Informationsstelle
für verheiratete
Männer und Frauen

Die Familie und ihre Zerstörer

Was schief läuft und was anders werden muss – Eine überfällige Debatte

Informationsstelle
für verheiratete
Männer und Frauen

4.1.1. Die persönliche Ebene

Der Leser, nachdem er sich durch die Kapitel Familie, Familienrecht und Familien­zerstörer gearbeitet hat, mag sich fragen: „Was bedeutet das nun für mich persönlich?“ Das hängt nicht unerheblich davon ab, ob er noch unverheiratet, inzwischen verheiratet oder schon geschieden ist. Deshalb soll hier einmal fiktiv ein Lebenslauf durchlaufen werden von der Kindheit, über das Erwachsenwerden, Heiraten, Familie gründen, Kinder bekommen bis hin zu Scheidung und Rente.

Dieses Kapitel ist in Bearbeitung!


zurück4.1.1.1. Wie Männer und Frauen sich beim Heranwachsen erleben

Wer Kinder beobachtet stellt fest, dass Mädchen und Jungs ganz unbefangen miteinander im Sandkasten und im Kinder­garten spielen. Das setzt sich auch im Grundschulalter fort. Zwar finden Mädchen manchmal Jungen „doof“ und Jungen ihrerseits Mädchen „blöd“, aber insgesamt sind sie doch gute Schulkameraden, haben sie ihre Freundschaften und Sympathien und vor allem begegnen sie sich auf Augenhöhe.

Das ändert sich abrupt mit der Pubertät. Plötzlich sind die Klassen­kameraden von eben für die Mädchen nur noch Luft. Das 14jährige Mädchen interessiert sich für 16-17jährige Jungs, ein 16jähriges Mädchen geht mit 19-21jährigen Männern und mit 18 Jahren interessieren sich Mädchen für 24-30jährige Männer. Für Jungs ist die plötzliche Zurückweisung des weiblichen Geschlechts und das zur Schau getragene Desinteresse nicht erklärlich und sie empfinden es als Kränkung. Im Gegensatz zu den Mädchen haben Jungs bei älteren Exemplaren weiblichen Geschlechts erst Recht keine Chancen.

Im Alter von 18-20 Jahren genießen Frauen ihr Frausein und sind mit ihrer Selbst­ver­wirklichung beschäftigt, während gleichaltrige Männer sich in der Grund­aus­bildung beim Militär oder im zivilen Ersatzdienst für die Allgemeinheit aufopfern.

Danach ist der Mann mit einer Berufs­aus­bildung beschäftigt, die ihn in die Lage versetzt, eine Familie ernähren zu können. Die Frau hingegen lässt den Mann – nur aufgrund der Tatsache, dass er ein Mann ist und sie etwas ganz anderes, nämlich eine Frau – bedenkenlos für sich arbeiten, wann immer es eine Gelegenheit gibt.[1] Für die Frau muss Arbeit immer Vergnügen bleiben, und damit es so ist, braucht eine berufstätige Frau einen berufstätigen Mann. Wenn sie schon etwas tut, dann stellt sie auch Bedingungen, und eine davon ist, dass sie sich die Arbeit aussuchen kann und dass sie sie jederzeit wieder aufgeben darf. Deshalb steckt sie lieber ihr Neugeborenes in eine Kinderkrippe, als dass sie auf den berufstätigen Partner verzichtet; deshalb bleibt sie lieber selbst zu Hause, bevor sie ihren Mann zu Hause lässt und ihre Berufstätigkeit zu Zwang und Verantwortung werden könnte.[1] Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxus­geschöpfes – und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht.[1] Die schöne Frau kennt keinen Kampf. Wenn sie ihr Studium abbricht und einen Universitäts­dozenten heiratet, hat sie ohne Anstrengung das gleiche erreicht wie er. Als Ehefrau eines Fabrikanten wird man sie mit noch größerer Ehrerbietung behandeln als diesen. Als Frau hat sie immer den Lebens­standard und das Sozialprestige ihres Mannes und muss nichts tun, um diesen Standard und dieses Prestige zu erhalten – das tut er. Der kürzeste Weg zum Erfolg ist deshalb für sie immer noch die Heirat mit einem erfolgreichen Mann.[1][2] Die hässliche Frau arbeitet aus dem gleichen Grund wie der Mann: weil es sonst niemand für sie tut. Doch während der Mann mit seinem Gehalt Frau und Kind ernährt, arbeitet sie immer nur für sich selbst und nie, um mit dem verdienten Geld das Leben eines schönen jungen Mannes zu finanzieren.[1] Zwar ergreift jede Frau heute einen Beruf, aber kaum eine Frau ist freiwillig bereit, ein Leben lang allein für ihren Lebensunterhalt zu sorgen oder gar eine Familie zu ernähren. Der wesentliche Unterschied zwischen Männern und Frauen liegt hier darin, dass Berufsarbeit für Frauen immer ein Spaß bleiben muss: eine Übergangs­beschäftigung bis zum Heiraten, eine Möglichkeit der Selbst­verwirklichung oder ein Zusatz­verdienst, jedenfalls eine Tätigkeit, die sie jederzeit wieder abbrechen können, wenn sie möchten. Zu regelmäßiger Verpflichtung oder lebenslanger Verantwortung darf das für eine Frau nicht ausarten.[3]

Um Männer verstehen zu können, muss man ihr Verhältnis zu den drei W verstehen: Women, Work, War (Frauen, Job, Krieg).[4] Kaum können Männer zur Wahl gehen, sind sie verpflichtet, dieses Recht zu schützen, während Frauen das Wahlrecht auch ohne die Verpflichtung, es zu schützen, bekommen.

Mit Margaret Thatcher wurde in Großbritannien zum ersten Mal eine Frau Premierminister. Das wurde von Frauen bejubelt und von Männern geduldet. Auf der anderen Seite wurde allerdings keine einzige Frau von der Premierministerin in den Falklandkrieg, und damit in den Tod, geschickt. Auch unter der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gibt es unter den Soldaten im Auslands­einsatz keinen einzigen weiblichen Soldaten, der gefallenen ist. Auch Indira Gandhi und Golda Meir haben Männer in so großer Zahl den Tod geschickt, die der eines durchschnittlichen männlichen Führers nicht nachsteht. Aber auch wenn Frauen an der Spitze eines Staates stehen, sind es immer wieder Männer, die in den Kriegen sterben. Gleichheit gibt es nur an der Spitze, nicht aber an der Basis.[4] Deshalb werden auch von feministischer Seite vehement Frauenquoten in den oberen Führungs­etagen der Wirtschaft gefordert, nicht aber in den so genannten Todesberufen. Da sind wiederum fast ausschließlich Männer vorgesehen.

Warum Frauen dann nicht in Kriegs­einsätzen sterben, obwohl auch in der Armee inzwischen Frauen sind und beispielsweise in der Offiziers­ausbildung durch Frauenquoten gefördert werden, ist einfach: In der Armee sind die Kampf­einheiten jetzt in gefährdete und in weniger gefährdete Einheiten aufgeteilt. Im Kriegsfall können nur Männer in die gefährdeten Einheiten gezwungen werden. Man hat die Frauen­bevorzugung aus dem zivilen Leben in den militärischen Bereich eins zu eins übernommen. Die Situation ist inzwischen also so: Eine Frau kann als Kanzlerin der oberste Befehlshaber im Kriegsfall sein, ein weiblicher Offizier die Befehle ausgeben, doch sterben im vordersten Fronteinsatz dürfen immer nur Männer. So sieht Gleichstellung unter dem Zeichen des Feminismus aus: Sie darf wählen, er nicht.

Die Frau in der Armee kann wählen zwischen:

Der Mann hat die „Wahl“ zwischen:[4]

  1. Kampfeinsatz
  2. Kein Kampfeinsatz
  1. Kampfeinsatz und
  2. Kampfeinsatz

Für eine Frau heißt es: „Mein Körper gehört mir“, für einen Mann: „Mein Körper gehört dem Staat.“ Eine Frau hat das „Recht zu wählen“, ein Rekrut hat die Wahl zwischen „auf eine Mine treten, von einem Granatwerfer getroffen zu werden, erschossen zu werden, durch eine Handgranate sterben, in die Luft gejagt zu werden … du kannst in tausend Teile zerfetzt werden, du kannst einen glatten Lungen­durch­schuss bekommen und unter dem Röcheln deiner letzten Atemzüge krepieren, du kannst mit diesem schwachen Pochen im Ohr an Malaria verrecken.“[4]

Seine Armee, ihre Armee

Die Kampfmaschine zerstört dein Selbstbild, so dass du so umgeformt werden kannst, dass du in das Schema der Armee paßt.

BRUCE GILKIN, Kriegsveteran

Wenn jeder Mann in der Armee kraft Befehl zum Kämpfen gezwungen werden kann und jede Frau die Wahl hat, zu kämpfen oder nicht, dann schaffen wir zwei verschiedene Mentalitäten. In der Kampf­aus­bildung lernen Männer ihr Leben abzuwerten, während die Ausbildung in technischen Berufen, die auch im zivilen Leben von Nutzen sind, mit Wertgebung des eigenen Lebens im Einklang steht. Was folgt daraus?

Schikane, Spott und Frotzelei erziehen zur Abwertung – deshalb schikanieren und verspotten Männer sich gegenseitig: Sie stutzen ihre Individualität zurecht, weil die Kriegs­maschinerie mit genormten Teilen am besten funktioniert. Schikane und Spott sind darum Vorbedingungen für die Kampfausbildung in der „Männer­armee“. In der „Frauen­armee“ aber darf gegen Schikane und Spott Protest erhoben werden – sie steht im Widerspruch mit der Wertschätzung des eigenen Lebens.

Wären Männer- und Frauen­armeen räumlich voneinander getrennt, wären diese Unterschiede kein so großes Problem. Wenn den Männern jedoch gesagt wird, dass Frauen gleichgestellt sind, sie sie dann aber wie Gleichgestellte schikanieren und verspotten und das ihre Laufbahn ruiniert (und oft auch das Leben ihrer Familien), so bestärkt das die Männer nur in der Über­zeugung, dass Frauen beides wollen, «die besten Rosinen herauspicken und den ganzen Kuchen für sich».[4]

Die „schwangere Marine“

Es ist politisch nicht richtig, in der Truppe auch nur davon zu sprechen, aber … ein großer Prozentsatz von Soldatinnen treibt ihre Föten bewußt ab, wenn diese ihren Zweck erfüllt haben, den Einsatz bei der Operation Wüstensturm zu umgehen … Es ist nicht richtig, einen Fötus zu benutzen, um sich vor etwas zu drücken, wozu du dich vertraglich verpflichtet hast, und dann den Fötus zu töten.

Militärarzt, Kuwait (will nicht genannt werden)

Die Haltung der eigenen Person Wert beizumessen, liegt auch dem „Syndrom der schwangeren Marine“ zugrunde: das Phänomen Frau, die das technische Training absolviert und dann schwanger wird, kurz bevor ihr Schiff auslaufen soll, so als wäre sie für Heimaturlaub ausgebildet worden, nicht für eine Stationierung; oder, die schwanger wird, kurz nachdem ihr Schiff stationiert wurde, so dass sie sich immer mehr Pflichten entziehen kann und ihre Kameraden zwingt, ihre Arbeit zu übernehmen. Das alles ist mit der Wertgebung des eigenen Lebens, nicht aber mit einem militärischen Auftrag zu vereinbaren. Wenn über 40 Prozent der Frauen auf Schiffen, wie der USS Acadia, während der Vorbereitungen zur Stationierung schwanger werden, setzen sie mit ihrem Ausstieg das Leben von Männern aufs Spiel. Warum?

Die Marine bildet Teams aus. Jedes Mitglied des Teams wird darauf vorbereitet, mit den anderen in Situationen zusammenzuarbeiten, in denen der Bruchteil einer Sekunde über Leben und Tod entscheiden kann. Wenn Teile des Teams plötzlich fehlen, können diese nicht so einfach ersetzt werden, weil ihre spezielle Art der Zusammenarbeit mit den Personen, die das Team ausmachten, sie unentbehrlich gemacht hat. Im Grunde fällt ein ganzes Team aus, wenn auch nur eine Frau ausfällt. Was ist die Konsequenz? Stellen Sie sich vor, Lieutenant Conklin wäre ausgefallen, als die zwei irakischen Raketen ein riesiges Loch in die Seite der USS Stark rissen …

Der Raketenangriff verursachte ein Feuer, das sich schnell ausbreitete und das Schiff und die 200 Mann Besatzung in die Luft zu jagen drohte. Der siebenundzwanzig Jahre alte Lieutenant Conklin (eine wahre Begebenheit!) zog sich an beiden Füßen, beiden Händen und beiden Armen schwere Verbrennungen zu. Doch er wußte, dass er die Explosion des Schiffes eventuell verhindern konnte, wenn es ihm gelang, durch das brennende zerstörte Schiffswrack zur Mannschafts­kabine zu kriechen und dort die Ventile der Wasserrohre zu schließen.

Der Gang zur Mannschafts­kabine war stockdunkel, und es herrschte eine Hitze von etwa 400 Grad Fahrenheit (200 Grad Celsius) – (Papier entzündet sich bei etwa 451 Grad Fahrenheit, daher der Filmtitel Fahrenheit 451). Doch er ging hinein, nur mit einem T-Shirt beschützt, das er in Salzwasser getaucht hatte. Er schloß die Augen damit nur die Augenlider verbrannten, nicht die Augen selbst. Er tastete sich durch das Rohrsystem vor, und jedesmal, wenn er ein glühendes Rohr berührte, riß es ihm Hautfetzen von Fingern und Händen – er sagte, es sei gewesen, als steckte er in einem glühendheißen Pizzaofen und berührte mit den Händen die heißen Bleche. Er hielt durch, bis er die Ventile der Wasserrohre geschlossen hatte, kämpfte sich den Weg zurück und führte seine Rettungs­aktion weiter, weil er feststellte, dass das Schiff zu sinken drohte und weiterhin Gefahr bestand, dass es in die Luft flog.

Während Conklin sich darum kümmerte, war auch der heftig blutende Matrose Mark Caouette, dem ein Bein zerschossen worden war, nicht dazu bewegen, sich von einem Kameraden in Sicherheit bringen zu lassen. Er wollte weitere Ventile schließen. Seine verkohlte Leiche wurde später bei einem dieser Ventile gefunden. Gleichzeitig schleppte der Elektro­techniker Wayne Weaver sechs bis zwölf Männer in Sicherheit; er wurde später ebenfalls tot aufgefunden; er hielt einen Kameraden umklammert, den er hatte retten wollen. Diese Männer im Alter zwischen 19 und 36 Jahren retteten 163 Männern das Leben, 37 starben. Zu einem Team gehört für sie, den Wert des eigenen Lebens zurück­zustellen. Es hieß nicht, die Vorteile der Ausbildung zu genießen und dann einen Weg zu finden, um kurz vor der Stationierung Landurlaub zu bekommen.

In den letzten zehn, zwanzig Jahren sahen wir es als Sexismus an, wenn solche Männer bei der Vorstellung, mit Frauen auf einem solchen Schiff (oder bei der freiwilligen Feuerwehr) zusammenzuarbeiten, ablehnend reagieren.

Einer der Soldaten erklärte es mir so: „Wir warten nicht einen Notfall ab, um herauszufinden, wer sein Leben riskiert und wer sich lieber absetzt. Wenn ein neuer Rekrut kommt, simulieren wir gefährliche Situationen und lassen es aussehen, als wäre einer in Lebensgefahr. Wir wollen wissen, ob der Neue den Kerl, der in Schwierigkeiten steckt, rettet oder ob er seine eigene Haut rettet. Aber wenn wir das mit Frauen testen, dann schreien sie: Diskriminierung. Natürlich nicht alle Frauen. Aber viele …“

Das Schwangeren-Marine-Syndrom ist nur das äußere Anzeichen eines Problems, das in fast allen Untersuchungen des Militärs deutlich wird – von den US-Fernmelde­truppen bis zur US-Armee. Männer hatten den Eindruck, dass Frauen die leichteren Aufgaben zugewiesen oder dass sie unverdient befördert wurden, und zwar oft durch sexuelles „Entgegen­kommen“. Sie waren verärgert, wenn diese Frauen dennoch gleich bezahlt wurden wie sie. […]

Die Militär­akademien haben z. B. auf den Umstand, dass Frauen in West Point sich viermal öfter krankmelden als Männer, nicht damit reagiert, dass sie die Anforderungen an die Frauen an die der Männer angleichen. Stattdessen führten sie zwei Standards ein. So musste z. B. ein Aus­bildungs­lager der Elite­kampf­truppe Frauen von sämtlichen Infanterie­feld­übungen befreien. Was war das Resultat? Im Golfkrieg wurde oft von Männern erwartet, dass sie Hand anlegten, weil Frauen keine Lastwagen­reifen wechseln, kein Fahrzeug aus dem Sand schieben, keine schweren Benzin­kanister schleppen oder keinen verwundeten Soldaten wegtragen konnten. Was jedoch noch wichtiger ist: Die Männer konnten ihrer Karriere ernsthaft schaden, wenn sie sich über diese Diskriminierung beschwerten. Ironischerweise wurden sie der Diskriminierung bezichtigt, wenn sie sich über Diskriminierung beklagten.

Das ganze Bild zeigt also zwei verschiedene Mentalitäten: die Du-musst-kämpfen-Mentalität „seiner Armee“ und die Du-kannst-kämpfen-wenn-Du-willst-Mentalität „ihrer Armee“. Hier eine Armee von Männern, die ihr Leben abwerten, und dort einen Armee von Frauen, die ihrem Leben Wert beimessen. Das verstärkt den Eindruck, dass Frauen bluffen, wenn sie nach Gleichheit rufen. Es spaltet nicht nur die Armee in zwei Teile, sondern auch die gesamte Gesellschaft.[4]

In vielen Bundes­staaten der USA darf ein achtzehnjähriger junger Mann, der sich nicht zur Armee gemeldet hat, keine staatliche Schule besuchen. Er bekommt nicht einmal ein Darlehen für eine Privatschule. Weil die Musterungs­pflicht nur für Männer gilt,

kann eine Frau, die sich nicht registrieren läßt,

Ein Mann, der sich nicht registrieren läßt, kann

  1. in eine staatliche Schule gehen,
  2. mit staatlicher Hilfe in einer private Schule gehen oder
  3. heiraten und berufstätig sein, allein leben und berufstätig sein, Kinder haben …
  1. ins Gefängnis gehen.

Der Sonderstatus der Frau befreit sie von einem moralischen Dilemma und ermöglicht ihr, sich selbst und andere Frauen als unschuldiger und moralischer zu betrachten als Männer. Ja nicht einmal in Kriegs­zeiten werden Frauen gezwungen, ihre normalen Jobs aufzugeben und für zwei Jahre in Munitions­fabriken zu arbeiten.[4]

Doch das ist immer noch nicht alles. Warren Farrell berichtet über das Vermächtnis des post­traumatischen Streßsyndroms:

  • Seit Kriegsende haben mehr ehemalige Vietnam­soldaten Selbstmord begangen, als im Vietnamkrieg selbst getötet wurden.
  • Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass 20 Prozent aller Vietnam­veteranen und 60 Prozent aller Soldaten, die an der Front gekämpft haben, zu Psychiatriefällen wurden.
  • Eine Umfrage ergab, dass über 400 000 von den Vietnam­veteranen entweder gerade im Gefängnis, im Hafturlaub oder auf Bewährung waren oder auf ihre Gerichts­verhandlung warteten.
  • Allein in Los Angeles leben rund 20 000 obdachlose Vietnam­veteranen. Das Veterans Administration Center (Zentral­verwaltung für Veteranen) hält gerade mal 300 Betten für sie bereit.[4]

Jedes Jahr nehmen sich rund 6.000 männliche Kriegsveteranen in den USA das Leben.[5] Sie zogen im Irak und in Afghanistan in den Krieg, um Frauen und Kinder vor dem Terror zu beschützen. Als Dank bekommen Männer von Frauen die lakonische Antwort: Männer seien eben gewalttätiger als Frauen. Jede Frauen­beratungs­broschüre und Frauen­haus­falt­blatt bestätigen die Selbst­beschreibung der Frauen als Gewaltopfer und die Fremd­beschreibung des Mannes als Gewalt­täter.

Junge Frauen gehen mit älteren Jungs aus

Der vorstehende Abschnitt wurde etwas länger gehalten, weil dort deutlicher wird als irgendwo sonst, dass Frauen das bevorzugte Geschlecht sind und das Leben der Männer abgewertet wird. Diese „Rollen­verteilung“ ist in der Gesellschaft fest eingebrannt, so dass sich auch niemand daran stört, dass Männer eine um 10 % niedrigere Lebens­erwartung als Frauen haben.

Dieser Sachverhalt muss in aller Deutlichkeit ausgeführt werden, weil sich dieses Verhältnis von Mann und Frau durch alle Lebensbereiche zieht bis hin zum Strafrecht, wo eine Frau für einen Mord wesentlich milder bestraft wird als ein Mann für eine vergleichbare Tat oder in der Arbeitswelt, wo in den so genannten Todesberufen zu 95 % Männer arbeiten.[4]

Diese offensichtlichen Unterschiede wären nicht möglich, wenn Männer und Frauen nicht schon vom zarten Kindesalter an darauf hin getrimmt würden. Jeder Junge lernt schon im Kindergarten, dass man Mädchen nicht schlägt, das wäre machohaft und aggressiv. Ein Mädchen hingegen darf einen Jungen schlagen, weil das Selbstvertrauen und Emanzipation zeigt.

Und es darf nicht vergessen werden, dass die Regie hierbei von Frauen geführt wird: Die Mutter zu Hause, die Erzieherin im Kindergarten, die Quotenfrau im Parlament, die staatlich finanzierte Frauen­beauftragte in der Kommune und Frauen­rechtlerinnen in Gremien der Europäischen Union und den Vereinten Nationen. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass das Gerede von der Gleich­berechtigung von Mann und Frau nur eine Nebelkerze ist, die Männer noch zusätzlich verhöhnt. Die meisten Männer bemerken das allerdings erst nach einer Scheidung, manche nicht einmal dann.

Aber zunächst stellen junge Männer in der Pubertät fest, dass gleichaltrige junge Frauen mit älteren Geschlechts­genossen ausgehen, die über ein Auto, mehr Geld und andere Dinge verfügen.

Die älteren Jungs sind natürlich in der Ausbildung und auch in anderen Dingen voraus, sie verfügen deshalb auch bald über selbst verdientes Geld, haben Führerschein und können die Mädchen herumfahren, in Diskotheken einladen und so weiter. Die zurückgewiesenen jüngeren Jungs lernen in der Pubertät von den älteren Jungs, dass sie als Mann etwas bieten müssen, wenn sie bei den Mädchen landen wollen. Und so lernen Jungen und Mädchen sehr schnell ein Handlungsmuster, was zu einer frühen Zementierung eines Ungleichgewichts zwischen Mann und Frau führt. Ein Mann muss sich anstrengen und Frauen etwas bieten, Frauen wählen aus und dürfen fordern. Etwas leisten und bieten müssen Frauen nicht. Sie lernen nur, je mehr sie den Männern zu gefallen wissen, desto größer ist die Beute, die sie erzielen können. Die Dressur des Mannes durch die Frau beginnt also schon in sehr jungen Jahren und wird sein Leben fortan bestimmen.[6]

zurück4.1.1.2. Was Männern und Frauen nach der Eheschließung erwartet

Wenn heute eine erfolgreiche alleinstehende Frau einen erfolgreichen alleinstehenden Mann kennenlernt, scheinen beide gleichrangig zu sein. Sollten sie jedoch heiraten und Kinder wollen,

überlegt sie sich fast immer drei Möglichkeiten: Er hat drei „etwas andere“ Möglichkeiten:
  1. Möglichkeit: Vollzeitarbeit
  2. Möglichkeit: Vollzeitmutter
  3. Möglichkeit: Eine Kombination von Berufstätigkeit und Mutterarbeit
  1. Möglichkeit: Vollzeitarbeit
  2. Möglichkeit: Vollzeitarbeit
  3. Möglichkeit: Vollzeitarbeit[4]

Im Gegensatz dazu haben Männer, die sich für die „neue Vater- und Hausmann­rolle“ entschieden haben, schnell zu spüren bekommen, dass sie zwar für viele Reporter gesuchte Interview­partner, aber für wenige Frauen gesuchte Heirats­partner waren.[4]
Wer sich auf die Rolle als Hausmann und Berufsvater einlässt, muss mit Angriffen aus allen Richtungen rechnen. Ein Betroffener berichtet: „Die größten Anfeindungen bezüglich dieser Rolle kamen von Frauen, insbesondere von Feministinnen, hatte ich mich doch ihrer Ansicht nach aus der Versorgerrolle herausgemogelt und weibliches Hoheitsgebiet betreten.“[7]

Aus feministischer Sicht sind Hochzeits­bräuche, wie die Braut­über­gabe durch den Vater, Ausdruck des Patriarchats. Der Vater „übergab“ jedoch mit der Braut auch seine Verantwortung für ihren Schutz an den Bräutigam. Den Mann übergab niemand, weil niemand ihn schützte.[4] Eltern hatten die Aufgabe, den Sohn zu einem Beschützer zu erziehen, nicht, ihn an einen Beschützer zu übergeben. Ein Mann, der diesem Rollenbild nicht entspricht, wird „Mutter­söhnchen“ genannt. Für eine Frau, die nicht gelernt hat für sich selbst (und gegebenenfalls für ihren Ehemann zu sorgen), gibt es kein entsprechendes Wort. Eine Frau, die nicht über genügend Mut und Durch­setzungs­vermögen verfügt, setzt sich einfach hin und heult. Mädchen müssen nur heulen, dann kommt jemand gelaufen und rettet die Situation. Mädchen kommen also gar nicht in die Situation, mit der Jungen fertig werden müssen.[8]

Während Frauen durchaus lebensuntüchtige Zimtzicken sein können, kann man leicht beobachten, dass Frauen Männer verachten, die sich von anderen Männern dominieren lassen und es nicht schaffen, sich in ihrer Lebenswelt Respekt zu verschaffen. Norbert Bolz sieht das in der Evolutionsgeschichte des Menschen begründet: „Frauen tauschen Sex gegen Ressourcen, während Männer Ressourcen gegen Sex tauschen.“ [9]

Weil aber ein Vincent van Gogh kaum für sich selbst, geschweige denn für eine zehnköpfige Familie sorgen konnte, war es die Pflicht der Eltern, möglichst zu verhindern, dass ihr Sohn Künstler wurde, und ihrer Tochter beizubringen, dass es eine Katastrophe wäre, wenn ihr so ein Mann den Hof machte. Für Frauen hingegen ist es kein Problem, brotlose Lehrberufe oder Universitäts­aus­bildungen zu ergreifen. Sie müssen im Ernstfall ja nicht die Familien­ernährerin sein und bislang ergeht keine Warnung an Männern, sich auf solche Frauen einzulassen.

Die Forderung nach Gleich­berechtigung der Frauen führt also nur dazu, ihr die Möglichkeit der Berufsarbeit zu eröffnen, aber keineswegs sie ihr als Pflicht aufzuerlegen. Von gefährlichen Berufen und schweren Arbeiten, die nicht der Selbst­verwirklichung dienen, bleiben Frauen weiterhin verschont. Auch die berufstätige Frau muss also nicht ihren privilegierten Schonraum verlassen.

Männer erleiden 95 Prozent aller Berufsunfälle.
Je gefährlicher ein Job, desto höher ist der Männeranteil.

Hier einige Beispiele:[4]

Gefährliche Arbeiten für Männer

Sichere Arbeiten für Frauen

Feuerwehr 99 Prozent Männer Sekretär/in 99 Prozent Frauen
Holzfällen 98 Prozent Männer Rezeption 97 Prozent Frauen
Schwertransporte 98 Prozent Männer    
Baugewerbe 98 Prozent Männer    
Kohlebergbau 97 Prozent Männer    

zurück4.1.1.3. Elternschaft

Eine Frau, die ein Kind bekommt,

  • ist die Mutter,
  • ist die Mutter,
  • ist die Mutter.
Bei einem Mann verhält es sich etwas anders. Da unterscheidet man

  • den biologischen Vater,
  • den rechtlichen Vater,
  • den sozialen Vater.

zurück4.1.1.4. Am Lebensabend

Farrell zeigt zum Beispiel, dass die Lebens­erwartung amerikanischer Frauen heute im Schnitt um sieben Jahre höher liegt als die von Männern – ein undiskutiertes Faktum, das allenfalls Lebens­versicherungen interessiert. Farrell: „Wenn Männer sieben Jahre länger leben würden als Frauen, hätten Feministinnen uns längst klargemacht, dass die Lebens­erwartung der beste Indikator ist, an dem sich ablesen läßt, wer die Macht hat. Und damit hätten sie recht.“

Wenn Macht bedeutet, Kontrolle über das eigene Leben zu haben, dann gibt es vielleicht keinen besseren Gradmesser für den Einfluß von Geschlechter­rollen und Rassismus auf unser Leben als die Lebens­erwartung. Hier ist die Rangfolge:[4]

Lebenserwartung: Wer hat die Macht?
weiblich (weiß) 79 Jahre
weiblich (schwarz) 74 Jahre
männlich (weiß) 72 Jahre
männlich (schwarz) 65 Jahre



[1] Esther Vilar: „Der dressierte Mann“, Bertelsmann 1971, ISBN 3-570-08949-5, a) S. 16, b) S. 123, c) S. 25, d) S. 105, e) S. 107f.
[2] Siehe auch Elisabeth Mohn und Friede Springer
[3] Beate Kricheldorf: „Verantwortung: Nein Danke! Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik.“, R.G.Fischer 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 19+20, 27
[4] Warren Farrell, „Mythos Männermacht“, Zweitausendeins 1995, ISBN 3-86150-108-2, a) S. 150, b) S. 153, c) S. 155, d) S. 159f., e) S. 160, f) S. 161-164, g) S. 164f., h) S. 177, i) S. 129, j) S. 66f., k) S. 68, l) S. 78, m) S. 130, n) S. 41
[5] Kriegsfolgen: US-Armee beklagt mehr Veteranen-Selbstmorde als Gefallene im Irak, Spiegel Online am 15. November 2007
[6] Esther Vilar, „Der dressierte Mann“, Bertelsmann 1971 PDF-Dokument HTML-Dokument
[7] Arne Hoffmann, Hans Alef: „Mir wurde vorgeworfen, ich wäre kein Mann, sondern ein Parasit“, 21. März 2012
[8] WikiMANNia: Zimtzicke
[9] Die Wahrheit über Männer: Mach dich locker, Mann!, Focus am 31. Januar 2011