemals lügen würden; die Vorstellung, dass das Gesetz das Verhalten von Männern schärfer kontrollieren sollte – erfreuen sich in den Entscheidungs­zentren der britischen New Labour-Regierung wachsender Beliebtheit. Solche Ideen wurden von Politikern dankbar aufgegriffen und haben ein Klima geschaffen, in dem bürgerliche Freiheits­rechte und sogar die grundlegendsten Annahmen über das individuelle Verantwortungs­bewusstsein von Menschen skeptisch betrachtet werden. Forderungen nach schärferen und konsequenteren Verurteilungen in Vergewaltigungs­fällen (mehr Männer auf Basis weniger Beweise einzusperren) sind inzwischen an der Tagesordnung. So werden neue Fakten geschaffen, die die Gleichheit von Männern und Frauen vor dem Gesetz in Frage stellen.[22]

zurück2.6.2.2. Prostituiertengesetz

Das Prostituierten­gesetz sollte die sozial- und arbeits­rechtliche Stellung der Prostituierten verbessern. Die Frauen sollten Ansprüche auf Umschulung und Wieder­ein­gliederungs­hilfen in den normalen Arbeitsmarkt sowie auf Leistungen der gesetzlichen Gesund­heits­versorgung, der Arbeits­losen- und Renten­versicherung erhalten. Der Gesetzgeber sieht dabei Prostitution nicht als ein Geschäft an, das auf Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage basiert, sondern geht von der sexistischen Überzeugung aus, dass Männer perverse Wesen sind und Frauen unmündige Opfer.

„Prostitution ist […] Ausdruck des Objektstatus aller Frauen: Männer sind so pervertiert, daß ihnen der Gedanke, sich das Recht auf einen menschlichen Körper kaufen zu können, noch nicht einmal obszön zu sein scheint, sondern selbst­ver­ständ­lich. Die Ärmsten sind so kaputt, daß sie diese fünf Minuten mechanischer Reibung für Sexualität halten. […] Wenn nicht selbst für diese Wracks wieder einmal Frauen herhalten müßten, könnten sie uns leidtun.“ (K 94)

Der Gedanke, dass Frauen auch pervertiert sein könnten, weil sie seit Menschen­gedenken (Prostitution gilt vielen als ältestes Gewerbe) Sexualität verkaufen (gegen Geld, Versorgungs­sicherheit oder andere Gegen­leistungen), kommt Frau Schwarzer nicht.

Das neue Gesetz tritt zum 1. Januar 2002 in Kraft. Dem Entwurf von SPD und Grünen stimmten auch die FDP sowie die meisten Abgeordneten der PDS zu. Die Grünen-Abgeordnete Irmingard Schewe-Gerigk, die sich im parlamentarischen Prozess für das Gesetz stark gemacht hatte, sieht nun das Ende einer langjährigen Schein­heilig­keit und Doppel­moral.[23]

Das Prostituierten­gesetz sollte die sozial- und arbeits­recht­liche Stellung der Prostituierten verbessern. Die Frauen erhalten Ansprüche auf Umschulung und Wieder­ein­gliederung in den normalen Arbeitsmarkt sowie auf Leistungen der gesetzlichen Gesund­heits­versorgung, der Arbeitslosen- und Renten­versicherung. Prostitution, sofern sie ohne Zwang ausgeübt wird, und deren Förderung sind straffrei.

Der schöne Schein, man könnte mit einer Quasi-Legalisierung die Begleit­erscheinungen Gewalt und Zwang gleich mit beseitigen, stellte sich als ein naiver Irrtum heraus.

Das Prostituierten­gesetz geht am Milieu vorbei, Lausitzer Rundschau am 24. Januar 2007

Eine „Zertifizierung“ der Bordelle sei möglich, sagte die grüne Frauen­politikerin Irmingard Schewe-Gerigk.

Die CSU will das Gesetz „zivil­rechtlich nachbessern“. Es müsse gesetzlich festgeschrieben werden, dass jobsuchende Frauen von Arbeits­agenturen nicht ins Gewerbe vermittelt werden dürfen, sagte CSU-Familienexperte Johannes Singhammer.

zurück2.6.2.3. Vergewaltigung in der Ehe

Coming soon!

Die Vergewaltigung in der Ehe: Nachdem der Bundestag über Jahrzehnte leidenschaftlich gestritten hatte, wurde sie vor drei Jahren in Paragraph 177 ausdrücklich unter Strafe gestellt. Zeit für eine Bilanz, die bei der Polizei allerdings eher ernüchternd ausfällt. „Das Gesetz greift kaum“, sagt Elke Plathe, im Landes­kriminal­amt zuständig für Sexual­delikte. Die Zahl der Anzeigen bewege sich in Berlin wie auch schon vor der Änderung 1997 zwischen 60 und 70 Fällen im Jahr.

Laut Statistik hat die Polizei 678 Vergewaltigungen und besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung 1999 registiert. 65 Fälle, also rund zehn Prozent, gingen davon 1999 auf das Konto eines Ehemannes. 1998 kamen 61 Frauen zur Polizei, um ihren Mann anzuzeigen. Doch die Dunkel­ziffer gilt als hoch. Nach einer Studie für das Bundes­familien­ministerium wurde die Zahl der vergewaltigten Ehefrauen zwischen 1987 und 1991 in Deutschland auf 350 000 geschätzt. Laut Plathe kommen auf eine Anzeige zwischen 20 und 40 nicht gemeldete Delikte. „Viele Frauen haben Angst vorm Täter, suchen bei sich selbst die Schuld und stehen unter dem Druck von Familie und Gesellschaft“, sagt Plathe. Außerdem könne man schlecht den eigenen Ehemann anzeigen und sich anschließend wieder an den gemeinsamen Tisch setzen. In den meisten Fällen sei die Anzeige deshalb der endgültige Schlussstrich, der unter eine Ehe gezogen werde.

Die Vergewaltigung war natürlich auch vor der Änderung schon strafbar, aber wörtlich nur als gewaltsamer „außer­ehelicher Beischlaf“. Vor der Vergewaltigung von Ehefrauen indes hatte der Gesetzgeber seit Jahrhunderten die Augen geschlossen. Vor dem Juli 1997 hätte man Sami B. im Moabiter Gerichts­saal also nur wegen Nötigung und Körperverletzung bestrafen können. Jetzt steht für ihn mehr auf dem Spiel: „Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung“ heißt der Tatbestand und schützt Verheiratete und Unverheiratete in gleicher Weise. Danach wird mit „mindestens einem Jahr“ bestraft, wer andere zu sexuellen Handlungen nötigt. In „minder schweren Fällen“ sind es sechs Monate bis fünf Jahre. In besonders schweren Fällen: Nicht unter zwei Jahren, was eine Straf­aus­setzung in jedem Fall ausschließen würde.

Dass gewalttätige Ehemänner nur wegen Körper­verletzung und Nötigung verurteilt werden konnten, stieß schon vor Jahrzehnten bei der Frauen­bewegung auf Kritik. „Ein bisschen Schutz, ein bisschen schwanger und ein bisschen Frieden – das gibt es nicht“, begründete die SPD-Parlamentarierin Ulla Schmidt 1997 als eine Initiatorinnen des überparteilichen Entwurfs den Vorstoß. Enttäuschung über die aktuelle Bilanz der Polizei hört man von ihr nicht. Schließlich habe niemand damit gerechnet, dass der neue Paragraph „einen Run auf die Gerichte“ auslösen würde. Es sei aber wichtig, dass der Gesetzgeber endlich ein Zeichen gesetzt hat: „Die Vergewaltigung in der Ehe ist strafbar und kein Kavaliersdelikt.“

Im Gerichtsalltag steht in der Regel Aussage gegen Aussage. Ob der Frau geglaubt wird, dass ihr Mann sie zum Beischlaf gezwungen hat, bleibt also der Beurteilung der Richter überlassen.

Beischlaf in der Ehe wird strafbar

1998 wurden im deutschen Strafrecht die bis dahin getrennten Tatbestände der Vergewaltigung (§ 177 StGB a. F.) und der sexuellen Nötigung (§ 176 StGB a. F.) unter einem einzigen Tatbestand zusammen­gefasst und inhaltlich beträchtlich erweitert (§ 177 StGB n. F.). Der Gesetzgeber hat die Strafbarkeit geschlechts­neutral auf „eine andere Person“ (erstmals damit auch auf Männer als Tatopfer) und insbesondere auf das Erzwingen des ehelichen (nicht mehr nur des außer­ehelichen) Beischlafs erweitert. Noch unter der Kohl-Regierung verabschiedet, blieb die Vergewaltigung in der Ehe bis 2004 lediglich Antragsdelikt. Dies wurde vom CDU-Rechts­sprecher Norbert Geis damit begründet, dass dem Schutz der Ehe eine besondere Bedeutung zukäme. Unter der rot-grünen Regierung setzte sich schließlich die These durch, dass eine Rück­nahme­möglichkeit der Anzeige die Erpress­barkeit des mutmaßlichen Opfers durch den Ehepartner erhöht. Seitdem ist Vergewaltigung in der Ehe ein Delikt, das von Amts wegen verfolgt wird.

Wikipedia: Vergewaltigung

Nach langen Diskussionen im Bundestag ist die Vergewaltigung in der Ehe jetzt strafbar. Die BRD war bisher eines der wenigen europäischen Länder, das Ehefrauen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung immer noch verwehrte.

Nach dem neuen Gesetz wird nicht mehr zwischen Fällen von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung, die unter Eheleuten begangen werden und solchen zwischen Nicht­ver­heirateten unterschieden. Zudem werden die Vorschriften geschlechts­neutral formuliert – auch die homosexuelle Vergewaltigung fällt demnach unter § 177 Strafgesetzbuch (StGB), dessen Mindest­straf­maß von vorher zwei Jahren auf eines gesenkt wurde. Dadurch soll den Gerichten die Möglichkeit eröffnet werden, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Dem erzwungenen Beischlaf werden andere erzwungene sexuelle Handlungen, die das Opfer besonders demütigen (z. B. Anal- oder Oral­verkehr) gleichgestellt. Eine Wider­spruchs­klausel gibt es nicht. Diese war von der CDU-Fraktion gefordert und lange umstritten. Mit ihr sollte die Ehefrau die eingeleitete Straf­ver­folgung gegen ihren Ehemann stoppen können. Das Widerspruchsrecht lädt den gewalt­tätigen Ehemann geradezu ein, weiter Druck auf seine Frau auszuüben, damit sie ihre Anzeige zurückzieht und er straflos davonkommt. Dadurch würde das grundsätzlich bei einem Verbrechen bestehende öffentliche Interesse an der Straf­verfolgung in Frage gestellt. Sexuelle Gewalt ist aber nicht das persönliche Problem einzelner Menschen, sondern ein gesell­schaft­liches. Dies haben nun wohl auch einige CDU-Abgeordnete eingesehen.

Den gesell­schaft­lichen Sexismus kann man nicht allein mit einer Reform des Sexual­straf­rechts angehen. Sie ist jedoch ein Schritt, die sexuelle Selbstbestimmung der Frau mehr zu schützen, ein Etappensieg der Frauen­bewegung. Aber was kommt nach diesem Sieg? Leider zeigte bisher nur eine kleine Anzahl von Ehefrauen ihren angetrauten Vergewaltiger an.

Jahrzehnte­lang galten Ehefrauen als „nicht vergewaltigbar“. Bis zum Mai 1997 waren eheliche Vergewaltigung und eheliche sexuelle Nötigung nicht nach den Straf­gesetz­buch-Paragraphen 177 und 178 strafbar. Dort hieß es: „Wer eine Frau mit Gewalt oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben zum außer­ehelichen Beischlaf mit ihm oder einem Dritten nötigt, wird mit Frei­heits­strafe nicht unter zwei Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheits­strafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.“ Gleiches galt bei sexueller Nötigung.

Der Körper der Ehefrau hatte jedoch ihrem Gatten uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen. Der Schutz von Ehe und Familie wog mehr als die sexuelle Selbst­bestimmung der Frau und der Schutz der Kinder vor Mißhandlungen. Von dem ideologisierten Bild der Familie als Hort von Liebe, Verständnis und Frieden, in dem glückliche Kinder aufwachsen, sollten wir uns schon längst verabschiedet haben. Aber konservative Politiker und Politikerinnen schaffen es immer wieder, dieses klein­bürgerliche Familien­ideal hoch­zu­halten und damit die Realität, die tägliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, zu leugnen. In die vermeintlich glückliche Familie hat sich der Staat nicht einzumischen.

So vertrat Generalstaatsanwalt Hans-Joachim Ulrich noch 1987 die These: „Das Intimleben von Eheleuten ist für den Staat tabu.“ Der CDU-Bundes­tags­abgeordnete Wolfgang von Stetten ging noch weiter und verkündete 1995 im Rahmen der Straf­rechts­änderungs­debatte zur Vergewaltigung in der Ehe: „Die Ehe ist eine Geschlechts­gemeinschaft und verpflichtet grundsätzlich zum ehelichen Verkehr. Die Verweigerung von Anfang an ist unter Umständen Aufhebungs­grund, die spätere Verweigerung Scheidungsgrund. Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen – manche Männer sind einfach rabiater.“

Wie rabiat deutsche Ehemänner vorgehen, davon können Mitarbeiterinnen von Frauen­häusern berichten: 40000 Frauen fliehen in Deutschland jährlich vor ihren gewalt­tätigen Männern ins Frauenhaus. Sie lassen alles zurück: die vertraute Wohnung, persönliche Habe und ihr soziales Umfeld.

Das KFN nimmt aufgrund seiner umfangreichen Untersuchungen an, dass zwischen 1987 und 1991 schätzungsweise 350000 Frauen von ihren Ehemännern vergewaltigt oder von sonstiger sexualisierter Gewalt betroffen waren.

Vergewaltigung in der Ehe wird als Privatsache gesehen und nicht als Verbrechen. Darüber hinaus hat die Frauen­bewegung lange gebraucht, um deutlich zu machen, dass Vergewaltigung nichts mit Sexualität zu tun hat, sondern ein Gewalt­delikt ist. Den Tätern geht es nicht um die Befriedigung sexueller Lust, sondern um Unterwerfung und Demütigung der Frauen.

Am 15. Mai 1997 entschied schließlich eine überwältigende Mehrheit der Parlamentarierinnen und Parlamentarier über alle Fraktions­grenzen hinweg für die sexuelle Selbst­bestimmung der Ehefrau.

Im Jahr 1972 brachten die Sozial­demokraten erstmals einen Reform­vorschlag ein und scheiterten an den Eheschützern. Ende der achtziger Jahre versuchten es die Grünen-Frauen erneut und kapitulierten vor der Lebens­schützer­lobby, die befürchtete, dass Frauen ihre Ehemänner einer Vergewaltigung bezichtigen könnten, um mit Hilfe der kriminologischen Indikation ganz legal abtreiben zu können.

Im Sommer 1994 begann eine neue Initiative, getragen von verschiedenen Parlamentar­ierinnen und Frauen­organisationen wie terre des femmes. Eine dreijährige intensive Vernetzungs- und Lobby­arbeit führte schließlich doch zur Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe ohne Wenn und Aber.

Am Ende bewährte sich die beharrliche Lobby- und Öffent­lich­keits­arbeit zahlreicher Frauen­organisationen, und es gab ein solidarisches Vorgehen von Frauen über alle Partei­grenzen hinweg. Ein Gruppen­antrag der Frauen von SPD, FDP und Bündnisgrünen entsprach genau dem Wortlaut des Regierungs­entwurfs, jedoch ohne die Wider­spruchs­klausel. Als sich dann auch noch Frauen aus der CDU für diesen Antrag aussprachen, gab die Koalition ihren Widerstand auf und hob den Fraktions­zwang auf. Am 15. Mai 1997 stimmten von den anwesenden 644 Abgeordneten 471 für den Gruppenantrag und 138 dagegen, 35 enthielten sich der Stimme. Ein überwältigender Erfolg, der durchaus auch als Richtungs­wechsel in der Familien­politik angesehen werden darf. Endlich wird die Vergewaltigung in Beziehungen nicht mehr als Kavaliers­delikt betrachtet, sondern als das, was sie ist: ein Verbrechen.

Humanistische Union: Keine Privatsache: Vergewaltigung in der Ehe, Christa Stolle, 22. Februar 1998
Entwicklung und Reform zur Vergewaltigung in der Ehe gemäß § 177 StGB

Der Kampf um Anerkennung aus rechts­historischer und rechts­politischer Sicht

Yi-fen Shaw

ISBN 3-63153079-X

So, und jetzt nähern wir uns dem wirklichen Leben, dem täglichen Kuddelmuddel, wo in einer engen Beziehung Handlungen stattfinden, die unter Fremden strafrechtlich relevant wären.

Da ist die Frau, deren Mann einem ihm unangenehmen Gespräch ausweichen und fluchtartig den Raum verlassen möchte, worauf sie die Türe zuschlägt, sich davor stellt und sagt: „Du bleibst jetzt hier, bis wir diese Frage endlich geklärt haben.“ – Ein klarer Fall von Freiheits­beraubung. – Oder das 18jährige Kind, das ohne das Wissen des Vaters und ohne befugt zu sein, aus seiner Geldbörse 50,- € entnimmt, diese nicht zurücklegt und vom Vater auch nachträglich keine Genehmigung einholt. – Ein klarer Fall von Diebstahl. – Ein solches Vorkommnis rechtfertigt im Berufs­leben eine fristlose Kündigung. Oder der Mann, der nach einem morgendlichen, heftigen Streit am Abend im Schlafzimmer beim Anblick seiner sich entkleidenden Frau heftige Lust auf einen Versöhnungs­quickie bekommt, ihr ausgesprochenes Nein ignoriert, in der Hoffnung, ihre Meinung im Laufe des Liebesspiels noch zu ändern. Obwohl er sich wie wild ins Zeug legt, bleibt Sie kühl und beide haben am Ende kein gutes Gefühl, wobei als Folge der morgendlichen Ausein­ander­setzung, ihr der Gedanke durch den Kopf schießt, nicht nur blöd angemacht sondern jetzt auch noch benutzt worden zu sein.

Vergewaltigung in der Ehe, von Achim de Jong, 22. April 2006, 18:26 Uhr

Bevor ich ins Bettlein schlüpfe, mit meinem geliebten Weibe und eventuell der Sinnenlust fröne, wenn Sie mir zuvor noch kurz eine Un­bedenk­lich­keits­bescheinigung unterschreibt, noch ein Punkt, den schon ein anderer Diskutant angesprochen hat: die Entwertung der Ehe.
Dass Intimpartner zusammenleben mögen ist das Eine. Eine Ehe einzugehen ist aber etwas ganz anderes. Ich mag einen Freund haben, mit dem ich seit Jahren wandere und viele sonstige Hobbys teile. Das wird mich dennoch nicht auf die Idee bringen, eine Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts mit ihm zusammen zu gründen, die eben dieses Wandern und die sonstigen Freizeitbeschäftigungen zum Inhalt hat und mit Vertragsabschluss quasi verbindlich macht. Eine wunderliche Vorstellung. Und obwohl das Wandern, das gemeinsame, der ganz zentrale Punkt unseres Vertrages ist, darf keiner den anderen zwingen zu wandern, wenn der keine Lust hat.

Wen wunderts, wenn solche Verträge nicht sehr verbreitet sind und andere Verträge, die den beschriebenen ähneln, langsam aber sicher außer Mode kommen.

Außerdem, wer mag beim Wandern immer Justitia im Rücksack mittragen?

Im Klartext.

Ein wesentlicher Passus eines Ehevertrages, und nichts anderes schließt man ab, wenn man staatlich heiratet, wird nirgendwo erwähnt: „Wir beide werden künftig regelmäßig und ausreichend miteinander Sex haben.“

Das ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Conditio sine qua non, also die Bedingung, ohne die ein solcher Vertrag von keinem normal denkenden und fühlenden Menschen abgeschlossen werden würde. Wie kann einer der Partner dem anderen etwas vorenthalten, was zentraler Vertragsgrund ist.

Nimmt man diesen Vertrags­bestandteil heraus, wird der Ehevertrag zu einer Art Sozialhilfe- und Rentenvertrag für schlecht verdienende Ehepartner, zur Kindergeld­ersatzkasse, zum Hartz-IV-Ersatz.

Vergewaltigung in der Ehe, von Achim de Jong, 22. April 2006, 23:41 Uhr

Viele Vergewaltigungsvorwürfe werden im Zusammenhang von Scheidungs­verfahren oder wenn Partnerschaften enden erhoben, oder wenn der Partner einer neuen Verbindung im Wege steht oder Sorge­rechts­streitig­keiten durchgefochten werden. Frauen sind Menschen (wer hätte das gedacht) und Menschen sind Opportunisten und jeder nützt die Möglichkeiten, die sich ihm bieten.

Deutungshoheit, das ist ein wichtiger Begriff. Mögen die Frauen auch froh sein, dass man ihnen nicht mehr unterstellt, von Natur aus unmoralisch zu sein und den Mann doch bestimmt irgendwie verführt zu haben, so werden Männer nicht froh darüber sein, dass man nun ihnen unterstellt, doch sowieso von Natur aus Vergewaltiger zu sein, die nun eben eine Gelegenheit genutzt haben, ihr übles Naturell auszuleben. Es sind nicht die Männer, welche hier eine Deutungs­hoheit verloren haben. Es ist die Gesellschaft als Ganzes, welche hier Geschlechter­rollen neu bewertet. Der Mann ist im Voraus verurteilt, wenn es ihm nicht gelingt seine Unschuld zu beweisen.

Eine Beweislastumkehr.

Gefühlte Unschuld, von Achim de Jong, 22. April 2006, 23:08 Uhr

Wie war es doch mit dem „Missbrauch des Missbrauchs“ in der Familien­recht­sprechung? Eine Zeitlang war es Mode, dem Vater sexuellen Missbrauch an seinem Kinde vorzuwerfen, mit dem Ziel, ihm das Sorge- und/oder Umgangs­recht zu nehmen (natürlich nicht die Unter­halts­pflicht). Nachdem sich die Unhaltbarkeit fast aller dieser Anschuldigungen heraus­gestellt hat, wird dieser Vorwurf kaum noch erhoben. Dennoch sind die meisten betroffenen Väter nicht offiziell rehabilitiert worden und haben überdies ihre Kinder (nicht die Unter­halts­pflicht) dadurch verloren, dass nunmehr das so genannte Kontinuitätsprinzip (Kind einmal bei Mutter, immer bei Mutter) angewandt wird.

Mit dem Gewalt­schutz­gesetz wird es ähnlich laufen. Zehntausende Männer in Deutschland sind wegen „sexualisierter Gewalt“ ihrer Wohnung verwiesen worden, mussten/müssen aber die Miete weiter bezahlen. Irgendwann wird man einsehen, dass es so nicht geht. Aber die Folgen der Zerstörung menschlichen Vertrauens, das Ziel jeden totalitären Staates, werden sich auf lange Sicht nicht mehr beheben lassen.

Gefühlte Schuld und Mißbrauch, von Thomas Lentze, 22. April 2006, 22:48 Uhr

„Auch in Deutschland wurde kürzlich ein Paragraph zur Vergewaltigung in der Ehe ins Strafgesetzbuch eingeführt. Was bedeutet das jetzt für das Zusammenleben von Mann und Frau?“

Das bedeutet, die Ehe ad absurdum zu führen, und sie bis zu ihrem Aussterben noch zu missbrauchen als Instrument der Unterhalts­abzocke zur Schulden­sanierung des Staates und zur Bedienung staatssexistischer (feministischer) Interessen.

Ideologische Grundlage ist die Frankfurter Schule mit ihrem Theorem der Ehe als Keimzelle von Herrschaft und Unterdrückung.

Wenn eine Frau ihren Ehemann wegen Ausübung von ehelichem Sex anzeigen kann, dann kann natürlich kein Mann mehr Interesse an einer Ehe haben, außer in Hinblick auf Steuer­erleichterung. Das erweist sich aber meist als Falle. Jedenfalls ist das eheliche Vertrauen fundamental zerstört.

Man bedenke die Wirkung auf heran­wachsende Kinder:

Der Ehevertrag ist der folgenreichste Vertrag des Lebens und zugleich der einzige, der straffrei gebrochen werden kann, ja dessen Bruch auch noch belohnt wird. Für Kinder, die das miterleben müssen, ist das die Schule der Unmoral schlechthin.

Grundlagen des Rechtsstaats sind u. a.: Schutz der bürgerlichen Privatsphäre vor dem Staat; und „Im Zweifel für den Angeklagten“. Beide Grundsätze sind hiermit aufgehoben, und zwar zulasten unserer Männer. Der Rechtsstaat ist in seinen Grundfesten erschüttert – nicht durch „Terroristen“ oder Extremisten, sondern durch schleichende Gesetzgebung. Das ist der zweite große Vertrauens­bruch, der unseren Kindern zugemutet wird.

Der dritte Vertrauens­bruch gilt den Jungen und besteht in einer Erschütterung ihres männlichen Selbst­verständ­nisses. Denn obwohl auch Frauen vergewaltigen können, physisch und psychisch, und stehlen, hätte der Vater keine Chance, wenn er Anzeige erstattet. Die Mutter hingegen käme immer durch, auch ohne Beweise. An der Korrumpierung schon unserer Kinder beweist sich der neue Totalitarismus.

Re: Vergewaltigung in der Ehe, von Thomas Lentze, 22. April 2006, 20:21 Uhr

Das Bild, das hier von der Famile entworfen wird, entspricht dem Standard der gehobenen Mittelschicht, und viele werden sich in ihren Erwartungen darin wiedererkennen. Trotzdem halte ich das Konzept für vollkommen verfehlt. Wenn Kinder nur als gefährdete Wesen wahrgenommen werden, die durch sog. ganzheitliche Pädagogik vor allen möglichen Belastungen und Gefahren bewahrt werden, gehen Eltern den Zeitschriften, Internet­portalen usw. auf den Leim, die mit der Unsicherheit der Eltern gute Geschäfte machen. Warum haben Sie kein Vertrauen in das Urteils­vermögen Ihrer Kinder und deren Fähigkeit, sich selbst vor Gefahren zu schützen?

Familie, von Ferdinand Fellmann, 22. Mai 2009, 19:18 Uhr

Ein Problem sind die Eltern, die ihre Kinder zu Partnern machen, um dadurch ihre eigenen Probleme zu lösen. Dass die Kinder damit instrumentalisiert werden, ist offenkundig. Man kann das an der Werbung und in den Fernseh­serien ablesen. „Sex sells“ ist ersetzt worden durch „kid sells“, und das kleine Mädchen, dessen Puppe zerbrochen war, ist ersetzt worden durch die altkluge Tochter, die der Mama rät, wie sie mit ihrem neuen Freund umgehen soll. Arme Kinder, die den Erwachsenen die Welt erklären sollen. Das kann nicht die Familie der Zukunft sein.

Zukunftsforum Familie, von Ferdinand Fellmann, 20. Mai 2009, 10:31 Uhr

Ich habe nicht von einem einzigen Fall gehört, dass eine Frau ihren Mann wegen so etwas angezeigt hätte. Daher ist das Ganze eine Diskussion um nichts.

Worüber wir aber reden sollten, ist, ob die Ehe ein rechtsfreier Raum geworden ist. Denn durch die Abschaffung des Schuld­prinzips ist das der Fall und leider auch der Grund, warum bei uns die Scheidungs­quote so hoch geworden ist.

Das, was eigentlich der älteste Vertrag der Welt­geschichte ist, bedeutet heute nichts, ist nur ein rechtsfreier Raum geworden. Vergewaltigung sollte immer eine Straftat sein, ebenso wie die Körper­verletzung. Wobei die Körperverletzung in der Ehe bei weitem mehr vorkommt als die Vergewaltigung. Nur hat sich damit unsere (leider muss ich das in dem Zusammenhang sagen: verlogene) Justiz kaum ausein­ander­gesetzt. Im Gegensatz zur Vergewaltigung kann die Körper­verletzung leicht nachgewiesen werden.

Diese ganze Diskussion um die Vergewaltigung in der Ehe dient doch nur dazu, die Frauen dazu aufzufordern, ihre Männer in die Pfanne zu hauen, kann aber nicht ernst gemeint sein, wenn wir sehen, wie wenig über die Körperverletzung in der Ehe und Familie gesprochen wird.

Ich habe nicht von einem einzigen Fall gehört, von Tillmann Gräff, 5. Februar 2008, 12:18 Uhr

Zur Verrechtlichung von Vergewaltigung in der Ehe

Referenten­entwurf unter Feder­führung FDP-Justizministerin: „Das Recht auf sexuelle Selbst­bestimmung ist unteilbar.“ (58)

Gewalt und Geschlecht von Frauke Koher, Katharina Pühl, Konstanze Plett

Wie wäre es mit „die finanziellen Selbst­bestimmung ist unteilbar“?
Ich meine damit, der Mann behält die volle Selbst­bestimmung über seine Brieftasche und Konten und die Frau versorgt sich finanziell selbst.

Ungeachtet des Ausmaßes der gegen Frauen ausgeübten Gewalt und Verletzung der körperlichen und seelischen Integrität und entgegen der Erklärung zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen der Vereinten Nationen intendierte die christlich-liberale Bundes­regierung im Sinne der verfassungs­rechtlich verankerten Privilegierung von Ehe und Familie als staatlich geschützter Lebens- und Re­produktions­form, die Verantwortung der Tat an das Opfer zu delegieren und das staatliche Gewalt­monopol unter dem Banner der „ehelichen Sexualität“ in der Sphäre familialer Privatheit aufzuheben. (60)

Gewalt und Geschlecht von Frauke Koher, Katharina Pühl, Konstanze Plett

Herrliche Beschreibung, wie die Bundes­regierung diffamiert wurde und die Vereinten Nationen von der Frauen als Vehikel gebraucht wurde, um die Privatheit der Familie aufzuheben.

Die offene Frage ist, verleiht man dafür einen Nobel-Preis oder einen Oskar?

Hanack argumentierte, dass die Frau auch innerhalb der Ehe, unabhängig aller ehelichen Pflichten, ein „taugliches Objekt der Vergewaltigung“ bleibe. (110)

Den von Ver­rechtlichungs­gegnern geforderten Weg einer Scheidung im Fall ehelicher Vergewaltigung anstelle von Straf­ver­folgung verwarf er, da eine Scheidung keine Straf­sanktion darstelle und somit den gebotenen general­präventiven Charakter des Strafrechts verfehle. (111)

Es fällt auf, dass im Falle des Mannes auf Strafsanktionen bestanden wird, während für die Frau Straf­freiheit konstruiert wird, Abtreibung.
Hier muss ein starker Hinweis auf das Subsidiaritäts­prinzip rein!

Einer Strafverfolgung ehelicher Vergewaltigung widersprachen die juristischen Experten einerseits mit dem Argument der Abgrenzungs­probleme, denn die „Besonderheit im ehelichen Umgang“ (Helmken 1979) mache es unmöglich, Nötigung und Gewalt­anwendung in die eng begrenzten Tatbestände des Strafrechts einzubeziehen. Andererseits rechtfertige für sie die von ihnen antizipierte geringe Effektivität eines Gesetzes nicht die Schwierigkeiten und Störungen innerhalb der Ehe durch eine staatliche Einmischung. (111)

Auch in den Reform­vor­schlägen dominierte das Verständnis von der „schützenswerten Ehe und Familie“ gegenüber dem Rechtsgut sexueller Selbstbestimmung …
Die Befürworter argumentierten erneut entlang der Achse sexuelle Selbst­bestimmung, Menschen­würde, Freiheits­rechte sowie Gleich­behandlung und plädierten für ein verändertes Leitbild der Ehe, das sich an der Idee der „Partnerschaft“ orientieren sollte. Die Gegner sahen weiterhin keinen Regelungsbedarf, erkannten Beweis­schwierig­keiten und forderten angesichts des liberalisierten Sexual­straf­rechts und der Scheidungs­reform den weiteren Rückzug des Staates aus Ehe und Familie anstelle neuer strafrechtlicher Interventionen in den Privat­bereich. Justiz­minister Engelhard, FDP, brachte darüber hinaus das Argument der „Erpressbarkeit des Ehemannes“ im Rahmen von Scheidungs­verhand­lungen in die Diskussion (Helmken 1986).
(115)

Es ist nicht die Aufgabe dieses Buches, diese juristische Diskussion vollständig wieder aufzurollen noch zu einem (abschließendem) Ergebnis zu kommen.
Es kann hier nur darum gehen, die Zusammen­hänge aufzuzeigen, zur Diskussion zu stellen und in den Kontext anderen familien­relevanten Aspekte zu stellen.
Es soll hier auch die Insel­betrachtung aufgehoben und die Frage gestellt werden, warum der Mann strafbewehrt werden soll, während die Frau (Abtreibung, Kuckucks­kind/Personen­stands­fälschung) straffrei gestellt wird. Und immer wieder soll die über allem stehende Frage gestellt werden, was bedeutet das im Einzelnen für die Familie, ihre Stabilität, ihren Bestand und ihre Autonomie.

Ein Einwand der christlich­sozial-liberalen Regierung war, dass bei einer Vergewaltigung innerhalb der Ehe der Frau keine „kriminologische Indikation“ für einen straf­freien Schwanger­schafts­abbruch erstellt werden dürfe, um Ehefrauen die „Erschleichung“ einer Indikation zu verstellen. (117)

Argument des verfassungs­recht­lichen Schutz­auftrags des Staates von Ehe und Familie, hinter welchem der staatliche Schutz des sexuellen Selbst­bestimmungs­rechts von Ehefrauen zurück­zutreten hatte. (118)

Sexuelle Selbst­bestimmung, Kuckucks­kinder, Heraus­gelöst die finanzielle Verantwortung der Frau, dem Mann wird keine Selbst­bestimmung eingeräumt.

Mit einer von der „Leitstelle für die Gleich­berechtigung der Frau“ finanzierte Gewaltstudie (Sadrozinski/Schmidt-Bott 1980) wurde Druck aufgebaut und politischer Handlungsbedarf erzeugt. (118)

Die Partei der Grünen stellte ein zentrales Öffnungstor in der parlamentarischen Diskussionsarena für feministische Forderungen zur Reform der Paragraphen 177 und 178 dar. (118)

Opferbefragung, 350.000 Frauen zwischen 20 und 59 Jahren im Zeitraum von 1987 bis 1992 von ihrem im selben Haushalt lebenden Ehemann vergewaltigt worden (121)

Frühjahr 1995, Ministerin Leut­heusser-Schnarren­berger, FDP, Titel „Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist unteilbar“ (121)

CDU-Obmann Freiherr von Stetten: Worum geht es eigentlich denjenigen, welche eine eheliche Vergewaltigung unter Strafe stellen wollen: „Um Schwächung bzw. Gleichstellung der Institution Ehe allgemein oder mit anderen Lebens­gemein­schaften.“ (FR, 13. August 1995) (121)

Frauenministerin Nolte: „Ich werde jegliche Anstrenung unternehmen, dass künftig auch Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt wird (…). Die Achtung der Menschen­rechte von Frauen ist auch Grundvoraussetzung für die Gleich­berechtigung von Frau und Mann (…). Alle Formen der Gewalt gegen Frauen sind zu verhindern, zu verurteilen und zu bestrafen. (Nolte 1996, 18ff.) (123)

Es werden alte Reflexe zum Schutz der Frau aktiviert, man muss sich aber bei der Forderung „alle Formen der Gewalt gegen Frauen sind zu bestrafen“ im Klaren sein, wie weitgreifend die Gewalt­definition der Feministinnen ist.

Über das zentrale Steuerungs­medium Recht, das eben nicht nur Sanktions­mittel, sondern zugleich die vornehmliche Form moderner Gesellschaften ist, Werte, Normen und Verhaltens­standards zu institutionalisieren und diesen rechts­praktisch Geltung zu verschaffen, vermag der Staat zum Status quo-Erhalt gewaltförmiger Geschlechter­herrschaft ebenso beizutragen, wie zu deren Transformation. Der Staat kann sexuelle Gewalt innerhalb der Ehe legitimieren und rationalisieren bzw. strafrechtlich sanktionieren und verfolgen. Hierbei kann er seine Herrschafts­mittel – Gewaltmonopol und allgemeines Recht – in der Privat­sphäre durchsetzen. [Staat raus aus meiner Privat­sphäre!!!] Oder er kann – wie eine das Geschlechter­verhältnis berücksichtigende Perspektive aufzudecken vermag – mit Blick auf männliche „Freiheitsrechte“ und den „Schutz“ von patriarchaler Ehe und Familie – Gewalt­monopol und allgemeines Recht in der ehelichen und familialen Privatheit aufzuheben. Dies macht Rechts­setzung und -durchsetzung als eine der zentralen Handlungs­formen des Staates zu einem geschlechter­politischen Schlüssel­medium, das in der feministischen Politik­wissen­schaft auch als „Grundlage aller Frauen­politik“. (Cordes 1996, 33)[24]

Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Der Staat kann […] seine Herrschafts­mittel – Gewaltmonopol und allgemeines Recht – in der Privat­sphäre durchsetzen.“ Das ist der Ruf nach dem totalen Staat, der keine Privatsphäre kennt und die Ordnungsmacht auch in der Familie allein für sich beansprucht.[25]

Hier muss darauf hingewiesen werden, dass für eine freie Gesellschaft das Subsidiaritäts­prinzip nicht nur für den öffentlichen Bereich (die Gewalten­teilung der drei Staatsgewalten: Legislative, Exekutive und Judikative) zu gelten hat, sondern auch für den privaten Bereich (Gewalten­teilung zwischen Staat und Familie) Anwendung finden muss.


Geschlecht, Macht, Gewalt – Eine Einführung

UN-Sonder­bericht­erstatterin 1995 kennzeichnet Gewalt gegen Frauen als einen „Ausdruck der historisch bedingten ungleichen Macht­ver­hältnisse zwischen Mann und Frau“. (16)

Jetzt weiß ich endlich, warum es immer nur von Gewalt gegen Frauen die Rede ist: wegen den historisch bedingten Macht­ver­hältnissen kann es gar keine Gewalt von Frauen an Männern geben. *grins* Eine einleuchtende Begründung will ich meinen. ;-)

„Die weltweite politische Mobilisierung der Frauen­bewegungen für eine Anerkennung der an Frauen begangenen Gewalttaten als Menschen­rechts­ver­letzungen mündete unter anderem in der „Deklaration über die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ durch die Generalversammlung der UN: In der „Privat­sphäre“ begangene Gewalt gegen Frauen ist völker­rechtlich normiert eine „Staats­angelegenheit“ geworden. (17)

Mit Hilfe der UN wurde also die Privat­sphäre der Familie zur Staats­angelegen­heit gemacht. Warum bloß fühle ich mich nicht wohl dabei, dass die UN in meine Ehe hinein­regieren kann?

„Birgit Sauer analysiert den Staat als „maskulinistisches Herrschafts­verhältnis“, das ein geschlechtliches Gewalt­verhältnis hervortreibt. (Seite 19)

Kommt es mir nur so vor oder ist hier tatsächlich Zirkellogik am Wirken?
Der Mann ist gewalttätig. Weil der Mann gewalttätig ist, schafft er patriarchale Herrschafts­ver­hältnisse, die Ursache für „Gewalt gegen Frauen“ ist …

Die in den 1970er Jahren begonnene Ausein­ander­setzung feministischer Sozial­wissen­schaftlerinnen mit „Zwangs­hetero­sexualität“ als macht­politische Ordnungsfunktion für die sozialen Beziehungen zwischen den Genusgruppen verbindet Stefanie Soine in ihrem Beitrag mit Michel Foucaults post­strukturalistischer Theorie zu Hierarchisierungs- und Macht­prozessen moderner Gesellschaften. (Seite 20)


Rezeption

Auf der Webseite der „Humanistischen Union“ findet sich folgende Kommentierung:

Die lange Zeit heftig umkämpfte Privilegierung verheirateter Täter ist somit aufgehoben. […] Die Konstruktion der Gesetz­geber macht deutlich, dass dem Grundsatz der Gleich­behandlung von häuslicher und außerhäuslicher Gewalt Geltung verschafft werden soll. […] Die Abschaffung des „minder schweren Falls der Vergewaltigung“ soll nach dem Willen der Gesetzgebung […] Argumenten den Boden entziehen, die auf eine Privilegierung von Beziehungs­delikten hinauslaufen. […]

Humanistische Union: Reform der Sexualdelikte, Prof. Dr. Monika Frommel

Es ist weder von den Missbrauchs­möglichkeiten dieses Gesetzes die Rede noch von der latenten Kriminalisierung ehelichen Beischlafs. Nein, frau sieht „wenig Grund zur Besorgnis“.

[…] Künftig gilt nicht nur brachiale körperliche Gewalt und massive Bedrohung als tatbestands­mäßig, sondern auch ein subtiles Vorgehen wie das „Ausnutzen einer hilflosen Lage“.

Monika Frommel: Die Reform der Sexualdelikte 1997/98 – eine Bilanz, in: Heribert Ostendorf/ Günter Köhnken/ Gerd Schütze (Hrsg.), Aggression und Gewalt, 2002
Humanistische Union: Reform der Sexualdelikte, Prof. Dr. Monika Frommel

Was gibt es Subtileres als eine Frau zu heiraten? Da der Feminismus die Ehe per se als Unter­drückungs­instrument des Mannes gegenüber der Frau ansieht, reicht der Status verheiratet aus, um ein „Ausnutzen einer hilflosen Lage“ zu attestieren. Das Heiraten wird hiermit in die Nähe eines kriminellen Aktes gerückt, zumindest als Vorbereitung einer kriminellen Handlung, nämlich das „Herstellen einer hilflosen Lage“.



[1] vgl. bspw. Deuteronomium 22:20-27
[2] Warren Farrell: „Mythos Männermacht“, ISBN 3-86150-108-2 a) S. 402 b) S. 402 f. c) S. 379 f.
[3] Feminists influence governments into turning males into second-class citizens, Australian News Commentary am 3. Mai 2004
[4] Man muss nicht prominent sein, um als Mann von einem Rollkommando der Polizei „besucht“ zu werden, Wie schnell man beim Thema Gewalt als Mann in die Bredoullie geraten kann, Kurti am 19. Dezember 2010
[5] Alice Schwarzer: (K) „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, Fischer 1975, ISBN 3-596-15446-4
[6] Alice Schwarzer: (G) „Der große Unterschied“, Kiepenheuer&Witsch 2000, ISBN 3-462-02934-7
[7] Alice Schwarzer in ihrem Blog am 2. August 2010
[8] Udo Vetter über den Kachelmann-Prozess: Der Zweifelsgrundsatz ist käuflich, Law Blog am 31. Mai 2011
[9] „Wir leben unter männlicher Vorherrschaft, und da ist Sexualität etwas, was Männer Frauen antun.“ (Catharine MacKinnon) Siehe Neil Gilbert, The Phantom Epidemic of Sexual Assault, The Public Interest, Nr. 103, Frühjahr 1991, S. 61
[10] Jörg Rudolph: Vergewaltigung in der Ehe, 1997 (Ein Beitrag zur Diskussion um die Änderung des § 177 StGB unter historischen und rechtspolitischen Gesichtspunkten.) a) b) 5. Rechtspolitische Diskussion, c) 5.1. Eheliche Vergewaltigung im Rahmen der Grundgesetz-Ordnung, d) 2.6. Vergewaltigung in der Ehe, e) 6.1. Strafbarkeit der ehelichen Vergewaltigung, f) 6.4. Neudefinition des Gewaltbegriffes, g) 5.3.2. Anzeigebereitschaft, h) 5. Rechtspolitische Diskussion
[11] Zu den Unterschieden der Begriffe „Gleich­berechtigung“ und „Gleichstellung“ siehe WikiMANNia: Gleichstellung.
[12] Juristischer Informationsdienst: § 177 StGB; lexetius.com: § 177 StGB
[13] Siehe auch WikiMANNia: Biedermann
[14] Die Aktionen, in denen die Familie als gefährlicher Ort denunziert wird, sind Legion. Beispiel: Zuhause ist es am gefährlichsten (Frauen werden geschlagen, sexuell und wirtschaftlich ausgebeutet, gedemütigt, diskriminiert: Gewalt an Frauen hat viele Gesichter.) 23. November 2009
[15] a b Gisela Friedrichsen: Strafjustiz: Eine Frage des Formats, Der Spiegel am 14. Juni 2010
[16] Gisela Friedrichsen: Strafjustiz: Dich bring ich um!, Der Spiegel am 26. März 2003
[17] Kein Sex in Ehe: 10.000 Euro Entschädigung für Französin (Mann erfüllte laut Gericht eheliche Pflichten nicht), Freie Presse am 29. November 2011
[18] Mainz: „Die Grenzen sind fließend“, Allgemeine Zeitung am 16. November 2011
[19] Simone de Beauvoir: „Das andere Geschlecht“, S. 67 und 133
[20] Alice Schwarzer im Rahmen einer Kampagne gegen den § 218 StGB, auf dem Titel des Stern vom 6. Juni 1971, zitiert auf cicero.de (Stand 8/08)
[21] „Wir haben vergewaltigt!“, 28. September 2010
[22] Sex ist nicht gleich Vergewaltigung, Noch schützt das britische Gesetz Männer gegen den Vorwurf der Vergewaltigung, wenn sie versichern können, die Frau habe dem Sex zugestimmt., Novo-Magazin
[23] Prostituiertengesetz: Rechtlicher Schutz und Straffreiheit, Der Spiegel am 19. Oktober 2001
[24] Gewalt-Verhältnisse: feministische Perspektiven auf Geschlecht und Gewalt von Regina-Maria Dackweiler, Reinhild Schäfer, S. 123
[25] Karl Albrecht Schachtschneider: „Rechtsproblem Familie“ HTML-Dokument PDF-Dokument S. 28+30.

2.6.4. Missbrauch mit dem Missbrauch

Die übelste und abscheulichste Methode, Männer zu kriminalisieren ist der Vorwurf, der Vater habe sich an den eigenen Kindern sexuell vergangen. Am häufigsten tritt der „Missbrauch mit dem Missbrauch“ in Scheidungs­aus­einander­setzungen und in strittigen Sorge­rechts­prozessen auf. Der Missbrauch an Kindern ist natürlich eine abscheuliche Sache. Deshalb ist es für die HelferInnen­industrie auch so leicht, unter diesem Deckmantel Hetze gegen Männer und Familien­zerstörung zu betreiben. In der öffentlichen Diskussion nimmt der sexuelle Kindes­missbrauch einen breiten Raum ein. Aber was passiert, wenn entsprechende Verdächtigungen falsch sind?[1] Mit staatlich finanzierten „Aufklärungsaktionen“ wurden beispielsweise auf Plakaten in S-Bahnen mit Aussagen wie „Jedes dritte Kind ist ein missbrauchtes Kind“ Väter als potentielle Sexualverbrecher und Familien als potentiell gefährliche Orte diffamiert. Konsequenzen müssen die handelnden Familien­zerstörer dabei nicht befürchten.


zurück2.6.4.1. Missbrauch an Kindern

Die Zahl der Prozesse wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat sich nach Angaben des Familien­gerichts­tags zwischen 1991 und 1994 verdoppelt. Besonders in Sorge­rechts­prozessen wird häufig mit dem Vorwurf gearbeitet, sich an den gemeinsamen Kindern vergangen zu haben. „In Sorge- und Umgangs­rechts­verfahren hat inzwischen das Ausmaß der Fälle, in denen der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs erhoben wird, etwa 40 % erreicht“, erklärt Siegfried Willutzki, Vorsitzende des Gerichtstages, die Gefahr von Fehldeutungen und falschen Vorwürfen sei sehr groß. Noch sei nicht klar abgegrenzt, wo sexueller Missbrauch anfange – vielfach kämen alte Prüderien wieder hoch.[2] Von 1994 auf 1995 nahmen die Ermittlungs­verfahren wegen sexuellem Missbrauchs­vorwurfs um weitere 20 % (von 15.000 auf 18.000 Ermittlungs­verfahren) zu. In der Folge ist es für einen Vater sehr riskant, sich auf einen strittigen Sorge­rechts­prozess einzulassen, weil die Gefahr hoch ist, mit einem Missbrauchs­vorwurf konfrontiert zu werden und damit sein Leben zu ruinieren.

In den 1980er und 1990er Jahren gab es einen regelrechten Hype an Missbrauchs­prozessen, als der Kindes­missbrauch populär gemacht wurde und hohe Missbrauchs­zahlen diskutiert und mit hohen Dunkel­ziffern gehandelt wurde. In der Folge entstanden in der HelferInnen­industrie zahlreiche Kinder­schutz­vereine und Missbrauchs­beratungs­stellen, die sich zur Aufgabe machten, dieses Dunkelfeld zu erhellen.[3] Das Ausmaß ideologischer und durch ausufernde Missbrauchs­definition bedingter Dunkel­ziffer­schätzungen ist grotesk. Der Missbrauchs­verdacht beruht oft auf undifferenzierter einseitiger Ursachen­zuschreibung von Verhaltens­auf­fälligkeiten nur auf möglichen Missbrauch und auf Fehl­inter­pretation normalen kindlichen Verhaltens.[4] Was in diesem Eifer an Schaden und Leid verursacht wurde, ist neben vielen Einzel­schicksalen vor allem an den Wormser Prozessen zu sehen. Eine Wormser Staats­anwältin fasste empört die Vorwürfe der Verteidigung zusammen: „Die Verteidigung meint also: Blindwütige Feministinnen wirken auf ahnungslose Kinder ein, bis die von Missbrauch berichten, und skrupellose Staats­anwältinnen übernehmen das.“ Für die Angeklagten wurden bis zu dreizehn Jahre Haft gefordert. Jedoch endeten alle drei Prozesse 1996 und 1997 mit Freisprüchen in allen 25 Fällen. Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz leitete sein Urteil mit dem Satz ein „Den Wormser Massen­missbrauch hat es nie gegeben“ und erklärte: „Bei allen Angeklagten, für die ein langer Leidensweg zu Ende geht, haben wir uns zu entschuldigen.“ [5]

Die Prozesse hatten verheerende Wirkung auf Kinder und Angeklagte: Eine Angeklagte, die siebzigjährige Großmutter, starb in Unter­suchungs­haft, andere verbrachten bis zu 21 Monate in Haft. Mehrere Ehen zerbrachen, die Existenzen mancher Angeklagter und ihrer Familien wurden zum Teil durch hohe Anwaltskosten völlig zerstört. Die Kinder wuchsen währenddessen größtenteils in Heimen auf und kehrten erst nach und nach zu ihren Eltern zurück. Sechs Kinder, darunter die aus dem Scheidungs­konflikt, der die Verfahren ausgelöst hatte, kehrten überhaupt nicht zurück, da sie völlig von ihren Eltern entfremdet waren. Die meisten dieser Kinder glauben bis zum heutigen Tag, dass ihre Eltern sie sexuell missbraucht haben.[6]

Acht Jahre nach den Wormser Missbrauchs­prozessen gab es immer noch Verantwortliche, die sich vor dem Eingeständnis drücken, furchtbar geirrt zu haben; noch immer Eltern, denen man die Ehre, die zu beanspruchen sie alles Recht der Welt haben, verweigert. Jugendämter weigerten sich nach dem Freispruch die weggenommenen Kinder wieder herauszugeben. Ein Elternteil musste sich vom Jugendamt anhören: „Geben Sie Ihre Schuld zu, dann sehen Sie Ihre Kinder binnen einer Stunde.“ Nach den Freisprüchen hieß es beim Jugendamt (1997) „Wir sind anderer Ansicht, da wir aufgrund der Aussagen und des Verhaltens der Kinder zu einer anderen Einschätzung kommen.“ Der Koblenzer Anwalt Franz Obst über Amtsgericht und Jugendamt: „Das Verfahren dümpelt seit Jahren vor sich hin. Ergebnis ist, dass es nun heißt, das Kind könne man nicht mehr aus seiner gewohnten Umgebung herausnehmen. Das Jugendamt hat über Jahre seine Pflichten grob verletzt, und das Amtsgericht scheint die Sache aussitzen zu wollen, bis die Kinder volljährig sind.“ [7]

Es wird hier deutlich, dass für die Zerstörung von Familien auf breiter Basis gegen rechts­staatliche Prinzipien verstoßen wird. Es zeigt auch, dass selbst Väter, denen es gelingt ihre Unschuld zu beweisen, durch einen Freispruch nicht gewonnen, sondern verloren haben. Sie bleiben beruflich, finanziell und sozial lebenslang ruiniert. Eine öffentliche Entschuldigung oder weitergehende Konsequenzen gab es nach den Wormser Prozessen nie. Lediglich bei der feministischen Organisation Wildwasser verlor eine belastete Mitarbeiterin den Job. Es ist aber anzunehmen, dass sie an anderer Stelle der HelferInnen­industrie ihr Werk der Familien­zerstörung fortsetzt. Es wird deutlich, dass die Familien­zerstörer (angeblich für das Kindeswohl wirkend) völlig ohne Risiko agieren. Das System der Familien­zerstörung ist so fest in der Gesellschaft verankert, dass sie sich selbst schützt. Gutachter, Richter, Jugend­amt­mit­arbeiter und feministische Berater in Organisationen wie Wildwasser bilden eine Wagenburg, die von Betroffenen nicht überwunden werden kann.

Beim sexuellen Missbrauch stoßen Straf­verfolgungs­interesse und Unschulds­vermutung erbittert aufeinander. Private Gruppierungen (Wildwasser, Zartbitter u. a.) betreiben unter ungeprüfter Parteinahme opfer­orientierte hoch emotionale staatlich unterstützte Aufdeckung, arbeiten der Staats­anwalt­schaft zu und konfrontieren die Justiz mit selbst aufgenommenen Zeugen­aussagen, Aufdeckungs­ergebnissen von Psychologen, Kinder­ärzten, Sozial­arbeitern. Nicht selten macht sich auch in der Staats­anwalt­schaft Parteinahme breit, werden weitere Kindes- und Zeugen­vernehmungen ggf. für entbehrlich gehalten und verwenden angeblich fortgesetzte Handlungen mit unklarer Gesamtvorstellung groß­zügig für pauschale Feststellungen, wodurch die Möglichkeiten der Verteidigung sehr eingeschränkt werden. Nicht wenige Richter lassen sich schließlich nicht mehr von der Tatbestands­erfüllung in jedem Einzelfall leiten.

In den Fällen, wo sich die Justiz an Fakten und Tatsachen orientiert, wird dieses rechts­staatliche Vorgehen nicht selten von Familien­zerstörern als „sekundäre Viktimisierung“ (etwa: zweite Vergewaltigung) diffamiert. Andeutungen bzw. Verhaltens­auffällig­keiten beim Kind werden häufig im Zusammenhang mit Beziehungs­krisen an Kinder­schutz­institutionen weitergereicht, die Missbrauchs­aufdeckung betreiben und parallel zu Befragungen therapeutische Konzepte entwickeln. Parteiliche werben unter Abkehr von rationalem Fakten­denken um mehr emotionale Anteilnahme, wobei es zu grundsätzlichen Fehl­ein­schätzungen kommt. Die Neutralität, Nüchternheit und kritische Distanz zum Unter­suchungs­gegenstand, die für eine Sach­auf­klärung nötig wäre, ist oft genug nicht gewährleistet.

Da regelmäßig kindliche Aussagen oder Verhaltens­weisen die Grundlage für den Missbrauchs­vorwurf bilden, gewinnen Gutachter zur Glaubhaft­machung an Bedeutung, die nicht selten von fragwürdiger Kompetenz sind. Problematisch ist die Bildung einer „Lobby der vermeintlichen Opfer“, während Beschuldigte in der Regel auf solche Unterstützung nicht zurückgreifen können.[8]

Es gibt nicht wenige Väter, die nach langer Haft freigesprochen werden, weil die vermeintlichen Opfer erst nach vielen Jahren zugeben, beim Missbrauchs­vorwurf gelogen zu haben bzw. manipuliert worden zu sein. In den USA ist nach fast 20 Jahren Gefängnis ein wegen Kindes­missbrauchs verurteilter Bürger von jeglicher Schuld freigesprochen worden, nachdem die Mehrzahl seiner angeblichen Opfer erklärte, dass sie den heute 60-Jährigen als Kinder zu Unrecht beschuldigt hätten. Das Urteil erging im Jahr 1985 allein aufgrund der Aussagen der damals Sechs- bis Achtjährigen vor Gericht. Vier der mittlerweile erwachsenen Zeugen erklärten, sie seien von Ermittlungs­beamten manipuliert worden.[9] Im französischen Outreau brachte ein Unter­suchungs­richter 14 Unschuldige für Jahre hinter Gitter.

In den Jahren 1991 bis 1994 wurden in der nieder­sächsischen Stadt Nordhorn 187 Kinder als mutmaßliche Opfer vernommen, 35 davon erzählten von schweren Verfehlungen des Beschuldigten. Ein Schweigemarsch wurde veranstaltet, Mahnwachen wurden aufgezogen, Sprayer versahen das Haus des Hauptverdächtigen mit dem Ausdruck „MöRDER!“, ein Galgen wurde aufgerichtet. Im März 1994 sprach das Gericht den Haupt­verdächtigen wegen erwiesener Unschuld frei, der Staats­anwalt selbst hatte in der Haupt­ver­handlung Freispruch beantragt. Der Schaden war immens: Die von der Verfolgung am meisten betroffenen Bürger sind beruflich und gesundheitlich ruiniert, gesell­schaft­lich noch immer weitgehend geächtet. Kinder wurden zu Falsch­aussagen gedrängt, etliche von ihnen demonstrativ psychotherapiert. Der öffentlichen Hand entstanden Kosten von ca. 1,5 Millionen Mark.[10]

Sabine Rückert hat das Thema in ihrem Buch „Unrecht im Namen des Volkes“ verarbeitet:

„Die wahnhafte Fixierung auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen erfasste in den neunziger Jahren die gesamte Gesellschaft, hielt Einzug in Familien, spielte bei Scheidungs­verfahren eine immer größere Rolle und fand ihren Weg zu Kinderärzten, in Schulen, in die Jugendämter, in die psychiatrischen Stationen, die Unter­suchungs­zimmer der Gerichts­psychologen und die Büros sonst so sachlicher Staats­anwälte und Richter.“ [11]

Über die Schulungen von Jugend­amt­mit­arbeiterinnen berichtet sie:

„Ich habe 1994 als junge Reporterin der ZEIT selbst an einer Fortbildung über Aufdeckung von sexuellem Missbrauch teilgenommen, die eine feministische Psychologin für Mitarbeiterinnen norddeutscher Jugendämter veranstaltete. Geboten wurde ein Vortrag, dessen aggressive Tendenz durch die verhaltene Tonart geschickt als Sachlichkeit getarnt war. Die Referentin hatte «anatomisch korrekte Puppen» dabei, deren Handhabung sie erklärte, und sie interpretierte Kinderbilder auf deren versteckte Missbrauchs­botschaften hin. Auch Filme hatte sie mitgebracht, in denen eine missbrauchte Drei- oder Vierjährige auftrat, die auf eindeutige Weise mit den Puppen hantierte und in Kindersprache erzählte, was Papa mit ihr gemacht habe. Es war erschütternd anzusehen und trieb mir damals die Tränen in die Augen, heute hingegen stellt sich mir die Frage, durch wen das Kind wirklich missbraucht worden war – durch ihren Vater, wie es hieß, oder durch die Damen von der Aufdeckungsfront.
Ich erinnere mich, damals froh gewesen zu sein, dass ich kein Mann bin. Denn ein Mann zu sein, das wurde mir bei dieser mehrtägigen Veranstaltung klar, hieß, in Gefahr zu sein. Ein Mann, der einmal in Verdacht geraten war, hatte damals kaum eine Chance. Die Möglichkeit, dass ein Beschuldigter den Missbrauch, den man ihm vorwarf, gar nicht begangen haben könnte, wurde in den Tagen der Fortbildung nicht ein einziges Mal angesprochen.
Die Psychologin riet den Sozialpädagoginnen der Jugendämter vielmehr, alle Aussagen von Opfern bedingungslos zu glauben und sofort Partei für die Kinder zu ergreifen. Mädchen und Jungen, bei denen sich auch nur der leiseste Verdacht des Missbrauchs ergebe, seien unverzüglich aus der Familie zu nehmen, rechtliche Gegenmaßnahmen der elterlichen Anwälte könne man mit Hilfe eines Jugend­hilfe­paragraphen für «Gefahr in Verzug» wirksam abschmettern. Der würde ohnehin viel zu selten angewandt, die Frauen müssten sich da mehr trauen! Das anfängliche professionelle Interesse unter den Fortgebildeten wuchs sich im Laufe der Veranstaltung aus zu einem Gemeinschafts­gefühl der leidenschaftlichen Einigkeit im Kampf für das Gute. […] Gegen Verteidiger, Richter und kritische Sachverständige wurde mit dem Hinweis, es handle sich ja schließlich um Männer, also potenzielle Täter, die naturgemäß nichts anderes zum Ziel hätten, als die Verbrechen ihres eigenen Geschlechtes zu decken, polemisiert und Stimmung gemacht. Kein Einspruch wurde laut im Publikum.“
[11]

Ein Mann, der im Januar 1996 wegen mehrfacher Vergewaltigung zu viereinhalb Jahren Freiheits­strafe verurteilt wurde, resümiert nachdem seine Unschuld erwiesen wurde:

„Eine Frau, die einen Mann vernichten will, braucht dazu manchmal weder Messer noch Pistole. Sie braucht bloß eine gute Geschichte, eine, die von Vergewaltigung handelt.“ [12]

Unter dem Eindruck der Wormser Prozesse stellte der Bundes­gerichts­hof 1999 Mindest­anforderungen an straf­prozessuale Glaub­haftigkeits­gutachten auf.[13] Damit wurde der Missbrauch mit dem Missbrauch etwas eingedämmt. Man guckt jetzt etwas genauer hin. Aus diesem Grund, aber auch aufgrund der neuen Möglichkeiten, die das Gewalt­schutz­gesetz bietet, hat sich der Schwerpunkt der Männer­kriminalisierung auf Bedrohungs-, Stalking-Vorwürfe und „Häuslicher Gewalt“ verlagert. Diese Vorwürfe sind leichter zu erheben und schwerer zu widerlegen. Der Rückgang beim Vorwurf sexuellen Missbrauchs an Kindern ist von daher nur ein sehr relativer Fortschritt. Die Möglichkeiten, Männer zu kriminalisieren und Vätern ihre Kinder wegzunehmen, sind sehr umfangreich. Und es gibt bislang auch noch keine nennenswerte Initiativen, von einigen Väter­organisationen abgesehen, um diesem Missstand Einhalt zu gebieten. Dafür ist der Druck, das öffentliche Bild des Mannes als Gewalttäter und Frauen/Kinder als Opfer männlicher Gewalt, einfach zu groß. Auch ist es nicht im Interesse der HelferInnen­industrie, ein ergiebiges Geschäftsfeld trocken zu legen.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es keine falschen Missbrauchs­vorwürfe mehr gebe. Vielmehr lernen auch ausländische Frauen auf dieser Klaviatur zu spielen.[14] Die HelferInnen­industrie hat eine neue Klientel gefunden!

zurück2.6.4.2. Missbrauch am Arbeitsplatz

Männer sind nicht nur in Trennungs­prozessen von Missbrauchs­vorwürfen bedroht. Aus den USA ist der Hype, sexuellen Missbrauch am Arbeitsplatz zu verfolgen, herübergeschwappt. 1993 fiel in der Freien Universität Berlin ein lilafarbener Aushang der Frauen­beauftragten mit der Aufschrift „Für eine Studie suchen wir dringend Studentinnen, die von Dozenten sexuell belästigt werden.“ auf. Bei diesem Text stolpert man über das Wort „dringend“. Wenn sexuelle Belästigung eine so weit verbreitete Erscheinung ist, warum wird dann die Frauen­beauftragte nicht mit Bitten um Hilfe überrannt, anstatt um jeden einzelnen Fall geradezu betteln zu müssen? Das ist augenfällig, wenn die Definition von „sexueller Belästigung“ recht breit angelegt ist und in der feministischen Literatur daraus hohe Opferzahlen abgeleitet werden. Bleiben dann in der Realität aber Beschwerden wegen sexueller Belästigung aus, dann tut dies der Theorie der feministischen Forscherinnen von der Allgegenwart sexueller Belästigung keinen Abbruch. Statt sich zu beruhigen wird behauptet, man habe es mit einem starken Tabu zu tun, aufgrund dessen alle betroffenen Frauen so eingeschüchtert vor der Rache der Täter seien, dass sie sich nicht einmal an die Frauen­beauftragte zu wenden wagten. „Gerade das, was angeblich nicht existiert, ist das Hauptproblem.“ So finden Phantomjagden am Arbeitsplatz statt. Der Mangel an Beschwerden wird so nicht als Indiz gewertet, dass das Problem nicht existiert, sondern als Zeichen für fehlendes Vertrauen der Belästigten umgedeutet, die Angst haben, dass keine Abhilfe geschaffen und ihnen keine Nachteile entstehen würden.[15] Wenn in einem solchen Arbeitsklima eine Frau es darauf anlegt, einen Mann fertig zu machen, dann bezichtigt sie ihn der „sexuelle Belästigung“, und sie kann sich sicher sein, dass die Frauen­beauftragte sich an dem „Fall“ festbeißen wird. Sie bekommt damit endlich die Gelegenheit, ihr Amt, ihrer Theorien und ihr Gehalt zu rechtfertigen. Sie wird den Mann erst loslassen, wenn er beruflich und sozial erledigt ist. Ähnlichkeiten mit der Hysterie aus der Zeit der Hexen­verfolgungen sind rein zufällig.

Mit dem Missbrauch am Arbeitsplatz wurde ein neues Spielfeld für Ideologen und unterbeschäftigte Sozial­wissen­schaftlerInnen eröffnet, das zu einem „Missbrauch mit dem Missbrauch“ geradezu einlädt. Und die HelferInnen­industrie kann über weitere Verdienst­möglich­keiten jubeln, die sich daraus ergeben.[16]

zurück2.6.4.3. Inszenierung der Frau als Opfer

All dies wäre undenkbar ohne eine Ideologisierung der Öffentlichkeit. Ähnlich wie bei Thema Abtreibung wird mit völlig überzogenen Fallzahlen die Inszenierung der Frau als Opfer betrieben. Nach der Methode „Steter Tropfen höhlt den Stein“ wird verbreitet, jede zweite oder dritte Frau sei Opfer von Sexualgewalt.

„Fast die Hälfte aller Frauen wird einmal in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung oder eines Vergewaltigungs­versuchs.“ Catharine MacKinnon [17]

Da ist der Schritt zur Generalisierung nicht weit:

„Alle Männer sind Vergewaltiger und sonst nichts.“ Marilyn French [18]

Und eine Bundes­verdienst­kreuz­trägerin verkündet während des Kachelmann-Prozesses:

„Alle Männer sind Vergewaltiger, auch die Netten.“ Alice Schwarzer [19]

Catharine MacKinnon ist Rechts­anwältin und Rechtsexpertin für „Vergewaltigung beim ersten Kennenlernen“ (engl.: date rape). Wenn nun aber nicht jede Frau eine Vergewaltigung anzeigt oder nicht jeder zweite Mann als Vergewaltiger verurteilt wird, dann ist nach dieser ideologischen Propaganda ein alles beherrschendes Patriarchat daran schuld. So immunisieren sich Feministinnen gegen Kritik und mit der Unterstellung, die Justiz stünde mit den Vergewaltigern quasi unter einer Decke, wird zusätzlicher Druck aufgebaut.

„Wir leben unter männlicher Vorherrschaft, und da ist Sexualität etwas, was Männer Frauen antun.“ Catharine MacKinnon [20]

In Deutschland schlägt Alice Schwarzer in dieselbe Kerbe:

„Jede zweite Frau ist ein Opfer von Sexualgewalt. Und wer darüber streiten will, kann meinetwegen auch davon ausgehen, dass es ‚nur‘ jede dritte ist. Entscheidend ist, dass die Sexualgewalt allgegenwärtig ist und alle Frauen jederzeit zum Opfer machen kann.“ [21]

„Allein in Deutschland werden nach Schätzung des Kriminologischen Instituts Hannover Jahr für Jahr etwa eine Million Kinder missbraucht, in neun von zehn Fällen sind es Mädchen. Und drei der vier Täter sind keine bösen Fremden oder Lehrer, sondern es ist der eigene Vater […] Sexueller Missbrauch ist überall da möglich, wo Männer mächtig und Kinder ohnmächtig sind. In geschlossenen Welten, in denen der Vater […] das Gesetz macht. Das gilt für Familien […]“ [22]

Als Täter verortet Schwarzer nur Männer, allein in 1,5 Prozent der Fälle gesteht sie Frauen eine Mittäterschaft ein.[22] Tatsächlich ist sexueller Missbrauch Ansichtssache. Wie die Studie des Ludwigsburger Sexualforschers Dr. Arnold Hinz ergab, dass es maßgeblich davon abhängt, ob der Akteur Mann oder Frau ist, damit eine Handlung als sittenwidrig gewertet oder nicht.[23]

Mit der Panikmache, dass „Sexualgewalt allgegenwärtig“ sei und „Frauen jederzeit Opfer“ sein können, wird Druck auf Justiz, Politik und Gesellschaft ausgeübt, Männer zu kriminalisieren (und möglichst zu verurteilen, mindestens aber zu therapieren) und Frauen zu schützen (und als bessere Menschen möglichst besserstellen, mindestens aber für ausreichend Frauen­häuser und Frauen­beauftragte sorgen). Aber Alice Schwarzer legt noch eine Schippe drauf:

„Der Vergewaltiger Nr. 1 ist der eigene Mann. […] Je besser eine Frau einen Mann kennt, umso gefährlicher ist er.“ [21]

Es reicht also nicht aus, Männer als Vergewaltiger zu diffamieren, sondern der Schlag zielt auf die Familie, die als „gefährlicher Ort“ in Verruf gebracht werden soll. Absicht ist es, dem Staat einen Anlass zu geben, in die Autonomie der Familie einzubrechen. Nicht nur am Beispiel Vergewaltigung in der Ehe kann abgelesen werden, dass diese Strategie erfolgreich war.

zurück2.6.4.4. Falschbeschuldigungen

Nach der feministischen Theorie

„Die Täter sind zu quasi hundert Prozent männlich, und ihre Opfer zu quasi hundert Prozent weiblich.“ [21]

kann es Falsch­beschuldigungen eigentlich gar nicht geben. Frauen lügen also nicht? Das wahre Leben sieht leider anders aus. Oberstaats­anwältin Gabriele Gordon berichtet über sexuellen Missbrauch und falsche Erinnerungen:

„Ich bearbeite hier in Neuruppin im Jahr ungefähr 200 Anzeigen von Sexualdelikten. Nur 20 kommen zur Anklage, 170 werden eingestellt. In zehn Fällen drehe ich den Spieß sogar um und klage wegen bewusster Falsch­aussage an.“ [24]

Das ergibt eine Missbrauchs­quote von rund 90 %. Die Risiken für eine Falsch­beschuldigungen sind denkbar gering. Nur in rund 5 % dieser Fälle wird (bei dieser einen Staats­anwältin) wegen Falsch­aussagen überhaupt angeklagt. Und auch diese wenigen Verfahren enden ohne Konsequenzen für die Urheber, oder mit sehr moderaten Strafen (Bewährungs­strafen, s.a. Gemindertes Strafmaß für Frauen). Das hält feministische Kreise keinesfalls davon ab, die geringe Verurteilungs­quote mit einem „patriarchalen Justizsystem“ zu erklären. In einer Weltsicht, in der Opfer weiblich und Täter männlich sind, sagen natürlich alle Frauen die Wahrheit und nur die bösen Männer in ihrer Kumpanei lassen die Täter wieder laufen.[25]

Natürlich ist sexueller Missbrauch zu verfolgen und zu ahnden. Aber erstens verbieten rechts­staatliche Prinzipien, die Zahl der Verurteilungen auf Kosten einer hohen Zahl Falsch­ver­urteilungen zu steigern. Und zweitens dürfen in der Rechtspraxis nicht über 50 % der Bevölkerung (Männer, Kinder, Alte) vom Schutz gegen Gewalt ausgenommen bleiben.

Es scheint zum Rachearsenal vieler Frauen zu gehören, in Ungnade gefallene Männer des sexuellen Missbrauchs zu bezichtigen. Das schwächt aber in bedenklicher Weise die Position der wahren Opfer, die in den Verdacht der Falsch­beschuldigung geraten können. Mehrere Untersuchungen versuchen das Ausmaß der Falsch­beschuldigungen zu erfassen. Soziologe Eugene Kanin fand für das renommierte Forschungs­journal „Archives of Sexual Behavior“ heraus, dass in 40 Prozent aller Fälle die Beschwerde­führerinnen schließlich zugaben, dass keine Vergewaltigung stattgefunden hatte. Bei einer Untersuchung von 556 behaupteten Vergewaltigungen in der US-Air-Force stellten sich 60 Prozent als falsch heraus. Linda Fairstein, Leiterin der Abteilung Sexualverbrechen der New Yorker Staats­anwalt­schaft und Autorin des Buches „Sexual Violence: Our War Against Rape“, berichtet, dass von jährlich rund 4000 behaupteten Vergewaltigungen in Manhattan etwa die Hälfte nie passiert sind.[26][27]

„Dann sage ich, du hast mich vergewaltigt!“

Am Ende einer Beziehung versuchen Frauen nicht selten ihren Partner mit dem Vorwurf der Vergewaltigung unter Druck zu setzen. Der Münchener Strafverteidiger Steffen Ufer übt heftige Kritik an den Ermittlungsbehörden und dem Gesetzgeber, der Fälle wie die „Causa Kachelmann“ erst ermöglicht habe. Über den Fall Kachelmann sagt er: „Ich halte es daher für sehr wahrscheinlich, dass die Frau sich über ihren damaligen Partner geärgert hat und sich rächen wollte. Sie wäre ja nicht die Erste. Was meinen Sie, in wie vielen Scheidungs­verfahren Frauen sich das Auto, das Haus oder das Sorgerecht erschleichen, indem sie ihrem Mann damit drohen, ihn wegen Vergewaltigung anzuzeigen? Ich hatte einmal einen Fall, in dem hat sich eine Frau eigenhändig 66 Stiche im Bauchraum zugefügt, nur um ihren Partner zu belasten. Da müssen sie erst einmal beweisen, dass der Mann unschuldig ist.“ Der Strafverteidiger behauptet, dass das Thema „Vergewaltigung“ in den meisten Scheidungen irgendwann zur Sprache kommt. „Es macht aus Sicht der Frauen ja auch Sinn: Wie soll ein Mann beweisen, dass der tausendste Geschlechtsverkehr mit seiner Partnerin ebenso einvernehmlich war, wie die 999 Male zuvor? Wenn die Frau das Gegenteil behauptet und der Staats­anwalt nicht unter dem Bett lag, steht Aussage gegen Aussage.“[28] Was für den juristischen Laien wie eine Pattsituation aussieht, ist in Wirklichkeit asymmetrisch. In einem Straf­verfahren wird der Aussage des vermeintlichen Täters nicht viel Beachtung geschenkt, weil man davon ausgeht, dass er seine Aussagen danach ausrichtet, nicht verurteilt zu werden. Die Frau hingegen ist ein Opferzeuge. In Ermangelung weiterer Beteiligter als unmittelbare oder mittelbare Tatzeugen bei Sexualdelikten tritt das Beweismittel „Opferzeuge“ in den Mittelpunkt der gerichtlichen Beweisaufnahme. In einer „Aussage-gegen-Aussage-Situation“ wird vom Gericht abverlangt, in grundsätzlich „freier“ Beweis­würdigung zu entscheiden, ob die „Opferzeugin“ persönlich glaubwürdig und ihre Aussage glaubhaft ist, so dass maßgeblich auf der Grundlage dieses Beweis­mittels eine ausreichende Über­zeugung von Tat und Täterschaft gebildet und die Verurteilung des (bestreitenden) Angeklagten auf die Angaben der „Opferzeugin“ gestützt werden kann. Populär ausgedrückt hängt die Verurteilung des Mannes maßgeblich davon ab, ob die vermeintliche Opferin gut lügen kann und ob der Richter sie für glaubwürdig hält. Es kommen dabei Glaubwürdig­keits­gutachten zum Einsatz. Wenn der männliche Angeklagte an einen unfähigen Gutachter, Frauen­versteher oder Männer­hasserin gerät, hat der angeklagte Mann schlechte Karten. Der verteidigende Anwalt muss dann mit Gegen­gutachten versuchen dagegen zu halten, mit ungewissem Ausgang für seinen Mandanten. Gutachten sollen dem (straf)rechtlichen Verfahren einen wissen­schaft­lichen Anstrich geben, aber letztlich sind Glaubwürdig­keits­gutachten nichts als Kaffee­satz­leserei. Genauso gut könnte man Pendeln oder wie in der Antike ein Orakel befragen. Die Frau riskiert mit ihrer Falsch­aussage nicht viel. In der Praxis wird die Staats­anwalt­schaft ihre einzige Belastungs­zeugin bis zum letzten Blutstropfen verteidigen – schon um selbst das Gesicht zu wahren. Steffen Ufer hält die Entscheidung des Gesetzgebers, Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen, für einen Fehler. Der Fall Kachelmann sei geradezu ein Schulbeispiel, wie mit diesem Straftat­bestand Missbrauch betrieben werden kann.[28] Jörg Kachelmann ist auch bei einem Freispruch sozial und beruflich ruiniert.[29]

Die Untersuchung polizeilicher Akten ergab, dass falsche Anzeigen (also die erlogenen) als „unbegründet“ eingeordnet werden genau wie Anzeigen, die mangels Beweisen eingestellt werden. Es kam heraus, dass 30 bis 40 Prozent der Anzeigen wegen Vergewaltigung als falsch bzw. „unbegründet“ eingestuft waren, während bei Einbruch, Raub oder Auto­diebstahl die Zahl der Falsch­anzeigen zwischen einem und fünf Prozent lag.[30]

Eine Studie mit großem Medienecho, die von der Zeitschrift Ms. [31] in Auftrag gegeben wurde, belegte, dass 25 Prozent aller College-Studentinnen schon einmal vergewaltigt worden sind. Doch wie lautete die genaue Frage in der Studie, auf die der Wert von 25 Prozent zurückgeht?

„Haben Sie einmal Geschlechts­verkehr gehabt, obwohl sie eigentlich nicht wollten, weil Sie der Mann mit Drängen und Bitten so bestürmt hat?“ [32]

Es ist bemerkenswert, wie von den Wissen­schaft­lerinnen aus „dem Mann bloß nachgeben“ ein „vergewaltigt werden“ gemacht wird. Möglicherweise haben die Frauen nur deshalb „nachgegeben“, weil sie Angst hatten, den Mann zu verlieren, wenn sie hart blieben, und ihn mit dem Ja vielleicht nur binden wollten. Wenn allerdings die Definition von Vergewaltigung dermaßen ausgedehnt wird, dann ist es kein Wunder, wenn Vergewaltigung zu einem Delikt wird, das sich epidemisch ausbreitet.

Tatsächlich sind bei unerwünschter Sexualität beide Geschlechter beteiligt. Eine Feministin, die mutig genug war, beiden Geschlechtern gleiche Fragen zu stellen, konnte überrascht feststellen, dass 94 Prozent der Männer (und 98 % der Frauen) angaben, sie hätten in der College-Zeit unerwünschte sexuelle Aktivitäten erlebt. Noch überraschender war die Feststellung, dass 63 % der Männer und 46 % der Frauen angaben, unerwünschten Geschlechts­verkehr gehabt zu haben.[33]

Wenn also die feministische Definition von Vergewaltigung als unerwünschter Geschlechts­verkehr zugrunde gelegt wird, sind in Wirklichkeit alle davon betroffen. Damit wird der Eindruck erweckt, Vergewaltigungen seien einer Epidemie gleich allgegen­wärtig.

Ein Kriminal­haupt­kommissar a. D. mit über 25 Jahren Dienst­erfahrung weiß zu berichten, dass es kein Einzelfall ist, wenn skrupellose Kindesmütter mit der „Vergewaltigungs­lüge“ oder alternativ „Missbrauchslüge“ und ähnlichen Falsch­anschuldigungen ihre angebliche Opferrolle pflegen. Die Justiz schaut normalerweise weg und geht, typisch Beamten­denken, über gesunde Bedenken hinweg. Auf der Strecke bleiben die zu Unrecht beschuldigten Väter und deren Kinder. Die Justiz ist mittlerweile „umgekippt“ und hat jeden Berufsethos verloren. Es wird, aus Dummheit, Bequemlichkeit oder Ideologisiert­heit, der Kindes­vater fertig gemacht, damit die Kindesmütter, aus mythischer Überhöhtheit, alles erhalten: Sorgerecht, Unterhalt und den Alleinanspruch auf die ehemals gemeinsamen Kinder. Die jetzige Justizpraxis hat mit Menschen­recht und Rechtsstaat nichts mehr zu tun. Das ist offene Männer­diskriminierung von Staats wegen. Wann wehren sich die Väter endlich gegen die Kindes­wegnahme durch gestörte Kindes­mütter und macht­neurotische RichterInnen?[34]

Ein deutscher Strafverteidiger berichtet: „Männer sind wahrheits­widrigen Straf­anzeigen einer Frau häufig nahezu schutzlos ausgeliefert. In vielen Fällen kümmern sich die Ermittler unzureichend um etwaige Motive für eine Falsch­beschuldigung. Diese können in Reue nach einem sexuellen Fehltritt und der Versuch einer Rechtfertigung vor dem Lebens­partner liegen, vielleicht ist auch Geldgier ursächlich (Schmerzens­geld­anspruch nach einer Verurteilung des Beschuldigten), oder aber die Anzeige­erstatterin lässt sich von Rachsucht nach einer gescheiterten Beziehung leiten. In allen Fällen derartiger Tatvorwürfe hat es ein Beschuldigter schwer, das Gericht von seiner Unschuld zu überzeugen.“ Er kommt zu dem Schluss: „Ein Strafverteidiger wird auch bei bester Vorbereitung der Verteidigung ein Fehlurteil – also einen Justizirrtum – leider nicht immer verhindern können.“ [35] Selbst diesem engagierten Anwalt, der einen unbescholtenen Mann nur durch Kommissar Zufall vor einer Verurteilung bewahren konnte, ist die Frage, ob die Frau denn für ihre Falsch­beschuldigung in irgendeiner Weise zur Verantwortung gezogen wurde, keine einzige Zeile wert.

Dass dies politisch so gewollt ist, kann man Broschüren der Ministerien entnehmen, wo in großen Lettern geschrieben steht:

„Gewalt ist indiskutabel und durch nichts zu rechtfertigen!“ und
„Gewalt gegen Frauen ist ein Problem unserer Gesellschaft.“ [36]

Wichtig ist aber auch, was nicht gesagt wird. Denn nirgends steht geschrieben:

„Falsch­beschuldigungen sind indiskutabel und durch nichts zu rechtfertigen!“ oder
„Missbrauch mit dem Missbrauch ist ein Problem unserer Gesellschaft.“

In diesem politischen Klima wundert es nicht, wenn ein Mann aufgrund der bloßen Behauptung einer Frau schuldlos für fünf Monate ins Gefängnis geworfen wird, wie im Fall Kachelmann geschehen. Bislang verdrängen viele Männer diese Tatsachen, weil sie nicht wahrhaben wollen:

„Es kann jeden treffen!“

Selbst nach zehn Jahren kann eine harmlose Affäre auf dem Karneval einem Mann zum Verhängnis werden.

Das Lingener Schöffengericht verurteilte einen inzwischen 50jährigen Angeklagten wegen eines zehn Jahre zurückliegenden Vorfalls. Die Staats­anwalt­schaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, am Rosenmontag 2001 in Emsbüren eine heute 34jährige Frau vergewaltigt zu haben. Der Mann räumte Zärtlichkeiten ein, wie sie an Karneval gang und gäbe sind. Nachdrücklich bestritt er die Vergewaltigung oder irgendetwas getan zu haben, was die Frau seinerzeit nicht wollte. Ein vom Gericht bestellter psychologischer Sachverständiger, der die Aussage der Geschädigten auf ihre Glaubhaftigkeit hin untersucht hatte, konnte in seinem Gutachten nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen, dass der sexuelle Kontakt zunächst nicht doch einvernehmlich zustande gekommen sei. Die Frau sei „aufgrund einer Hypothese jahrelang wegen einer posttraumatischen Belastungs­störung medizinisch behandelt worden, die unter Umständen nicht zutrifft, weil bereits in der Erstdiagnostik Fehler gemacht worden sind.“ Es sei experimentell und erfahrungs­wissen­schaftlich vielfach belegt, dass sich Gedächtnis­inhalte aufgrund einer therapierten Erinnerung veränderten. Der Gutachter: „Es ist schon irritierend, dass das von der Nebenklägerin geschilderte Geschehen in der Klinik vorbehaltlos und sofort als Tatsache anerkannt und auf dieser Grundlage anstandslos ein Trauma diagnostiziert wurde.“ Es bestanden also Zweifel wie im Fall Kachelmann. Folgerichtig beantragten sowohl Staats­anwalt­schaft als auch Verteidigung nach viertägiger Haupt­ver­handlung aufgrund bestehender Zweifel an der Schuld des Angeklagten Freispruch, nur die Nebenklage wollte den Mann drei Jahre hinter Gitter. Den Richter fochten die Zweifel hingegen nicht an, er verurteilte den Mann trotz der Frei­spruchs­anträge von Anklage und Verteidigung. Er schreit in seiner mündlichen Urteils­begründung: „Letztendlich sieht das Gericht den Tatvorwurf der Vergewaltigung jedoch als bewiesen an.“ [37]

Die Justiz fungiert hier als Erfüllungsgehilfe ideologischer Vorgaben des Feminismus.

zurück2.6.4.5. Warum sollte eine Frau eine Falschanzeige machen?

Aus der Sicht von Feministinnen ist eine Anzeige lediglich ein Beweis zur Bestätigung ihrer Thesen. Durch systematische Verbreitung überhöhter Fallzahlen in der Öffentlichkeit irregeführt, mögen viele zu der Über­zeugung kommen „Wenn eine Frau einen Mann wegen Vergewaltigung anzeigt, dann wird schon etwas dran sein.“ Doch wird ein Mann schnell eines besseren belehrt, ist er erst selbst von einer Falsch­beschuldigung betroffen.

Beispiel 1:

Mark Peterson wird schuldig befunden, eine Frau sexuell belästigt zu haben, die, laut ärztlichem Befund, in sechsundvierzig Persönlichkeiten gespalten ist. Sie behauptet, dass eine dieser Persönlichkeiten, ein Mädchen von sechs Jahren, ihr gesagt zu habe, dass sie mit einem Mann geschlafen habe. Dann beschuldigte sie Mark Peterson des sexuellen Übergriffs. Sechs ihrer sechsundvierzig Persönlichkeiten wurden in den Zeugenstand berufen, vier wurden einzeln vereidigt. Sie gab zu, dass die Persönlichkeit, die Sex gehabt hatte – die „spielerische“ Persönlichkeit –, damit einverstanden gewesen sei.

Mark wurde landauf, landab von der Presse als Krimineller bezeichnet. In seiner Stadt wird er für den Rest seines Lebens als Vergewaltiger stigmatisiert sein und immer wieder auf seine Vorstrafe angesprochen werden. Der Name der Frau tauchte in der Presse nicht auf.

Männern wird also aufgegeben, wann sie einem Nein zu glauben haben und sie sollten auch ein Ja richtig einschätzen können. Wenn er das nicht beherrscht, wird er zum Kriminellen gemacht. Dieser Fall wurde 1990 im US-Bundesstaat Wisconsin verhandelt. Er beweist, dass westliches Rechtssystem dazu tendiert, Frauen Vorrechte einzuräumen und Männer strafrechtlich zu verfolgen. Wenn eine Frau vor Gericht heute eine Aussage macht und am nächsten Tag das Gegenteil beschwört und der Mann verurteilt wird, weil er aus ihr nicht schlau geworden ist, dann wird dem Mann die Botschaft vermittelt: Frauen haben Rechte, Männer tragen die Verantwortung. [38]

Beispiel 2:

Es ist möglich, dass Ihr Sohn zusammen mit einer Frau Alkohol trinkt, dann mit ihr schläft und später beschuldigt wird, sie vergewaltigt zu haben. Es kann sein, dass die Frau es sich am nächsten Morgen, als sie wieder nüchtern war, anders überlegt hat. Möglich ist aber auch, dass sie schlichtweg sauer ist, weil er sich nach dem nächtlichen Abenteuer nicht wieder bei ihr gemeldet hat. Wenn dann noch rechts­staatliche Prinzipien verlassen werden, und vom Mann in einer Beweis­last­umkehr verlangt wird zu beweisen, dass der Beischlaf mit der Zustimmung der Frau stattfand, dann gibt es kein Halten mehr. An vielen Universitäten von Berkeley über Harvard zu Swarthmore können Frauen sich einladen lassen, nach einigen Drinks mit ihrem Begleiter ins Bett gehen und am nächsten Morgen behaupten, sie sei vergewaltigt worden, weil sie betrunken gewesen sei und deshalb nicht einwilligen konnte. Im Zeitalter der Gleich­berechtigung wird die Frau von Verantwortung freigesprochen, wenn sie Alkohol getrunken hat, und ihm die Schuld in die Schuhe geschoben, obwohl auch er nicht mehr nüchtern war. Es ist schon ein eigenartiges Rechtssystem, das die Verantwortung eines alkoholisierten Autofahrers betont, Frauen aber von der Verantwortung entlastet, wenn sie Alkohol trinken und dann mit einem Mann ins Bett gehen.[39] Diese Gesetze sind sexistisch, weil sie jeden Mann (und nur das männliche Geschlecht), der sich mit einer Frau triff, potentiell zum Kriminellen machen. Das ist so, als wenn im Straßenverkehr Geschwindigkeits­beschränkungen nur für Männer gälten und Frauen freie Fahrt hätten.

Beispiel 3:

Eine Dreizehnjährige aus North Carolina beschuldigte Grover Gale, sie viermal vergewaltigt zu haben. Grover verbrachte sechsunddreißig Tage im Gefängnis, und in dieser Zeit verlor er seinen Job, verschuldete sich, konnte seine Miete nicht mehr bezahlen und seine Ehe stand kurz vor der Scheidung. Dann gab das Mädchen zu, dass sie die Sache erfunden hatte, um sich vor ihrem siebzehnjährigen Freund interessant zu machen.

Als Grover aus dem Gefängnis entlassen wurde, mochte ihn sein eigener Sohn nicht mehr umarmen. In der Stadt zeigten die Leute auf ihn und riefen Kinderschänder und Vergewaltiger. Die Familie sah sich gezwungen wegzuziehen. Grover hat immer noch 15.000 Dollar Schulden, die sich durch Gerichts­kosten und Mietrückstand aufgelaufen sind.[40]

Beispiel 4:

Bereit oben wurde erwähnt, dass selbst in der US-Luftwaffe Falsch­beschuldigungen keine Seltenheit sind. Ein Fall aus der Studie der Luftwaffe ergab:

Eine zweiundzwanzig­jährige Rekrutin hatte während einer Party Sex mit einem Kameraden. Sie gab zu, alkoholisiert gewesen zu sein, und schämte sich deswegen vor den anderen Gästen, die alles mitbekommen hatten. Deswegen behauptete sie, vergewaltigt worden zu sein.[41]

Früher musste eine Frau, die sich alkoholisierte und aus Leichtsinn sich auf etwas einließ, das mit sich und der Welt ausmachen. Heute steht ihr der Ausweg offen, einen Mann der Vergewaltigung zu beschuldigen, und so die Schuld und die Schande von ihren Schultern auf das Konto des Mannes umbuchen.

Warren Farrell hat eine ganze Reihe von Motiven für Falschanzeigen zusammen­getragen und führt Beispiele an:

Beispiel 5:

Wut auf einen Exfreund ist als häufiges Motiv auszumachen. Kathryn Tuccis Exfreund verbrachte dreizehn Monate in Haft, bis Kathryn zugab, gelogen zu haben. Zur Strafe für ihre Lüge musste sie in einer gemeinnützigen Einrichtung arbeiten.[42]

Beispiel 6:

Viele junge Mädchen brauchen eine Entschuldigung für spätes Heimkommen, für eine außer Haus verbrachte Nacht oder eine Erklärung für eine Schwangerschaft.[43]

Beispiel 7:

Eine Frau beschuldigte den Zeitungsmann, sie mit vorgehaltener Pistole vergewaltigt zu haben, weil sie eine Entschuldigung für ihr Zuspätkommen bei der Arbeit brauchte. Sie musste sich bei einer Beratungs­stelle melden, weil es schon ihre zweite Falschanzeige in einem Jahr war. Weil es beim ersten Mal keinerlei Folgen für sie hatte, meinte sie, es noch einmal probieren zu können.[44]

Beispiel 8:

Die meisten Falsch­beschuldigungen sollen einen bestimmten Zweck erfüllen. Einmal dienen sie dazu, mit Schuldgefühlen fertig zu werden oder Rache zu üben, ein anderes Mal werden sei gebraucht, um den Eltern sagen zu können: „Ich bin nicht aus Leichtsinn schwanger geworden, sondern bin vergewaltigt worden.“; oder eine Frau braucht eine Ausrede für ihren Mann: „Ich hatte keine Affäre, ich kann nichts dafür, … ich bin vergewaltigt worden.“ [45]

Während einer feucht­fröhlichen Weihnachts­feier im Dezember 2009 hatte eine Friseurin Sex. Als am nächsten Morgen der Lebens­gefährte in flagranti erwischte, zeigte sie ihren Liebhaber als Vergewaltiger an. Die Richterin hatte Verständnis dafür und stellte das Verfahren wegen Falsch­beschuldigung ein.[46]

Beispiel 9:

Gary Dotson wurde zu Unrecht angeklagt und wegen Vergewaltigung zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Er verdankte der Wiederaufnahme des Verfahrens und seine Freisprechung mehreren Zufällen. Der erste Zufall war, dass Cathleen Webb gläubig wurde. Nach ihrem Gesinnungswandel belastete sie ihre Schuld schwer. Sie gab zu, die Geschichte frei erfunden zu haben, um eine sexuelle Begegnung mit ihrem Liebhaber zu vertuschen. Der zweite Zufall war die Entwicklung von DNA-Tests, womit bewiesen werden konnte, dass die Samenspuren nicht vom Verurteilten, sondern vom Liebhaber stammten. Der dritte Zufall waren zwei engagierte Journalisten, die sich bemühten Licht in den Fall Dotson zu bringen. Viertens fand sich ein berühmter Anwalt bereit, den Fall eines rechtskräftig verurteilten Vergewaltigers zu übernehmen. Der fünfte Zufall war, dass der Gouverneur Thompson gerade zur Wiederwahl stand und die Wiederaufnahme des Falles anordnete, nachdem der vorsitzende Richter dies verweigerte.
Eine Frau würde in diesem Fall sicher als Heldin dastehen, weil ihr, als Opfer der Männerjustiz, die Rehabilitation gelungen ist. Gary Dotson hingegen sah sich damit konfrontiert, dass man nicht wahrhaben will, dass eine Frau eine Vergewaltigung herbeilügen kann.[47]

Beispiel 10:

Ein 17 Jahre altes Mädchen bezichtigte den 45 Jahre alten Lebens­gefährten ihrer Mutter der Vergewaltigung in 22 Fällen. Sie hatte die Anschuldigungen erfunden, weil sie den Lebenspartner ihrer Mutter nicht leiden konnte. Wegen der Aussage des Mädchens verbrachte der Mann acht Monate in Unter­suchungs­haft.[48]

Es gibt auch eine Reihe von Anreizen, falsche Anschuldigungen zu erheben. So werden Frauen nicht selten zu feministischen Helden erhoben, noch bevor der Prozess stattgefunden hat. Auch bei den Wormser Prozessen war das Motiv vieler treibender Kräfte, im Fall einer Verurteilung als Held gefeiert werden zu wollen.

Finanzielle Anreize:

Elf Frauen eines Miss-Black-America-Festumzugs bezichtigten Mike Tyson, er hätte ihnen an den Po gefasst. Mike Tyson wurde auf 67 Mio. Dollar Schmerzensgeld verklagt. Mehrere Klägerinnen gaben schließlich zu, dass sie gelogen hatten in der Hoffnung, etwas von dem Geld abzustauben. Der Beginn des Prozesses machte Schlagzeilen; die Nachricht, dass die Klagen fallengelassen wurden, war im Kleingedruckten zu lesen.[49] Ein anderes prominentes Beispiel für Falsch­beschuldigung ist Michael Jackson, der des Missbrauchs an Kindern bezichtigt wurde.

Abtreibungsgesetze:

Norma McCorvey wollte auf legalem Wege abtreiben lassen und behauptete deswegen, sie sei vergewaltigt worden. Der Fall wurde unter dem Titel „Roe versus Wade“ verfilmt. Vierzehn Jahre später gab sie zu, gelogen zu haben.

Das Mädchen, dem ausschließlich nach einer Vergewaltigung eine Abtreibung gewährt wird, wird zu einer falschen Behauptung verführt. Es wird ein Mann beschuldigt zugunsten einer Frau. Das erinnert an Fälle, in denen in den USA Schwarze beschuldigt wurden, um Weiße freisprechen zu können. Dieses Verfahren hatte Rassenkonflikte geschürt und schürt heute den Geschlechterkampf.[50]

Fernsehen:

Ein neunjähriges Mädchen in Florida behauptete, der Freund ihrer Mutter, Ivie Cornell Norris, habe sie vergewaltigt. Noris saß 513 Tage in Gefängnis und hätte noch lange einsitzen können. Zu seiner Freilassung kam es, als das Mädchen mit elf Jahren genügend Leuten klarmachen konnte, dass sie damals gelogen hatte.

Sie hatte gelogen, weil es oft Streit zwischen ihrer Mutter und Mr. Norris gab, deshalb wollte sie ihn „weg haben“. Es ist erstaunlich, wie sie mit neun Jahren sich durchsetzen und mit ihrer Geschichte überzeugen konnte. Sie hatte eine Fernsehserie gesehen und sich an einer Folge orientiert, die von einer Vergewaltigung handelte.[51] Dieses Beispiel sollte Männer vorsichtig werden lassen, wenn sie sich mit einer Allein­erziehenden einlassen wollen.

Auch unter den Falschanzeigen in der Luftwaffe war eine Frau, die sich genau an das Schema einer Fernseh­sendung gehalten hatte. Ihr Motiv war, die Aufmerksamkeit ihres Ehemannes auf sich zu ziehen.[51]

Fall Kachelmann:

Gerichtsreporterin Sabine Rückert erinnert an die Vergeltungs­sucht einer zurück­gewiesenen Frau, die schon im 1. Buch Mose erzählt wird: In der 4000 Jahre alten Josephs­geschichte wird der Rachefeldzug der Gemahlin des Ägypters Potiphar geschildert, die vergeblich versucht hatte, den schönen Israeliten Joseph zu verführen. Weil dieser ihre Offerten schroff zurückweist, zerreißt sie sich die Kleider und behauptet, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Die Obrigkeit schenkt ihr Glauben und Joseph wird in den Kerker geworfen. Gott selbst muss eingreifen und den Unschuldigen aus dem Gefängnis retten. So weit die Bibel.

Jetzt verfolgen enttäuschte Frauen den weniger schönen Wettermoderator. Auf ihren Chor darf man, sollte es zur Haupt­ver­handlung kommen, gespannt sein. Von großer Liebe reden sie. Wer soll das glauben? „Hätten all diese Damen den Mann auch so bezaubernd gefunden, wenn er Steuerberater gewesen wäre oder Landwirt?“, fragt Rückert. Und sie resümiert über zeitgenössische Frauen:

„Wartete Aschenputtel früher auf den Märchen­prinzen, so verzehrt es sich heute nach dem Mann vor der Kamera. So manche Kachelmann-Freundin, die sich jetzt als sein Opfer fühlt, wird mindestens ebenso Opfer ihrer eigenen Sucht geworden sein, von seinem Glanz zu profitieren. Wer schönen Schein wollte, hat ihn von Kachelmann bekommen. Viel mehr gab es nicht.
Die Akte Kachelmann ist deshalb auch ein Dokument weiblicher Selbst­erniedrigung, in ihr stellen sich junge, attraktive Frauen unserer Zeit selbst dar wie die Mätressen eines Fürsten. Sie zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbst­bestimmung als wütende Strafverfolger betätigen, dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat.“
[52]

Freispruch in Trier:

Vor dem Landgericht Trier endete nach 15 Monaten ein Ver­gewalti­gungs­prozess mit einem Freispruch für den Angeklagten. Der Haftbefehl wurde am 8. Januar 2010 aufgehoben.

Das angeblich missbrauchte Opfer ist die inzwischen geschiedene Ehefrau des Angeklagten. Der 43jährige Ex-Ehemann soll die 22 Jahre jüngere Frau nach der Hochzeit 2005 in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt, mehrfach geschlagen und vergewaltigt haben. Schwere Vorwürfe, die der Angeklagte stets bestritten hatte. Der Trierer warf im Gegenzug seiner Ex-Frau, einer Osteuropäerin, vor, ihn nur geheiratet zu haben, um eine Aufenthalts­genehmigung zu bekommen.

Der selbstständige Mann aus Trier saß 387 Tage unschuldig hinter Gittern. Das eigentliche Opfer ist aber der bedauerns­würdige Steuerzahler, dem der Prozess mehrere 10.000 Euro kostet.[53]

Emotionale Vergewaltigung:

Eine Falschanklage kommt für den zu Unrecht beschuldigten Mann einer emotionalen Vergewaltigung gleich. Doch dabei bleibt es nicht, oft folgt dem noch die ökonomische Vergewaltigung. 1993 behauptete eine Frau, im Kaufhaus Nordstrom vergewaltigt worden zu sein. Nordstrom änderte in seinen 72 Filialen das Sicherheits­system. Dann wurden durch einen Labortest Beweise gesichert, die den Angaben der Frau widersprachen und sie schließlich der Lüge überführten. Zwei Wochen lang ging der Name der Firma im ganzen Land durch die Presse; der Name der Frau wurde jedoch vertraulich behandelt. Der oberste Landes­richter lehnte es ab, die Frau zur Verantwortung zu ziehen. Die Firma Nordstrom musste Verluste hinnehmen, die ihr niemand ersetzte. Alle, die bei Nordstrom einkauften, zahlen indirekt für diese falsche Beschuldigung.[54]

zurück2.6.4.6. Frauen missbrauchen Kinder

Am 2. April 2010 sprachen die Gutmenschin Stephanie zu Guttenberg und der Professorenpudel Dr. Michael Osterheider „engagiert“ gegen „Kindes­missbrauch und die Verbreitung von Kinder­porno­graphie“.[55] Mit viel Ernsthaftigkeit wurde da von Männern gesprochen (und nicht von Frauen) und das Wort Täter existierte in der weiblichen Form Täterin nicht: Unsere täglich Gehirnwäsche gibt uns heute. Die bis bislang umfangreichste Studie über die sexuelle Ausbeutung von Straßen­kindern in Kanada, die 2008 veröffentlicht wurde, kommt zu Ergebnissen, die die Forscher überraschten und schockierten. Die Studie ergab, dass fast genau so viele Frauen Sex mit minder­jährigen Straßen­jungen gesucht hatten, gegen Geld, Nahrung, eine warme Unterkunft, Drogen etc., exakt wie bei den Mädchen auch. 79 % der sexuell missbrauchten Straßen­jungen berichteten von Sex mit erwachsenen Frauen als Gegenleistung für solche „Hilfe“, einige erst 12 Jahre alt.[56][57][58]

Die verfügbaren Zahlen über den Anteil an Täterinnen beim sexuellen Missbrauch variieren je nach Erhebung, die offiziellen Zahlen sind jedoch erwartungs­gemäß niedrig.[59] Der Missbrauch von Kindern durch Mütter ist für Experten kein Randphänomen. Die Forschung traut sich allerdings kaum an das Thema heran. Soziologin Barbara Kavemann geht davon aus, dass bis zu 15 Prozent der missbrauchten Kinder Opfer von weiblichen Tätern wurden. Sie schreibt: „Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, leben meist mit ihren Opfern zusammen. Es sind ihre eigenen oder ihnen anvertraute Kinder.“[60]

zurück2.6.4.7. Fazit

  1. Bestehende Familien: Es dürfte klar geworden sein, dass der Missbrauch mit dem Missbrauch zur Zerstörung von betroffenen Familien führt.
  2. Familien­gründung: Der Missbrauch mit dem Missbrauch dürfte sich auch auf die Bereitschaft von Männern auswirken, eine Familie zu gründen. Der Mann ist vom respektierten Familienvorstand zu einem armen Teufel herunter­gekommen, dem Frauen die Schuld für alles in die Schuhe schieben können. Die Risiken für den Mann, sich mit einer Frau einzulassen, sind hoch und unkalkulierbar. Ein Mann, der sich mit einer Frau einlässt, steht mit einem Fuß schon am Abgrund, und es hängt von der Laune einer Frau ab, ob er in diesen Abgrund stürzt.
  3. Kinder: Allein die Asymmetrie zwischen Frau und Mann, die es ermöglicht Väter aus heiterem Himmel zu kriminalisieren, kann die Balance in Familien nachhaltig belasten, wenn nicht gar zerstören. Dem Vater, der sich die mächtigen Waffen der Frau bewusst macht, dürfte es schwerfallen, mit seinen Kindern unbefangen umzugehen. Der Missbrauchs­vorwurf ist in Trennungs­situationen schnell erhoben, wenn die Frau für das alleinige Sorgerecht der Kinder kämpft.
  4. Definition: Die Definition von „sexueller Belästigung“ wird breit angelegt, um in der feministischen Literatur daraus hohe Opferzahlen abgeleiten zu können. Die inflationäre Vermehrung der Vergewaltigung verläuft nach demselben Muster wie der inflationäre Gewaltbegriff[61], der zu dem Gewalt­schutz­gesetz geführt hat.
  5. Skandalisierung: Das Fatale an der inflationäre Vermehrung der Vergewaltigung und ihrer Skandalisierung ist, dass damit gleichzeitig die echten Vergewaltigungen verharmlost werden.
  6. Falsch­beschuldigungen: Jede falsche Vergewaltigungs­anzeige beschädigt die Glaub­würdigkeit der Frauen, die tatsächlich vergewaltigt worden sind.
  7. Weibliche Täterinnen: Die Tabuisierung ist groß, Frauen nicht nur als Opfer, sondern auch als Täterin zu sehen. Täterinnen als solche werden in der Regel außer Acht gelassen. Da gibt es eine Menge nachzuarbeiten.
  8. Verursacher­prinzip: „Ich kenne keinen Fall, in dem die Frau für den Schaden, den sie angerichtet hat, wirklich einstehen musste.“ [62]





[1] SKIFAS e. V.: … und plötzlich ist Ihr Kind weg! (Der Verein existiert nicht mehr, seine Webseite wird als private Webseite weiter im Netz gehalten.) Hintergründe
[2] Immer mehr Prozesse um den sexuellen Missbrauch von Kindern, Rheinische Post vom 26. März 1994
[3] Sexueller Missbrauch von Kindern – Definition und Häufigkeit, Familie, Partnerschaft, Recht 1995, S. 5
[4] Dipl.-Psych. Sigrid Rösner, Prof. Dr. Burkhard Schade: Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern in familiengerichtlichen Verfahren, FamRZ 1993 S. 1133 (Der Verdacht entsteht seltener durch Aussagen des Kindes als durch emotional gefärbte Wiedergabe selektiv wahrgenommener angeblicher kindlicher Aussagen, häufig nach Besuchen beim Vater, durch verdächtigende Mutter in Trennungs­situation, verstärkt durch professionelle oder parteiliche Helfer, die nicht zwecks kritischer Hinter­fragung des Verdachts, sondern zwecks Bestätigung aufgesucht werden. Dies führt zur Instrumentalisierung des Verdachts. Die Folgen sind irreversibel, auch wenn sich der Verdacht später als unbegründet herausstellt. […] Sexuelle Falsch­beschuldigungen gegen Väter mit schädlichen Folgen für das Kindeswohl mehren sich. Institutionen setzen ideologisch verzerrt Verdacht und Tatsache ohne Rücksicht auf die Folgen falscher Verdächtigungen für Kind und Familie gleich. Extreme Positionen belasten die wissen­schaft­liche Arbeit mit der Thematik.)
[5] Wikipedia: Wormser Prozesse;
Max Steller: Aussage­psychologie vor Gericht – Methodik und Probleme von Glaubwürdigkeits­gutachten mit Hinweisen auf die Wormser Missbrauchsprozesse, Recht & Psychiatrie 16, 1998, S. 11-18;
Michael Grabenströer: Nur noch die Fetzen eines Luftballons?, Frankfurter Rundschau am 18. Juni 1997;
Gisela Friedrichsen: „Gut gemeint, schlecht gemacht“, Der Spiegel 26/1997, 23. Juni 1997, S. 78-79; dazu Hans Lorenz: Im eindeutigen Widerspruch (Leserbrief des Vorsitzenden Richters), Der Spiegel 38/1997, 15. September 1997, S. 14
[6] Wikipedia: Wormser Prozesse
[7] Gisela Friedrichsen: Nachlese zu den legendären Wormser Missbrauchsprozessen, Spiegel vom 28. Februar 2005
[8] RA Rüdiger Deckers: Verteidigung in Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Neue Juristische Wochenschrift 47/96 S. 3105
[9] US-Bürger nach 20 Jahren Haft vom Vorwurf des Kindes­missbrauchs freigesprochen, 30. April 2004
[10] Lehren aus dem Fall Nordhorn
[11] Sabine Rückert: Justizirrtum: Inquisitoren des guten Willens, Die Zeit 3/2007, 11. Januar 2007 (Wegen eines erfundenen Missbrauchs mussten zwei Männer ins Gefängnis. Die Justizirrtümer enthüllen die Ideologie eines fehlgelaufenen Feminismus.)
Sabine Rückert: „Unrecht im Namen des Volkes. Ein Justizirrtum und seine Folgen.“, Hoffmann&Campe 2007, ISBN 3-455-50015-3
[12] Sabine Rückert: Erwiesene Unschuld. Viereinhalb Jahre saß Bernhard M. als vermeintlicher Vergewaltiger im Gefängnis., Die Zeit 52/2005, 21. Dezember 2005
[13] Bundes­gerichts­hof stellt Mindestanforderungen an strafprozessuale Glaubhaftigkeitsgutachten auf, BGH Pressemitteilung Nr. 63, 30. Juli 1999
[14] Absurdistan am Amtsgericht (Dieser Fall dokumentiert exemplarisch, das Zusammenspiel und Wirken von Jugendamt, Polizei, Psychologen, Frauenhaus, Anwälten. Eine Peruanerin zeigt einen Vater wegen Missbrauch ihres Kindes an und tritt damit eine Lawine gegen den Mann los. Wie in einem Auto auf spiegelblanker Eisfläche ist er nur noch ohnmächtiger Passagier im Geschehen. Anschaulich wird geschildert, wie sich immer mehr Personen aus der HelferInnen­industrie in „,den Fall“ einklinken. Obwohl es keine Beweise für einen Missbrauch gibt, nur sich widersprechende Aussagen der Mutter, arbeiten die beteiligten Institutionen übereifrig daran, den Mann „aus dem Verkehr zu ziehen“, als wenn sie damit ihre Existenz rechtfertigen müssten. Mit den Jahren werden viele Aktenordner gefüllt werden. Am Ende ist der Mann sozial demontiert, finanziell ruiniert und psychisch zerstört. Dafür wird niemand Verantwortung tragen, denn alle haben ja nur geholfen.)
[15] Arne Hoffmann: „Sind Frauen die besseren Menschen? Plädoyer für einen selbstbewussten Mann.“, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2001, ISBN 3-89602-382-9, S. 208
[16] Die 500 größten US-Unternehmen geben inzwischen 6,7 Millionen Dollar im Jahr für die Folgen vermeintlicher sexueller Belästigung aus. Diese Summen gehen nicht nur an die Frauen, die sich als Opfer bezeichnen, sondern auch an von Feministinnen geleitete Seminare, an Beraterinnen und Trainings­programme. (Wendy McElroy: "Sexual Correctness: The Gender-Feminist Attack on Women.", 1996, S. 57) Nicht zu vergessen die Zunft der AnwältInnen, die daran ebenfalls kräftig mitverdient.
[17] Catharine MacKinnon: Toward a Feminist Theory of the State (Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1989), S. 176
[18] Marilyn French war in den siebziger Jahren eine der weltweit einfluss­reichsten Feministinnen. Den Satz "All men are rapists, and that’s all they are" lässt sie eine Figur in ihrem 1977 veröffentlichten Roman "The Women’s Room" sagen.
[19] Alice Schwarzer über Jörg Kachelmann
[20] Siehe Neil Gilbert: The Phantom Epidemic of Sexual Assault, The Public Interest, Nr. 103, Frühjahr 1991, S. 61
[21] Alice Schwarzer: „Der große Unterschied“, Kiepenheuer&Witsch 2000, ISBN 3-462-02934-7, a) Seite 81, b) Seite 81, c) Seite 82
[22] a b Sexueller Missbrauch: Wie es geschehen kann, Alice Schwarzer, EMMA 2/2010
[23] Siehe Abschnitt Die Missbrauchslüge: Sexueller Missbrauch ist Ansichtssache
[24] Ausschnitte aus einem Interview, Der Spiegel Heft 14/2006, S. 169ff. Quelle 1, Quelle 2
[25] Kommentar Arne Hoffmann, Genderama am 4. Mai 2006
[26] Falsch­beschuldigungen wegen Vergewaltigung häufiger als gedacht, Genderama am 23. September 2004
[27] Brief vom 20. März 1992 von Charles P. MacDowell, Sonderbeauftragter der U.S. Air Force of Special Investigations, und False Allegations, Forensic Science Digest, Bd. 11, Nr. 4, Dezember 1985, S. 64, zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, 1995, ISBN 3-86150-108-2, Seite 369 und 385
[28] a b Justiz: „Dann sage ich, du hast mich vergewaltigt“, Focus am 7. Juni 2010; „Jetzt reicht es!“, René Kuhn am 30. Juli 2010
[29] Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen: „Als Gesicht auf dem Bildschirm ist Kachelmann wohl verbrannt. Der Vergewaltigungsvorwurf wird, egal wie die Sache endet, wohl so lange an Kachelmann kleben bleiben, bis er kein Thema mehr fürs Fernsehen ist.“, in: Vergewaltigungsvorwurf: «Kachelmann ist längst ruiniert», 20 Minuten Online am 15. Juni 2010
[30] Stephen Buckley: Unfounded Rape Reports Baffle Investigators, The Washington Post, 27. Juni 1992, S. B-1 und B-7, zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 385f.
[31] Ms. ist eine Art amerikanische EMMA.
[32] Mary Koss et al.: The Scope of Rape, in der New York Times am 21. April 1987 besprochen, zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 377f.
[33] Charlene L. Muehlenhard und Stephen W. Cook: Men’s Self Reports of Unwanted Sexual Activity, Journal of Sex Research, 1988, Bd. 24, S. 58-72, zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 378
[34] Mann durch Lügen seiner Frau unschuldig an den Pranger gestellt, Thüringische Landeszeitung am 26. April 2010, Leserbrief von Steffen Nüsslein am 17:34 Uhr
[35] RA Spormann: Versuch einer Vergewaltigung oder die Lüge einer Zeugin?
[36] Beispielsweise: „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“, Luxemburg 2006, Subventioniert vom Ministerium für Chancengleichheit PDF-Dokument, S. 2
[37] Nebenkachelmann, Robert Koop am 28. Februar 2011
[38] Associated Press, Man Guilty in Sex Assault on Woman with 46 Identities, Los Angeles Times, 9. November 1990, S. A-20, zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 380f.
[39] Warren Farrell: „Mythos Männermacht“, S. 382 und 390
[40] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 383f.
[41] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 388
[42] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 387
[43] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 387
[44] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 387
[45] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 388
[46] Nach einvernehmlichem Sex: Erst fremdgegangen, dann Liebhaber angezeigt, Köln Express am 6. September 2010
[47] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 394f.
[48] 17-Jährige erfindet Vergewaltigungen, Deggendorfer Zeitung am 18. Juni 2010
[49] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 391f.
[50] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 392f.
[51] Warren Farrell: „Mythos Männermacht“, a) S. 393f. b) S. 394
[52] Sabine Rückert: Vorwurf der Vergewaltigung: Schuldig auf Verdacht, Zeit am 24. Juni 2010
[53] Mammut-Prozess gegen Trierer endet mit Freispruch, Trierischer Volksfreund am 23. August 2010
[54] zitiert in: Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, S. 386
[55] ARD: „Beckmann Spezial“ am 2. April 2010, 21:45 Uhr
[56] MANNdat-Forum: Kanadische Studie: überraschendes Ergebnis
[57] 3 in 4 B.C. boys on street sexually exploited by women Canada’s largest study into the sexual exploitation of street kids and runaways has shattered some myths about who the abusers might be – with the most surprising finding being that many are women seeking sex with young males, Vancouver Sun am 27. Mai 2008
[58] „It’s Not What You Think: Sexually Exploited Youth in British Columbia“, The University of British Columbia, May 2008 PDF-Dokument
[59] Eine Literatursammlung zum Thema Sexueller Missbrauch durch Frauen
[60] Sexueller Missbrauch: Wenn Mütter sich an ihren Kindern vergehen, Stern am 27. April 2010
[61] Zu dem inflationären Gewaltbegriff gehören auch lautes Reden und zu schnelles Fahren, Feministischer Gewaltbegriff
[62] «Spiegel»-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen im Interview: Vergewaltigungsvorwurf: «Kachelmann ist längst ruiniert», 20 Minuten Online am 15. Juni 2010

2.7. Schutz und Straffreiheit der Frau

In diesem Land ist eine starke Tendenz zum Schutz und Freistellung von Strafe der Frau und zur Kriminalisierung und Rechtlosstellung des Mannes zu beobachten. Besonders von feministischer Seite wird ein „Patriarchat“ konstruiert, das die Frauen seit 5000 Jahren unterdrücke.[1]

Es ist noch die Frage zu klären, wer von diesem Opfermythos profitiert, doch hier geht es zunächst darum, anhand konkreter Beispiele aus der Rechts­wirklich­keit zu belegen, dass Frauen nicht benachteiligt, sondern vielmehr bevorzugt werden.

Der Erfolg der weiblichen Opferhaltung zeigt sich unter anderem bei der Recht­sprechung: Besonders in Scheidungs­verfahren entscheiden Richter im Zweifelsfall zugunsten der Frau. Der oft gehegte Verdacht, dass Frauen bei Strafdelikten milder beurteilt werden als Männer, ist in den USA bereits wissen­schaftlich belegt. Im deutschsprachigen Raum finden sich kaum Studien zu diesem Thema, niemand wagt sich auf dieses heikle Gebiet.[2]

Siehe auch Rechtlosstellung des Mannes und Straflosstellung der Frau beim Sorgerecht.


Egal ob Scheidung, Umgangs­boykott oder falscher Missbrauchs­vorwurf: Für eine Frau besteht wenig Risiko, dass sie nach dem Verursacher­prinzip für den von ihr verursachten Schaden haftbar gemacht wird. Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen äußerte diesbezüglich in einem Interview zum Fall Kachelmann:

„Ich kenne keinen Fall, in dem die Frau für den Schaden, den sie angerichtet hat, wirklich einstehen musste. Man wird sie eher noch bedauern, dass ihr nicht geglaubt wurde.“ [3]

Dafür stehen Frauen­beauftragte, Frauen­häuser, Frauen­beratungs­stellen und Frauenrabatt beim Strafmaß exklusiv für Frauen zur Verfügung … die Liste der Frauen­bevorzugung ist sehr lang. Der dahinter liegende Geschlechterkampf ist offensichtlich, doch in diesem Kampf werden letztlich alle verlieren. Wenn die Familien zerstört sind, dann werden Männer wie Frauen als Individuen einzeln dem Staat und der Wirtschaft ausgeliefert sein. Das soll im Kapitel über die verrechtlichten Beziehungen weiter aufgeführt werden.

In diesem Kapitel geht es zunächst um eine Reihe von Gesetzen, die vordergründig dem Schutz von Frauen und Kindern dienen sollen, aber letztlich dem Staat den Zugriff in die private Sphäre der Familie ermöglicht und der sukzessive ausgebaut wird. Mit jedem Bereich, der vom Staat reglementiert wird, stirbt die Familie ein bisschen mehr. Mit der Zerstörung der Familie steht der Einzelne allein vor dem Staat und ist ihm ausgeliefert.



[1] „5000 Jahre Männer­herrschaft bzw. Patriarchat“ in Zusammenhang mit Entmündigung, Unterdrückung, Entrechtung und Versklavung der Frauen:
  • „Natürlich schafft man doch 4000 oder 5000 Jahre Männer­herrschaft nicht in zwanzig Jahren ab!“, Alice Schwarzer im Gespräch mit Christiane Grefe, in: Tacheles – Das Streitgespräch am Freitagabend, Die Zeit 5/2002
  • „Vor dem Hintergrund von 5000 Jahren Männer­herrschaft sind natürlich dreißig Jahre nicht viel.“, Im Interview zu 30 Jahre Frauenmagazin EMMA, in: Des Widerspenstigen Zähmung. Das Frauenmagazin „Emma“ wird 30 – die Erziehung der Männer dauert an., 26. Januar 2007
  • „5000 Jahre Patriarchat lassen sich eben nicht so einfach abschaffen. Und wie bei jedem Machtverhältnis ist auch bei dem der Geschlechter die Gewalt der harte Kern der Herrschafts­sicherung. Das ist in Diktaturen so, zwischen Völkern oder Klassen – wie auch zwischen Männern und Frauen.“, in: Zukunft ist menschlich, Alice Schwarzer in EMMA 1/2000, veröffentlicht in „Alice im Männerland – eine Zwischenbilanz“ (Kiepenheuer & Witsch, 2002)
  • „5000 Jahre Patriarchat, vor 50 Jahren noch die totale Entmündigung der Frau.“, in: Die kluge Frau lässt Machos aussterben, St. Galler Tagblatt am 29. März 2007
  • „Die Historikerin Gerda Lerner beweist in ihrer Forschung über den "Beginn des Patriarchats" 5000 Jahre Entrechtung und Versklavung der Frauen. Das Patriarchat ist immer noch nicht zusammen­gebrochen, weil es sich nicht nur auf die Gewehrläufe stützt, sondern ebenso auf die Liebe. Die Frauen sind die Einzigen, die mit ihren Unterdrückern Tisch und Bett teilen.“, in: Ich bin es leid, eine Frau zu sein, 4. Dezember 2003
  • „Dreißig Jahre sind ja nur ein Wimpernschlag in der Geschichte nach 5000 Jahren Patriarchat!“, in: Heute schlauer – und subversiver. Emma-Gründerin Alice Schwarzer und der Wandel im öffentlichen Bewusstsein., Hamburger Abendblatt am 26. Januar 2007
[2] «Kachelmann ist längst ruiniert», Weltwoche 24/2011
[3] «Spiegel»-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen im Interview: Vergewaltigungsvorwurf: «Kachelmann ist längst ruiniert», 20 Minuten Online am 15. Juni 2010

3.2.2.10. Feministische Gewalt gegen Andersdenkende


Es ist nicht risikolos, sich dem feministisch geprägten Mainstream in den Weg zu stellen und auch nur höflich darauf aufmerksam machen, dass die feministische Kaiserin längst schon keine Kleider mehr trägt. Die meisten Autoren und Wissenschaftler, die das versucht haben, sind nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden:

Esther Vilar wurde so oft tätlich angegriffen, dass sie die Bundesrepublik verlassen und nach England ziehen musste. Suzanne Steinmetz wurde damit gedroht, ihre Kinder umzubringen. Die Gedächtnis­forscherin Elizabeth Loftus erhält beleidigende Anrufe wie „Ihre Arbeit steht auf demselben Niveau wie die Leute, die die Existenz der Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg leugnen.“ Katharina Rutschky wird für ihre Darlegungen von autonomen Frauen­gruppen bedroht, angegriffen und gewürgt; diese machen es ihr auch unmöglich, auf öffentlichen Veranstaltungen zu sprechen. Karin Jäckel erhält von Frauen Morddrohungen, weil sie es in ihren Büchern wagt, ausnahmsweise auch einmal auf die Probleme von Männern hinzuweisen. Matthias Matussek bekommt eine Strafanzeige wegen Beleidigung angehängt, weil er in einem Fall „abused“ versehentlich mit „missbraucht“ statt „misshandelt“ übersetzte, und auf Lesungen überreicht man ihm T-Shirts mit dem Aufdruck „Alles Schlampen außer Mutti“.

So sehen nach drei Jahrzehnten Frauen­bewegung feministische Argumente aus.[1]

Gegen Feminismus­kritiker werden generell zwei Haupt­strategien eingesetzt: Einschüchterung und Denunziation. Einschüchterung soll die Menschen davon abhalten, ihre Meinung zu sagen. Denunziation dient dem Zweck, dass den Menschen, die das dennoch tun, nicht zugehört wird. Es sind vor allem diese beiden Techniken, die zu dem Eindruck geführt haben, es gäbe an dieser Ideologie gar nichts zu kritisieren. Dafür gibt es vielfältige Beispiele:

Esther Vilar: „Als Frauenhasserin, Reaktionärin, Faschistin wurde sie beschimpft“, berichtet die Autorin Ulla Rhan mehr als 30 Jahre später über Attacken, die Vilar in den frühen Siebzigern überstehen musste. „Hasstiraden, tätliche Angriffe, ja Morddrohungen gehörten über Jahre hinweg für Esther Vilar zum Alltag. In der legendären Fernseh­diskussion, die unter dem Titel ‚Hennen-Hack-Duell‘ in die Annalen der Geschichte eingehen sollte, zog Alice Schwarzer im Februar 1975 alle Register, um sie mundtot zu machen. Der Mann ist der Böse, die Frau ist die Gute. Dass das ein für alle Mal klar ist! Widerspruch gilt nicht!“ Unter anderem warf Schwarzer Vilar in dieser Fernseh­debatte vor, eine „Faschistin“ zu sein, wenn sie die Dinge anders als Schwarzer sehe.

„Auf der Toilette der Münchner Staats­bibliothek haben mich vier junge Frauen zusammen­geschlagen. Das war nicht zum Lachen. Ich wurde bespuckt, ich bekam unentwegt Morddrohungen, mein Haus in München pinselte man mit Totenköpfen und Ähnlichem voll. Ich habe Deutschland von einem Tag auf den andern verlassen, ich hatte einen kleinen Sohn, ich konnte nicht mehr bleiben. Ich bin in die Schweiz. Das war der Anfang.“ [2]

Warren Farrell: Der weltweit vermutlich einfluss­reichste Männer- und Väter­rechtler wurde von Feministinnen und profeministischen Männern wie Michael Kimmel als Befürworter von Vergewaltigung und Inzest verleumdet. Seine früheren profeministischen Bücher wurden in Zeitungen besprochen und er durfte zu dieser Zeit noch in Fernseh­sendungen erscheinen. Beides riss schlagartig ab, als er sich auch für die Rechte der Männer einsetzte. Immer mehr Zeitungen und Sender lehnten als Folge politischen Drucks Texte von ihm und Interviews mit ihm ab.

Neil Lyndon: Bis Dezember 1990 war Lyndon einer der bestbezahlten und angesehensten Journalisten Großbritanniens, schrieb für die „Times“, den „Independent“ und den „Evening Standard“. Dann veröffentlichte er einen Zeitungsartikel, in dem er eine wachsende Feind­seligkeit gegenüber Männern in den Medien beklagte und zur Sprache brachte, dass die zunehmende Kontakt­sperre vieler Väter zu ihren Kindern ein schwer­wiegendes Problem darstelle. Darüber hinaus vertrat er die Thesen, dass nicht Mädchen, sondern Jungen in unseren Schulen benachteiligt würden und dass das Gesundheits­system in Fragen wie der Krebsvorsorge nicht Frauen, sondern Männer vernachlässige. Da sein Artikel als Angriff auf die Grundlagen des Feminismus verstanden wurde und allgemeine Einigkeit darüber bestand, dass der Feminismus heilig war, wurde über Lyndon geurteilt, er müsse offensichtlich schwer psychisch gestört sein, moralisch verkommen, impotent, einen zu kleinen Penis haben oder nicht in der Lage sein, eine Frau zu finden. Lyndon war zu diesem Zeitpunkt glücklich verheiratet und hatte einen Sohn. Als er wenig später ein Buch zu demselben Thema herausbrachte, „No More Sex Wars“, erklärten Akademikerinnen, das Buch solle verbrannt und Lyndon erschossen werden. In erster Linie attackierten ihn Menschen, die das Buch nicht gelesen hatten. Ihm wurden Frauen­feind­lich­keit und rechtes Gedankengut unterstellt. Infolge dieser ständigen öffentlichen Attacken zerbrach seine Ehe. Seine Frau wendete sich verstärkt dem Alkohol zu und beteiligte sich schließlich an den Angriffen auf ihren (inzwischen) Exmann. Sie erstritt sich das volle Sorgerecht für den Sohn. Unter anderem, indem sie dem Gericht Auszüge aus Lyndons lästerlichen Schriften präsentierte. Gleichzeitig wurde Lyndon beruflich und gesell­schaft­lich weiterhin ausgegrenzt und sein Einkommen fiel von mehreren tausend Pfund pro Monat auf mehrere hundert. Schließlich musste er Privat­insolvenz anmelden und sein Haus kam unter den Hammer.

Erin Pizzey: Pizzey, die Mitbegründerin des ersten Frauenhauses der Welt, problematisierte später, dass das Thema „häusliche Gewalt“ von Feministinnen gekapert wurde und wies daraufhin, dass aktuellen Studien zufolge die Hälfte der Opfer männlich sei. Sie konnte keine öffentlichen Reden mehr halten, ohne von Frauen­rechtler­innen nieder­geschrieen zu werden, und wurde das Opfer von Telefonterror sowie Mord­drohungen gegen sie und Mitglieder ihrer Familie. Jemand schoss auf ihr Haus und brachte ihren Hund um. Schließlich flüchtete sie aus England nach New Mexico.

Suzanne Steinmetz: Ihre Forschungen wiesen erstmals auf die hohe Rate männlicher Opfer bei häuslicher Gewalt hin. Sie und ihre Kinder wurden mit dem Tode bedroht. Bei dem Treffen einer Bürger­rechts­bewegung, bei dem sie sprechen sollte, ging eine Bomben­drohung ein.

Professor Neil Gilbert: Gilbert erklärte die Messfehler in den Studien zweier Feministinnen, die fälschlicher­weise behaupteten, jede vierte Frau sei bereits Opfer einer Vergewaltigung geworden. Es gab Protestdemos, bei denen Schilder mit den Worten „Tötet Neil Gilbert“ geschwenkt wurden.

Dr. Karin Jäckel: 1997 machte Jäckel mit ihrem Buch „Der gebrauchte Mann“ darauf aufmerksam, dass auch Männer Scheidungs­opfer werden können. Im Jahr 2005 schaffte es dieses Thema auf die Titel­seiten von „Focus“ und „Spiegel“. Ein knappes Jahrzehnt zuvor hatten Frauen­gruppen Dr. Jäckel noch Mord, Entführung und Brand­schatzung angedroht. Buch­händlerinnen boykottierten ihre Werke oder erklärten auf Nachfrage fälschlich, sie seien vergriffen. Verlags­lektorinnen ließen Manuskripte unter­gehen und Verträge platzen.

Ursula Enders: Enders ist die Gründerin und Vorsitzende der gegen sexuellen Missbrauch gerichteten Organisation „Zartbitter“. In der 2003 erschienenen Neuauflage ihres Buches „Zart war ich, bitter war’s“ beklagt sie, wie enorm schwierig es sei, in diesem Bereich weibliche Täterschaft zur Sprache zu bringen. „Die wenigen engagierten Frauen (und Männer), die schon Anfang der 1990er Jahre ‚Frauen als Täterinnen‘ zum Thema machten, wurden gemobbt.“ So sei ihrem Mitarbeiter Dirk Bange „Hass und Empörung“ entgegen­geschlagen, als er dieses Tabu gebrochen habe. Ursula Enders: „Auch versteigen sich einige Dogmatikerinnen dazu, mich dafür zu beschimpfen, dass sie mangels Alternative einer vergleichbaren Forschung durch eine Frau dazu gezwungen sind, die Studien meines Kollegen zu zitieren. Fortan gelte ich in einigen Kreisen endgültig als ‚Verräterin an der Frauen­bewegung‘. Im Sommer 2000 spricht mich eine Fachfrau ganz unvermittelt darauf an, dass sie in den 1990er Jahren öfter eine extrem hasserfüllte Stimmung im Publikum erlebt hat, sobald ich als Referentin das Wort Täterinnen auf Veranstaltungen nur ausgesprochen habe. Damit bestätigt die Fachkollegin die Berechtigung der von meinen Kolleginnen und Kollegen schon vor Jahren verordneten Schutz­maßnahme: Sie haben mir längst untersagt, ohne Begleitung eines kollegialen ‚Bodyguards‘ auf über­regionale Veranstaltungen zu fahren, damit ich in ‚Fach­diskussionen‘ stets eine Unterstützung habe.“

Katharina Rutschky: Sie machte eine Hysterisierung in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch zum Thema (und wurde damit später von anderen Forschem und Publizisten bestätigt). Daraufhin erhielt sie Morddrohungen per Post, und auch wenn sie auf Veranstaltungen zu diesem Thema sprechen wollte, wurde sie körperlich bedroht („Für das, was du sagst, gehört dir die Fresse poliert!“), bis sie aus Todesangst um Hilfe zu schreien begann.[3]

Eva Herman: Sie hat als beliebteste Tagesschau­sprecherin und bekannte Moderatorin gewagt, mit ihrem Buch „Das Eva-Prinzip“ eine Verteidigungs­schrift zugunsten der Familie zu veröffentlichen. Alice Schwarzer verortete ihre Ansichten zwischen „Steinzeitkeule und Mutterkreuz“.[4] Damit hatte sie als Erste einen Bezug zwischen Hermans Thesen und dem National­sozialismus hergestellt. Autorin Thea Dorn machte aus dem Eva-Prinzip das „Eva-Braun-Prinzip“.[5] „Bild am Sonntag“ titelte „Eva Herman lobt Hitlers Familien­politik“. Die Grünen-Politikerin Julia Seeliger sagte nach der Falschmeldung im Hamburger Abendblatt: „Wer wie Eva Herman derart penetrant die Bevölkerungs­politik der Nazis lobt, ist als Mitarbeiterin eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht länger tragbar. Nun muss der NDR auch die Konsequenzen ziehen und Eva Herman endlich feuern! Schon die in ihrem vorigen Buch ‚Das Eva-Prinzip‘ vertretenen Thesen können nur in eine Ecke mit der Nazi-Bevölkerungs­politik gestellt werden. In der Tagesschau ist Herman seitdem richtiger­weise nicht mehr zu sehen.“[6] Letztlich erreichte Alice Schwarzers mediales Netzwerk – im Schulterschluss mit einer gleich­geschalteten Mainstream-Presse – die fristlose Kündigung Hermans beim NDR am 9. September 2007.[7] Der Höhepunkt stellte ein inszenierter Rauswurf Hermans aus der laufenden Johannes B. Kerner-Show dar.
Johannes Baptist Kerner spielte den freundlichen Inquisitor, der Frau Herman in seinem Studio zur öffentlichen Abbitte aufforderte und dann vor die Tür setzte.[8] Damit wurde Herman mit einer Geste zur persona non grata und als massen­kompatible Gegenstimme zur Regierungs­politik neutralisiert. Deutschland hat seinen vorläufig letzten Hexen­prozess erlebt. (Vgl. auch Die Rolle der Medien.)[3][9]



[1] Arne Hoffmann: „Sind Frauen die besseren Menschen? Plädoyer für einen selbstbewussten Mann.“, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2001, ISBN 3-89602-382-9, S. 435f.
[2] „Liebe macht unfrei“, Esther Vilar im Interview mit Peer Teuwsen, Weltwoche vom 20. Dezember 2007
[3] a b Arne Hoffmann: „Der Fall Eva Herman. Hexenjagd in den Medien.“, Lichtschlag 2007, ISBN 3-939562-05-X
WGvdL-Forum: Feministische Gewalt, Mirko, 30.01.2010 – 15:04

[4] „Panik im Patriarchat“ (Alice Schwarzer im Interview), Spiegel am 29. Mai 2006, S. 94 HTML-Dokument HTML-Dokument
[5] Thea Dorn: „Das Eva-Braun-Prinzip“, TAZ am 29. November 2006 HTML-Dokument HTML-Dokument
[6] Julia Seeliger: „Eva Herman ist nicht mehr tragbar. Der NDR muss endlich handeln!“, Pressemitteilung vom 9. September 2007 HTML-Dokument HTML-Dokument (Julia Seeliger ist Frauen- und geschlechterpolitische Sprecherin im Landesvorstand Berlin)
[7] Eva Herman: Das Prinzip Provokation, Focus am 9. September 2007; Streiflicht: Eva Herman, Junge Freiheit am 12. Oktober 2007
[8] Johannes B. Kerner-Show am 9. Oktober 2007; YouTube: 1, 2, 3, 4, 5, 6
[9] Medien – Quo vadis? Bürger gegen Medienmanipulation e.V.
Michael Klonovsky: Sünderin sowieso, Focus 42/2007, S. 36 ff.
Eva und der Sündenfall, Neue Zürcher Zeitung am 14. Oktober 2007
Die verlorene Ehre der Eva H. Meinungs­freiheit für konservative Ansichten? Mediale Hinrichtungen sollen abschreckende Wirkung haben., Junge Freiheit am 19. Oktober 2007 (Wer dem Zeitgeist in die Quere kommt, mit dem wird kurzer Prozeß gemacht. Gegen solche Abweichler sind die schwersten Diffamierungen gerade gut genug, nicht obwohl, sondern gerade wenn sie so populär, unverdächtig und damit gefährlich sind wie eben die telegene Moderatorin Eva Herman.)

3.2.2.11. Feministinnenzitate


Radikalfeministische Zitate

„[Die Frau] empfindet [die Schwangerschaft] gleichzeitig als eine Bereicherung und als eine Verstümmelung. Der Foetus ist ein Teil ihres Körpers und auch wieder ein Parasit, der auf ihre Kosten lebt.“ [1]

„Sie fürchtet auch, mit einem Schwächling, einem Ungeheuer niederzukommen, weil sie die scheußliche Zufälligkeit des Körpers kennt, und dieser Embryo, der in ihr haust, ist ja nichts wie Fleisch.“ [1]

„Wenn heute die Frau meist nur mühsam den Beruf, der sie stundenlang von ihrem Heim fernhält und ihr alle Kräfte nimmt, mit den Interessen ihrer Kinder vereint, liegt dies daran, daß einesteils die Frauen­arbeit noch allzu oft Sklaven­arbeit ist, andererseits sich niemand darum gekümmert hat, die Pflege, die Aufsicht und Erziehung der Kinder außerhalb des Hauses zu sichern. Hier liebt eine soziale Lücke vor. Es ist jedoch ein Trugschluß, wenn man diese Lücke mit der Behauptung rechtfertigt, es stehe im Himmel geschrieben oder es sei ein Grundgesetz der Erde, daß Mutter und Kind einander ausschließlich zugehörten. Dieses gegenseitige Zueinandergehören stellt in Wirklichkeit nur eine doppelte, verhängnisvolle Unterdrückung dar.“ [1]

„Eine Welt, in der Mann und Frau gleich sind, kann man sich leicht vorstellen. Denn es ist genau die Welt, welche die sowjetische Revolution versprochen hatte. […] Die sexuelle Freiheit würde von den Sitten gestattet. […] Die Ehe würde auf einer freien Vereinbarung beruhen, welche die Gatten aufkündigen können, sobald sie wollen.“ [1]

„Nein, wir wollen den Frauen gerade nicht die Wahl lassen zwischen Berufstätigkeit und Mutterdasein und zwar aus dem einfachen Grunde, weil zu viele Frauen sich für die Mutterschaft entscheiden würden.“ [1e]

„Was ist ein Mann im Knast? Artgerechte Haltung!“ [2]

„Was ist ein Mann in Salzsäure? Ein gelöstes Problem!“ [2]

„Ein toter Vater ist Rücksicht in höchster Vollendung.“ [3]

„Ich möchte einen Mann zu einer blutigen Masse geprügelt sehen, mit einem hochhackigen Schuh in seinen Mund gerammt wie ein Apfel in dem Maul eines Schweins.“ [4]

„Terror strahlt aus vom Mann, Terror erleuchtet sein Wesen, Terror ist sein Lebenszweck.“ [5]

„Die Ehe als Institution hat sich aus der Vergewaltigung als Praxis entwickelt. Vergewaltigung, ursprünglich als Entführung definiert, wurde durch Gefangennahme zur Ehe.“ [5]

„Schwangerschaft ist der Triumph des Phallus über die todbringende Vagina. […] Schwangerschaft ist die Bestätigung, daß die Frau gefickt wurde: Bestätigung, daß sie eine Möse ist. […] Die Zurschaustellung markiert sie als Hure. Ihr Bauch ist der Beweis, daß sie benützt wurde. Ihr Bauch ist sein phallischer Triumph. Sein Sieg darf nicht abgetrieben werden. […] Die Schwangerschaft ist Bestrafung für ihre Teilnahme an der Sexualität.“ [5]

„Der Vergewaltiger Nr. 1 ist der eigene Mann.“ [6]

„Mann und Frau sind a priori so ungleich […] Liebe ist eben nur unter Gleichen möglich, nicht unter Ungleichen.“ [7]

„Vielleicht sollten wir den Männern die Eier abschneiden, damit aus meinem Land ein Paradies wird. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoß von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen.“ [8]

FDP

„Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.“ [9]

SPD

„Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ [10]

Feminismuskritische Zitate

„Von den Versprechungen der Emanzipation ist wenig geblieben außer dem fremdbestimmten Anspruch an die Frau, es gefälligst den Männern gleichzutun und Geld zu verdienen.“ Eva Herman, Cicero Magazin am 27. April 2006

„Das ganze Ehe- und Familienrecht ist weitgehend darauf ausgerichtet, den vermeintlich schwächeren Teil (die Frau) zu schützen und ihr Vorteile zu verschaffen.“ Beate Kricheldorf, „Verantwortung – Nein danke!“, 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 74

„Die oft zitierte Aussage, dass Frauen doppelt so gut sein müssen wie Männer, um auf der Karriere­leiter weiterzukommen, ist ein feministischer Glaubenssatz, der noch nie konkret belegt oder bewiesen wurde.“ Beate Kricheldorf, „Verantwortung – Nein danke!“, 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 24

„Die scheinbare Frauen­freundlichkeit des Feminismus ist in Wahrheit Frauen­verachtung und -entmündigung. Wenn Frauen suggeriert wird, dass sie keinerlei Eigen­verantwortung haben, keine Entscheidungsfreiheit oder Einfluss auf ihr Schicksal, sondern vollständig fremdbestimmt sind, ist das schlichtweg frauenverachtend.“ Beate Kricheldorf, „Verantwortung – Nein danke!“, 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 58

„[Es ist eine] weit verbreitete Tendenz, jedes weibliche Unvermögen in Geschlechts­diskriminierung umzuinterpretieren.“ Beate Kricheldorf, „Verantwortung – Nein danke!“, 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 71

„Was die Frauen­bewegung tatsächlich bewirkt hat … die weibliche Opferhaltung noch tiefer zu verwurzeln und noch mehr auszuschlachten.“ Beate Kricheldorf, „Verantwortung – Nein danke!“, 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 86

„Der (bequeme) Glaube, das Kind wisse schon selbst am besten, was gut für es sei, scheint das hartnäckigste Sediment der antiautoritären Ideologie zu sein.“ Susanne Gaschke, Die Erziehungskatastrophe, 2001, ISBN 3-421-05465-7, S. 14

„Die alten Rollen zu schleifen war das eine; was an ihre Stelle treten sollte, damit Männer und Frauen in unserer Gesellschaft tatsächlich partner­schaftlich zusammen­leben können, hat niemand richtig formulieren können.“ Susanne Gaschke, Die Emanzipationsfalle, 2005, ISBN 3-570-00821-5, S. 10

„Vielleicht wäre die Antwort auf Scheidungs­rekorde, Geburtenkrise und flächen­brand­artige Einsamkeit tatsächlich eine neue Version der arrangierten Ehe. […] Langzeit­studien zwischen in traditioneller Weise arrangierten indischen und westlichen ‚romantischen‘ Ehen, dass die arrangierten Ehen zwar weniger glücklich begännen, dass aber nach fünf Jahren die Zufriedenheit der Partner die der ‚Romantiker‘ übersteige.“ Susanne Gaschke, Die Emanzipationsfalle, 2005, ISBN 3-570-00821-5, S. 193

„Dem Feminismus ist es nicht gelungen, eine originelle Version von Weiblichkeit zu entwickeln und echte Lust an der neuen Freiheit auszuleben. Stattdessen klammert er wie eh und je am alten Feindbild vom bösen Mann.“ Katharina Rutschky [11]

„Die Frauen­bewegung als solches existiert überhaupt nicht. Es gibt nur den Staats­feminismus auf der einen Seite, Gleich­stellungs­beauftragte, Frauen­ministerien und Frauen­quoten, nach dem Motto ‚Papa Staat kümmert sich um die Frauen‘. Und auf der anderen Seite gibt es die autonome Frauenszene.“ Katharina Rutschky [11]

„Die Frauen­bewegung war und ist als ‚Politik für Frauen‘ (vulgo Staats­feminismus) eine Angelegenheit der akademisch qualifizierten Mittelklasse. Ihr Problem­bewusst­sein reichte nur zur Etablierung einer Beschwerde­kultur, mit den Männern als Adressaten und Vater Staat als Medizinmann. […] Schon die Studentinnen von 1968 waren nicht benachteiligt, sondern von einer Freiheit gefordert, für die es in der Geschichte kein Beispiel gibt. Statt hier anzusetzen, hat man das überholte Modell der ewig nörgelnden Ehefrau auf Politikformat gepustet.“ Katharina Rutschky [12]

„Der Feminismus ist nicht der Kampf des Weibes gegen den Mann, sondern der Kampf des mißratenen Weibes gegen das wohlgeratene.“ Friedrich Nietzsche [13]

„Wer aber behauptet ‚Gewalt in Partner­schaften‘ sei generell männlich und nur Frauen müssten geschützt werden, der lügt.“ Karin Jäckel [14]

„Sind Sie Mann? Dann hatten Sie Ihre Chancen in den letzten 20.000 Jahren. […] Das dümmste, was einem zurzeit passieren kann, ist ein männlicher ‚Normalo‘ zwischen 25 und 55 Jahren zu sein.“ Bettina Röhl [15]

„Was hier als Gleich­berechtigung daher kommt, ist jedoch tatsächlich Frauen­bevorzugung und Männer­benach­teiligung mit zweifel­haftem Nutzen für Frauen und zweifellosem Schaden für Männer.“ Bettina Röhl [16]



[1] Simone de Beauvoir: „Das andere Geschlecht“, Rowohlt 1980, ISBN 3-499-16621-6, Zweites Buch, Zweiter Teil, VI. Mutterschaft, a) S. 482 b) S. 483 c) S. 508 d) S. 675 e) „Krieg der Geschlechter“
[2] a) EMMA Ausgabe Mai/Juni 1997 b) Frauenkalender ’97, EMMA-Verlag, 1.11.97 (Quelle)
[3] Englische Autorin Maureen Green, zitiert von der Emma-Redakteurin Leona Siebenschön
[4] Andrea Dworkin: „Ice and Fire“, 1986, ISBN 0-436-13960-X, zitiert in: Dworkin gestorben – MacKinnon hetzt weiter
[5] Andrea Dworkin: „Pornographie. Männer beherrschen Frauen.“, Emma-Verlag 1987, ISBN 3-922670-15-6, a) S. 24 b) S. 29 c) S. 266f.
[6] Alice Schwarzer: „Der große Unterschied“, Kiepenheuer&Witsch 2000, ISBN 3-462-02934-7, Seite 81
[7] Alice Schwarzer: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, Fischer 1975, ISBN 3-596-15446-4, Seite 151
[8] Waris Dirie: „Wüstenblume“, Knaur 1998, ISBN 3-426-61948-2, S. 346
[9] Interview in der BUNTE (9/2007), zitiert im Cornelia-Pieper-Blog: So geht’s nicht weiter mit den Männern!, 22. Februar 2007
[10] Gerhard Amendt: Gastkommentar: Die SPD und die Menschlichkeit, Welt am 6. November 2007;
    „Hamburger Programm der SPD vom 28. Oktober 2007“ PDF-Dokument (S. 41 unten);
    „Grundsatzprogramm der SPD – Entwurf der Programmkommission“, Parteitag der SPD in Nürnberg vom 25.-29. August 1986, PDF-Dokument (S. 11)
[11] a b Katharina Rutschky, Marburger Express 1/97, zitiert in: pappa.com
[12] Katharina Rutschky, Neues Deutschland, 16./17. Mai 1998, zitiert in: pappa.com
[13] Friedrich Nietzsche, in: „Ecce Homo“, Kapitel „Warum ich so gute Bücher schreibe“: „«Emanzipation des Weibes» – das ist der Instinkthaß des mißratenen, das heißt gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohlgeratene – der Kampf gegen den «Mann» ist immer nur Mittel, Vorwand, Taktik. Sie wollen, indem sie siech hinauf heben, als «Weib an sich», als «höheres Weib», als «Idealistin» von Weib, das allgemeine Rang-Niveau des Weibes herunterbringen; kein sichereres Mittel dazu als Gymnasial-Bildung, Hosen und politische Stimmvieh-Rechte. Im Grunde sind die Emanzipierten die Anarchisten in der Welt des «Ewig-Weiblichen», die Schlechtweggekommenen, deren unterster Instinkt Rache ist.“
[14] Karin Jäckel: „Deutschland frisst seine Kinder“, Rowohlt 2000, ISBN 3-499-60929-0, Leseprobe
[15] Bettina Röhl: Diskriminierung – nein danke!, TAZ am 21. März 2005
[16] Bettina Röhl: „Die Gender Mainstreaming-Strategie“, Cicero Magazin am 31. März 2005