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Die Familie und ihre Zerstörer

Was schief läuft und was anders werden muss – Eine überfällige Debatte

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3.3.5. Partei- und Politfunktionäre

Politiker arbeiten nach zwei einfachen Prinzipien. Das sind

  1. der Machterwerb, und
  2. der Machterhalt.

Der Beruf des Politikers ist dem des Schauspielers sehr ähnlich, denn während der Politiker nach seinen beiden Prinzipien arbeitet, muss er doch fortwährend so tun, als wäre er des Volkes Meinung und würde für sein Wohl arbeiten. Der Partei- und Polit­funktionär arbeitet aber nur für sich und seine Partei. Die ist auch an Machterwerb und Machterhalt interessiert. Dazu muss sie ihre Parteifunktionäre überall installieren, in Staats­verwaltung, Ministerien, Staats­anwalt­schaften, Gerichten, Polizei und im Bundes­verfassungs­gericht.

„Wer regiert uns?“, diese Frage wurde schon im Abschnitt Politik beantwortet. Je schwächer die Familie, desto stärker der Staat und desto mächtiger die Politiker, die in ihm agieren. Auf diese Kurzformel kann man vielleicht die Familien­politik bringen und die Antwort darauf, was von Politikern in Bezug auf Familien­belange zu erwarten ist. Politiker berichten gerne von Heldentaten, die sie für Familien erbringen (Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und so weiter und so weiter), was sie wirklich bewirken und bewirkt haben, wird im Hauptkapitel 4 zusammen­gefasst.


Da Politiker in Wahlkampf­zeiten immer wieder beim Bürger angekrochen kommen, um von ihm (wieder)gewählt zu werden und er dann besonders unter dem Druck von Machterwerb und Machterhalt steht, wäre das immer eine gute Gelegenheit für den Bürger, dem Politiker klar zu machen, dass Staat und Politik die Finger von den Familien lassen sollen. Darauf wird im Abschnitt Einwirken auf Politiker näher eingegangen.

Niemand denke aber, Politiker wären erst in unsere Zeit so. Nein, sie verhielten sich schon immer so, wie eine Schilderung der politischen Verhandlungen zwischen dem israelischen Moses und des ägyptischen Pharao zeigt. Als Moses den Pharao aufforderte, seine Leute ziehen zu lassen, und er ihm bereits die Allmacht Gottes gezeigt hatte, da reagierte der Pharao genauso, wie es heutzutage Politiker tun:

Pharao rief unter seinem Volke; er sprach: „O mein Volk, gehört nicht mir das Land Ägypten wie diese Flüsse, die unter mir fließen? Seht ihr es denn nicht? Bin ich nicht besser als dieser, der ein Verächtlicher ist? Außerdem kann er sich beinahe nicht ausdrücken. Warum sind ihm dann keine Armbänder aus Gold angelegt worden, oder nicht mit ihm die Engel Seite an Seite erschienen?“ So verleitete er sein Volk zum Leichtsinn, und sie gehorchten ihm. – Sure 43:52-55[1]

Als die Plagen aufgehört hatten, die Ägypten befallen hatten und er meinte, aus dem Gröbsten heraus zu sein, waren all die Zusagen und Zugeständnisse des Politikers nichts mehr wert. Musste er eben noch um seine Macht fürchten und unter Druck ein paar Schein­zugeständnisse machen, so schaltet er blitzschnell auf Macht­sicherung um. Mit der ganzen Arroganz seiner vermeintlichen Macht blickt er verächtlich auf den Außen­seiter herab, der ihm da etwas von „Wahrheit“ erzählen will.

So wie der Pharao damals den Moses von oben herab abgefertigt hat, so gehen auch heute Partei- und Polit­funktionäre mit gleicher arroganter Ignoranz etwa mit Eva Herman oder einem Väter­rechtler um, wenn die etwas zum Thema „Familie“ sagen wollen, und machen sich wie der Pharao lustig „Der/die kann sich beinahe nicht mal richtig ausdrücken“.

Es geht hier ja nicht um religiöse Aspekte und so wurde die koranische Darstellung der Moses-Geschichte in Ägypten gewählt, weil hier die Persönlichkeit des ägyptischen Politikers durch die direkte Rede besser zur Geltung kommt. Wenn man bedenkt, dass die Moses-Geschichte aus der jüdischen Thora stammt und recht alt ist, dann belegen diese Quellen nur, dass das verschlagene und arrogante Verhalten von Politikern, das ausschließlich an Machtgewinn und Machterhalt orientiert ist, ebenfalls sehr alt ist.



[1] Der Koran, Arabisch-Deutsch, Uebersetzung, Einleitung und Erklärung von Maulana Sadr-ud-Din, 1939, Verlag der Moslemischen Revue, 2. (unveränderte) Ausgabe 1964