Informationsstelle
für verheiratete
Männer und Frauen

Die Familie und ihre Zerstörer

Was schief läuft und was anders werden muss – Eine überfällige Debatte

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4. Problemfelder

Mit dem letzten Kapitel ist die Bestandsaufnahme abgeschlossen. Rekapitulieren wir: Im Kapitel 1 wurden die begrifflichen Definitionen aufgearbeitet, im Kapitel 2 der Istzustand im Familienrecht beschrieben und im Kapitel 3 geklärt, wer die Familienzerstörer sind, wie sie arbeiten und was man sich unter der Helferinnen­industrie vorzustellen hat.

Nun gibt es Stimmen, die befürchten, dass die aktuelle Situation zu einem nicht wieder gut­zu­machenden Schaden an unserer Nation führen wird und wenn wir sehen, was um uns herum passiert, scheint diese Befürchtung nicht grundlos zu sein.

Die Frage, wie es um die Zukunft der Familie bestellt ist, bleibt offen. Wird sie sich weiter­entwickeln, oder wird sie als eine veraltete Institution verschwinden? Wenn sie sich weiter­entwickelt, wohin? Und wenn sie verschwindet, was tritt an ihre Stelle? Das sind gewichtige gesell­schaft­liche Fragen, die zu bedenken und zu diskutieren sind und auf die Antworten gefunden werden müssen. Deshalb sollen in den folgenden Abschnitten verschiedene Problem­felder näher beleuchtet werden.

Die Zerstörer der Familie sind sehr zahlreich, finanzstark und gut vernetzt. Das gesamte Land ist von Frauen­beauftragten und Frauen­beratungs­stellen überzogen. Eine weit verzweigte HelferInnen­industrie verdient an der Zerstörung von Familie und sichert zehntausende Arbeitsplätze. In der Staatspolitik fest verankerte Ideologien wie Feminismus und Genderismus bilden ein starkes Fundament für die Familien­zerstörung, aber auch die allgegen­wärtige Egomanie ist ein wichtiger Faktor.

Dagegen ist kein Ankommen, jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. Die vorliegende Arbeit kann aber dabei helfen, das Thema Familie auf die Tagesordnung zu setzen und einen gesell­schaft­lichen Diskurs darüber zu führen. Sie soll dazu ermutigen, über die dargestellten familien­relevanten Themen zu sprechen und nicht selbst schon fertige Lösungen anbieten. Auf der individuellen Ebene muss sich ein Mann aber schon fragen, ob er angesichts des vorherrschenden Familienrechts überhaupt heiraten soll und noch ernster, ob er tatsächlich Kinder in die Welt setzen will.

Manche Stimmen meinen, von der Zerschlagung der Familie würde die Wirtschaft profitieren. Mit der Bereitstellung von Kinderdepots in ausreichender Zahl werde nichts ahnenden Frauen die Vereinbarkeit von „Beruf und Familie“ suggeriert, aber letztlich ginge es um die totale Zuführung der Eltern in den Wert­schöpfungs­prozess. Solche Kausalzusammenhänge sind schwer nachzuweisen, aber es dürfte einsichtig sein, dass angesichts der demographischen Entwicklung auch das Abeitskräfte­potential Frau bald erschöpft sein wird. Vielleicht ist auch die Wirtschaft von kurzsichtigen Überlegungen geprägt, denn langfristig ist auch die Wirtschaft auf die Familie als Basis angewiesen, wo das Arbeits­kräfte­potential von morgen geboren, aufgezogen und ausgebildet wird. Denn es dürfte naiv sein zu glauben, indische und afrikanische Frauen würden für uns Kinder gebären, sie nach europäischen Normen erziehen, sie auf die Universität schicken und dann fertig ausgebildet bei uns abliefern.

Die Wirtschaft wird schon mit der Forderung nach Frauenquoten malträtiert, eine politische Forderung, die weder auf gesellschaftliche Gerechtigkeit noch auf wirtschaftliche Notwendigkeit ausgerichtet ist, sondern nur auf die Besser­stellung der Frau. Mit der Frauenquote wird auch in der Wirtschaft das Leistungs­prinzip ausgehebelt, weil damit es nicht auf die richtige Qualifikation, sondern auf das richtige Geschlecht ankommt. Damit schließt sich der Kreis zur Familien­rechts­reform 1976, mit dem das Leistungs­prinzip in der Familie abgeschafft wurde.

Bevor die Zukunftsfragen gestellt werden können und Lösungen gesucht bzw. über mögliche Gegenstrategien nachgesonnen werden kann, soll in den folgenden Unterkapiteln schwer­punkt­mäßig das Problemfeld zusammen­gefasst werden:

  1. Die verrechtlichten Beziehungen beschreibt, wie der moderne Staat persönliche Bindungen durch Rechts­beziehungen ersetzt. Vereinfacht ausgedrückt ersetzt der Staat die Familien­fehde durch das rechts­staatliche Verfahren. Über viele Jahrhunderte stellte der Staat die Ordnungsmacht im öffentlichen Raum dar, während die Familie die Ordnungsmacht im privaten Bereich war. Mit der sozialistischen Parole „Das Private ist politisch“ beansprucht der Staat die Ordnungsmacht auch in der Familie für sich. Daraus ergibt sich zweierlei:
    1. Die Gewalten­teilung zwischen öffentlichen Bereich und privaten Bereich wird aufgehoben. Der Endpunkt dieser Entwicklung wird der Totale Staat bzw. der orwellsche Über­wachungs­staat sein.
    2. Die Grundlage des modernen Staates ist das Gesetz, die Grundlage der Familie ist die persönliche Bindung. Das Gesetz (im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches) ist aber nicht geeignet, die privaten Angelegenheiten im persönlichen Nahbereich zu regeln. Letztlich schwächt die staatliche Einmischung von außen die autonome Kraft der Bürger ihre Angelegenheiten und Streitigkeiten selbstständig und eigen­ver­antwort­lich zu lösen.
  2. Die rechtliche Zerstörung der Familie beschreibt weitere gesetzliche Maßnahmen, die den im Grundgesetz geforderten Schutz der Familie durch die staatliche Gemeinschaft unterlaufen. So wurde beispielsweise durch die Abschaffung des Familien­ober­hauptes den Familien die organisatorische Handlungs­fähig­keit genommen.
  3. Die finanzielle Austrocknung der Familie beschreibt, wie die Familien in den finanziellen Bankrott bzw. in die ökonomische Handlungs­un­fähigkeit getrieben werden. Ohne finanzielle Unabhängigkeit sind Familien nicht autonom und verkommen zu Bedarfs­gemein­schaften. Die Zerstörung der Familie geschieht auch, indem ihr der finanzielle Handlungs­spielraum genommen wird. Im ersten Schritt werden Familien­einkommen durch so hohe Abgaben (Steuern, Gebühren, Sozial­abgaben) belastet, sodass eine Familie mit durchschnittlichen Einkommen nicht mehr finanzierbar ist. Im zweiten Schritt werden die so bedürftig gemachten Familien durch staatliche Subventionen abhängig gemacht. Auch diese Entwicklung führt letztlich in die totale persönliche Unfreiheit.
  4. Die Atomisierung der Gesellschaft beschreibt, wie zuerst die Großfamilie verschwandt, heute die Kernfamilie sich zu Flick­werk­familien und Lebens­abschnitts­gemein­schaften zerfasert und die Gesellschaft sich auf ein Endstadium der Versingelung zu bewegt.
  5. Die sprachliche Zerstörung der Familie beschreibt, wie die Familie aus dem Sprachgebrauch entfernt wird und Denkverbote aufgestellt werden.
  6. Die Gleichmacherei hebt den grund­gesetz­lich geforderten Schutz von Ehe und Familie auf. Ledige Mütter, verheiratete Mütter und geschiedene Mütter werden gleichgestellt, ebenso Ehe und Konkubinat. Dazu werden die Begriffe Vater und Mutter zugunsten eines geschlechts­neutralen „Elter“ abgeschafft. Durch die Gleichstellung aller Lebensformen verschwinden Ehe und Familie als schützenswerte Institutionen. Als direkte Folge wären dann die neuen Lebensformen eben auch nicht geschützt. Das schein­heilige Argument, „wenn wir den modernen Lebens­formen mehr Rechte geben, nehmen wir der Familie ja nichts weg“, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als gefährliche Lüge.

Diese kurze Zusammen­stellung soll verdeutlichen, warum eine gesell­schaft­liche Debatte zur Familien­politik und der Zukunft der Familie in Deutschland längst überfällig ist.

Die Problem­analyse verlangte auch eine Hinter­fragung der politischen Ideologie von der „Gleichheit von Mann und Frau“. In den voran­gegangenen Kapiteln wurden entgegen der Gleichheits­ideologie markante Unterschiede in der gesellschaftlichen Behandlung von Mann und Frau aufgedeckt, etwa beim Sorgerecht, beim Unterhaltsrecht, sowie in der Kriminalisierung und Recht­los­stellung des Mannes und dem Schutz und der Straf­freiheit der Frau in der Recht­sprechung. Dazu kommt eine an Frauen orientierte HelferInnen­industrie und eine an Opfern orientierte Politik, die Frauen­förderung betreibt und die Allein­erziehende Mütter, gleich­geschlecht­liche Lebens­gemein­schaften und Flickwerk-Familien zum Ideal erkoren hat.

Funktionierende Familien setzen eine gewisse Balance zwischen Ehemann und Ehefrau voraus. Diese Balance zwischen Mann und Frau ist in Deutschland – und vielen westlichen Ländern – nicht gegeben. Männer sehen sich einer Gesellschaft gegenüber, die ein fest gefügtes Weltbild von dem Mann als Täter und der Frau als Opfer hat, einer Recht­sprechung, die sie als Väter rechtlos stellt und einer HelferInnen­industrie, die Frauen jede erdenkliche Hilfe­stellung bietet und ihn als Leistungs­träger aussaugt bis zum finanziellen Ruin.