Informationsstelle
für verheiratete
Männer und Frauen

Die Familie und ihre Zerstörer

Was schief läuft und was anders werden muss – Eine überfällige Debatte

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3.3.3. Frauenberatungsstellen

Frauenberatungs­stellen bilden in Deutschland ein dichtes Netz von „Anwerbe­agenturen“ und haben die vornehmliche Aufgabe, der HelferInnen­industrie neue „KundInnen“ zuzuführen.

Das Konzept der Beratungs­stellen beruht auf dem Irrtum vieler Männer, dass sie für den Erhalt der Familie und das Wieder-Einrenken von familiären Problemen tätig sind. Auf diesem weit verbreiteten Missverständnis beruht dann auch die gute Reputation und breite Akzeptanz von Familien­hilfs­organisationen. Sobald jedoch Ihre Frau dort zu Einzel­beratungen erscheint, zeigen die Sozial­arbeiterinnen ihr wahres Gesicht.[1]


Die Beratung für die Rat suchende Frau sieht denn etwa so aus, dass ihr erklärt wird: „So sind Deine Rechte, so und so kannst Du gegen Deinen Mann vorgehen, wenn Du nicht mehr mit ihm glücklich bist.“ [2] Auch „beratungs­resistente“ Frauen werden dabei langsam weichgekocht, bis sie zu allem Ja und Amen sagen.

In der Regel haben die Männer der Frauen, die sich in solch eine Beratungs­situation begeben, keine Ahnung davon, was dort hinter ihrem Rücken gespielt wird! Sie werden auch systematisch ruhiggestellt und immer wieder vertröstet. Ihnen gehen erst dann die Augen auf, wenn Sie plötzlich – für sie aus heiterem Himmel – mit einem Scheidungsantrag des gegnerischen Anwalts bzw. dem Auszug der Frau und die Wegnahme ihrer Kinder konfrontiert werden. Frauen wird es mit Hilfe der HelferInnen­industrie leichtgemacht, ihrem Mann solange Sand in die Augen zu streuen, bis das Damokles­schwert endgültig auf ihn niedersaust.[1]

Niemand sollte glauben, dass eine kleine regionale Beratungs­stelle weniger Macht und Möglichkeiten hat, wie eine bundesweit bekannte Beratungs­stelle. Vernetzt sind sie im Endeffekt alle miteinander und kooperieren bemerkenswert effizient wenn es mal wieder darum geht, einem Vater erst die Kinder zu entfremden und ihn in der Folge in den finanziellen Ruin zu treiben.

Der gemeinsame Glaubenssatz dieser Frauen­beratungs­stellen ist der Radikal­feminismus und das gemeinsame Interesse, den Männern das Leben in diesem Land so schwer wie möglich zu machen.

Kirchliche Organisationen wie diakonische Beratungs­stellen sind im Laufe der Zeit nach und nach auf den feministischen Zug aufgesprungen. Wenn es um das Thema Frauen und Kinder geht, unterscheidet sich das kirchliche Milieu nicht mehr vom gesell­schaft­lichen Mainstream.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt zahlreiche Frauen­häuser in Deutschland. Zusätzlich verbreitet sie aktiv das Denken, dass Gewalt nur von Männern ausginge[3] und führt eine Adressliste für „Opfer häuslicher Gewalt“ sowie eine Liste aller Frauen­häuser der AWO. Dieser „Wohlfahrtsverband“ tut wirklich alles, um der Frau die größtmögliche Unterstützung zu geben, wenn sie in ein Frauenhaus flüchten möchte.[4]

Wer sich mit der Denke dieser Sozial­arbeiterinnen beschäftigt, stellt fest, dass es zwei Sorten von Beraterinnen gibt: Diejenigen, die durch ihre Ausbildung bzw. Studium und beruflichen Lebensweg an eine solche (teilweise ehrenamtliche!) Tätigkeit geraten sind. Und diejenigen, die diese Beratungstätigkeit aus vollster Über­zeugung und radikal­feministischer Denk- und Handelsweise heraus ausüben.

Bei den ersten kann man – mit ganz viel Glück – noch so etwas wie Denkprozesse anstoßen, wenn man ihnen erklärt, dass man an der ganzen Situation vollkommen unschuldig ist. Bei Letzteren handelt es sich um die 1000-prozentigen, die Ihnen richtig gefährlich werden können. Normalerweise werden Sie schnell merken, an welche Art von Beraterin Sie geraten sind. Die Radikalen drücken ihre verquere Denkweise vor allem durch ihr Handeln aus. Wenn Sie also mit Beschuldigungen überschüttet werden und keinerlei Gegenargumente ziehen, können Sie sich sicher sein, an eine radikal­feministischen Furie geraten zu sein, die gerade dabei ist, sich ihre nächste feministische Belobigung zu verdienen.

Es ist ganz wichtig, dass Sie sich nicht zu einer Eheberatung, Konfliktberatung oder dergleichen in einer Frauen­beratungs­stelle herumkriegen lassen! Es gibt Berichte von Männern, die nach dem gemeinsamen Besuch einer solchen Beratungs­stelle eines Tages eine leere Wohnung vorfanden.[5]

zurückEs gibt keine Täterin und kein männliches Opfer

Diese Beratungs­stellen beraten nur weibliche Opfer. Und dann gibt es Täter­beratungs­stellen, die beraten männliche Täter. Wenn also ein Mann sich im Kontext Häusliche Gewalt an eine Beratungs­stelle wenden möchte, dann wird er nur eine Täter­beratungs­stelle finden, die ihn als Täter behandelt und therapiert. Ein Mann als Opfer ist nicht vorgesehen. Eine Täterin ist ebenfalls nicht vorgesehen.[6]

zurückBeratungs­stellen als Anwerbe­agenturen der HelferInnen­industrie

Die Frauen­beratungs­stellen erinnern in ihrer Praxis an die Mitgliederwerbung der Scientology. Sie werben aggressiv um neue Mitglieder (von der HelferInnen­industrie Opfer genannt), betreiben Gehirnwäsche und geben Hilfesuchenden vor, Beratung anzubieten. Tatsächlich aber führen die Frauen­beratungs­stellen mit ihren „Beratungen“ der HelferInnen­industrie neue Klientinnen zu, was zur Zerstörung einer einstmals intakten Familie führt. So wie bei Scientology die Mitglieder­werbung von gehirn­gewaschenen Mitgliedern betrieben wird, arbeiten in Frauen­beratungs­stellen MitarbeiterInnen, welche die feministischen Glaubens­wahrheiten vom Mann als Täter und der Frau als Opferin verinnerlicht haben. So wie Scientology den „Clear-Status“ anstrebt, steht am Ende der Frauenberatung die männerfreie (Rest)Familie.

Bemühungen der Ehe-, Familien- und Partner­schafts­beratungs­stellen um die Beratung von Vätern finden meist genau dort ihre Grenzen, wo die gleichfalls betroffene Frau aus rein subjektiven Gründen abblockt. Ein Mann, der abblockt, wird sanktioniert, eine Frau, die abblockt, wird weiter hofiert.

In Karlsruhe wird ausgerechnet die Broschüre zum 50jährigen Bestehen der Beratungs­stelle mit einer ganzseitigen Werbung der Sparkasse auf der letzten Seite gekrönt, auf der eine lesende Frau ihren Mann als Hocker missbraucht. Ist das vielleicht eine Zusammenfassung der Bemühungen der letzten 50 Jahre?[7] Es werden Informations­broschüren herausgebracht mit dem euphemistischen Titel „Gleiches Recht für beide“, obwohl es um ausschließlich Frauenfragen geht und ausnahmslos Frauen beraten werden.[8]

Die Anwerbefunktion zeigt sich beispielsweise auch, wenn so genannte BeraterInnen den Hinweis geben, dass es etwa einer 18jährigen Tochter nicht zuzumuten sei, dass der Trennungs­vater ihr ab der Volljährigkeit den Kindes­unterhalt direkt überweist und nicht, wie bisher, an die Mutter und die Tochter solle sich deshalb von einer Rechts­anwältIn beraten lassen.[9] Die HelferInnen­industrie will eben verdienen und versorgt sich wechselseitig mit Aufträgen und Kunden.

zurückPro Familia

Pro Familia ist Bestandteil der staatlich finanzierten HelferInnen­industrie und macht sein Geschäft unter anderem mit Frauenberatung bei Abtreibung. Eine Beratung der männlichen Erzeuger bei einem geplanten Schwanger­schafts­abbruch ist nicht vorgesehen.

Pro Familia betreibt ein flächendeckendes Netz von Beratungs­stellen, die vom Staat finanziert werden. Im Gegenzug müssen sie eine Beratungs­bescheinigung erteilen, mit der erst eine straffreie Abtreibung möglich ist. Da nur „staatlich anerkannten“ Stellen für ihre Beratungsarbeit Geld bekommen, kann der Staat die Beratung in Sachen Abtreibung in seinem Sinne steuern.

Doch darauf beschränkt sich der Geschäftsbereich von Pro Familia nicht. Pro Familia versteht sich selbst als Fach- und Beratungs­verband für die Themenbereiche Sexualität, Verhütung, Kinderwunsch, Familien­planung, Geburt, Schwangerschaft und Schwanger­schafts­abbruch.

In Gießen fordern das Jugend­bildungs­werk und die Beratungs­stelle Pro Familia im staatlichen Auftrag jugendliche Menschen dazu auf, Sex zu machen, mit wem sie wollen. Der deutsche Staat ist der Ansicht, Homosexualität müsse zum Mainstream-Thema werden. Der Abteilungs­leiter der Kinder- und Jugend­förderung in Gießen, Wielsch, sagte, die junge Generation solle lernen, jede Art von sexueller Beziehung als normal anzusehen.[10]

Es lohnt sich, sich näher mit den Hintergründen der Organisation „Pro Familia“ zu beschäftigen, weil dadurch viele Dinge bezüglich Abtreibung, Frauen­politik und Familien­politik klarer werden:

1. Wer ist Pro Familia?

Pro Familia ist eine Organisation mit hohem Bekanntheitsgrad. Der Name Pro Familia bedeutet aus dem Lateinischen abgeleitet „für die Familie“, was sehr vertrauens­erweckend klingt. Nach eigenen Angaben hat die gemeinnützige Organisation in Deutschland ca. 5.300 Mitglieder und 1000 Mitarbeiter. Sie ist Träger von etwa 170 Beratungs­stellen und Pro-Familia-Zentren, die zu 75 % aus öffentlichen Mitteln (Kommunen, Länder, Bund) mit einem Jahresetat ca. 25,5 Mill. Euro finanziert werden. Pro Familia ist Gründungsmitglied der International Planned Parenthood Federation (IPPF), die 1952 in Bombay (Indien) gegründet wurde.

Pro Familia trug dazu bei, dass auf der Internationalen UN-Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo 1994 zum ersten Mal Sexualität, Reproduktion und Gesundheit mit den allgemeinen Menschen­rechten verknüpft wurde. Grundlage der Arbeit von Pro Familia ist die 1995 verabschiedete „Charta der sexuellen und reproduktiven Rechte“ der International Planned Parenthood (IPPF).[11]

2. Geschichte und Entwicklung

Die Hauptbegründer von Pro Familia und der IPPF sind Prof. Hans Hamsen und Margaret Sanger.

2.1. Hans Harmsen

Hans Harmsen (1899-1988) studierte Medizin, Volkswirtschaft und Jura. Einer seiner bedeutendsten Lehrer war Alfred Grotjahn, Begründer der deutschen „Sozialhygiene“. Er regte in Harmsen die Beschäftigung mit bevölkerungswissen­schaftlichen Themen an.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden zahlreiche eugenische und rassen­hygienische Vereinigungen und Konferenzen Zulauf. Das Ziel war, das Bevölkerungs­wachstum in den Griff zu bekommen, und dabei vor allem die hohe Kinderzahl in den unteren und ärmeren Schichten. Es wurde davon ausgegangen, dass Intelligenz und Begabung erblich seien, und geeignete Programme sollten den „besseren“ Teil der Bevölkerung fördern und die weniger erwünschten Personen zu „vermeiden“. Harmsen wird 1925 Leiter der „Arbeits­gemein­schaft für Volks­gesundung“ (bis 1940 Geschäftsführer) und wird ferner 1926 leitender Arzt des Gesundheits­wesens der evangelischen „Inneren Mission“ (heute Diakonisches Werk). Die Innere Mission war der wichtigste protestantische Träger von Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte, sowie alte Menschen. In der Situation der Weltwirtschaftskrise, die auch die Innere Mission finanziell vor Probleme stellte, prägte Harmsen 1931 den Begriff der „differenzierten Fürsorge“. Damit war praktisch der Schritt von der „quantitativen“ zur „qualitativen“ Bevölkerungs­politik getan. Fürsorgerische Leistungen sollten reserviert sein für diejenigen Personen, die auch im Wirtschaftsprozess leistungsfähig waren, woraus sich der Wert des Menschen ergab. Darüber ließe sich dann auch eine „Höherentwicklung des Volkes“ erreichen. „Aufartung“ staatstragender, erblich wertvoller Familien durch die Beseitigung der „schädlichen Erbmasse“. Wie die Mehrheit im Zentralausschuss stimmte Harmsen dem Gesetzentwurf, der die Grundlage für das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ legte, zu (Harmsen, „Mitteilungen der Auskunfts­stelle des Central-Ausschusses für Innere Mission“, 1933). Eine eugenische Sterilisation wurde akzeptiert, Maßnahmen zur „Artreinigung“ bei geistig und körperlich behinderten Menschen – so einer der Vertreter der Inneren Mission – sollten sein:

  1. die Verwahrung in Anstalten
  2. die Sterilisation
  3. Ehegesundheitszeugnisse
  4. Meldepflicht bei Geschlechtskrankheiten
  5. die Stärkung des „Erbgesundheits­gewissens“ der Bevölkerung.

Harmsen schickte Belegexemplare seiner Ansichten u. a. an Benito Mussolini und Adolf Hitler. Sein Schreiben an Hitler sprach eine eindeutige Sprache, wenn es hieß: „Mit großem Interesse und aufrichtiger Freude habe ich im ‚Völkischen Beobachter‘ die Berichte über die Tagung National­sozialistischer Ärzte in Leipzig gelesen, die ein starkes Bekenntnis zur Notwendigkeit planmäßiger bevölkerungs­politischer Maßnahmen enthielt.“ Das hat nach 1945 weder seiner Karriere geschadet, noch führte es zu einer Stellungnahme von kirchlicher Seite.

Harmsen hat sich nach dem Krieg von seinem Einsatz für das 1933 erlassene Nazigesetz „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ nie distanziert, sondern verteidigte es noch. Er wurde 1946 Professor und Direktor des Hygienischen Instituts in Hamburg und sammelte andere renommierte Rassen­hygieniker aus der Zeit vor 1945 in wissen­schaft­lichen Vereinigungen. Er machte ein Forschungs­projekt am Institut für Geschichte der Medizin der Freien Universität Berlin unter dem Titel „Aufbau des Gesundheits­wesens nach 1945 – Neue Konzepte und Ziele?“. Er arbeitete als Gutachter für die Bundes­regierung und wurde Sachver­ständiger des Bundes­ministeriums für Familie und Jugend und Mitbegründer von Pro Familia! Er war bis 1984 Ehrenpräsident von Pro Familia und bis zu seinem Tod 1988 Ehrenmitglied der IPPF.

2.2. Margaret Sanger

Margaret Sanger war eine Aktivistin der Bewegung für Geburten­kontrolle, die 1921 die American Birth Control League begründete. Daraus ging 1942 die Planned Parenthood hervor, und 1952 auch Pro Familia in Deutschland zusammen mit der IPPF. Margaret Sanger war eine amerikanische Feministin und Rassistin, die ähnliche Ansichten wie Hans Harmsen vertrat. Gemäß ihrer Ideologie musste die menschliche Rasse, um überleben zu können, ihr genetisches Erbgut reinigen.

Sanger teilte die Menschen in drei Gruppen ein:

  1. die genetisch einwandfreien Menschen, das waren Europäer und Nordamerikaner;
  2. sog. Untermenschen, dazu gehörten zunächst Schwarze und Menschen der „Dritten Welt“;
  3. ferner Unter-Untermenschen, das sind die Armen, zu diesen zählte sie die Arbeiter, Emigranten aus Südeuropa, Juden und manche religiöse Gruppen. Durch Geburten­kontrolle müsse die Menschheit zu einer reineren Rasse werden.

Sie forderte Begrenzung der Kinderzahl für untere Klassen. Dies wollte sie beispielsweise durch Sterilisation erreichen, indem die Leute für ihre Einwilligung zur Sterilisation mit Geld oder Geschenken belohnt würden.

Sanger kämpfte ihr Leben lang gegen die amerikanische Justiz bezüglich bestimmter Gesetze. Sie mühte sich erfolgreich, Gesetze, die beispielsweise Verhütungsmittel verboten, aufzuheben. Sie gründete 1921 die „American Birth Control League“, die später in die IPPF umgewandelt und weiterentwickelt wurde. Die IPPF wiederum gründet später das Margaret-Sanger-Forschungszentrum, welches die Entwicklung der „Pille“ und „Spirale“ finanzierte. Ihr Einfluss hatte über die Jahre weitreichende Folgen in der Gesellschaft. Harmsen und Sanger begegnen sich 1927 auf der Weltbevölkerungskonferenz in Genf. Sie weckte Harmsens Interesse für „Familienplanung“. Sanger wollte auch in Deutschland Fuß fassen. 1952 gelang es ihr, an „Familienplanung“ interessierte Ärzte und Ärztinnen zu finden. Mit finanzieller Unterstützung der IPPF aus den USA wurde der deutsche Zweig der IPPF begründet und nahm seine Tätigkeit als „Pro Familia Deutsche Gesellschaft für Ehe und Familie“ auf. Ergänzung aus einer schriftlichen Auskunft des Amtsgerichts Frankfurt/Main unter der Geschäfts­nummer 73 VR 5685: „In obiger Sache wird mitgeteilt, dass der obige Verein am 23. Juli 1946 in Hamburg unter dem Namen: Vertrauensstelle für Verlobte und Eheleute gegründet wurde.“ (Human Life International Canada (Hrsg.), Planned Parenthood – Wolf in Sheep’s Clothing, Vanier, Canada, 1990) In einem Selbstzeugnis heißt es: „Die Verhütungs­beratung von Ärzten war damals weniger auf eine autonome Lebensplanung gerichtet, sondern sie galt vielmehr der Einschränkung unkontrollierter Vermehrung vornehmlich der armen Schichten als mögliche gesell­schaft­liche Last.“ Einem Buch über Bevölkerungs­politik in entwickelten Ländern ist zu entnehmen, dass der Name Pro Familia („für die Familie“) absichtlich gewählt wurde, um das tatsächliche Ziel der Gesellschaft zu tarnen, da besonders von katholischer Seite starker Widerstand gegen die Verbreitung von Information über Familien­planung bestand. Hans Harmsen wurde zum Vorsitzenden gewählt, „da er beste Voraussetzungen mitbrachte“. Er war bis 1984 Ehrenpräsident von Pro Familia und bis zu seinem Tod 1988 Ehrenmitglied der IPPF.

2.3. Rücktritt von Harmsen bei Pro Familia

Erst als die Schrift „Eine deutsche Biographie – der Bevölkerungs­politiker Hans Harmsen“ (H. Kaupen-Haas) für Aufruhr sorgte, drängte Pro Familia Harmsen zum Rücktritt von der Ehrenpräsidentschaft. Pro Familia behauptet in dem Pro Familia Magazin 6/84, dass sie erst Anfang 1984 Kenntnis von Harmsens Engagement im Dritten Reich bekommen hätte.

Die aktuellste Aussage von Pro Familia zu diesem Thema findet sich in dem Heft „Programme und Ziele“ von 2002. Dort heißt es auf Seite 10: „Die Geschichte der Familien­planungs­bewegung – etwa die Nähe einiger ihrer Vertreter zur ‚Rassen­hygiene‘ des National­sozialismus oder zu Zwangs­sterilisationen in Ländern der Dritten Welt – liefert Beispiele dafür, dass dies nicht immer gelungen ist. Ein wesentliches Anliegen von Pro Familia ist es, diese geschichtlichen Lehren in ihrer gegenwärtigen Tätigkeit und in ihren auf die Zukunft gerichteten Zielen und Aufgaben zu berücksichtigen, um als Interessen­vertretung glaubwürdig und als Fach- und Dienst­leistungs­organisation integer zu bleiben.“ Ansonsten hält sich Pro Familia sehr bedeckt zu diesem Thema.

2.4. Entwicklung in den 60er Jahren

Eine weitere Strömung, die sich die Organisation zunutze machte und zuletzt an deren weitere Entwicklung maßgeblich beteiligt war, war die beginnende sexuelle Revolution und der verstärkte Feminismus in den 60er und 70er Jahren. Pro Familia war maßgeblich an der Lockerung des § 218 StGB beteiligt. Mit Argumenten, dass sie durch den Tod von vielen Frauen illegalen Schwanger­schafts­abbruch (siehe Abtreibung) verhindern wollten, und durch Parolen wie „Mein Bauch gehört mir“ wollten sie das Selbst­bestimmungs­recht der Frauen stärken und letztendlich, so ist zu vermuten, auf diesem Weg die emanzipierten Frauen gezielt als Beraterinnen für die Geburten­kontrolle einbinden. So gebrauchen sie die Frauen für ihre Zwecke.

3. Weiterentwicklung

Der Einfluss der IPPF und damit auch der Pro Familia wurde immer größer, da sich zahlreiche andere Familienplanungsorganisationen sowohl staatlich als auch nicht staatlich bildeten, vornehmlich in Amerika, welche national und international weltweit in die „Dritte-Welt-Länder“-Programme für Familienplanung integrieren und darauf Einfluss nehmen wollten und wollen. Das Ausmaß der Einflussnahme ist von dieser Zeit an bis in die Gegenwart immens. Die IPPF konnte in vielen, mittlerweile 182 Ländern der Erde Fuß fassen und Zentralen bilden. Auf ihrer Internetseite (www.ippf.org) finden sich sechs Seiten mit Links zu anderen Organisationen, mit denen die IPPF weltweit Verbindung hat und vernetzt ist.

4. Nationale und internationale Vernetzungen

Pro Familia arbeitet auf internationaler Ebene eng mit dem Europäischen Parlament, dem Europarat und einschlägigen UN-Organisationen wie beispielsweise der Welt­gesund­heits­behörde (WHO) zusammen, auf nationaler Ebene mit der Bundes­regierung, wie beispielsweise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und der Abteilung für Tropenhygiene und Öffentliches Gesundheitswesen (ATHÖG).

Wie stark die Vernetzungen national und international sind, wird an vielen Beispielen deutlich:

Neben thematischem Einklang bestehen zahlreiche personelle Verflechtungen in den einzelnen nicht­staat­lichen und staatlichen Organisationen, wie IPPF General­sekretär Halfdan Mahler aus Dänemark. Er war von 1973 bis 1988 General­direktor der WHO, wurde 1989 zum IPPF General­sekretär gewählt. Die IPPF hat einen offiziellen Beraterstatus bei der WHO.

Gerhard Amendt, Gründer des Familien­planungs­zentrums in Bremen, war von 1982 bis 1984 Berater der WHO für Familien­planungs­fragen. Ein weiteres Beispiel ist der Arzt Alan Guttmacher. Er war führendes Mitglied und als Präsident direkter Nachfolger von Margret Sanger von 1962 bis 1974 bei der IPPF. Guttmacher gehörte auch dem medizinischen Berater­komitee des Population Council an. Bernhard Berelson war ab 1962 Direktor des Kommunikations­forschungs­programms des Population Council. Er erhielt 1966 von der IPPF den Margret-Sanger-Preis verliehen.

5. Darstellung nach außen

In ihrer Außen­darstellung stellen die IPPF, und damit auch Pro Familia, ihr Planungs­programm so dar, dass sie sich gegen Armut, Unwissen und soziale Benachteiligung einsetzen würden, indem sie sich für die Wahlfreiheit von Frauen und Männern in Fragen der Familien­planung und Sexualität einsetzen, ihnen Informationen und Dienstleistungen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Familien­planung zur Verfügung stellen und Präventions­arbeit zu HIV/Aids und anderen Infektions­krankheiten leisten. Ferner, dass sie es durch umfassenden Arbeitseinsatz und großes internationales Engagement möglich machten, maßgeblich zu folgenden Entwicklungen beizutragen, wie das 1968 in Teheran von den Vereinten Nationen verkündete Menschen­recht auf Familien­planung. Danach ist es ein grundlegendes Recht von Frauen und Männern, über die Zahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt frei und verantwortlich zu entscheiden. Desweiteren, dass sich das Recht auf Familien­planung vom Wohlergehen des Kindes her ableitet, indem es helfen will, dessen Lebens­chancen zu verbessern. Auf der Internationalen UN-Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo 1994 wurde dieser Ansatz erweitert. Der in Kairo definierte ganzheitliche Ansatz verknüpft Sexualität, Reproduktion und Gesundheit mit den allgemeinen Menschen­rechten. Er geht von dem grundlegenden Verständnis aus, dass Autonomie und Menschenwürde zentrale Werte für die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen und Männern sind und direkte Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Menschen haben. Dieser neue Orientierungs­rahmen wurde von der International Planned Parenthood Federation (IPPF), der internationalen Dachorganisation von Pro Familia, durch die Einbeziehung international anerkannter Menschen­rechts­konventionen erweitert und in eine „Charta der sexuellen und reproduktiven Rechte“ übersetzt, die sich konkret auf das Arbeitsgebiet der IPPF und deren Mitglieds­organisationen bezieht. Folgende Rechte werden in dieser Charta benannt und erläutert:

  1. das Recht auf Leben
  2. das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit der Person
  3. das Recht auf Gleichheit und darauf, keiner Form der Diskriminierung ausgesetzt zu sein
  4. das Recht auf Privatsphäre
  5. das Recht auf Gedankenfreiheit
  6. das Recht auf Information und Bildung
  7. das Recht auf freie Entscheidung für oder gegen Ehe und die Gründung und Planung einer Familie
  8. das Recht auf freie Entscheidung, ob und wann die Geburt eigener Kinder erwünscht ist
  9. das Recht auf Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsschutz
  10. das Recht auf Nutzen des wissen­schaft­lichen Fortschritts
  11. das Recht auf Versammlungsfreiheit und politische Beteiligung das Recht auf Schutz vor Folter und Misshandlung

„Wir verpflichten uns damit, dass Information und Beratung zu Methoden der Familien­planung und zu allen Fragen der Sexualität für Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder zugänglich sind.“ Die sexuellen und reproduktiven Rechte sind universal und unteilbar. Deshalb dürfen sie nicht anderen Gesichts­punkten wie wirtschaft­lichen Interessen oder politischen und moralischen Mehrheits­meinungen unterstellt werden.

5.1. Wie sieht es tatsächlich aus?

Aus zahlreichen Schriften geht hervor, dass die wohlklingenden Worte der Selbstdarstellung nicht der eigentlichen Intention entsprechen. Zum Beispiel stellte der bereits erwähnte Bernhard Berelson, einer der Leitfiguren der internationalen Bevölkerungs- und Familien­planung, 1969 auf der „Internationalen Familien­planungs­konferenz“ in Dacca, Bangladesch, in einem Grundsatzreferat zum Thema „Geburten­kontrolle: Folgerungen, Tendenzen und Aussichten“ ein ausführliches Programm vor, wie Geburten­kontrolle auszusehen habe, um zum Ziel zu gelangen: Erst Schritte über die freiwillige Geburten­kontrolle und, wenn dies nicht fruchten sollte, eine unfreiwillige Geburten­kontrolle, evtl. „Zwang notwendig werden könnte, wahrscheinlich als erstes in Indien und China“.

Das Regime der Volksrepublik China hat, um ihr Bevölkerungs­problem in den Griff zu bekommen, praktisch alle Vorschläge Berelsons angenommen und in die Tat umgesetzt. Bei allgemeinem Bekannt­werden der Bevölkerungs­politik in China sagte Jürgen Heinrichs, dass die IPPF und somit Pro Familia dieses Bevölkerungs­programm nicht unterstützen würden, sie zwar mit den anderen Organisationen ergänzend zusammenarbeiten würden, aber auf dem Gebiet der Familien­planung jede einzelne ihre eigenen Ziele umsetzen würde und nicht ein allgemeines Ziel. Die IPPF spiegele nicht den gleichen Grundgedanken wider. In einem anderen Aufsatz jedoch widerspricht er sich. Er schreibt „… die Hauptfunktion der Familien­planungs­organisation ist mit der Aufgabe eines Wachhundes zu vergleichen: nämlich darüber zu wachen, dass die Prinzipien der Familien­planung auch wirklich Eingang finden in jeden relevanten Bereich des gesell­schaft­lichen Lebens … Man kann wohl kaum davon ausgehen, dass diese Phase schon verwirklicht ist. Vielleicht ist das chinesische Volk der Realisation am Nächsten“.

Weitere Aussagen von führenden Mitarbeitern machen deutlich, dass die IPPF und Pro Familia Deutschland hinter diesem Programm stehen und sich nicht davon distanzieren, sondern es befürworten.

Im IPPF-Jahresbericht von 1989/90 schreibt der erwähnte Hafdan Mahler unter der Überschrift „An der Familien­planungs­front“: „In China sah ich selbst die eindrucks­vollen Anstrengungen der chinesischen Familien­planungs­gesell­schaft, in Ergänzung der staatlichen Familien­planungs­kommission zu arbeiten.“ Um die Vernetzung deutlich zu machen, geht aus mehreren Berichten hervor, dass z. B. der UNFPA und IPPF das Ein-Kind-Programm in China mit hohen Beträgen unterstützt haben. China erhielt sogar 1983 von der UNO den Preis „für die größte Aufmerksamkeit im Hinblick auf Bevölkerungsfragen“. Von der IPPF wurde die Entscheidung der UNO für diese Preisverleihung gelobt. So kann man sagen, dass letztendlich die vorher beschriebenen Aussagen, human verpackt mit Worten wie „Selbst­bestimmung“, „Menschen­rechte“, „Wohlergehen“ und vor allem „Verantwortung für die Gesellschaft“ missbraucht werden und dazu dienen sollen, um nach außen und in der Öffentlichkeit eine positive, befürwortende, wohlwollende Einstellung zu bewirken. Diese Aussagen werden zum Selbstzweck erhoben und benutzt, um über die wirklichen Ziele hinwegzutäuschen. Denn nur allein an dem Beispiel China wird deutlich, dass die so genannten Menschen­rechte zugunsten der „Familien­kontrolle“ missbraucht und unterlaufen werden.

6. Finanzielle Einflussnahme

Welcher Macht- und Einfluss­apparat hinter diesen Programmen und den damit zusammen­hängenden Organisationen in Wechsel­beziehung mit den verschiedenen Regierungen weltweit steht, ist auch an der starken finanziellen Unterstützung deutlich zu sehen. Die nicht staatlichen Organisationen, wie die IPPF, werden zu den staatlichen, wie der Agency for International Development (AID), gebraucht, um globale Bevölkerungskontrollpolitik umzusetzen. Dies geht aus einem offiziellen Schreiben, dem „NSSM 200“, der US-Regierung hervor.

Um Geburten­kontrolle weltweit zu finanzieren, haben die USA in den letzten 20 Jahren allein nur für Unterstützung der AID wenigstens 4 Billionen Dollar eingesetzt. Der United Nations Fond für Bevölkerung (UNFPA), der über 2000 Geburten­kontroll­programme weltweit durchführt, sagt gemäß seinen eigenen Aufzeichnungen, dass solche Programme ca. 122,7 Millionen Dollar im Jahr kosten. Ein Viertel davon wird von US-Steuern finanziert. Hinzukommen große Summen, die von solchen privaten Institutionen wie der Rockefeller Foundation, dem Sierra Club, dem Worldwatch Institut, der Ford Stiftung, dem Pathfinder Fond und anderen für den gleichen Zweck gespendet worden sind. Einer der bedeutendsten privaten Sponsoren ist Ted Turner, der Gründer von CNN (Cable News Network), Vize-Präsident des Time Warner Verlags-Imperiums (AOL) und Eigentümer der Atlanta Braves Baseball und Atlanta Hawks Baseball Teams. (Turner ist für grobe Aussprüche in der Öffentlichkeit bekannt, wie z. B. das Christentum sei eine „Religion für Verlierer“, Abtreibungsgegner seien „Idioten“ und Menschen, welche die Ein-Kind-Zwangs­abtreibungs­politik des kommunistischen China verurteilten, nennt er „Dumpfbeutel“.) Ted Turner ist trotz alledem auf Grund seiner Macht und seines Einflusses ein beliebter Medienstar. Mit großem Presse­rummel hatte Turner den Vereinten Nationen für Geburten­kontroll­programme 1 Milliarde Dollar zugesichert. Dieser Akt war ein Ansporn für andere finanzstarke Industrielle und Anhänger des Internationalismus (Befürworter der Globalisierung), es ihm gleichzutun.

Auf der Internetseite von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) finden sich in einem Bericht von Dr. Alfred Merkle weiterführende Informationen, wieviel finanziellen Mittel fließen. Seit 1969, so berichtet die Forscherin für Bevölke­rungs­planung, Mercedes Arzu Wilson, haben die USA mehr Geld für Bevölkerungs­kontroll­programme ausgegeben als für ihre gesamten weltweit gesundheits­bezogenen Aufwendungen. Die Ausgaben für „Geburten­kontrolle“ haben somit fast drei Mal so viele Ausgaben verursacht wie die Gesundheits­hilfe.

Um den Kreis vom Internationalen zu Europa und schließlich zu Deutschland zu schließen: Allein von 1984 bis 1999 hat die Bundes­regierung nach einem aktuellen Bericht der IPPF und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) für den UNFPA 40 Millionen DM im Jahr bezahlt. Sie hatte dann seit dem Jahr 2000 die Gelder gekürzt, aber immer noch pro Jahr ca. 10 Millionen Euro gezahlt. Die Bundes­regierung hatte sich zu der Zahlung verpflichtet, damit weltweite Aids­vorsorge­programme gefördert werden (nach einem Bericht von Britta Mohnmeyer vom 27. November 2001, Öffentlichkeits­mitarbeiterin der DSW). Jedoch ist mit diesen ganzen Verwicklungen und Verflechtungen der einzelnen Organisationen und Programme fraglich, wofür diese hohen Beträge tatsächlich eingesetzt werden.

Wie gravierend der Einfluss der „Familien­planung“ der Pro Familia in vielerlei Hinsicht auf Deutschland ist, wird vor allem in der Abtreibungs­politik deutlich.

7. Pro Familia und Abtreibung als Geburten­kontrolle

Die IPPF unterhält weltweit die meisten Beratungszentren, in denen Abtreibungen durchgeführt werden. Hier in Deutschland werden laut eigenen Angaben 77 % der Schwanger­schafts­ab­brüche in den sechs Pro-Familia-Zentren durchgeführt. Ferner wird berichtet, dass mit finanzieller und fachlicher Unterstützung der holländischen STIMEZO (Dachverband der Abtreibungs­kliniken) das Beratungs- und Abtreibungs­zentrum in Bremen eingerichtet worden ist. Daher ist erklärlich, dass sich die IPPF weltweit und die Pro Familia in Deutschland für das Recht auf Abtreibung mit aller Kraft einsetzen und damit auch sehr erfolgreich sind, wenn man auf die Lockerungen des § 218 StGB blickt. Es ist auch zu vermuten, dass die Pro Familia mit diesen Schwanger­schafts­ab­brüchen sehr viel mehr Geld als an den Beratungen verdient. Die medizinische Einrichtung finanziert sich durch Abrechnung von Leistungen über Kranken­ver­sicherung, über Berechtigungs­scheine und Privat­abrechnungen. Sie erhält einen Landes­zuschuss und Vereinsmittel. Eine Abtreibung kostet laut Pro Familia zwischen 250 und 550 Euro. Die Beratungen werden über die Zuschüsse finanziert. Wenn man bedenkt, dass jährlich um die 300.000 Abbrüche durchgeführt werden und ca. 77 % davon in Pro-Familia-Zentren, ist es für die Pro Familia eine zuverlässige Einnahme­quelle, und sie erhält immer mehr „die Oberhand über die Geburten­kontrolle“. Wenn laut FAZ vom 5. Januar 2004 90 % aller Abtreibungen vom Staat, damit indirekt von Steuern, über die „Soziale Indikation“ mit einer Summe von jährlich 41 Millionen Euro bezahlt worden sind, dann sind seit dem 1. Januar 1996, als das „Gesetz zur Hilfe für Frauen bei Schwanger­schafts­ab­brüchen in besonderen Fällen (SFHG)“ erlassen worden ist, bis 2004 über 250 Mill. Euro für „rechtswidrige“, aber „straffreie“ Abtreibungen ausgegeben worden. Dieses Geld wurde über das Sozialamt an die Kranken­kassen zurückerstattet, welche es vorher ausgelegt haben.

Die „Soziale Notlagen­indikation“ ist einer der häufigsten Gründe für einen Schwanger­schafts­abbruch, Tendenz steigend. Wie kann dies in einem der reichsten Länder der Erde sein? Für Pro Familia ist schon allein die „Unerwünschtheit“ eines Kindes eine „Soziale Notlagen­indikation“. Dies bestätigte eine Mitarbeiterin der Pro Familia auf mehrfache Nachfrage. Diese Einstellung ist ziemlich bedenklich, da wohl in den meisten Fällen jedes Kind, wenn es ungeplant kommt, zunächst „unerwünscht“ ist. Pro Familia hat dies in ihr Beratungs­konzept integriert und es gehört für sie zum Service, dass sie den abtreibungswilligen Frauen, wenn sie laut Gesetz unter einem Mindest­einkommen liegen, direkt mit den Sozial­hilfe­anträgen hilft und diese Arbeiten sozusagen für sie erledigt, damit es für die Frauen „keine zu starke Belastung“ wird. Der Mann als „werdender Vater“ spielt dabei überhaupt keine Rolle, obwohl rund 45 % der Frauen, die abtreiben, verheiratet sind.

8. Wie sieht Pro Familia ein ungeborenes Kind?

An Aussagen von führenden Leitern der Pro Familia wird deutlich, dass Pro Familia sich nach außen vermeintlich als Befürworter für die Familie und für das Kind ausspricht, aber intern eine ganz andere Meinung vertritt. Wie wird ein ungeborenes Kind gesehen?

So schrieb der Geschäftsführer des Saarbrücker Familien­planungs­zentrums Heinz Krämer im Spiegel: „Kindes­abtreibung gibt es nicht. Es gibt die Abtreibung einer Leibesfrucht, den Schwanger­schafts­abbruch, die Entfernung von Embryonalgewebe. Aber wir sollten aufhören, Embryos durch Ultra­schall­geräte, Fötal­chirurgie oder Verfassungs­gerichts­urteile zu personalisieren, sie zu eigen­ständigen, lebens­fähigen Personen hoch­zu­stilisieren.“

Oder Jürgen Heinrichs, welcher der ranghöchste Vertreter der Pro Familia (somit der IPPF) und Präsident des „Central Council“, des höchsten Beschluss­gremiums der IPPF, war. In einem Gutachten für das Bundes­verfassungs­gericht der Pro Familia Bremen zur Stiftung „Mutter und Kind“ definiert er: „Wann menschliches Leben beginnt und was menschliches Leben im Prozess der vor­geburt­lichen Entwicklung ist, muss dem einzelnen Bürger als eine höchst subjektive, in privaten Lebens­erfahrungen und kulturellen Einbettungen vorgegebene Frage zur Entscheidung überlassen werden … dass der Embryo solange kein selbständiges menschliches Leben ist, solange er nicht außerhalb des Mutterleibes selbständig leben kann, also bis kurz vor der Geburt.“[12]

Zunächst einmal stellt sich heraus, dass die Ursprünge von „Pro Familia“ sehr zweifelhaft sind, etwas, was sich schon bei den Jugendämtern zeigte. Als nächstes ist festzustellen, dass die Bevölkerung mit dem Namen „Pro Familia“ bewusst belogen und getäuscht wird, denn die Organisation ist in ihren Zielen überhaupt nicht „für die Familie“, sondern eindeutig „pro staatliche Bevölkerungs­kontrolle“. Den Frauen, die bei „Pro Familia“ Beratung suchen, dürften darüber kaum im Klaren sein. Es ist anzunehmen, dass auch die Beraterinnen in den unteren Ebenen ebenso wenig Einblick in die wahren Ziele der Organisation haben, wie der Kunden­berater in der Bank über die Machen­schaften von Lehman Brothers. Die Arbeit von „Pro Familia“ wurde bewusst aus staatlichen Strukturen in einen privaten Verein ausgegliedert, um vorsätzlich zu vertuschen, dass „Pro Familia“ staatliche Ziele verfolgt.

Die Wandlung der Ziele seit der Gründung ist aber auch interessant. Ging es ursprünglich um die „Höher­entwicklung des Volkes“, um „Aufartung“, um die „Reinigung genetischen Erbguts“, so hat die Sarrazin-Debatte deutlich ergeben, dass erbliche Faktoren nicht mehr benannt werden dürfen. Und statt einer „Höherentwicklung des Volkes“ wird jetzt das „Herunterwirtschaften des Volkes“ durch die massenhafte Einwanderung bildungsferner Ausländer gefördert. Grüne Politiker haben ihre Ziele deutlich benannt mit Parolen „Nie wieder Deutschland!“ und Joschka Fischer formulierte die Notwendigkeit der „Ausdünnung des deutschen Volkes“.

Früher wurde das Ziel verfolgt, eine hohe Kinderzahl in den unteren und ärmeren Schichten zu verhindern und staatstragend Familien zu fördern. Heute haben hochqualifizierte Frauen eher keine Kinder und die meisten Kinder werden in der Unterschicht (Hartz4) geboren. Das seit nunmehr 40 Jahren bestehende Geburten­defizit von rund 1/3 (1,4 Kinder pro Frau statt der Generationen erhaltenden 2,1 Kinder pro Frau) wird konsequent durch Einwanderungs­politik ausgeglichen. Das bevölkerungs­politische Herunter­wirtschaften der Gesellschaft wird mit Parolen von einem „Recht auf freie Entscheidung, ob und wann die Geburt eigener Kinder erwünscht ist“ schöngeredet.

Es wird überdeutlich, dass die staatstragende Ideologie sich grundlegend gewandelt hat. In klassischen Einwanderer­ländern wie Kanada und Australien wurde vor allem der Umgang mit Zuwanderern wie der mit ethnischen Minderheiten unter eugenischen Gesichts­punkten betrachtet. Etliche der damals durchaus als fortschrittlich geltenden Maßnahmen werden heute als rassistisch motiviert empfunden und bedauert. Unter dem Eindruck der national­sozialistischen Rassen­hygiene gaben viele Politiker und Wissen­schaftler die Ideen der Eugenik auf.[13] Dabei war die Fehlentwicklung, die Idealisierung des arischen Menschen, nur das eine Extrem, aber das andere Extrem, die Idealisierung von Multi-Kulti, erscheint nicht weniger fragwürdig. Die von Sarazzin benannten Integrations­probleme sollten eigentlich zu der Einsicht führen, dass Einwanderung kein geeignetes bevölkerungs­politisches Instrument ist, um der Nachwuchsarmut in Deutschland zu begegnen.

Wie dem im Einzelnen auch sei: „Pro Familia“ betreibt keine Beratung im Sinne der Familien, sondern ist ein Instrument, um die jeweils aktuell gültige staatliche Bevölkerungs­politik umzusetzen. Dabei werden Frauen mit schönklingenden Vokabeln wie „Selbst­ver­wirklichung“ und „Frauenrechte“ geködert, aber letztlich werden sie für ganz andere Zwecke eingespannt. Ehemänner und Väter wurden mit der „Mein Bauch gehört mir“-Strategie kaltgestellt. Wenn Pro Familia etwa behauptet, sie setze sich „für die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen ein“ und dies umfasse „auch das Recht der oder des Einzelnen, frei zu entscheiden, ob, wann und wie viele eigene Kinder sie haben möchten“, so wird das schon durch die Praxis, dass Männer bei der Schwanger­schafts­beratung ausgeschlossen sind, der Lüge überführt. Männer sind de facto von der „reproduktiven Mitbestimmung“ ausgeschlossen.

Wenn man die Ziele von Pro Familia mit der gesetzlichen Grundlage §§ 218-219 vergleicht, dann wird deutlich, dass die Schwanger­schafts­beratung bei Pro Familia mit einer „Not- und Konflikt­lage“, wie sie als gesetzliche Grundlage für Abtreibung beschrieben ist, nichts zu tun hat. In diesem Sinne ist der Gesetzestext ebenfalls Betrug am Bürger.

Auf Kritik reagiert Pro Familia empfindlich und reagiert mit Abmahnungen. Staatliche Stellen sekundieren mit Zensur und Platzverweisen.[14]

Lange Rede, kurzer Sinn: „Pro Familia“ ist trotz des familien­freundlich klingenden Namen als Familien­zerstörer einzuordnen.

zurückWeisser Ring

Bei der Straf­verfolgung dreht sich vieles um die Täter, deshalb hat sich der Weisse Ring mit Opfer­betreuung einen guten Namen gemacht.[15] Aber mit der Unterstützung von Falsch­beschuldigerinnen ist die Organisation negativ aufgefallen.

Im Fall von Ralf Witte war die Falsch­beschuldigerin nach der angeblichen Penetrierung mit einer PET-Flasche mit 10 Zentimeter Umfang noch Jungfrau. Nach seinen Angaben wurde die Falsch­beschuldigerin vom Weissen Ring mit einer Amerika­reise belohnt, während der unbescholtene Mann für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis wanderte.[16] Jörg Kachelmann weiß zu berichten:

„So genannte Opfer­vereinigungen wie der Weisse Ring übernehmen kritiklos alles, was gegen den Mann spricht. Sie sagen offen, dass sie gar nicht genau abklären wollen, ob eine Frau wirklich Opfer einer Vergewaltigung ist oder eine Vergewaltigung einfach nur erfunden hat, um einen Mann zu zerstören. Diesen Gruppierungen ist ein unschuldig verurteilter Mann lieber als der Rechtsstaat. Die Feministin Alice Schwarzer sagte sinn­gemäß, im Zweifelsfall müsse für das angebliche Opfer entschieden werden. Das ist ein öffentlicher Aufruf zur Abschaffung des Rechts­staates. Der Weisse Ring steht mit seiner Haltung ebenfalls nicht mehr auf dem Boden des Rechts­staates. Er hat wider besseres Wissen eine Lügnerin unterstützt. Nebenklägerin Dinkel hatte immer ein Gefolge von rund vier Vasallen des Weissen Rings im Schlepptau, die sich mit Hingabe um die falsch­beschuldigende Lügnerin bemühten. So wie diese angebliche Opfer­organisation heute aufgebaut ist, schadet sie nicht nur unschuldigen Männern, weil sie grundsätzlich jeder Frau glaubt. Der Weisse Ring schadet auch den echten Opfern.“ [17]

Mit seiner Kritik am Freispruch Kachelmanns hat der Weisse Ring deutlich gemacht, dass auch er die feministische Weltsicht vom Mann als Täter und der Frau als Opfer verinnerlicht hat: Die Frau ist Opfer per Definition und ein der Vergewaltigung angeklagter Mann ist immer ein Täter. Es ist nicht vorgesehen, dass der Mann Opfer einer Falsch­beschuldigung ist. Die Opfer­schutz­organisation „Weisser Ring e.V.“ beklagt, dass die Öffentlichkeit des Verfahrens und der Freispruch Frauen davon abhalten könnten, sexuelle Gewalt anzuzeigen.[18] Die Möglichkeit, dass eine Verurteilung Kachelmanns ein Signal an Frauen sein könnte, mit ungerecht­fertigten Anschuldigungen missliebige Männer fertig machen zu können, kümmert hingegen nicht. Daran ist zu erkennen, dass es auch dem „Weissen Ring“ nicht um das Opfer an sich geht, sondern um die zweifelhafte Aufrecht­erhaltung des Weltbildes vom Mann als Täter und der Frau als Opfer.





[1] Väteraufbruch für Kinder Schwaben: „Frauen­haus­lüge – Ein Ratgeber für Männer und Väter“ HTML-Dokument PDF-Dokument a) S. 10 b) S. 11
[2] Man stelle sich analog eine Männer­beratungs­stelle vor, die unterhalts­pflichtigen Männern rät, ihren Arbeitsplatz zu kündigen, weil „sie nicht mehr glücklich sind“.
[3] „Modellprojekt (01.08.02–30.07.04) des Arbeiter­wohl­fahrt Bundes­verbandes e.V.. Ziel des Projektes war die thematische Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen in Tages­ein­richtungen für Kinder und Erweiterung ihrer Kompetenzen und Handlungs­möglich­keiten in Bezug auf das Thema „Häusliche Gewalt“ in Kooperation mit anderen Fach­ein­richtungen auf regionaler Ebene. Projekt­standorte waren Hannover-Land und Gotha. […] Die Mitarbeiterinnen der am Projekt beteiligten Kinder­tags­stätten in der Region Hannover und der Stadt Gotha sowie die Mitarbeiter/-innen aus Frauen­häusern, Beratungs­stellen, Familien­bildungs­stätten und anderen Einrichtungen hatten den Mut und das Engagement, neue Kompetenzen zum Umgang mit häuslicher Gewalt in der päda­gogischen Praxis zu erproben und zu dokumentieren. Die Vorgehens­weisen und Ergebnisse dieses Prozesses werden in dem nun vorliegenden Praxis­leit­faden handlungsnah dokumentiert. Interessierte Personen/Organisationen können diesen Leitfaden für die Erweiterung der eigenen Kompetenzen zum Thema häusliche Gewalt und für die Entwicklung präventiver Maßnahmen in Kinder­tages­ein­richtungen nutzen. Mit diesem Beitrag will die AWO ihre Fachlichkeit zum Aktionsplan der Bundes­regierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einbringen.Ein Praxisleitfaden zur Prävention von häuslicher Gewalt in Kinder­tages­stätten
[4] Frauenhauslüge: Die Beratungs­stellen (Organisationen)
[5] Frauenhauslüge: Die Beratungs­stellen (Hintermänner)
[6] YouTube: „Meine Frau schlägt mich – Häusliche Gewalt gegen Männer“ (NDR am 13. September 2009, 15:15 bis 16:00 Uhr) Video-Dokument
[7] Väteraufbruch für Kinder Karlsruhe: Beratungsförderung der Stadt Karlsruhe
[8] Rechtsberatungs-Hotline für Frauen ab 1. April zweimal pro Woche, 21. März 2010
[9] Scheidung: Auf dem Rücken der Kinder, Kölner Stadtanzeiger am 22. März 2010
[10] Kampagne in Gießen: Jugendliche sollen Homo-Sex lernen, Kopp Online am 16. Juni 2011
[11] Pro Familia: Profil
[12] Wer ist Pro Familia?, Schriftenreihe der Aktion Leben e.V., 2004 HTML-Dokument PDF-Dokument
[13] Wikipedia: Eugenik
[14] babykaust.de: Pro Familia, Zensurversuch in Koblenz (Rheinland-Pfalz) und Viernheim (Hessen)
[15] Vollständige Vereinsbezeichnung in Deutschland: WEISSER RING – Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.
[16] ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom 31. Mai 2011; Kriminalisierung des Mannes unter Ausschluss der Öffentlichkeit, AFW am 2. Juni 2011
[17] „Lächerlicher Wahnsinn“, Weltwoche am 15. Juni 2011
[18] Weißer Ring fürchtet falsches Signal durch Kachelmann-Prozess, Der Westen am 31. Mai 2011